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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1932-06-16 · 6 (16.6.1932) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
IX (1932-1933)
Issue
6 (16.6.1932)
Date
1932-06-16
Page
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Für die durch das Ableben sowohl des Abgeordneten des Zweiten Wahlbezirks zur Israelitischen Landesversammlung als seines Ersatzmannes notwendig gewordene Ersatzwahl zur Israelitischen Landesversammlung in den Gemeinden Cannstatt, Ellwangen, Eßlingen, Freudental mit Zaberfeld, Gmünd, Göppingen mit Jebenhausen, Ludwigsburg, Oberdorf mit ßopfingen und Aufhausen ist als Wahltag Sonntag, 26. Juni 1-32, bestimmt worden. SPENDEN Mai 1932 Spenden, eingegangen bei der Israel. Gemeindepflege, anl&iilich des Aufrufens zur Thora: Abraham Baer; Otto Bamberger (2mal); Adolf Barudt (2mal); Max Bauer; Lazarus Baum; Berthold Böttigheirtier; Josef Burgheimer; Dr. Martin Cohn; Ludwig Einstein; Karl Ellenberg (2mal); Alfred Eppstein (3mal); Max Fuld (2mal); Elias Gideon; Sigmund Gottlieb; Louis Heilbronner; Arno Herz; Fritz Herz; Adolf Hirschheimer; Max Jacobs; Alfred Kahn; Benedikt Kaufmann; Jakob Kaufmann, Rosenbergstr.; Carl Kauffmann, Kanonenweg (3mal); Josef Levi, Kanonenweg; Siegfried Levi, Hohenzollernstr.; Isidor Löwenstein; Heinrich Löwenthal; Max Mayer, Tübingerstr.; Paul Mayer, Lindenspürstr.; Sally Moos, Kanonenweg; Dr. med. Josef Neu; Ludwig Neumann; Moritz Oppenheimer; Dr. med. Siegfried Sänger (2mal); Simon Schauer; Siegfried Schottländer; Bernhard Sommer; Isidor Sternberg (2mal); Wilhelm Stettiner; Julius Uhlman; Marcel Weil; Leopold Wild. Sonstige Spenden: Albert und Ludwig Bach, Jahrzeitspende für neun Vereine; Willy Elsas, anl. des Todestags seines sei. Vaters für zwei Vereine; Moses Flegenheimer, f. zwei Vereine. Spenden, eingegangen bei den Vereinen: Israel. Frauenverein; Frau Betty Elsas; Moses Flegenheimer; Frau Adolf Kahl), Alexanderstr. 70, anl. des Geburtstages ihres verst. Kindes; Frau Berta Levi, Hol derlinstr. 31 a, anl. Jahrzeit; Frau Kommerzienrat Moritz Wolf. Israel. Fürsorgeamt: Frau Clara Edenfeld, zum Gedenken an ihren verst Gatten u. ihre verst. Tochter Frau Paula Ehrenbacher; Amtsrichter Dr. Ernst Einstein, Jahrzeitspende; Frau Clementine Grünwald, Jahrzeitspende; Louis Hirsch, Jahrzeitspende; N. N. (2mal); Sanitätsrat Dr. Ries. Israel. Kranken-Unterstützungs- Verein: Moses Flegenheimer; Gustav Gottschalk. Israel. Landes-Asyl- und Unterstützungs-Verein: Dr. med. Max Cramer; Moses Flegenheimer; Frau Gailinger; Brüder Gattmann; Adolf Gumbrich; Louis Heilbronner; Gebr. Heimann; Direktor Philipp Helbing; Heinrich Henoch; Theodor C. Hirsch; Firma Hirsch & Lichter; Arthur Hirschfeld; Wilhelm Jeitteles; Israel. Verlagsanstalt G. m. b. H.; Sigmund Kahn; Alfred Kiaschek; Hermann Kramer; A. & W. Levi; Gebr. Marx; Julius Scheuer; Ludwig Stern; Heinrich Strauß; Max Wolf; Martin Mayer, Basel; Jacob Victor, Heilbronn. Isr. Männer-Verein für Krankenpflege und Leichenbestattung : Moses Flegenheimer; Dr. Gustav Löwenstein, Jahrzeitspende. Reisekasse des „Stadtverbands Stuttgart des Jüd. Frauenbundes“: Dr. Rolf Eissinger; Luise Gutmann; Adolf Kops; Albert Landauer; Ludwig Marx; Dr. Edgar Oppenheimer; Hermann Schmidt; Gretel Schmidt; Dr. Max Stern; Dr. Ludwig Weil; Adolf Wolff; Dr. Ludwig Wollf. Verein zur Förderung des Handwerks und des Gartenbaus: Salomon Friedrich; Isr. Verlagsanstalt, Kostennachlaß; Dr. Gustav Löwenstein. Isr. Waisenu. Erziehungsanstalt „W ilhelmspflege“: April und Mai: Moses Adler, Edelfingen; David Bierig, Edelfingen; Isidor Blum; Frau Clara Edenfeld, anl. d. Todestage ihres Gatten u. ihrer Tochter Frau Ehrenbacher; Frau Frida Erlanger, Ulm, anl. d. Ablebens ihres Gatten; Moses Flegenheimer, anl. d. Ablebens seiner Gattin; Frau Mina Herz, zum fl. Mai; Dr. Gustav Löwenstein, Jahrzeitspende; Martin Mayer, Basel, anl. d. Ablebens seines Vaters Moses Mayer, Buchau: Hugo Moos, Ulm; Kaufhaus Schocken; Hugo u. Sofie Schorseh, Wiedenbrück; Ruth u. Julius Berthold Spier, Haigerlocfa, Purimsammlung; Jaeob Victor, Heilbronn. Dem Andenken von Walther Rathenau. Von Dr. Willy Cohn (Breslau). Das Tempo unserer Zeit ist Führern, die erst seit kurzem aus unserer Mitte entschwunden sind, nicht günstig. Die Jahre, die wir durchmachen, überstürzen sich derartig in ihren Ereignissen, daß das. was erst zeitlich wenig hinter uns liegt, schon völlig dem Gedächtnis entschwunden zu sein scheint. Wer spricht heute noch von W a 11 h e r Rathenuu, obwohl es am 24. Juni d. Js. erst zehn Jahre sein werden, daß er durch einen gewaltsamen Tod aus einem schuffensreichen Leben fortgenommen wurde? Was weiß im besonderen die neu herangewachsene Jugend von diesem Menschen, der, wie kaum ein anderer, in seinem Schicksal Deutsches und Jüdisches verband. Auf der Schule wird sie gewiß nicht viel von ihm erfahren: denn, wenn ein Jude Positives geleistet hat, so versucht man. darüber hinwegzugleiten. Vor allem erscheint ja auch die Versöhnungs¬ und Verständigungspolitik, wie sie von Rathenau eingeleitet, von Stresemann fortgeführt worden ist. doch noch so vielen in Deutschland als abwegig, daß man unmöglich an den Mann gern denken will, der sie begonnen hat. Für uns aber, deren staatsbürgerliches Dasein in diesen Zeitläuften wieder durchaus in Frage gestellt wird, die wir den alten schweren Judenkampf um unser Dasein noch einmal von Anfang an kämpfen müssen, ist eine Beschäftigung mit Rathenau tröstlich und deswegen geboten. Rathenau gehörte zu denjenigen Persönlichkeiten. die aus einem Hause stammten, das nur noch äußerlich mit dem Judentum verbunden war und das nur aus einem gewissen Trutzgefühl heraus den Weg des Abfalls nicht ging. Die Verfolgung aber und der Haß. der ihn umgab, hatten ihn, wie viele andere, zum Bewußtsein seines Judentums reifen lassen, und in dem Maße, wie er als Politiker litt, wuchs er in seinem Menschen- und Judentum. Kurze Worte des Gedenkens können unmöglich seinen ganzen Lebenslauf wieder entstehen lassen. Im Purpur war er geboren, d. h. in einem Hause, das schon in seiner Jugendzeit im Glanz des Erfolges lag. Emil Rathenau, der^ Vater, der Begründer der AEG., ein Fürst im Reiche der aufblühenden Industrie. Der Sohn, in diesem Elternhaus geboren, sorgfältigster Erziehung teilhaftig, aber schon in früher Jugend von dem Wunsche beseelt, nicht nur Kronprinz zu sein, nicht nur nach dem Vater gewertet zu werden. Für den technischen Beruf bestimmt, erwirbt er sich schon in jungen Jahren eigenes Ansehen, leitet selbständig Werke und verdient? r Lesezimmer mit Durchblick zum Eßraum Im Stuttgarter Jüd. Jugendheim r. .US' Entwurf: Kunstmaler Jgnatz Kaufmann sich den Eintritt in die große Gesellschaft, die der Vater gegründet hat. Aber in sei ner Entwicklung klii^gt etwas anderes mit. Die erste Generation der Wirtschaftsführer, das k überall in der Welt feststellen, ist durch gänzlich in dieser Wirtschaftsarbeit \ Rathenau, der Sohn, über denkt über dih schuft auch-nach anderer Seite hin nach, daß man nicht nur mit ihr Geld verdic man nicht nür durch sie zu Ansehen u kann, er legt sich auch die Frage vor, Wirtschaft des modernen Kapitalism Sinn hat. oder ob sie sich nicht eines T laufen wird. im' mau aus und hrankert. se Wirt Er sieht, »eil. daß ifsteigen ob diese üs einen ages tot- Heute ist die Feststellung eine Banal i wir uns am Krankenbette der gegen Wirtschaft befinden. Einer derjenigen. Diagnose schon frühzeitig gestellt hat. ther Rathenau. Er sah das große Ungl allem in der Mechanisierung der Mensch in seinem Buche „Zur M e ch a n i k d s t e s“ hat er sich über diese Dinge aus „Das erste, was geschieht und was muß. ist, daß die Welt sich ihrer seelische bewußt wird, daß sie aus der Benon dem Lärm und der Blendung ihrer nungen, Produktionen. Transporten un Stellungen aufatmet, um innere Stimme)! nehmen; daß sie die Dinge der Sec nimmt, ernster als ihre Tageswünsche als ihr täglich Brot.“ Walther Rathenau war im Grunde samer. Sein geistiges System fügte sl der großen Weltanschauungskreise ein. beiterschaft sah in ihm den Unterneh Klassenfeind, und die Unternehmer bet ihn mit Mißtrauen. Nach außen hin W kühl und ablehnend. Daß er das nicht weisen jene wundervollen „Briefe an bende“, die vor kurzer Zeit (Karl Reifet: lag, Dresden, 193t) erscheinen konnten, die Frau, an die sie gerichtet sind, ni lebt. Hier enthüllt sich ein Mensch in de Keuschheit seines Empfindens. Rathenai vorbildlich guter Sohn gewesen ist. hai ungeheuren Belastung, die ihm die Arbeit gab, zu der er sich verpflichtet fii Weg zur Ehe nicht gefunden. Aber es w. lieh nicht Gefühlsarmut, die ihn dazu ve ität. daß wiirtigen der die ar Wallt ck vor heit, und s Geielassen: geschehen n Armut menheit. 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