Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- IX (1932-1933)
- Issue
- 2 (16.4.1932)
- Date
- 1932-04-16
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- [Seite] (sequence 1)
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GemetndeZettung för Me ffraelittfi&en «Semeinften WüettemveegS i SilMHiill: emschUrBUch ®**«Uc«l6 H&rlUt 5 MC, halbiLdrllch 2S0 MC ■CnCilidfcrliA 1.2S MC Ciaxbnamn 25 9tii<5«cfraaiQ Pv«<t»<k e»»1»: 382 5» QfMctmt MMMliW HKiMl «aM. «. 16. Verlag: gsraelltlsche DerlagSaustalt G. m. b. H. Serasvr. 23338 * Stuttgart * Kaseraeaftr. 13 Scbriftleituag: Stadtrabbtuer Dr. Rteger, Stuttgart. X i ) ( I I c i » r c i i: 6ic einspaltige ÜRoaportiUnalt 30 Neichchpfennig ÄMchlagfeiten tmb DorzugsplLtze »ach Tarif. Aatmkrnanzeigeo «L klein« Anzeigen bie-Kleinzeil« 20 Rei^gpfennig. Reklamezeile 1^0 JIM Hei Wteberdrlaaaea Bcraiafllaaa« ix. 3oArflQBB_etttttflort> ie. 3lyrl» 1932_3frr« 2 Amtl. ^Eekafuttmacfumqen. Isr. Gemeindevorsteheramt Stuttgart. Ihren Austritt aus der Israelitischen Religionsgemeinschaft haben erklärt: Leon Reis, Kaufmann, Alte Weinsteige >8; Fritz Rieser, Kaufmann, Zuffenhausen, Wörthstraße 39. Bericht des Isr. Fürsorgeamts Stuttgart über die Monate Januar, Februar, Marz 1932. Sprechstunden der Fürsorgerin: Sonntag, Montag, Dienslo ^n 10-12 Uhr tag, Donnerstag, Freitag | , Mittwoch nachm, von 3—3 Uhr Kleiderausgabe: nur Dienstag nachm, von 3—4 Uhr Das Israel. Fürsorgeamt hat in den Monaten Januar, Februar, Mürz 1932 unter Mitwirkung der angeschlossenen Wohltätigkeitsvereine für unten genannte Zwecke folgende Beträge zur Verteilung gebracht: Laufende Unterstützungen . . . RM. 3 724.37 Einmalige Unterstützungen . . . RM. 2 498.12 Gesundheitsu. Erholungsfürsorge RM. 297.79 Altersfürsorge.RM. 730.— Jugendfürsorge.RM. 902.74 Winterfürsorge.RM. 1 220.38 Wanderfürsorge.RM. 1 002.76 Der Sprechstundenbesuch umfaßte 900 Beratungen: im Außendienst wurden 122 Besuche bei Familien und Behörden gemacht. Spenden im März: Gebr. Marx, Jahrzeitspende; San.-Rat Dr. Ries, Pessachspende; Frau B. Rosenfeld, anl. des Hinscheidens ihrer Tochter. SPENDEN Mftrz 1932 Spenden, eingegangen bei der Israel. Gemcindepflege: Abraham Birnbaum, anl. der Verlobung seiner Tochter Berti, für Bikur Cholim, Durehreisenelenverein und Fürsorgeamt; Dr. Dreifuß, Dresden, anl. Erkrankung seines Vaters; Vorsteher Arthur Essinger, anl. s. 73. Geburtstages, für Stuttgart- Loge; Durchreisendenverein u. L.J.W.; Ferdinand Richheimer, anl. s. 30. Geburtstages für Asyl und Waisenhaus. Anläßlich des Aufrufens zur Thora: Otto Bamberger; Salomon Berlinger; Dr. Martin Cohn (2mal); Hugo Davidsohn; Karl Ellenberg; Ludwig Epstein; Vorsteher Arthur Essinger; Fritz Gattmann; Julius Gattmann; Bernhard Grünfeld; Adolf Gumbrich; Jakob Gutstein; Heinrich Henoch; Arno Herz; Adolf Hirschheimer; Hans Jaffe; Rel.-Oberl. Jakob Jaffe; Leopold Kahn (2mal); Carl Kauffmann, Kanonenweg: Synagogenverw. Bernhard Krämer; Hermann Kramer; Albert Levi; Josef Levi, Kanonenweg; Richard Levi; Wilhelm Levi, Hermannstr. (4mal); Paul Lichter; Max Mayer, Tübingerstr.; Paul Mayer; Justin Neumann; Hermann Rosenfeld (2mal); Max Schorsch, anl. Silberhochzeit; Julius Simon; Isidor Sternberg (2mal); Landgerichtsrat Gustav Stößel; Marcel Weil. Arthur Essinger-Stiftung:- Vorsteher Arthur Essinger; Heinrich Henoch; Moritz Löwenstein; Ludwig Neumann; Artur Saenger; Isidor Steruberg. Spenden, eingegangen bei den Vereinen: Israel. Frauenverein: Frau Johanna Hcnle, Giiiisheidestr.: Isr. Verlagsanstalt G. m. b. 11.; Frau Kommerzienrat Moritz Wolf. Israel. Laudes-Asyl- und Unterstützungs-Verein : Bernhard Eisinger, Marseille: Theodor C. Hirsch; Moritz Israel, Heilbronn: Rechtsanwalt Mayer I, Heilbronn. Israel. Ortsarmenverein: Heijirich Löwenthal: Kaufhaus Schocken. Das 3est dec TtlüUec! Ein Vorspruch zum Pesachfeste. Iii tiefernster Sinngebung nennen die Weisen in Israel das Pesuch das Fest der Mütter: ..l in seiner fr» in in e n (Mütter willen ist Israel aus A e g >\ p t e n erlöst worden." Die Männer wuren in Aegypten verkümmerte Tretskluven der Arbeit geworden, miide Fatalisten. Iin öden Singsang und Glcichklaug der Fron war ihr Willen erlahmt, ihre Tatkraft erstorben. Sogar ein Amrum nahm widerstandslos das Schicksal auf sich, (lull sein Sohn sterben sollte. Als Mose den ägyptischen Fronxogt gezüchtigt. stunden die Männer zitternd abseits: Als er die Botschaft der Erlösung gekündet, ..hörten sie nicht auf ihn. weil ihre Seelen verengt und unter der Fron erdrückt waren“. Anders die jüdischen Frauen in Aegypten! Sie hatten sich ihren Lebensmut, ihre Lebenskraft bewahrt (2. Mose I. 19). Jocfiebed rettet ihr Kind und erzieht es zifm Erlöser Israels. ..Um seiner frommen Mütter willen ist Israel aus Aegypten erlöst worden.“ Die Gegenwart gleicht in mancher Hinsicht den Schicksalstagen Israels in Aegypten. Die Alten wissen zu berichten, (lall die Männer in Israel, als der Blutbefehl ergangen, die Knaben der Israeliten zu töten, sich von ihren Frauen getrennt. W as sollten ihnen noch Kinder, die doch ein trostloses Dasein erwartete? Was hatte es für einen Sinn, daß ihnen Knaben geboren wurden. die dann elend im Nil sterben mußten? Im besten Fall wuchsen sie zu armseligen Ziegelarbeitern heran, zu Sklaven des Pharao! Was würde das Geschick ihrer Töchter werden? War es du nicht besser, ganz auf das Glück des Kindes zu x erziciiten. statt sie in ein Juinmerdusein zu rufen? Da waren es die Frauen in Aegypten, die ihre Männer Gottvertruiien lehrten, gläubiges Hoffen auf bessere läge. So wurde Mose, der Erlöser, in Amrums Haus geboren — „um seiner frommen Mütter willen ist Israel aus Aegypten erlöst worden". Wer diese ulte Erzählung liest, glaubt sich in die Gegenwart xersetzt. Die Angst xor dem Kinde ist ein Gcgenwurtsfuktor geworden. Auch heute fehlen die Menschen nicht, die ihren Kindern den Lebenskampf ersparen möchten und darum ganz auf das Kind verzichten. Gewiß ist der Lebenskampf heute hart — vielleicht werden es unsere Kinder einmal schxxerer haben als wir es gehabt haben. Trotzdem ist es an der Zeit, daß die Ausspruche über das Recht auf das Kind uns einer Angelegenheit der Statistik zu einer Frage des Gewissens wird. Die wirtschaftlichen, sozialen, gesundheitlichen und psychologischen Begründungen der Kinderlosigkeit in Ehren! Aber außer ihnen allen gibt es seelische Faktoren. die über allen logisdien Motivierungen stehen. Eine Zeit, die keinen Seele nruum für das Kind anerkennt, verzichtet auf das Leben und wählt den Freitod. W ir grübeln und rechnen zu An unsece £esec! Am 1. April war die Abonnemebtgebühr für die Zeit vom 1. April 1932 bis 31. März 1933 in der Höhe von RM. 51— fällig. Wir richten nun an alle unseije Lesör, welche den Abonnementbetrag, in den auch die Zustellungsgebühr einbegriffen ist, noch nicht bezahlt haben, j die düngende. Jbitie, uns unverzügl. in den Besitz djer Abonnementgebühr zu setzen. Wir tragen den Zeilverhältnissen gerne Rechnung und nehmen ‘.^Jahresraten (RM. ^.50) und i/4 Jahresraten (RM. 1.25) entgegen. Wie litten nochmals, durch prompte Überweisung auf-unser Postscheckkonto Stuttgart 36258 uns den zeitraubenden Einzug bei)den einzelnen Lesern zu ersparen. Jsr. Verlagsanstalt G. m. b. H. Stuttgart, Kasernenstr. 13 z Postscheck 36258 -viel und haben unter den langen Zahlenreihen den Glauben an das Leben begrapen. Ohne diesen Glauben gibt _c> aber kcincii Aufstieg, keinen Fortschritt, keine Zukunft, jedes Kind ist ein neuer Bürge für die Zukunft.lein Träger neuer schöpferischer Kraft, ein Fakthr des ringenden siegenden Lebens. Mit jedem Kinde wird \ ergangenheit überwunden und Zukunft zugerüstet. Jedes Kind ist eine Offenbarung des Kommenden, des Werdenden, des exxlig Zukünftigen. Dadurch ist ein Kind ein Mittel gegen die Vergreisung und Lebensverengung. I er stärkste Altruismus bleibt die Liebe der Mutter, die Sorge des \atcrs für das Kind. Olm ' das Kind erstarrt das Herz im Egoismus. Dem kinderlosen oder gar kindcrfeiudlithcn Menschen ..fehlt die Kinderstube" mit ihrem Reichtum an c rzichlichcn Werten, das Gegenxxartsglück und die Zukunft-- hoffnting. die mit jedem Kinde neu geboren xxird. Gerade eine Katastrophenzeit eine Zeit des wirtschaftlichen und |xditischen X edergangs. verlangt heroische Mütter und glüu »ige \üter die in ihrem Kinde die Zukunft bereiten. Im alten Judentum galt der Grumhutz: ..Allehängt xon der Flau uh" (Midrasch Geil. Ruhhn 17. 3). Während die* .Männer oft xxeltabgewandt über dem Talmud grübelnd saßen, wußten die Frauen die Forderung des Tages z i erfüllen. Stillschweigend war das Regiment des Hauses auf sie übergegangen. Das Kind entfremdete aber die jüdische Frau nicht dem Bert fe und der Betätigung in der Oeffentlichkeit. Män lese das Tagebuch de r Glückei xon Hameln oder die Geschichte der Frau Kuuilu in Heching n. um die ideale Verbindung xon Berufst reue und Mütterlichkeit im Judentum der Vorzeit zu begreifen. Es ist die Krisis der modernen jüdischen Frau, daß sie diese Verbindung ablehnt: (lief Frau will im Berufe aufgehen. Die heutige Wirtschaftsform hat die Frau in das Berufsleben eingegliedert. Persönlichkeit sw ille mul Geltulngsbedürfnis haben diese Eingliederung gefördert. Sie gehört zu den Tatsachen der Gegenwart. Aber diese* Einordnung darf die Fruu ihrer Mütterlichkeit nicht entfremden. Gewiß soll sie dem. Gatten die* „gleichberechtigte* Mitarbeiterin" (I. Mose 2. 18) sein, aber zugleich auch ..die tragende Säule* des Hauses" (Psalm 113. 9). Sie war die geschäftstüchtige Frau. ..auf die sich der Mann verlassen durfte" (Sprüche 31J ||). aber BICOC-ULTRA -ZAHNPAS TA % dl« richtig«, »I» macht di« Zähn« blandend weit und basaltig! Mundgaruch, spritzt nicht. Ist hochkonzantrlart, dahar so sparsam. Klalna Tuba 90 Pfg. Max Elb Ai-Q. Orasdan