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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1932-06-01 · 5 (1.6.1932) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
IX (1932-1933)
Issue
5 (1.6.1932)
Date
1932-06-01
Page
[Seite] (sequence 7)
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»enden Ausführungen nahmen die aktuelle Frage der Erwerbstätigkeit der Frau und das Problem des Frauenberufs überhaupt ein. Die diesbezüglichen Anschauungen der Referentin waren eine entschiedene Bejahung des Frauenberufs und der sozialen und politischen Wirksamkeit der Frau überhaupt Manche Diskussionsredner machten ihre Einwände denn auch von dieser Seite geltend — im ganzen ergab aber auch die Aussprache eine Bejahung der vorgetragenen Anschauungen. Langanhaltender Beifall bewies die Dankbarkeit aller Hörer dafür, ein gesinnungstüchtiges und bestens orientierendes Referat gehört zu haben. — Am 17. Mai diskutierten GemeindepOeger Dr. Cohn und Redakteur Hans Ster n h e i ni über das Thema „Beruf und F r e i z e i t.“ Aus dem einleitenden Zwiegespräch entwickelte sich rasch eine lebhafte Aussprache, die in der Hauptsache zu analysieren versuchte, inwieweit auch heute die „Freizeit“ möglich und vor allein wie sie schöpferisch zu gestalten ist. W enn man aber aus den vielen vorgebrachten Meinungen überhaupt ein Fazit ziehen kann, so bestand es darin, daß sich die „Freizeit" nur unter individuellen Gesichtspunkten betrachten läßt, daß also auch der Träger eines durchaus mechanisierten Berufs seine freien Stunden im Sinne der Entwicklung seiner geistigen und seelischen Anlagen gestalten kann. — Stuttgart. Die Aelteren-Gruppe des Berthold Aurrbadi -Vereins machte an den Pfingsttagen eine Wanderung in den Schwarzwalcl zusammen mit dem Jüd. Jugendbutid Pforzheim und der Karlsruher und Mannheimer C.Y.- jugeyd. Bei herrlichem Wetter führte die Tour am ersten Tage nach Lauterbach. Ein wohlgelungener „Bunter Abend“, dessen vielseitiges Programm von den jungen Wanderern selbst best ritten wurde, einte die 65 Teilnehmer in vortrefflicher Stimmung. — Am zweiten Tag ging es in der Frühe wieder auf den I.angmarkskopf und von da unter fröhlichem Gesang zur Kreuzleshütte. wo man von den Mannheimer und Karlsruher Freunden Abschied nahm. Mit Wildbad wurde'das Ziel der herrlichen Wanderung erreicht. und nun ging es nach Hause. Stuttgart. Im Rahmen einer vom B e r t h o 1 d Auerhach-A'erein veranstalteten Jüdischen Schulungswoche sprach am 25., 25. und 26. Mai Dr. Georg Landauer vor einem höchst interessierten Hörerkreis. Der Referent behandelte am ersten Abend „Die geistige Situation der Juden in der gegenwärtigen Krise“ und letzte an den folgenden Abenden die „Probleme äus Wirtschaft und Politik des Palästinaaufbaus“ sowie die ideologischen Grundlagen zionistischer und kommunistischer Anschauungen dar. Wir werden über die Veranstaltung, die durch eine rege Diskussion ausgezeichnet war. noch näher berichten. Stuttgart. B e r t h o I d A u e r b a ch - V e r e i n. In der ersten Junihälfte endet das Programm des Berthold Auerbach-Vereins mit einem Gemütlichen Abend mit Tanz. Vorher findet noch ein Ausspracheabend statt, in dessen Mittelpunkt ein Referat von Rel.-Oberlehrer Jakob Jaffe über „Probleme moderner Erziehung" steht. Wir machen auf diese Veranstaltungen, ebenso auf die von Rabbiner Dr. Auerbach geleitete Freitagabend-Feier, besonders aufmerksam. (Siehe Anzeige Seite 58.) Stuttgart. Die Generalversammlung des „V e r-, eins jüdischer Handwerker Stuttgart“ fand am 21. Mai statt. Wir werden in unserer nächsten Nummer hierüber näher berichten. Stuttgart. Die Jahresversammlung des Württ. Landesverbands des Jüdischen Frauenbunds fand am 29. Mai statt. Ueber die harmonisch verlaufene Tagung folgt Bericht in nächster Nummer. Stuttgart. Wir verweisen unsere Leser auf die auf Seite 58 dieser Nummer veröffentlichte Mitteilung des Isr. Frauen Vereins betreffend die Leerung der Sammelküsschen. Stuttgart. Zu unserem in letzter Nummer veröffentlichten Bericht über die Sitzung des Isr. Vorsteheramts vom 4. Mai ist ergänzend nachzutragen, daß der Vorsitzende. Oskar Rothschild, dem langjährigen früheren Vorsitzenden des Israel. Vorsteheramts, Arthur E s s i n g e r, mit herzlichen Worten zu seinem vor kurzem stattgefundenen 75. Geburtstag gratulierte und ihm den Dank der Gemeinde für seine unermüdliche gemeinnützige Tätigkeit aussprach. Stuttgart. Moses Flegenheitner 70 Jahre alt. Mer den rastlos schaffensfrohen, immer Neues planenden Mann mit der ungebrochenen Energie und der sieghaften Lebensfreude kennt, wird es nicht glauben können, daß Moses Flegenheimer am 50. Mai in das biblische Greisenalter eingetreten ist. Wenn auch der Jubilar selbst durch den vor kurzem erfolgten jähen Tod der Gattin, mit der er 44 Jahre in glücklichster Ehe gelebt, in tiefste Trauer versetzt ist. so fühlten doch die Kreise, denen er einen wesentlichen Teil seiner Kraft und Zeit gewidmet hat. das Bedürfnis. dem Manne zu huldigen, der es wie wenige verstanden, sich aus eigener Kraft seinen Weg zu — 43 — bahnen und zum Segen vieler zu wirken. Moses Flegcnheimer ist in Hilsbach geboren und kam schon als kleines Kind nach Hall, wo er die Realschule besuchte. Nach den Lehrjahren in Mannheim machte er sich in Stuttgart 1884 in der Getreidebranche selbständig und verstand es sehr bald, seiner jungen Firma durch Tatkraft und Rechtlichkeit hohes Ansehen zu verschaffen. Diese Ehrenstellung fand ihren sichtbaren Ausdruck darin, daß er infolge seiner unerkannten Sach Verständigkeit und Lebenstüchtigkeit zum Vorstand der Stuttgarter Getreidebörse gewählt wurde. Flegenheimer ist der Typus des scharfäugigen Kaufmanns, der mit realem Blick sofort das Wesentliche erfaßt und mit Ruhe den rechten Weg zum Ziele wählt. Er hat dabei immer Zeit gefunden, sich den idealen Aufgaben der Gesamtheit zu widmen. Mit Dankbarkeit darf daran erinnert werden, daß er sich für zwei Wahlperioden dem Vorsteheramt der hiesigen Isr. Gemeinde zur Verfügung gestellt und auch an dieser Stelle als Mann des Friedens und der Tatkraft sich bewährt hat. Die sachgemäße Bepflanzung und Instandhaltung des Friedhofs auf der Prag ist ihm zu danken. Jahr zehnte wirkte er im Ausschuß des Isr. Männervereins für dessen soziale und religiöse Aufgaben. Es wurde deshalb aufrichtig bedaue rt, als er beide Ehrenämter niederlegte, da seine Gesundheit und seine Berufsarbeit ihm eine weitere Betätigung nicht mehr gestatteten. Aber auch seither hat Flegenheimer sein lebhaftes Interesse für seine Religionsgemeinschaft oft und gern geoffenbart. Es darf schließlich nicht vergessen werden, daß der Jubilar stets ein stiller Wohltäter der Armen gewesen ist. So vereinigte sich an seinem Geburtstag ein großer Kreis dankbarer Menschen, die mit seinen Anverwandten wünschten, daß ihm noch viele glückliche und gesunde Lebensjahre beschießen sein mögen. Stuttgart. Frau Berta Wolf M’we.. Schulstraße. zurzeit Frankfurt a. M„ durfte um 25. Mai ihren 70. Geburtstag feiern. Die geistig noch außerordentlich regsame Jubilarin ist als langjährige Inhaberin der bekannten Geflügelhandlung S. Wolf in der Schulstraße weiten Kreisen unserer Gemeinde bestens bekannt und hat durch ihr freundliches Wesen sich überall viele Freunde geworben. Wir sprechen Frau Berta Wolf unsere besten Wünsche aus. Buchau. Am 4. Juni besteht der Isr. P r i \ a t- Armen verein hundert Jahre. Aus diesem Anlaß wird eine synagogale Feier stattfinden. Näheres berichten wir in nächster Nummer. Haigerlodi. Ain 24. April fanden die Neuwahlen zum Vorsteheramt statt. Mit etwa neun Zehntel Jfite Säße gehören zur Behandlung Ins ^Modern eingerichtetes FuBpflegeinstitut^ aller abgegebenen Stimmen wurden die seitherigen Vorsteher — Vorsitzender Alfred Lcvi, Ludwig Rcutlinger, Albert Ullmann, Wilhelm Levi und Benno Wilhelm Weil — wiedergewählt. Am 1. Mai sprach im Jugendverein Moses | Thalmann aiis Pforzheim über das Thema | ,.F ragen, die uns heute interessiere n.“l Der Redner behandelte zunächst die wirtschaftliche Krise und suchte darzulegen, warum sich diese mit einer gewissen Notwendigkeit im jüdischen Menschenkreise besonders auswirken mußte. Er gab dann einen Einblick in die gei l stigen und religiösen Nöte unserer Zeit und( zeigte zum Schluß die Arbeit an den geistigen, Merten des Judentums und die Betätigung jiidi-i sehen Gemeinschaftsgefühls als Wege aus der Not. — Eine Aussprache schloß sich an. I Heilbronn. Der Tischtennisclub ,.Blau-M'oifl‘f veranstaltete anläßlich der Einweihung seine* neuen Spiellokales in der „Krone" einen Gemüti liehen Abend mit Tanz, der unter Anteilnahme zahlreicher, zum Teil auch auswärtiger Freunde einen harmonischen Verlauf nahm. Bei einer im April in Stuttgart stattgefundenen Versammlung, die von ca. 50 württembergisdie i Vereinen besucht wurde, gründete man einen württembergischen Tischtennis -Verband, zu dessen 1. Vorsitzenden einstimmig der Verstund des „Blau-Weiß“ ernannt wurde. Man hat damit die vorbildliche Arbeit des „Blau-Meil allerseits anerkannt und in der Person von S i f - m und Stobezki, Heilbronn, eine Kraft gefunden, die den Sport in weitesten Kreisen erfuhren und vorwärtsbringen wird. Innerhalb des Clubs zeigen die neugegründ •- ten Ausschüsse rege Tätigkeit. Die geplanten Turniere werden in allernächster Zeit -durcigeführt. Laupheim. Am 11. April 1902 wurde unser Glcnieindemitglied Gerbermeister Simon L. Strjin c r zum erstenmal zum Mitglied des Versteh« r- .amts gewählt und am 4. Mai zur ersten Sitzung des neuen Kollegiums zugezogen. Seit dieser Z >il steht Steiner mit an der Spitze der Gemeindeverwaltung und hat sich in diesen 50 Jahren in ganz hervorragender selbstloser Meise auf allen cftei&teoim- KUBZWABBN LZ SMnpfe, TrUMMMC Wauwarca ChCMCT a. Mario. UM. G. ROHRBACH Inh.: N. Habar« Ing. PaulinenstraBe Nr. 37 a / Talefon Nr. 3522 Asphaltiirungan Qartanwaga, Höfa und Einfahrtan Im Kaltaaphaltvarfahran Tapeten Linoleum, Wandspannstoffe Salubra, Tekko ADOLF FREIHARDT SOImaratr. 1 Hallbroaa a* N. - Talefon 929 JUWELIER tTOTZ ▼ Fleinerstr.33 Silber-Besteck i KONDITOREI / CAFEt Qcewet Bahnhofstr. 33 - Heilbronn Tel. 3602 Koffer Lederwaren Gefchcnkartikcl SAEPLÄ.'N^] / Kaiserflr. / Sehulgaffe Möbel 8talt»Uailfa IUQIN SCHWEIZER das Fachgeschäft für gute Uhran FlainarstraBa Nr. 44 Talephan Nr. 3017 nun ifer tfefratener strounf wird nach den aaaaetea Farmen amgenibeHat a. |<llrM ■■ Fabrtkpralsaa. Altes Material wird mit verwendet. Auch Harraahlta aad Zylinder. UlUIrlk, Heilkmi. 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