Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- IX (1932-1933)
- Issue
- 3 (1.5.1932)
- Date
- 1932-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
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Skktra ■apttalaalag« l» | EMlplnOrkfei littltf'Hrpoflickcii wkammumdiU Siegmund Weit ttart, mm “ 29344/49 iil»-, ,l>-, Kritik, welche dir Einrichtung dos ,I»^> iidii, im, > hervorgertifon. Kr schildert demgegenüber dir sparsame und sorgfältige Steuergeharun.:: (Irr Gemeinde. «rillte eingespurte Iebersdiüsse /tir Senkung drr GtMiieindosteuor und /um Vnkuuf des nrurn Friedhofterrains verwendet hat. ' In drr Mitteilung von Louis II i tollt iiltrr den W ohltätigkeitsgeist innerhalb drr jüdischen Gemeinde interessierte besonders .nult der Hinweis darauf. daß von unseren Glaubensgenossen »ei es aus l Tikomitnis. sei es .ui' fal'di angebrachter Scham höchst selten dir hiesigen niihtjiidischen Hilfsorganisationen in Anspruch grnoiiinteii wurden: er betonte insbesondere die ihm gegenüber ausgesprochene jeder/eitigo Bereitw illigkeit, in geeigneten Fällen Hilfe /u leisten. Hans S t e r u It e i nt wünschte einen lebhafteren Kontakt /wischen Norsteheramt und Gemeinde, \orsteher Weil erwiderte. ■ lall die Teilnahme au den öffentlichen Sitzungen des Vorsteheramtes wie au den Veranstaltungen des .Gemeindevereins stets verschwindend gering gewesen. Zu dieser Frage alliierten sich Schwarz- '»hilcl. Kohn. Osterberg und Burgheimer. Nachdem Ludwig Stern und Joseph Burgheimer zu Kassenprüfern gewählt worden, schloß der Vorsitzende die V ersammlung mit dem Dank an die Erschienenen und mit der Mahnung, für die Aufgaben des Münnervereins überall werbend ein- /utreten. Stuttgart. In der am 24. April stattgehabten O r d c n t I i ih e n Mitgliederversammlung des J ü d i s ih e n Sihwf sternheims erstattete der Vorstand Dr. Alfred G II n z e tili a u se i den Bericht über das abgelaufene Vereinsjahr. der trotz eines Betriebsmangels von 3||ti.6l MM. als durchaus günstig bezeichnet werden muß. Dies ist mit in erster Linie der hervorragenden finan/wirtschaftlichen Tätigkeit des Kassiers Direktor Gu.mbcl zu verdanken, der es verstunden hat. durch geschickt gewählte Anlagen den Verein vor größeren Kursverlusten zu bewahren. Allerdings, das muß besonders betont werden, hat der Verein durch Rückgang der Beitrage von Korporationen und Kinzelmitgliedern. der Pflrgegelder und Spenden erhebliche Ausfälle erlitten, was den Blick in die Zukunft trübt. Die auf das äußerste eingeschränkten Ausgaben erlaulren keine weiteren Einsparungen. der Pen- -ionsfonds für die Schwestern vertrügt keine Kürzung, denn immer muß ein besonderes Vugennierk des V erw ultungsrates darauf gerichtet sein, den Schwestern nach jahrzehntelangem arbeits- und opferreichem Wirken einen sorgenfleien Lebensabend zu sichern. Im Berichtsjahr wurden geleistet: Von zehn Schwestern 2851 Besuche bei I >4 Kranken, und zwar 262b Ihm 112 Juden darunter 1332 bei 64 armen Juden). 223 Besuche bei 22 Nichtjuden 'darunter 93 bei 18 armen Nichtjuden). 2012 halbe Pflegetage Ihm 83 Kranken, und zwar 1606 halbe Pflegetage bei 81 Juden (darunter 277 bei 15 armen Juden). 406 Pflegetage bei 4 .Nichtjuden (darunter 7 bei I armen Nichtjuden). 32 Pflege gesuchtmußten leider abgelehnt werden. Der Appell an die Opferwilligkeit der Mitglieder und weiterer jüdischen Kreise sollte angesichts der hervorragenden Leistungen der Schwestern, die liesondezs auch bei der nichtjüdisihen Bevölkerung große Anerkennung finden. nicht wirkungslos verhallen. Der Vorsitzende brachte auch ein freundliches Dankschreiben des Bürgermeisters Dr. Klein für die L'ebersendung des Jahresberichtes zur Vorlesung und durfte des vom Bürgermeisteramt dem Heim stets gezeigten Wohlwollens gedenken. Der vom Kassier erstattete Betriebsbericht löste allgemeine Befriedigung aus und gab Rechtsanwalt Dr. Krlanger Veranlassung, warme Dankesworte der Leitung, besonders dem Vor stand und Kassier, zu widmen. Auch der Schwester Oberin und allen Schwestern galt sein Dank für ihre ersprießliche Tätigkeit. Einige von Louis Hirsch und Dr. Erlanger gestellte An fragen fanden durch den Vorsitzenden, den stelle. Vorsitzenden. Max Wolf, und den Kassier befriedigende Antwort. Im Jüdischen Schwesternheini dürfen wir eine Krönung der Liebestätigkeit der Württemberg! sehen Judenheit sehen. Möge es ihm auch weiterhin nie an opferwilligen Förderern fehlen, auf daß sein segensreiches Walten sich allezeit ergießen könne über alle, die seiner Hilfe bedürfen. M. O. Stuttgart. Bcrthold A u e rba eh - V > rei n. \m 12. April sprach vor zahlreicher Hörerschaft — 24 — Gustav S e ck b a ih in hochinteressanter W eise über „O e s 11 i ch e s J u d e n t u m". Der Redner gab zuerst ein Bild von der religiösen Situation unserer Glaubensgenossen im Osten, zeigte an Hand einer feinsinnigen Charakteristik des östlichen ..Lernens“ und Betens durch Arnold Zweig die großen seelischen l’ntersihiede zwischen Ost- und Wcstjudentum auf und schilderte dann nach einer Darstellung der Jeschiwoths die religiöse* Struktur der östlichen Juden, deren chassidische und misnagdische Gruppen heute der ...Vgudas Isracl“-Verband eint. .— Von besonderem Interesse waren Seckbuchs Ausführungen Abrafcams Tod über das jüdische Schulwerk im Osten, das heute 70 Prozent aller jüdischen Kinder in Polen eine religiöse Erziehung vermittelt. Auch die Schilderung der sozialen Verhältnisse im jüdischen Osten fesselte aufs stärkste. — Dem Redner wurde für seine wertvollen Ausführungen dankbarer Beifall gespendet. Fine Aussprache schloß sich an. VI a x G e 11 h o r n ‘ sprach am 19. April über -Zeitgenössische Musi k“. An Hand von ausgewählten Schallplatten vermittelte der Referent seinen aufmerksam lauschenden Hörern ein Bild von der Entwicklung unserer modernen Musik und verstand es besonders, das Charakteristische der einzelnen Kompositionen klar und prägnant darzustellen, ln der Einleitung seines Vortrags gab Gellhorn eine Lebersicht über die verschiedenen Gruppen unserer zeitgenössischen Komponisten, beginnend mit Gustav Mahler und endend mif Kurt Weilt. Im Anschluß an das Referat. das starken Beifall fand, debattierte ein kleiner Kreis in angeregter Weise über atonale* Musik. Stuttgart. Wir verweisen auf die nächsten Veranstaltungen des B e r t h o I d A ii e r b a ch-Ve reins, die auf Seite 22 dieser Nummer näher a ii gekündigt werden. Stuttgart Die F u ß b a I I in u n n s th u f t der Sportabteilung des Jüd. Jugendrings kämpft mit großem Erfolg; ist es ihr doch gelungen, von den bisher ausgetragenen Spielen sieben zu gewinnen — eine höchst beachtliche sportliche Leistung. Auf dem Sportplatz des Turnerbunds Cannstatt findet jeden Sonntag, vormittags 10 Uhr. Leichtathletik-, Hand- und Fußball-Training statt. Auch auf das Hallentraining — jeden Mittwoch- Abend in der Schlofiturnhalle sei besonders hingewiesen. Stuttgart. Der Verein Jüd. L e Ii r h a u s veranstaltet am 8. Mai einen Vortragsabend mit Frau Dr. Margarete Susinan. Frankfurt a. .VI.. die über ..Judentum und Frau in unserer Zeit" sprechen wird. Die Rednerin ist durch ihre publizistische Wirksamkeit und ihre Arbeit auf dem Gebiete der jüdischen Frauenliewegung in weiten Kreisen bekannt geworden. Man darf also ihrem Vortrag mit Spannung entgegenschen. Siehe Anzeige Seite 22. Stuttgart. M ir verweisen auf die auf Seite 22 dieser Nummer veröffentlichte Aufforderung des I s r. F r a u e n v e r e i ii s an seine Mitglieder, noch rückständige Mitgliedsbeiträge baldigst einzubezahlen. Stuttgart. Am Sonntag, den 17. April, vollendete Frau Sofie F u l d Wwe. in voller Frische ihr 75. Lebensjahr. Die Angehörigen und Freunde der Jubilarin wetteiferten, der trefflichen und tiefreligiösen Frau ihre Verehrung und Liebe an diesem läge kundzutun. Im Aufträge des Rabbiuates und des. Oberrates sprach der Stadtrabbiner Frau Fuld die herzlichsten Glück- und Segenswünsche für ihr ferneres Leben und den Dank der Religionsgemeinschaft für ihre fromme Wirksamkeit aus. TAPETEN - LINOLEUM VORHÄNGE.GARDINEN HIENERWADEL STUTTGART BÜCHSENSTRASSE 26 B FERNRUF29506 Cannstatt. J. G e r s 11 e , Alleininhaber der Mechanischen Zwirnerei Cannstatt in Cannstatt, vollendete vor kurzem sein 70. Lebensjahr. Das Unternehmen wurde um I. Juni 1868 als Strickganvfabrik und Strumpf- und Garngeschäft gegründet. Unter der persönlichen Leitung des Jubilars hat sich die Firma zu einer der bedeutendsten ihrer Branche entwickelt. Mögen dein Jubilar noch viele Jahre uneingeschränkter M irksamkeit beschjeden sein! Schwäb. Gmünd. Im reich gesegneten Alter von 83 Jahren verstarb Frau Ernestine Meth, Mutter des Gemeindevorstehers Alfred Meth. Eine gottesfürchtige Frau aus der guten alten Zeit ist mit der Verklärten dahingegangen. In ihrem früheren Wirkungskreis Königshütte bekleidete sie viele Jahre die Stelle der Vorstandsdame im dortigen Isr. Frauenverein und übte auf dem Gebiete sozialer Wohlfahrt viele nachahmenswerte Werke. Auch sie hat. wie so manche jüdische Mutter, einen hoffnungsvollen Sohn im Weltkrieg verloren. Es war ihr noch vergönnt, die Synagoge in Gmünd mit einzuweihen, ein Werk, das ihrem Sohne alle Ehre machte und auf das sie jederzeit stolz war. Vor einer zahlreichen Trauergemeinde aus allen Kreisen der Stadt würdigte ihr Enkel, Kantor G r ü n f e 1 d aus Baden-Baden, die großen Verdienste der Entschlafenen und dankte ihr für alles Gute, das die Edle auf ihrer langen Lebensbahn geschaffen hat. Bei der in Stuttgart erfolgten Beisetzung widmete Stadtrabbiner Dr. R i e - ger der heimgegangenen frommen Frau einen tiefempfundenen Nachruf. Ehrenhaft hat sie gelebt und ehrenvoll wird ihr Andenken sein. Heilbronn. Der Isr. Wohltätigkeitsverein hielt am 9. April seine Generalversammlung ab. Der Vorsitzende, Religionsoberlehrer Krämer, erstattete den Geschäftsbericht und wies besonders auf das 75jährige Bestehen des Vereins hin. Karl Kirdiheimer erstattete den Kassenbericht, aus dem hervorging, daß wesentliche Beiträge an den Wohlfahrtsring und den Armenunterstützungsverein gewährt wurden. Der gegenwärtige Vermögensstand beträgt ca. 12 000 RM. An der Aussprache beteiligten sich die Herren Dr. Beermann, Flegenheimer und Steckelmache r. In den Neuwahlen wurde der gesamte Ausschuß durch Zuruf wieder gewählt. Heilbronn. Der Israel. Wohltätigkeitsverein beging im Sabbathgottesdienst vom 23. April sein 75jähriges Jubiläum in schlichter und würdiger Weise. Rabbiner Dr. Beermann hielt eine ergreifende Festpredigt unter Zugrundelegung des Hafthara-Satzes „Ich gebe meinen Geist in euer Herz, auf daß ihr lebet!“ Vor 75 Jahren war es die ideale Begeisterung eines wackeren Mannes, dessen Name heute noch in der Gemeinde einen guten Klang hat welche die Chevra ins Leben rief: Liebmann Strauß. Heute steht an der Spitze des Vereins Rel.-Oberlehrer K rä m e r, dessen Pflichteifer für eine treue Fortsetzung dieses Liebeswerkes bürgt. Dreifach ist die Aufgabe, die das Wirken der Chevra kennzeichnen: der Besuch der Kranken, der Liebesdienst an den Verklärten und die Veranstaltung der Gottesdienste im Trauerhaus. Der Verein sorgt im einzelnen für die Pflege der Kranken durch Verpflichtung der hiesigen barmherzigen Schwestern, kostenlose Gewährung der Arzneimittel, Bestellen der Aerzte und finanzielle Hilfe für Bedürftige. Bei Sterbefällen mühen sich die Mitglieder in vorbildlicher Weise um die Toten. Lernvorträge im Trauerhaus werden von der Chevra veranstaltet, um Trost in die jüdischen Häuser, die vom Leid heimgesucht sind, zu bringen. Diese Liebesdienste legen beredtes Zeugnis ab von dem edlen Geist der Männer, die den Verein seit seiner Gründung geführt haben und demselben angehörten. Ganz besonders sind auch die früheren Vorstände des Vereins — Louis Reis, Karl Kern und Albert Scheuer — zu erwähnen, die in jahrzehntelanger aufopfernder Weise im Sinne der Chevra wirkten. Mögen auch unter der jetzigen Leitung diese Werke wahrer Nächstenliebe zum Segen der Gemeinde immer geübt werden und die vergangenen 75 Jahre Ansporn für die weitere Entwicklung der hiesigen Chevra sein! Ulm. Am Sabbath, den 16. April, fand anläßlich des 75. Stiftungstages des Israelitischen BiOX-UmAZAHNPASTA L dl« richtig«, «I« macht dl« ZlhiM bl««d«nd w«tl and t>«s«1tlgt Ma«dg«fach, spritzt nicht, tat hochkonzentriert, dnher so sparsam. Kl«ln« Tab« SO Pfg. Max Elb Dresden