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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1931-12-16 · 18 (16.12.1931) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
VIII (1931-1932)
Issue
18 (16.12.1931)
Date
1931-12-16
Page
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Rechnung der Israelitischen /eiitralkasse für das Rechnungsjahr 1928 erstattet Gump-Llni. Die .011 ihm » orgcschlugc ne Entlastung des Oherrats -wird angenommen. Der Norschlag. daß für den Abgeordneten Dr. ii e r I i n f e r . der die \ er-ammluns verlassen muH. de»»en zufällig auw«Sender Stellvertreter I >r. k .1 li n - Mergentheim eintreten soll, wird ab gelehnt. Auf Autiag Dr. Ha» um» beschließt die Landes- ir-.iiiiMilung. den 1"'iii.iiiz«iii»»chiiß ein für allemal /u beauftragen, den llan-halnorsildag de» t »berr.it» mm der lugimg der Lande»»ersiiiiniiing »«,i /ober.iteii iiml ihn tuulicli»t retht/i'itig e; \ er»ammliillg /il/llleilen. /am leilit'kundigen Mitglied de» Dberrat» uird de»»eli Pni'ldent für die /eit »om I. April IM’J bi» /um M.Marz I‘4n durch Zuruf gewühlt lim eingehende \u»»pracbe veranlaßt!" am «vhltiH r lagung der Antrag Weil, einen \eri.i'»iings. ii'Mhul! Mm »iebi ii \iitgliederii /u wühlen. tier gemeiii'am mit dem I »betrat die \er-;,i»».!iig -mf ihre Mangel prüfen »oll. Dr. I.epman :mi i »r. w I, I beantragen demgegenüber aullei di r »ofnrtigeii Hn»et/uiig - me» \ erfa»»uiig»an»- ,s|iii—e» die Einberufung einer außerordentlichen! ..nde»M'r»ammlung /ui!!■ i»ion der \ erfassung - r dein I. April P>52. Gegen die Revision die - -- für unnötig halten, »prechen Direktor Roth- »Aiiicl. Kalin-i anii't.itt, \dler-.Mergentlierm und kahu-Bai'ingeii. Gump »chlagt einen Ausschuß mi fünf Mitgliedern » >r. 1 ür den Verfassung» I»»diu!i »preihen außer den Vntragstelleru i-ump. L.umbel und Dr. Ilir»ih. der »iih im kamen de» i »berrat»- für die Lin»et/ung einer k -mir.i"ion. ab I gegen die »»rge-dtlageue i Ihii irden tlufie Lande»» ei »aiiinilimg erklärt. ..ih.letii die \ ntrag'tellei «len lerinin «lei .'■•r., «leiitliibr. lagung auf (len I. Juli »erlegt iien. Wild die»ei Mittag abgelehnt. Dagegen . . i Antrag W eil-Dump. einen \ et fa»»iing» --■huH MMI fünf Mitgliedern /u »»alilen. mit .■nt gegen adit Minimen bei >tiibent»«heid durch : n l’rü'iiletiteii angeii 'iiimeii In den AussifiuH '.. 'den Siegfried Kahn. Dr. (iiimbel. Dr. Wolf. Weil ml \ d I e r - ( ann»tatt gewühlt. Der l’ru'idenl »thlieHt die l agung mit Dank«-» n n für den Beriihter»tatter de» Finan/au»-; i—»eine Beamten und den Oberrat. dem a,.-g I). »omier» /um 1.einigen «lei Jubelfei« « r.itiili.iM I in Dank der I and«-»» er »nminlung lnderen objektive!.« itiing «lurth den Präsiden iilr \dler-Mergeutheiin an». Aus den Gemeinden 'lüudtem&ecQs. Stuttgart. I in w -ih« »oller Auftakt zur Jahr g-edertfeier «I«» Israel, (»berrat» bildete der am 'ani'tag. den Id. Dezember, »oll der Muttgarter H'gi-iMii'gemeinde zur f.hrung de» Oberrat» or.'ii'tultete f e » t g o t t e » d i e n » t in der nuen L.atlpflanzen»cf>mmk tragenden Sv na /->ge , I rgri-ifender ( höre« »ang iSolo: Frau Hege I! e i fl MT'ihonte die Feier, di« ihren i li.hepunkt in einer gehaltvollen Predigt de» stadtr.sbbüier» f ind. In »inniger W ei»e. ankniiptetid an da» -,u» der Heiligen sdirift zur k urä simg gebrachte Kapitel, zeichnete er da» W irken der Behörde al» trefTliih«- Arbeit im \orhole;•;•» lempri». Der (»berrat »er»taml «•». in »egen»- ,« oh. ■ I atigkeit ilie \ i rbundenheit mit der Lm- «eli .-ii » r»> ir‘klichen und dabei di«' heiligsten i mt- ■ - Judenium» zu wahren." Besomiers wür- 'igt Dr. |!n gei die bedeutenden Persönlich i.ei’i-n. die d» theologi»ihe Mitglieder dem l»r. «itierkirihenr.it angehiirtin: Kirchen rat Dr. von Maie«. Kölbel rat Dr. »«»n Wassermann and (»berkiriheni at Dr. K r o n e r. — 216 - Stuttgart. Zu dem in unserer Jubiläumsnummer vom f. Dezember veröffentlichten Artikel ..Der Anteil der Juden am Wirts chaftsieben Württembergs“ »on Felix Sontheimer. -Stuttgart, sei ergänzend heiiierkt. daß «ler bedeutsame Anteil der w ürttembergischeu Juden am schwäbischen Wirtschaftsleben auch iin \ erlagsH-esen zum Ausdruck kommt. So wurde der bekannte Jugendsdiriften-Verlag >.,-»» & M ii I I e r in Stuttgart — Inhaber Dr. Richard Lenk und Krich Lenk — schon im Jahre |s7l »on .Maximilian Le» v gegründet. Die Verdienste. die sich die Firma Lev» «Si Müller um das «I, nt»che Jiigendschrifttiim erworben hat. wurden und werden »on der Presse <l«'s In- und Auslandes rückhaltlos anerkannt. Berichtigend ist nachzutrngeu. «laß der Gründer der ..Laupheimer W erkzeugfabrik nicht Kilian Steiner war. Die Firma wurde »ielmehr »on Joseph Steiner und seinen Söhnen, dem Großvater unseres Geineindemitgli«-«ls Joseph Steiner, ins Leben gerufen. Vor ih r Umwandlung in eine A.-G. firmierte das l nlernelimen ..Joseph Steiner u. Sohne“. Bei dieser Gelegenheit teilen w ir noch mit. daß die /igarrenhandelsfirma A. Lass ne r. Stuttgart. im Jahre 1849 gegründet wurde. W ,-iter ist mitzuteilen, daß bei der Aufzählung der \ orstandsmitglieder des 1857 gegründeten I » i. W o h I t ä t i g k e i t s v e r e i n in Ilm »ersehentlich der Name des Ehrenvorsitzenden. I.»- o p o I d E s s i n g e r , nicht aufgeführt wurde, der »eit 187“ als Ausschußmitglied und »on I8<)6 bi» löJI als Vorsitzender sich die höchsten Verdienste um den Verein erworben hat, wie er au-h jetzt »tot» zum besten des \ ereins wirkt. Stuttgart. F» ist auch für den Gebildeten im»«"i«*i läge nicht leicht, sich in dem Auf und Nieder der religiösen Stimmungen und Strömungen der /eit zurechtzufinden. Als einen au»- g« zeichneten Führer, zum Verständnis der Sachlage erwie» sich der bekannte Mitherausgeber der Zeitschrift ..Der Morgen“. Rabbiner Dr. Diene m a^i n . Offenbuch. der. »on Ministerialrat Dr. 11 irdi begrüßt, über „Die religiösen Strömungen der Gegenwart und das Judentum“ im Rahmen des Jüdischen Lehrhause» am 22. November Bericht erstattete. Er bemerkte einleitend, daß er den Atheismus der Gegenwart, die weltanschauliche Grundlage der russischen Sowjets, mit Bewußtsein aus seiner Darlegung ausschalte, weil der Atheismus keine Erscheinung der Gegenwart, sondern so alt w je die Religion sei. und weil die antireligiöse Bewegung in den Sowjets inehr politisch als religio» gewertet werden müsse. Ebenso schied er die Sonderfragen des jüdischen Rituals aus dem Kreise seiner Darbietungen aus. weil sie nur iimerjüdische" Bedeutung haben. Er beschränkte sich auf die grundlegenden tragenden religiösen I" ragen der Gegenwart. Die gegenwärtige Religionskrise, die Abnahme des religiösen Sinnes, beginnt mit der Aufklärerzeit. Mit ihr setzt der Prozeß der Verselbständigung der einzelnen Lebensbez.irke aus ihrem Abhängigkeitsverhältnis von der Religion ein. wahrend vordem die Religion alle Bezirke des Leben» in sich einbezogen hatte. Die Bibel ist das charakteristische Dokument der Einbeziehung und der Unterordnung aller Lebensinteressen unter die Religion. Mit der Reformation beginnt der Lockerungsprozeß, indem sich zuerst die Politik, dann das Wirtschaftsleben von der Olrerhoheit der Religion freimachten. Allerdings hat die katholische Religion den Anspruch auf die religiöse Zentralisierung des Leliens ebenso wie «las Judentum nicht aufgegeben. Je mehr aber die deutsche Geistesrichtung protestantisch wurde, um so mehr hat die Loslösung von der Religion Fortschritte gemacht. Dagegen vollzieht sich in der Gegenwart eine Rekatholisierung auch des protestantischen Volkslebens. Die sogenannte . Katholische Aktion Findet auf protestantischer Schenkt Ledermren! .- Lebende Forellen. 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Seine Auffassung, daß die Verw irklichung des Gottesreichs die Aufgabe der Menschheit sei, hat sich gegenüber der christlichen, daß nur Gott das Gottesreich schaffen könne, im calvinistischen Christentum bereits durch gesetzt. Die jüdische Anschauung wird auch von den drei großen Gegenwartsströmungen: dem Faschismus, dem Sozialismus und dem Kommunismus vertreten. Allerdings erscheint hier das messianische Ideal mehr im politischen als im religiösen Gewände. Das Judentum muß ihnen gegenüber die Beziehung auf Gott im Messianismus vertreten. Auch im Widerstreit zwischen Individualismus und Kollektivismus hat das Judentum eine besondere Aufgabe zu erfüllen. Es hat den Ausgleich zwischen beiden Richtungen der Menschheit offenbart, indem es der Einzelpersönlichkeit ihr Eigenrecht wahrte und sie dennoch in den Klal Jisrael. die jüdische Gesamtheit, einordnete, ohne eine Kirche zu bilden, welche die Einzel» Persönlichkeit entrechtete. Nicht das Ich, sondern der Mensch hat die Mittelpunktsteilung in der biblischen Gesetzgebung und im Judentum, das so Individualismus und Kollektivismus zu versöhnen verstanden hat. Der Redner bedauerte, daß er nur von werdenden Erscheinungen und nicht von abgeschlossenen Tatsachen habe sprechen können. Vielleicht ist aber gerade das die Größe der Zeit, daß sie Aufgaben zu erfüllen und Probleme zu lösen hat. Lebhafter Beifall dankte dem Redner für seine anregenden Darbietungen. Ministerialrat Dr. Fürs di gab noch einmal ira Schlußworte dem Dank des Lehrhauses beredten Ausdruck. Stuttgart. Um die Voraussetzungen für eine Erweiterung und damit größere Aktivität der Sportabteilung des „Jüdischen Jugendrings Stuttgart“ zu schaffen, versammelte sich vor kurzem eine größere Anzahl sportfreudiger junger Leute im Gemeindehaus, um über die Wege hierzu zu beraten. Nach einer längeren teilweise sehr stürmischen Aussprache wurde ein Organisationsausschuß gebildet, dem M a x Holländer. J. David, Fritz Hiller, Walter Koch, Albert Levi und Bernhard Orljansky angehören. — Es ist zu hoffen. Geschäftseröffnung MARY K AEMMERER WHJMLMSBAU, MARIENSTRASSI 1 B ERZEUGNISSE der Tiroler Glashütte, Lederu. Seidenarbeiteo aus eigener Werkstätte PHILIPP BEISSWEN GER M ASS-SCHNEIDEREI Paultnenstraße 3 / Fernsprecher 73312 | Elegante Herrenbekleidung

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