Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- VIII (1931-1932)
- Issue
- 22 (16.2.1932)
- Date
- 1932-02-16
- Page
- [Seite] (sequence 5)
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Cannstatt. Am Denkmul B t* r t h o I d A u e r - buchs in den Cannstattc-r Kuranlagon versanimcltcn sich am Vormittag des 7. Februur einige Ausschußmitgliedcr des Berthold Auerbach-Yereins. um dem Dichter, dessen 50. Todestag sicii um 8. Februar jährte. durch die; Niederlegung eines Lorbeerkranzes zu ehren. Zu der schlichten Feierstunde wuren die Vorsteher Terdili u n d Maver und Leopold S t r u u ß soxx ie Mitglieder des Berthold Auerbach-Vereins erschienen. Mit tiefgefühlten Worten gedachte der V orstand des Berthold Auerbach-Vereins. Rodukteur II a n s S t e r n h e i nt. des Dichters, der Zeit seines Lebens mit seiner schwäbischen Heimat billigst xerblinden war und sich einen Ehrenplatz im deutschen Dichter«ald erworben hat. Seine Ansprache klung in der Hoffnung aus, dali endlich im deutschen Volke der konfessionelle Friede, für den Berthold Auerbach so vorbildlich gewirkt, eintreten. und dali das von tiefer Heimatliebe erfüllte Werk des Dichters stets ein leuchtendes Beispiel deutscher und jüdischer Verbundenheit bleiben möge. Auf den in den wiirttembergischen l.undesfurlien gehaltenen Schleifen des Lorbeerkrunz.es. den der Redner anschließend am Denkmal niederlegte. stand: ..Berthold A u e r b a ch . (I e in Deutschen und Juden, zum Gedenken! Der Berthold V u e r b u ch - Verein S t u 11 g n r t." Crailsheim. Am 50. Januar hielt Dr. mcd. VI. K ö li i g s h e r g e r im Rühmen eines Geme.incleabends ein ausgezeichnetes Referat über ..Die Medizin im T u I m u d und bei den alten Jude n“. Der Redner verstand cs durch »eine hervorragende- Kenntnis der medizinischen Wissenschaft und des jüdischen Schrifttums, -eine Hörer aufs stärkste zu fesseln. Mit interessanten W orten verbreitete er sich über den Stand der altbiblischen Medizin in ihrer Verbindung mit der Suggestivkraft der priesterlichcn Persönlichkeiten im alten Juda. So niedrig die damalige Medizin zu bewerten sei. so bedeutsam sei die durch das Judentum in die Welt gelangte Hygiene. Diese sei ein Zeichen dafür, daß auch damals Menschen von hoher geistiger Artung existiert haben, deren Ideen es verdienten, »tueliert und auch der Jugend zugänglich gemacht zu werden. Namens des V orsteherumts dankte Be r t h o I d Stein dein Referenten, der für seine Ausführungen stürmischen Beifall geerntet hatte. Im Anschluß kamen dann noch einige Gemeindeangelegenheiten — Friedhoferweiterung und Verkürzung des Gottesdienstes zur Besprechung. Crailsheim. Der I s r. F r u u e n \ e r e i n hielt am Sonntag, den 31. Januar, seine* jährliche Pteil u r v c r s a in in I ii n g ab. die einen harmoni- -thon Verlauf nahm. Frau Pauline Kohn «o\x ie Frau Selma Stein x ersehen wiederum gemeinsam die Vorstandschaft. Eßlingen. Die hiesige Ortsgruppe des Cent r a I - V e r e i n s veranstaltete um 30. Januar eine Versammlung, in der Dr. Gustav Feldmann. Stuttgart, über ..Unsere heutige Lage“ sprach, ln seinem fesselnden Vortrag -et/.te sich der Redner mit den Vorwürfen auseinander, die heute gegen die jüdische Gemeinschaft erhoben werden. Diese Vorwürfe, so führteder Redner aus. haben manchmal einen xxahren Kern — durch riesenhafte Uebertreibung und Verallgemeinerung entsteht aber ein Zerrbild des Juden und seiner Wirksamkeit. Demgegenüber stellte der Redner die Verdienste und positiven Seiten der Juden heraus, über die man Bescheid wissen muß. um unberechtigte Angriffe ulixxehren zu könne n. An den Vortrag schloß sich eine rege Aussprüche an. an der sich die Herren R o t h s ch i I d. Kuhn. B I a n d o und Weil beteiligten. Mit herzlichen Dankesworten an den Referenten schloß der Vorsitzende der Ortsgruppe. Leopold Moses, die interessante Versammlung. Haigerloch. Im xergangenen Monat hielten die Vereine der Gemeinde ihre Generalversammlungen ab. Den Anfang machte der jüdische Gesangverein ,.L i c d e r k r a n z“. Er ist im Laufe der letzten Zeit zahlenmäßig etwas zurückgegangen, hat aber durch die Veranstaltungen des verflossenen Jahres aufs neue seine ungeschwächte Leistungsfähigkeit bewiesen. — Der „J U d. G e s ch i ch t s - und Literaturv ereilt" konnte auf eine Anzahl Neuanschaffungen für seine stark in Anspruch genommene Bücherei hinweisen. ferner auf vier Vortragsabende, die er gemeinsam mit anderen Vereinen der Gemeinde veranstaltet hat. — Der ,.J u - gen d verein“ hat an Mitgliederzahl etwas verloren. Dafür arbeitet er regelmäßiger und eifriger als im xorletzten Jahre. Zur Schulung der jüngeren Mitglieder werden diese neuerdings zu kleineren Referaten herangezogen — Der ..Jüdische Frauc-nverein“ hat im verflossenen Jahre reichlich Gelegenheit gehabt Armen und besonders Kranken seine Hilfe zuzuwenden. Dank einer im Verc-insjuhr erfolgten Aufwertung konnte sein Fonds trotz aller Aufwendungen vergrößert xx erden. — Als letzter Verein hielt die Ortsgruppe des R.j.F. ihre Jahresversammlung ab. Eine Ermäßigung der Beiträge erwies sich hier wie auch bei einigen — 249 - anderen Vereinen unumgänglich. Die Vurstuudschaften aller Vereine wurden wiedergewählt. Im F r a ii e n x e re i n sprach der Vorsitzende der Gemeinde. Alfred Lc-vi. über „Die* F rau ii n d das B ii r g e r I i ch e G e s e t z. - b ii ch“. Fine rege Aussprache zeigte, daß der Referent das Interesse seiner Ziihüreriiinen gefunden hatte. Ileilhronn. Mau schreibt uns: der I i s eilte ii n i s - S p o r t hat ai^ch im neuen Jaliri-durch die rege Tätigkeit des „T.T.C. B I ii u - VV e i ß“ gesteigerte Anziehungskraft auf das Publikum ansgeübt. Unter sehr großer Beteiligung der Zuschauer fanden bereits im Monat Januar zxxei Turniere statt. Der umsichtigen Leitung des Clubs gelang es. den Repräsentanten des xxiirttembergischen Tischtennissports „R ot-Wei ß“- Stuttgart. mit dem bekannten I. o e xx e ii d a h I an der Spitze, zu xerpflichten. Die hohe Niederlage unseres Clubs (12 :3) zeigte die große Ueberlegenheit des Gastes, wenn auch viele Kämpfe erst mit dem fünften Satz knapp entschieden wurden. Wenige Tage später trafen wir auf unseren starken Nachbarvereiii ..Sch xx ub e n“-Sontlieim u. N. mit seinen guten Spitzenspielern. Ein Unentschieden 7 :7 bewies, daß die Heilbronner Spieler zähe Kämpfe lieferten. Es. Lauphc-im. Die Jah res x c rsa in m I u ng des F r u ii e n v e r e i ii s fand am 51. Januar unter Anwesenheit fast aller Mitglieder statt. Auch die Vorstandsdamen des l inier-V ereins hatten sich, wie alljährlich, dazu eiiigefundeii. Die Vorsitzende begrüßte {lic Anwesenden und erstattete anschließend den Tätigkeitsbericht. Die Fanny Steiner-Stiftung, deren Kapital durch die Inflation xernichtet xxurde. wertete der Verein aus eigenen Mitteln auf und gewährt«-aus ihr jungen Leuten kleine Beiträge zur Berufsausbildung. Sonstige Unterstützungen werden jetzt x»u allen V «-reinen im Gegensatz zu früher g e in eins a m gewährt. Die Mitglieder erhalten durch Vortrüge geistige Anregung. Es sprachen bisher Frau Else B «-r g m a ii ii und fand. phil. VV u I I a ch. Weitere Veraustaltiingc-n sind in Aussicht genommen. Der Verein betrachtet es nach wie vor als seine Aufgabe, der Schuljugend die religiösen Feste eindrucksxoll zu gestalten. So sorgte er für die Veranstaltung eines Seiler-Abends, die- Errichtung einer Sukkoh. das Arrangement einer Chanukka-Feier usxx. Der Verein hat auch eine Pfiindsummliing eingerichtet und beteiligt sich an dem gleichen, von der Stadt begründeten Liebcswerke. Die- Rechnc-rin. Frau H «- u m u n ii. erstattete sodann den Kassenbericht, die Schriftführerin. T rau Kauf in a n n. verlas das Protokoll. Beiden Frauen wurde für ihre gewissenhafte Mitarbeit gedankt. -- Frau Bergmann sprach dann noch Sichere Kapitalanlage Im | «•Idplaiifertdai FclUHdBiHflKkai bat JlaHkcoMMcuuüte ttuatart. Sieqmund a. TMM 181 /45 über verschiedene erweiterte Aufgaben des Jüdischen Frauenbundes und fordertezurl Unterstützung derselben auf. 1 Iiii Ziisauiinenhung mit der Plenarversammlung hatte der V erein aus Anlaß des zehnjährigen Bestehens der J ü d i s ch e n Kinderhijfe — nunmehr Zentral-Nähstube genannt eine Verlosung veranstaltet, um für diese Wohlfuhrtseinrichtiing einen Fonds zu schaffen. Fs kamen über 2<X) V c-Hosungsgegc-iistände zusammen alles Gaben der Mitglieder. Frauen und .V ädehen der Nähstube soxx'ie auswärtiger Freund?. So verlief die Jahresversammlung stiinhiungsxoll und angeregt, was die Vorsitzende* zum Schluß mit Dankesworten zum Vusdruck brachte. Ludwigsburg. Mit dem Ablauf des ulten ist unser Geineindemitglied Fabrikant E I s a s . ans dem Gemeinderut ausgeschie len, du er wohl aus Altersgründen, zur Wieder«; nicht mehr zur Verfügung gestellt hatte, der das dienstiilteste Mitglied des Gemei gewesen ist. wurde schon 1005 in den Itiirgerj ausschuß gewählt und sodann 1010 in dm Ge meinderat berufen, dem er also 21 Jahre hindurch angehört hat. Diesem Umstand ist es wohl Jah res Vf u x hl sich Elsas nderuts , auch initzuxerdanken. daß all die Jahre hindurh zwi scheu den Konfessionen hier ein gutes Verhältnis bestund. Es ist sehr erfreulich und zeugt von seiner Wertschätzung, daß Elsas m nmehr zum Mitglied der Handelskammer Stuttgart gewählt worden ist. Möge er auch hier-ebenso erfolgreich wirken! j Tübingen. Am 25. Januar hielt die hiesige Ortsgruppe des C cn t r u I - V m-ins eine gut besuchte Mitgliederversammlung ab. Der stellx ertretende Vorsitzende. Re chtsanwalt Dr. Katz. leitete die Versammlung und erstattete den Tätigkeitsbericht. Mit Erfolg hat der Ausschuß in der ubgeluiifenen Periode sich in der Abwehr betätigt. Dr. Katz forderte die Mitglieder auf. treu zum C'entral-Vert-in zu stehen. — Oberlehrer VV o ch e n m u r k erstattete den Hassen bericht, aus dem hervorging, daß der Beitrags eingung zwar zurückgegangeii. die Mitglieder zahl aber gestiegen ist. Die anschließenden Wahlen e rgaben dij- Wiederwahl des bisherigen Ausschusses: llechtsa uw alt l)r. II a x u m I (I. Vorsitzender), techtsuuxxalt l)r.-Katz (2. V ersitzender und Pchrift- 'Ulm a. D. Albert Cramer Ulm a.D. PktiiUM 25 - Telefon 2981 Komtlärberel a. dien Wascb-Amtall Tadellos« Arbeit! KBrseste Lieferfrist) Fachkundige Bedienest t Abholung and Lieferung anf Anruf kostenlos. Conditovet und Caf<£ j <^2iixde£e., a. <2l. " —.v. -"-nuua Inb.: T. 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