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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1932-05-16 · 4 (16.5.1932) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
IX (1932-1933)
Issue
4 (16.5.1932)
Date
1932-05-16
Page
[Seite] (sequence 5)
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(•weiH wohl kaum jemand außer den dortigen Bewohnern. Dieses „jüdische Theater“ — Schauspieler sind die Kinder der Israelitischen Volksschule — hatte kürzlich die ganze Gemeinde zu 4 einer Aufführung eingeladen, die sehr nett und J unterhaltsam war und Kindern wie Zuhörern I gleich große Freude machte. Erstaunlich, welch * vergnügliche Wirkungen hier mit allereinfachsten Mitteln erzielt wurden! Oberlehrer Berlin g e r hatte im Schulsaal mit Hilfe von Tischen, Landkarten und Teppichen eine richtige kleine Bühne aufgebaut, auf der alle Kinder „Hauptrollen“ spielen durften. Ilebels „Seltsames Rezept“ und ein jüdisches Stück „Der Zehnte“ (maaser) wurden gespielt, wobei es angenehm anfliel, daß die Zwiegespräche int Sinne der Arbeitsschule von den Kindern selbst erdacht und ge staltet wurden: hernach folgten noch einige Gedichte meist jüdischen Inhalts. Der lebhafte Beifall am Ende des umfangreichen Programms sollte den Kindern und hauptsächlich Oberlehrer ßerlinger zeigen, wie dankbar die Darbietungen von den Zuhörern ausgenommen wurden. Und die Buttenhäuser, die sonst recht wenig Abwechslung und Ablenkung haben, da es bei ihnen weder Kino, noch Koni zerte. noch Kabaretts gibt, freuen sich schon, bis s sie wieder Gelegenheit haben, bei den Kindern * ins „Theater" gehen zu können. Dort haben wohl alle erneut empfunden, wie schön, aber auch wie notwendig der innere Zusammenhalt der Ge- 5 meinde ist. insbesondere wenn man zumal in der heutigen Zeit in der Einsamkeit der „Rauhen Alb“ wohnt. Crailsheim. Am 23. April sprach im Rahmen eines Gemeindeabends Dr. med. Königsberfe r über „Rabbi Joselmann, kaisericher Befehlshaber der gesamten Judenheit De utschland s“. Der Referent entwarf eine hochinteressante Charakteristik Rabbi Joselmanns, schilderte sein großes Wissen, < seine tiefe Klugheit und sein unentwegtes Gottvertrauen. das ihn audi in düstersten Tagen nie verließ. Sein ganzes Leben lang stand ihm immer nur das Ziel vor Augen, seinen bedräng- * ten Glaubensgenossen zu helfen und für sie an den Höfen der Kaiser und Fürsten einzutreten. — ' Rabbi Joselmann stammte aus der Familie der - Loa ns, die in der jüdischen Geschichte bereits eine bedeutsame Rolle gespielt hatten. Ihr verdanken wir eine große Zahl von Geistesheroen der jüdischen Wissenschaft. Aus ihr entstammt auch Raschi, der hervorragendste Kommentator des gesamten jüdischen Schrifttums. Lebhafter Beifall dankte dem Redner für seine ausgezeichneten Ausführungen. Namens der Gemeinde zollte Sam Friedmann dem Referenten nochmals hohes Lob. Heilbronn. Viel zu früh für die Ihrigen und die Heilbronncr Gemeinde ist Frau Bezirksrabbiner Dr. Beermann am letzten Sabbath aus dem Leben geschieden. Bei ihrer Bestattung am Montag, den 9. Mai. offenbarte sich noch einmal die allgemeine Verehrung für die bescheidene, vornehme und echtreligiöse Frau, die viele Jahre hindurch den Vorsitz im Isr. Frauen verein geführt und an allen Wohlfahrtsbestrebungen ernsten tätigen Anteil genommen hat. Der Schwager der Verstorbenen, Rabbiner Dr. Caro, Köln, schilderte in seiner Gedächtnisrede die sympathischen Eigenschaften und das feinsinnige Wesen der Dahingeschiedenen, die in der dankbaren Erinnerung aller, die sie kannten und verehrten, fortleben wird. Laupheim. Auch in diesem Jahr fand auf Veranlassung des Isr. Frauenvereins eine Seder-Feier für die Schuljugend und den Jugendbund unter der bewährten Leitung von Lehrer Einstein statt. An der Feier nahmen sowohl die Eltern und Großeltern der Kinder als auch viele Gemeindemitglieder teil. Laupheim. Carl Lämmle, der unermüdliche Wohltäter und Förderer unserer Stadt und Kultusgemeinde, hat bei amerikanischen Freunden eine große Anzahl von Kleidungsstücken, Wäsche, Schuhwerk usw. gesammelt und diese Spende zur Verteilung an Bedürftige aller Kon-_ fessionen nach Laupheim gesandt. Laupheim. Am 8. Mai hielt das Isr. Vorsteheramt zu Ehren von 8. L. Steiner, der dem Kollegium nunmehr 30 Jahre angehört, eine Festsitzung ab. Der Oberrat hat dem um die Gemeinde Laupheim hochverdienten Jubilar in einem Schreiben seine Glückwünsche ausgesprochen. Oberdorf-Bopflngen. Im gesegneten Alter von 72 Jahren verschied am 3. Mai der allseits bekannte und hochgeachtete Kaufmann S a 11 y Pappenheimer. Stets einstimmig gewählt, gehörte er seit 21 Jahren ununterbrochen dem Vorsteheramt an. Seit zwei Jahren amtierte er als dessen Vorsitzender. Trotz seiner unermüdlichen Geschäftstätigkeit fand Sally Pappenheimer stets Zeit, für die jüdische Gemeinde klug und umsichtig zu wirken. Durch seinen tief religiösen Sinn, seine strenge Wahrhaftigkeit und nie .versagende Hilfsbereitschaft erwarb er sich höchstes Vertrauen. Lieberall wurde Pappenheimers gastliches Haus gerühmt. Als Ausschußmit- Sdes L.I.W. und zeitweiliges Mitglied der . Landesversammlung hat der Verstorbene — 33 — auch über die Grenzen seiner Heimatgemeinde hinaus segensreich gewirkt. Die Beerdigung des trefflichen Mannes gestaltete sich zu einer Trauerkundgebung, wie sie Oberdorf noch nie gesehen. Bezirksrabbiner Dr. Cohn, Ulm, widmete dem Entschlafenen einen tief empfundenen Nachruf; Dr. Henry L e p m a n rünmte Pappenheimers Wirken in der Landesversammlung, Oberlehrer Erleb u ch e r würdigte seine Verdienste um die jüdische Gemeinde Oberdorf-Bopfingen. Hermann Marx widmete dem entschlafenen Chef warme Abschiedsworte. — Das Andenken Sally Pappenheimers wird stets in hohen Ehren gehalten werden und gereicht zum Segen. Rottweil. Am 17. März fand im hiesigen Isr. Frauen verein eine Zusammenkunft statt, zu der sich die Mitglieder und deren Angehörigen fast vollzählig oineefunden hatten. Hermann Straßburger sprach über das Thema „EnthüllteTalmudzitat e“. Nachdem die Vorsitzende in ihrer Begrüßung ihrer Freude Ausdruck gegeben hatte, in dem Vortragenden den Sohn des Oberlehrers Straßburger begrüßen zu dürfen, begann derselbe mit seinem Vortrug. Er brachte in interessanter Weise Tulmud/itute zur Kenntnis, anlehnend an das Buch von Dr. Guttmann. Er zeigte, wie von antisemitischer Seite, diese Aussprüche entstellt werden, wie sie mit den Zeit Verhältnissen Zusammenhängen und wie sie erklärt werden müssen. Der Redner ermahnte die Anwesenden, sich bei Anfeindungen zu wehren, wozu aber das Wissen notwendig sei. Nachdem die Vorsitzende und der Vorstand der Gemeinde. Rechtsanwalt Singer, ihren Dank ausgesprochen hatten, setzte eine lebhafte Diskussion ein. an welcher sich stud. jur. Wolf und L. Burkhardt beteiligten. Es war ein sehr anregender Abend, und es ist zu wünschen, daß öfters derartige Themen zur Aussprache kommen. Schwöb. Gmünd. Am 28. April verstarb im Alter von erst 42 Jahren Frau Linotte II eimann tief betrauert von allen, die die immer hilfsbereite Frau kannten. Als Vorsitzende des Israel. Frauenvereins und eifriges Mitglied des Synagogenchors hat sich die Verstorbene um die Gemeinde große Verdienste erworben. Ihre mit einem ungewöhnlich hohen Interesse für geistige Dinge gepaarte Frohnatur brachte allen, mit denen Frau Linotte Heimann zusammenkam. wertvolle Anregungen; besonders auf musikalischem Gebiete — die Verstorbene war eine hervorragende Musikpädagogin — leistete Frau Heimann Außerordentliches. Ihr harmonisches Wesen fand auch in ihrem Familienleben besonders schönen Ausdruck. Die Gemeinde verliert in der Entschlafenen eine ihrer wertvollsten Persönlichkeiten, deren Andenken nie verlöschen wird. Vor der Ueberführung entwarf Bezirksrabbiner Dr. Tänzer nochmals ein Lebensbild der Entschlafenen, die unter großer Anteilnahme in Stuttgart zur ewigen Ruhe gebettet wurde. Hier widmete Stadtrabbiner Dr. Rierer der Verblichenen einen eindrucksvollen Nachruf. Talheim. Unter großer Anteilnahme aus allen Kreisen der Bevölkerung wurde unlängst Vorsteher Max Wertheimer im 76. Lebensjahre Qöppittgen HERMANN FRIT! Haue für moderne Beleuchtung u. Radi Hauptstraße 49 - Telefon 46f KONDITOREI UND CAFE Caxl £uipo£d TELEPHON Nr. 3518 zu Grabe getragen. In vorbildlicher Pflichterfüllung hat der Verstorbene seit 40 Jahren .unsere Gemeinde betreut und ihr alle seine Kräfte gewidmet. Oberlehrer Straus zeichnete in seiner Grabrede Max Wertheimer als unermüdlic len Arbeiter für das Wohl aller Gemeindemitglicder. Sein Andenken wird nie verlöschen. Talheim. Im Alter von 77 Jahren verstarb vor kurzem Moses Ma nasse, tiefbetrauert von allen, die den frommen und wohltätigen Manne kannten. Oberlehrer Straus ehrte den entschlafenen Gemeindegenossen. der viele ScHcksalsschläge mit vorbildlicher Gottergebenheit ertragen hat. durch einen warmherzigen Nad: ruf. Sein Andenken wird stets in hohen Ehren gehalten werden. Eine bedeutsame Erklärung des Zentrums. Der Vorsitzende der Deutschen- Zentrumspartei. Prälat Dr. Ludwig Kitas, gewährte unlängst einem Redakt onscertreter des „Israel. Familienblattes" eine Unterredung, in der er, von dem Journalisten über die Haltung des Zentrums zum deutschen Judentum befragt, folgende Erklärung abgab: | Seit seinem Bestehen, also seit über 60 Jahren, hat das Zentrum stets die Gleichberechtigung der Staatsangehörigen jüdischen Glaubens anerkannt und ist für deren Gleichstellung mit den übrigen Staatsangehörigen eingetreten. An dieser Auffassung hat sich nichts geändert und wird sich nichts ändern. Wenn man in Deutschland innerhalb gewisser politischer Lager den hemmungslosen Haß gegen das Judentum predigt Gewalttaten und Schmähungen duldet und mit weiteren Gewalttaten für die Zukunft droht so widerspricht eine solche Einstellung und Haltung aufs schärfste-unserer Weltanschauung. Das Gebot der Nächstenliebe erfaßt alle in gleicher Weise und kennt keinp Ausnahmen. Das Gefühl des Hasses gegen Angehörige einer anderen Rasse oder einer anderen Religion hat im Christentum keinen Platz. Auf Grund dieser aus unserer christlichen Weltanschauung erwachsenen Gesinnung treten wir den Beschimpfungen der deutschen Juden, lilma. T>. Alben Cramer, Ulm Lk KuiftarDerd n. ekem Wasduuufall Plttizgosse 15 / Fernruf 2981 Annahmestelle: lese Milnui, NeatentrMc 14 parterre Conditoeei und Cafi | ^j^iacLeüe., a. Inh.« T. Detter, Langest». 20 empfiehlt steh einem geehrten PubUkJum -.L" _ . .--—--!- Nckm-Apaück« 1 AnjNSNjCjfsl Allopettte, HemSopatUe 8 GroBee g SpeslaUttttea-Lager Jj Fernsprecher Nr. 22M | Juttas Frey Malermeister OlM P.DMM Fischergasse 27 Fernruf Nr. 3047 Kauft bei asm Insereilea! Geschenke f. jede Gelegenheit bai Sdirllder r WEINRESTAURANT, CAF£ u. CONDITOREr^ Himextr ULM a. D., Bahnhofstr. 3 3 Minuten vom Bahnhof J Mamatadaa u Hermann Wietzen Utas / PriMMttrala S1 -1-J "■ »• - c » «».«•-»-II-V iwom o. jwfipoti iif*moann-ninRim»j •mpfichü Blumen nriede OcfepenAeft pmnend - Bitte beechie» Sie die «iheedeetter -- Dia modarnsta u. ralchhaltlgata Auswahl In Theater- und Augengläser Anden Sie In den Verkaufsräumen der Firma Emil Vogel, Ulm, C. SOndsrhaufs Nacht. Sattlsrgasss 7, Farnaprach'ar Nr. MSB QaedittemUlüll Hauptwachplatz Moderne Innendekorat ec « on

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