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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1931-12-16 · 18 (16.12.1931) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
VIII (1931-1932)
Issue
18 (16.12.1931)
Date
1931-12-16
Page
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Olierruls bzw. der vormaligen I s r; () I) e r k i r di e n b e h ö r d e \ ersainnielteu sidi im Grotten Saale des Oberen Museums in Stuttgart am Vormittag des IV. Dezember viele Hundert Festgüste, um dieses bedeutsamen Ereignisses in einer schlichten Feier zu gedenken. — .Vadi der von «len Damen ('1 a i r e i\ u fl b a u m (Geige). A I i «• e S di m u tk I e r - H e fi (Klavier) sowie den Herren Gert l.öwe (Cello) und Fritz P r e ii II (Violine) in herrlicher Klangliarmonie vorgetrugeiien Trio-Sonate von Sulonione Rossi. erklang unter Oberkantor Leo Adlers Stabführung und begleitet von Geigen und Cello die vierstimmige Hymne „Adon olum“ desselben Komponisten, meisterhaft gesungen von «len Damen Irma Flegenhcimer. Gertrud Fuld. Dora Jacobi. Hede Reif und den Herren Leon A s di i I. Julius Einstein. Jakob Joffe und Isidor K o s e n s t o ck. Sodann ergriff der Präsident des lsr. Oberrats. Ministerialrat Dr. Otto H i r s di. das Wort zu seiner ßegrüßungsanspraihe. Er zeichnete die oberste jüdische Behörde des Landes als die Organisation, welche die starken und schwachen Gemeinden zum Wohle des Ganzen zusammenfaßt und die in diesem Sinne bis zum heutigen Tage segensreich wirken könnte. Der Redner begrüßte dann den Staatspräsidenten Dr. Bolz, «len Kultminister Dr. Bazille, die Vertreter des Evang. Oberkirchenrats — das Bisdiüfl. Ordinariat hatte Glückwünsche übersandt der Ministerialabteilung für die Höheren Schulen, des Kuthol. und Evang. Oberschulrats, der Oberrechnungskaminer. des Wehrkreiskommandos, des Polizeipräsidiums. Oberbürgermeister Dr. Lautenschlagcr. die Vertreter der Hochschulen von Tübingen. Stuttgart und Hohenheim, dann die geistlichen und pädagogischen Vertreter der württembergisdien Religionsgemeindcn. die Präsidenten bzw. Vertreter der jüdischen Lau «lesverbünde von Preußen. Bayern und Baden und schloß mit einem Willkommen an die Mitglieder der Landes Versammlung unter besonderem Gruß an deren Präsidenten. Rechtsanwalt Dr. H u y u in . Besonders gedachte der Redner noch der früheren anwesenden Präsidenten der Israel. Oberkirchenbehörde, der Exzellenzen Staatsrat a. D. Dr. v. Kern. Minister a. D. Dr. v. H a b e r m a a s . Präsident Dr. v. B ä 1 z . und der früheren Oberkirthen\orsteher Sanitätsrat Dr. E ui a n ii e I Weil. Louis Hirsch und Rechtsanwalt Dr. G u n z e n h a ii s e r. Seinem Vorgänger, dem verstorbenen Regierungsrat Dr. Karl Nördlinger. widmete der Redner herzliche Gedenkworte. Dr. Hirsch teilte dann mit, daß Bezirksrabbiner Dr. Tänzer im Auftrag des Oberrats aus Anlaß des Jubiläums eine Geschichte der Israel. Oberkirchenbehörde bzw. des Oberrats schreiben, und daß in kürzester I rist ein die württembergisdien Synagogen und Friedhöfe behandelndes Bilderwerk erscheinen werde. Mit dem Hinweis auf Lessings Parabel von den drei Ringen, dem Symbol der vorurteilslosen Liebe, schloß der Redner und betonte, daß «lei Oberrat stets ein festes Glied in dieser Kette der Liebe und des \ erstündnisses sein und bleib«*n wolle. — Stadtrabbiner Dr. Bi ege r hielt hierauf die Festrede. Er zeigte, wie die Verfassung den ehemaligen Schutzjiideii zum emanzipierten Staatsbürger wandelte und erinnerte an die corbildliche Zusammenarbeit der ehemaligen nicht jüdischen Präsidenten mit den Mitgliedern der Israel. Oberkirchenbehörde. Seine Bede klang in der Feststellung aus. «laß es uns um die Zukunft nicht bange zu sein braucht, wenn der Oberrat auf seinem alten Boden verharrt, wenn im Glau ben an «len e i n e n Gott, der das Schicksal aller Nationen fällt, im Sinne des Vaterlandes und des Judentums auch weiter harmonisch zusammengearbeitet wird. — Im Auftrag der Staatsregierung entbot hierauf Staatspräsident Dr. Bolz Gruß und Glück wünsch. Er zeichnete die Israel. Oberkirchenbehörde als Spiegelbild der religions-organisatorischen Entw icklung '.und bekräftigte, daß die Wiirtt. Regierung auch in Zukunft bereit sei. alle kulturellen Werke zu schützen und zu fördern. Mit dem Ausdruck der Hoffnung auf eine weitere segensreiche Arbeit überreichte der Staatspräsident eine Spende. — Für den Württ. Landtag sprach dessen Viz« Präsident Rechtsanwalt Dr. G ö z. Der Redner bezeichnete es unter Erstattung von Glückwünschen als erfreulich, daß die Bekenntnisse sieh zusammengeschlossen haben, um den Angriffen gegen die Religion zu begegnen. Dies sei für die Zukunft eine hoffnungsvolle Gewähr. — Oberbürgermeister Dr. Lautenschlager ülierbrachte die Glückwünsche der Stadt Stuttgart. Er erinnerte an die Zeit, da Stuttgart nur wenige tausend Einwohner zählte und wo schon Juden in seinen Mauern wohnten, deren Namen das Jahrhundert überdauerten. Mit besonders herzlichen Worten gedachte der Redner der zielbewußten Amtsführung des aus städtischen Diensten hervorgegangenen jetzigen Präsidenten des Oberrats. —- Rechtsanwalt Dr. Hayu m - Tübingen entbot für die Israel. Landesversainmlung herzlichste Glückwünsche- Er. wie der nach ihm im Auftrag sämtlicher Israel. Religionsgemeinden des Landes sprechende Rechtsairwalt Dr. Gnmbcl- Heilbronn. feierte die Tätigkeit der höchsten jüdischen Landesbehörde mit warmen Worten. Dr. Ilayiim zeigte in dankbarem Rückblick die Jahre seit der Verfassung von 1924 auf und gedachte hierbei besonders Regierungsrats Dr. Nördlinger s. A.. dessen Erfahrung und Persönlichkeit mit seinen pflichtbewußten Mitarbeitern von der erfolgreichen Arbeit dieses Zeitraums nicht zu trennen seien. Dr. Gumbel bezeichnete den durch ihn übermittelten Dank der Gemeinden als vorbehaltlose Vertrau'enskundgebung für «lc*n Oberrat. der zielbewußte Willen. Tatkraft und frommen Glauben vereine. Als äußeres Zeichen anerkennender Dankbarkeit der Gemeinden überreichte er eine Stiftungsurkunde, die eine mit einem Grundkapital von 5000 Mk. ausgestattete „J u b i 1 ä u in s s t i f t u n g“ für die berufliche und insbesondere landwirtschaftlichhandwerkliche Ausbildung von würdigen bedürftigen Glaubensgenossen ausweist. Bezirksrabbiner Dr. Tänzer -Göppingen entbot hierauf im Namen des „Vereins württ. Rab- Zigarren »ur Weihnachten das willkommenste Geschenk für jeden Herrn Große Auswahl In jeder Preislage Fabrikfrische Zigaretten Erich Rieth Ä Stuttgart bincr". und Anstaltsdircktor B o t h s ch i I d für den ..Verein Israel. Lehrer in Württemberg“ Gruß und Glückw misch. Den Rabbinern, so führte Dr. Tänzer aus. ist es eine tiefe Freude, daß sich das \ erfassungswerk, dessen Exekutive sie darstellen, zum Segen gestaltete. Bürge hierfür war vor allem das religiüs-objckjive Wirken der Behörde. In Treue zu Gott un«| Vaterland, zur Landesorganisation. Gemeinde und Volk werden auch in Zukunft die Rabbiinj-r mit allen Kräften wirken. Anstaltsdirektor1 Rothschild zeichnete das Verhältnis der isruel. iLehrer zur Behörde und schloß mit einem erhebenden religiösen Gleichnis. — Zum Schluß sprachen Rechtsanwalt |Dr. Klec- Berlin und Oberstlandesgerichtsrat Dr. Neunte y e r - München. Ersterer überbrachte die Glückwünsche des „Preußischen Lammes Verbunds jüdischer Gemeinden" und der „Riiichsarbeitsgeineinschuft der jüd. Landesverbände" und gab dann einen gedanklich und rhetorisich meisterhaften Ausblick auf die weite Welt des Judentums und seine kulturellen Güter! Dr. Neumeyer gratulierte im Namen des i „Verbands bayrischer isruel. Gemeinden“ und dqr „Arbeitsgemeinschaft der süddeutschen jüdischen Landesverbände“ mit herzlichen Worten und wünschte dem Oberrat ein weiteres segensreiches Wirken zum Stolz der schwäbischen Heimat. Ministerialrat Dr. Hirsch dankte jnun allen Rednern mit bewegten Worten und!schloß mit der Feststellung, daß nach so vielen verpflichten den Vertrauenskundgebungen der wahre Dank mir durch die unentwegte treue Weiterarbeit an der Erhaltung des Judentums abgestattet werden könne. —! Mit dem ausgezeichnet vorgetragenen Langsamen Satz aus dem Klavier-Quartett op. 2 von Heinrich Schabt klang die erhebende Feierstunde weihevoll aus. Hans Sternheim. Die Tagung der Irr. Landesversammlung. Auch diesmal — am 13. Dezember — fand die Tagung der Israel. Landesversammlung in den schönen Räumen des Württ. Wirtschaftsministeriums statt. Der Präsident, Dr. H u y u Jn - Tübingen. eröffnet die Tagung mit einem tiefgefühlten Nachruf auf den verstorbenen Präsidenten des Oberrates. Regierungsrat Dr. Nördlinger. Die Versammlung hört den Nachruf sjehend an. Der Präsident begrüßt hierauf die jzur Fest tagung des Oberrats hierhergekomnjenen anwesenden Präsidenten de s Bayerischen und Radi •sehen Oberrats. Oberstlandesgerichtsrat Df. Neunte y e r und Prof. Dr. Stein, sowie, den Vertreter des Preußischen Landesverbandes. Rechtsanwalt Dr. Klee-Berlin. Er teilt hierauf mit. daß die Abgeordneten Pappenheimerßopflngen und Dr. Flegenheimerl Stuttgart am Erscheinen verhindert seien, so daß nur 17 Abgeordnete an der diesmaligen Tagung teilnehmen, Ministerialrat Dr. Hirsch, der Präsident des Oberrates, erstattet hierauf den Bericht des Oberrates für die Zeit vom I. November 1930 bis 31. Oktober 1931. sowie den Bericht über die Turnusreisen der Rabbiner und die QANZI ZIMMEREINRICHTUNGEN / KLEINMOBEL POLSTERMOBEL / VORHXNQE / STOPPE USW. Hans F. W. Brauer, Stuttgart MM u. Kuaataewerfce. aalafcunntr. Sa

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