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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1932-01-16 · 20 (16.1.1932) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
VIII (1931-1932)
Issue
20 (16.1.1932)
Date
1932-01-16
Page
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An diesem Unterricht, der im Gemeindehaus erteilt wird, können nur Mädchen, die das 14. Lebensjahr vollendet haben, teilnehmen. Anmeldungen zu diesem Unterricht werden in der Gemcindepflege, Hospitalstr. 36, vormittags von 9—12 Uhr und nachmittags von 3—3 Uhr entgegengenommen. Dr. Rieger. . SPENDEN Dezember 1931 Spenden, eingegangen bei der Israel. Gemeindepflege: Verlag Max Osterberg & Co., aus Max Osterbergs Kalendersammlung für sieben Vereine. Anl&fflich des Aufrufen» zur Thora: Rel.-Oberl. Leo Adler (2mal); Hermann Apt: Otto Bambcrger; Adolf Baruch: Samuel Ebstein (2mal); Julius Einstein; Ludwig Einstein; Simon Einstein: Karl Ellenberg: Walter J. Engländer: Alfred Eppstein; Vorsteher Arthur Essinger: Julius Essinger: Max Gundeliinger, Cannstatt: Jakob Gutstein; Ludwig Haas; Heinrich Henoch (2mal); Max Jacobs; Rel.-Oberl. Jakob Jaffe; Joseph Jude»; Isidor Karlsruher (anl. d. Gefalle- ■en-Gedenkfeier); Simon Krautkopf: Albert Levi, Hermannstr. (2mal); Joseph Levi, Kanonenweg: Leopold Levi; Wilhelm Levi, Hermannstr.; Moritz Lieblich; Heinrich Löwenthal: Rudolf Marx, Reinsburgstr.; Paul Mayer, Lindenspürstr.; Max Merzbacher: Adolf Metzger: Justin Neumann: Ludwig Neumann (3mal); Hermann Rosenfeld; Sigmund Rothschild, Cannstatt; Siegfried Schottländer; Josef Schwarzschild; Julius Simon: Julius Stern: Moritz Strauß; Julius Uhlman (2mal); David Wälder u. Sohn; Jakob Weil!; Marcel Weil: Moritz Wildmann: Emil Wolf, Cannstatt: Ignatz Ziegler. Anläßlich der Hundertjahrfeier des Oberrats: Amtsrichter Dr. Ernst Einstein; Rechtsanwalt Dr. Alfred Gunzenhauser: Louis Hirsch; Ministerialrat Dr. Otto Hirsch; Leopold Levi; Stadtrabbiner Dr. Rieger; Julius Rothschild, Marienstraße 30: Konsul Max Straus; Vorsteher Eduard Weil. Spenden, eingegangen bei den Vereinen: Brautausstattungs-Verein : Aus der Isak Schochen-Stiftung; Frau Lina Gerstle: Frau Oberkirchenrat Dr. J. Kroner. ■ Israel. Frauenverein: Frau Fritz Benario; Dr. Gustav Loewenstein; Frl. Sophie Oppenheimer: Frau Komm. Rat Rosa Wolf. Isr. Männer -Verein für Krankenpflege und Leiche n bestatt u ng: Aus Max Osterbergs kalcudcrsamniliing: Adolf und Paula Kolm, anl. ihrer Silbernen Hochzeit. Spenden für das Isr. Fürsorgdamf: V .V. Jahrzeitspende: N. V. z.u Chanukka: Konsul Edgar Pich: V V (2mal); Landgerichtsrat Walter Richheimcr: Frau Bertha Rosehfeld, zu Chanukka: Leo Rosenleid, zu Chanukka. Martin Buber über „Jeremia, ein Künder für unsere Zeit“. Jeremia Aus den Bibelholzschnitten des Stuttgarter Malers Hermann Fechenbach Murtiu Buber hat in Stuttgart eine treue Gemeinde. die sich stets vollzählig eiiifindet. zumal wenn er die Behandlung eines Themas ansagt. das auf einen großen Interessentenkreis rechnen darf. Im letzten Jahre ist seine feinsinnige L't-borsetz.ung des Propheten Jeremia erschienen. Aus der \ertiefung in Jeremias Weist ümc-r sind die beiden Vorträge entstunden, in denen er die zeitlose Bedeutung dieses Propheten durtun wollte. In dem ersten Vortrag, verunstaltet vom Jüdischen l.ehrhuus. der am Samstag, den 9. Januar, gehalten wurde, sprach Buber vom Leben und der Botschaft Jeremias auf Grund der tagebuchartigen Aufzeichnungen des alten Propheten. Er ging von der Frage aus. was ein Prophet sei. Er beantwortete sie dahin, daß der Propliet ..auf die Lm kehrenden hin“ gesprochen hat. Seine- Zukunftsverheißung ist in die Entscheidung der Menschen gestellt, an die er sich wendet. Die Katastrophe, die er voraussagt, ist von der Wegwahl abhängig, welche die Menschen einschlugen werden. So ist der Prophet Künder des von den Menschen selbst gewählten Schicksals. In der Tätigkeit des Jeremia sind drei Perioden z.u unterscheiden. In der ersten warnt er Israel, sich in das weltpolitische Geschehen einzumischen. Er fühlt den kommenden -tun», die nahende Katastrophe, voran er ist nicht nur zum Propheten Israels. Welten- -. Denn sondern v irk-amkeit ullt in Jeru auch zum Künder den \\ c-lt-tümmen und Königreichen -einer Zeit berufen worden. I»i Periodeerfüllt die Jahre 627 (>22. Die zweite- Zeit seiner Pretphete-nw ist eins Zeitalter des Josia. der eien K snle-in neu zentralisiert, den Götzene ie-n-t abgeschafft und so scheinliar eine lU-femi der Umkehr eingelcitct hat. die aber in Wirklichkeit den politische» Neben-inn erfüllen sollte: die l.o-lö-ung vein A — v rie-n. Im Kampf mit Acgvp- ><-„ fällt Josia. und mit -einem Nach folget Jojakim beginnt die zweite- Redeperiode des Propheten um eins Jahr <>e>t und seine \ erfeilgiing durch den König. Seine Rede gegen de u l'empcl. in eh r er Israels Zusammenbruch vyjLaussugt. stellt ihn in Gegensatz zu den herrschenden Kreisen -eine- \olkes. Er elurchleielet das furchtbare Prophetenschicksal, ungchürt z.u bleiben. Er sieht die Weitenlsthertlting -greifbar vor Augen. Er weiß, daß Israels Sein oder Nichtsein am seiner Entschließung abhängt, und muß glciihsam mit gebundene» Händen danahende Unheil schauen. Die dritte- Periode in Jeremias Wirk-jümkcit ist das Zeitalter Zedekias. 397 ist Jojachim als Rebell nach Babylonien geführt worden. /.|-dekia ist sein Nachfolger von Babylons Gnadein. In die einzelnen Phasen der letzten läge Israels greift aus Wort Jeremias ein. Der König und das Volk brechen das Verspreche» der F'reilassu ng. das sieden Sklaven gegeben. Jetzt weiß Jeiemia. daß das Schicksal Israels besiegelt ist. Der Eidbruch ist gleichsam seine Entscheidung zur Sünde gewesen. Und über das zerstörte Jerusalem tönt das Klagelied des Jeremia. Geduljas Statthalterschaft und sein Mord sind nur eine Epj-ode nach dem Zusammenbruch Jerusalems. Jeiemia und sein Sekretär Baruch ziehen mit den Flüchtlingen nach Aegypten, liier verliert sich die Spur des Propheten. Die knapp und eindringlich erzählte l.ebensgeschichte des Propheten belebte der Redner durch eingestreute Bibelworte aus seinen Reden. Er schuf so in seinen Hörern ein plast sches Bild des Jeremia und mit ihm die Grundlagefür seinen zweiten Vortrag, der die Fruge beantworten sollte, was das Ewige, das Bleibende, das für unsere Zeit Bedeutsame am Leben und M it*, keil des Propheten ist. v * <• Unfer diesjähriger, großer Inventur- A ||Oi ip|« l« o WW"f / beginnt Samstag,16. Jan.vorm.<9.30 # derfelbe bringt Große Beßände in Stoffen Mer Art u. fertiger Bekleidung,stTümModeren für Hamen, junge MSddten und Kinder Radikale Preisherabsetzungen! Preise bllllS wie nodi nie! QuttlAlcn betfnrerfli «.liil wie immer! Hanke & Kurtz STUTTGART Aönigstr. SOI52

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