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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1931-12-16 · 18 (16.12.1931) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
VIII (1931-1932)
Issue
18 (16.12.1931)
Date
1931-12-16
Page
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schäftsleitung der Deutsdicn Bank und Disconto- Gesellschaft un diesem Tage zuteil wurden. Auch an die überaus dankenswerte Wirksamkeit des Jubilars in verschiedenen jüdischen Organisationen unserer Gemeinde darf bei dieser (Jelegenheit erinnert werden. So begleitet Felix Sontheimer seit Jahren im Israel. Landesasyl- und Unterstützungsverein das Amt des Kassiers, und im Israel. Ortsarmenverein das Amt des 2. Vorsitzenden und Schriftführers mit höchster Gewissenhaftigkeit. Auch in anderen nichtiüdischen Organisationen werden sein Rat und Weit . blick hoch geschätzt. W ir wünschen dem Jubilar, dessen ausgezeichnete Beiträge in unserer..Gemeindezeitung' stets das Interesse unseres Leserkreises gefunden, hüben, noch \iele Jahre tatkräftigen Wirkens. Stuttgart. Man schreibt uns: Alle, die dauernd oder vorübergehend Erholung suchen, seien auf das vom Münchner jüdischen Frauenbund gegründete Israelitische Erholungsheim Wolfratshausen im Isartal bei München hingewiesen. Zu kurzem oder ganzjährigem Aufenthalt bietet das vorbildlich eingerichtete Heim in schönster Lage beste Gelegenheit. Die Verpflegung ist streng rituell. Der Pensionspreis für fünf Mahlzeiten beträgt RM. 4 — bis 6.— pro Tag. Prospekte vermittelt Frau Carola Neu. M U n ch e n . Hohcu/» Iler nplutz I I. Stuttgart. Im Oktober fand im Kunstgebäude eine Bildnisausstellung sämtlicher Württemberg! selten Künstler statt. Hierbei wurde für die Sammlung des Württ. Kunstvereins ein Bild des Kunstmalers Hermann Fechenbadi. betitelt „S e 1 b s 11» i I d n i s mit Fra u". angekauft. Cannstatt. Im zweiten Vortragsabend des 1 s r. F r u u e n \ e r e i n s sprach Dr. med. Enge » K a u f f in a n n über ..Die hebräische Sprache im Lichte der Sprachfors ch u n g“. ’ Der Vortragende, ein besonderer Kenner der semitischen Sprachen, namentlich aber der hebräischen, gab in leicht verständlicher Fassung den Zuhörern ein Bild von der Entstehung der hebräischen Sprache und ihrer Verwandtschaft mit den Sprachen des vorderen Orients, namentlich der pnönizischen. arabischen und chaldäisdien. Aber auch über die Weiterentwicklung des Hebräischen als Kultsprache gab der Vortragende interessante Aufschlüsse. Dem Redner wurde reicher Beifall gezollt. Eine kurze Aussprache schloß sich seinen Ausführungen an. Eßlingen. Chanukkufeier in der lsr. Waisen- und Erziehungsanstalt. Man muß einmal eine solche Feier erlebt haben, um ihren großen Reiz zu begreifen. Sie setzt sich aus zwei Teilen zusammen: im ersten sind die Kinder die Schenkenden, im zweiten die Beschenkten. Die Empfänger im ersten Teil sind die zahlreich anwesenden Freunde und Gönner der Anstalt, die mit großem Interesse die bunte Reihe der aus Deklamation. Gesang, Tanz und auch einem kleinen Theaterspiel bestehenden Darbietungen verfolgen. Ganz besonders entzücken die Kleinen und Kleinsten als ..Puppenmütterchen" und im Spiel: „Der Postillon*. Bei den Deklamationen ist vor allem die vorzügliche Aussprache bemerkenswert, auf die allem Anschein nach besonderes Gewicht gelegt wird. Gesanglich. musikalisch und auf dein Gebiet des Turnens und der Gymnastik wurde Ausgezeichnetes geleistet, wofür den Schülern wie auch den I-ehrern höchste Anerkennung zu zollen ist. Man kann ohne Uebertreibung feststellen, daß die Anwesenden von den Darbietungen überrascht und begeistert waren, und es ist sicher kein Fehlschluß. wenn man von dem im Spiel Gesehenen auch auf die Arbeitsleistungen schließt. Noch größer aber war die Begeisterung der Kinder, als sie nach einer inhaltsreichen Ansprache des Vorstandes. Landgerichtsdirektor a. D. Ludwig Stern, beschert wurden. Diese glückstrahlenden Gesichter muß man gesehen I haben: die leuchtenden Augen dankten mehr als das geflüsterte „Danke schön". Den Gaben merkte man an. daß sie mit Bedacht ausgewählt waren, daß jedes einzelne der Kinder seinen Lieblingswunsch erfüllt sah. Man verließ das Haus mit stolzer Freude: ln Eßlingen sind Direktor. Lehrer und Kinder eine große Familie . in der einer dem anderen gerne Liebes und Gutes tut. Es ist ein guter Boden da oben auf luftiger Höhe: edler Samen wird gestreut, aus dem mit Gottes Hilfe edles Tun erwächst. Von den Zöglingen des Waisenhauses kann unserem Empfinden nach mit bestem Recht gesagt werden: sie haben eine gute Kinderstube. Dafür kann nicht oft und nicht warm genug dem Leiter der Anstalt, Direktor R o t h s ob i 1 d , und seinen bewahrten Mitarbeitern gedankt werden. Dies soll hiermit auch im Zusammenhang mit der so schön verlaufenen Chanukkafeier von Herzen geschehen. M. O. Freudental. Am 8. Dezember verschied Frl. Auguste Marx an den Folgen eines kurz vorher erlittenen Unglüdcsfalles im 77. Lebensjahre. Der ebenso fleißigen wie bescheidenen Frau wird in unserer immer mehr zusammenschmelzenden Gemeinde stets ein treues Andenken bewahrt bleiben. Göppingen. Der Jtt'd. Jugendbund veranstaltete am 6.Dezember eine Chanukka- - 219 - f e i e r zu der die Gemeinde recht zahlreich erschienen war. Die Leitung lag in den bewährten Händen von Frau Rohrbacher, die zusammen mit ihrem Gatten das Programm aufgestellt und einstudiert hatte. Nach dem Entzünden der Chanukkalichter sang der Jugendchor unter Leitung von Siegfried R o h rb a ch e r das „Mouus zur". Hierauf hieß Helmut Krämer die Anwesenden willkommen und dankte für die reichen Spenden, die dem Bund zuteil geworden waren. Besonders herzlichen Dank sprach er Herrn und Frau Rohrlmcher für ihre überaus große Mühe aus. Non den nun folgenden Aufführungen seien liier nur einige lieruusgcgriffcn. Etwas ganz Reizvolles war das Schattenspiel, oder besser gesagt. der „Tonfilm". Man hatte auch nur erstklassige „Stars" verpflichtet. Und erst der Puppenladen! Siegfried Rohrbacher hat eine fabelhafte Idee gehabt, als er das Stück schrieb. Das dazu von Werner Böhm entworfene und gemalte Bühnenbild w ar ganz dem Inhalt angepaßt. Ein richtiges Kasperletheater durfte natürlich auch nicht fehlen! Das Schönste des Abends war sicher das Schulstück. Da gab's eigentlich nichts zum „Schauspielern". Man fühlte, daß sämtliche Darsteller ihre Rollen ganz erfaßt und erlebt hatten. Der Beifall, den das Stück erntete, zwang die Autorin. Frau Rohrbacher, auf die Bühne, wo ihr mit Blumen gedankt wurde. Zum Schlüsse zeigten noch fünf greise Akrobaten trotz ihres hohen Alters „Wege zur Kraft und Schönheit". Nach der Aufführung wurden noch die Kinder beschenkt. Mit Spiel und allerlei Kurzweil vergnügte sich alt und jung noch recht lange. Allen hat es gefallen, und der Jugendbund hat mit seiner Chanukkufeier anerkennenden Beifall erhalten. Heilbronn. F ür die Fi r w e r b s I o s e n s p e i - s ii n g des R e i ch s h u u d e s j ii tl. F r o n t s o I - d a I e ii veranstaltete um 19. November der Syn a g o g e ii ch o r ein W o Ii I t ä t i g k e i t s k o nzert. das in allen Kreisen großen Anklang gefunden hat und sowohl von christlicher wie auch jüdischer Seite sehr starken Besuch aufzuweisen hatte. Unter den Besuchern sah man Vertreter der Stadt, des Oberamts und eine große Zahl von Lehrern der höheren Schulen sowie die Vertreter der Presse. Das Programm brachte in geschickter Zusammenstellung vorwiegend synagogale Gesänge, die der Chor in überraschend guter Form zur Aufführung brachte. Als Solisten stellten sich eine Reihe anerkannter heimischer Kräfte in den Dienst der guten Suche, von denen wir un erster Stelle Frau Hedwig Kuhn hervorheben: ihre herrliche Stimme kam besonders, in den biblischen Liedern von Dvorak und in den Sopran solis „Thoras" und ..llunediciiiodim“ zur Gel- ' Slegmund Wb|I HECH1NQEN , TÜBINGEN / 3IQMAJUNQMN in* u. aual. Wertpapiere / Einlagen un g&nst. Zlnsafltzen / Industrie-Kredit* / Hypotheken tung. Letztere beiden Werke waren mit dem „Gebet" von Mehul auch choristische Höhepunkte. Unsere beiden Kantoren, die Herren J. K r ä m e r und K. Kuhn waren ebenfalls solistjsch tätig; erste rer in einem prächtig gesungener! Baritonsolo „Tal" für gemischten Chor und Orgel von Kirchner und dem 96. Psalm von Müller-Hartung: Kurl Kahn sang klangschön den 23. Psalm für Tenor. Harfe und Orgel von List. Einen Glanzpunkt des Programms bildete das Harfensolo von Frau Else R y p i n s k i. „Legende“ vpn Zabel. Der Dirigent des Synagogenchors. Kirchlenmusikdirektor A. Köhler, zeigte sich in einigem Orgelvorträgen (Toccata und F uge von Bach und Andante von Diene!) als Meister; auch als Komponist („Jubilate“ und „llunechemodin'T ist ihm hohes Lob zu spenden. Die Orgelbegleitung der Chöre lug in den bewährten ITahpen von L . B i e d e r in a n n. j Wie wir bereits erwähnten, wies das! Konzert einen sehr starken Besuch auf. so daß der finanzielle Erfolg ein guter gewesen sein dürfte. Heilbronn. Der Gesellige Verein „Einklang" ließ es sich auch heuer nicht nehmen, söine Mitglieder um 5. Dezember durch eine Chanukka- Unter li u 11 u n g zu erfreuen. Diel Herren \\ o I f jr„ 11 e r m u n n Kern und E. Rosenstein trugen durch-rezitatorische undj gesangliche Darbietungen zum guten Gelin cen des Abends bei. Die Jugend huldigte bis zui Mitte rnachtstunde froh dem Tanze. Ludwigsburg. Vor kurzem hielt der Israel. Frau e u v e rein seine Mitgliederversammlung ab. die von nahezu 40 Frauen besucht war. Die Vorsitzende. Frau Fanny Elsas erstattete den Tätigkeitsbericht, aus dem hervorging, daß die Vereinsmitglieder ihre sozialen Pflichten immer ernst genommen haben, insbesondere auch bezüglich der Kleidersammlung und der Nähstube. Den Kassenbericht erstatte :e Frau 11 e n r i e 11 e O p p e n h e i in e r. Als Delegierte bei der Göppinger Tagung des Jüdischen Frauenbundes vermittelte F rau Selma WeFtheini e r einen interessanten Bericht und gab in ihm mancherlei wertvolle Anregungen. Oehringen. Einen schweren Verlust etlitt unsere* Gemeinde durch das plötzliche, allzufrühe Hinscheidcn von Frau Cilli Rothschild, dßr 'Ulma.2). Albert Cramcr Ulm a. D. Plataflasse 15 - Telefon 2981 Kmutlflrberef 0. (Sem. Vanh-lmtall Tadellos« Arbeit I Kfirzest« Lieferfrist! Fadikaadlge Bodleaaagl Abboluag aad Liefervag aat Aarat kostealos. 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