Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- VIII (1931-1932)
- Issue
- 17 (1.12.1931)
- Date
- 1931-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 13)
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Salomo ii Jakob kuulla (1840—55) dankbar genannt. Der hier zur Verfügung stehende Ruuni gestattet leider nicht, alle die Männer zu nennen und gebührend zu würdigen, die sich seither iin Ehrendienste der Isr. Religionsgemeinschaft in der Oberkirchenbehörde und im Oberrate betätigt haben. Nur zwei Männer sollen hier wenigstens noch genannt werden, die gerade in den entscheidenden Jahren des Uebergangs von der alten zur neuen Verfassung eine vorbildliche Wirksamkeit entfaltet haben und deren auf eigenen Wunsch erfolgtes Ausscheiden aus dem Oberrute daher allseitig bedauert wurde: Louis Hirsch und Rechtsanwalt und Notar Dr. Alfred Gun/ e ii Ii a u s e r. Der Anteil der Juden am Wirtschaftsleben Württembergs. Von Felix Sontheimer, Stuttgart. Bis zur Mitte des letzten Jahrhunderts war Württemberg vorwiegend Agrarstaut. Größere Industrieunternehmen fehlten: es gab nur kleinere Hundwerkerbetriebe. Der Eisenbahnbetrieb wurde erst 1845. einige Jahre später als in anderen deutschen Landen, aufgenommen: 1851 wurde der Telegraph dem allgemeinen Verkehr überlassen, zu gleicher Zeit wurden die Postlehensrechte der fürstlichen Familie Thum und Taxis vom württeinbergischcn Staat abgelöst. Erst um diese Zeit hat die Wirtschaft in .unserer Heimat eine völlig neue Entwicklung genommen, aus der allmählich im Laufe der Jahrzehnte das heutige Wirtschaftsleben entstanden ist: bis zu jener Zeit trieb der Jude auf dem Lande vornehmlich Hausierhandel: er besuchte die Märkte und zog mit der Ware auf dem Rücken von Ort zu Ort. In den fünfziger und sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts hat der Zuzug vom Lande in die Stadt, von den benachbarten badischen, bayerischen und hohenzollernschen Landgemeinden in die württembergisdien Städte stärker eingesetzt und im Zusammenhang hiemit die wirtschaftliche Betätigung der Juden in erhöhtem Maße begonnen. Am weitesten vorangeschritten war in der ersten Hälfte des Jahrhunderts das Bankwesen. Unterm 15. August 1802. ..haben Seine Herzogliche Durchlaucht von Wirtemberg. der Regierende Herr Herzog Friderich II.. den Höchsten Entschluß gefaßt, zu Einporbringuug des Handels in Höchst Dero Landen und zur Beförderung desselben mit anderen Staaten in Höchst Dero Ersten Hauptu. Residenz Stadt Stuttgardt eine Wechselbank unter der Firma Wirtembergisdie Hof Banque zu errichten und den Hcrzog- - 193 - liehen Hof Bunquier Herrn Jacob kuuilu und dessen Schwester Madame kaulla daran Antheil nehmen zu lassen." Das Gründungskapital der Bank betrug 500 000.— Gulden, wovon je die Hälfte auf den Herzog Friedrich, den späteren künig Friedrich L, und das Geschwisterpaar kaulla entfiel. Die Beschwerden .der Bürgerschaft gegen den Zuzug von Jacob und seiner Schwester M. kaulla aus Hechingen. wo bereits das Großhandelshaus kaulla & Co. bestand, bljelien erfolglos; die Familie kaulla ist mit der Herzoglichen. 1803 kurfürstlichen und seit 1806 Königlichen Württ. Hofbank während ihres 120jährigen Bestehens aufs engste verbunden geblieben. Die guten Beziehungen der Kuullas zur Familie Rothschild waren ein wertvolles Aktivem für dos Gedeihen der Hofbank, die am Aufbau der W'ürttembergischen Wirtschaft stark beteiligt war und insbesondere bei der Gründung von Unternehmungen der Bauinwollindustrie hervorragend mitwirkte. Um die gleiche Zeit wie die Hofbank wurde die Finna Gebrüder Benedict in Stuttgart gegründet, die bis zur krise vom Jahre 1848. wo sie schwere Verluste erlitt, eine bedeutende Rolle im württembergischen Bankwesen spielte und im Jahre 1860 sich auflöste. Um die Mitte des Jahrhunderts und in der Folgezeit später wurde eine Anzahl von jüdischen Bankgeschäften gegründet, wie überhaupt das Privatbankwesen seinerzeit in vollster Blüte stund. Der überwiegende Teil des Bankwesens war in jüdischen Händen: Namen wie Adler, E ß 1 i n g e r. (I iitniuu n. Hausmeister, IIe \ m a n n . Hochberger. Kiefe (1862),! L ö vv e n s t e i n . Noerd I in ger. Reutlinger, Rosenfeld (1856). Sontheimer, II e I I m a n n - Ulm, G u m b e 1 - Heilbronn usw. erinnern an die Glanzzeit der Privatbankiers. Einer der erfolgreichstem jüdischen Finanzleute war Alexander Pflaum aus Pflautnloch. der nachmalige Geh. Kommerzienrat v. Pflaum, der 1866, an Stelle der 1855 in Stuttgart gegründeten Firma seines Vaters Elias Pflaum, die Firma Pflaum & Co. daselbst errichtete, aus der 1881 die Württ. Bankanstalt vorm. Pflaum & Co. hervorging. Die Gründung der Württ. Vereinsbank in Stuttgart im Jahre 1869. gleichzeitig mit der Auflösung von Gebr. Benedict, ist auf die Initiative und den Unternehmungsgeist des aus Laupheim gebürtigen k i I i u tt Steiner, des nachmaligen Geh. Kommerzienrat kiliun v. Steiner, zurückzuführen, der lange Zeit hindurch emeinsam mit Alexander Pflaum das wiirttemergische Bankwesen und die gesamte württembergische Volkswirtschaft beherrschte. Die Mehrzahl der industriellen Gründungen in den siebziger und achtziger Jahren ist auf diese beiden Männer zurückzuführen. Steiners Betätigung beschränkte sich nicht auf Württemberg, er machte umfangreiche Geschäfte im Ausland, leitete die Gründung der Eisenbuhngesellschaft auf dem Balkan und in Kleinasien ein und hat 1871 an A. H A A S I S Juwelier und Uhrmacher letzt Eberhardstraße 51 Reiches Lager in Goldu. Silberwaren Besteingerichtete Werkstätte f. Reparaturen jed. 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Jacoby / Stuttgart / Stein auf auf gäbe Preisen. inkauTsithenke. -Eck Straße 3 der Errichtung der Deutschen Bank mitgewirkt. die mich Jahrzehnten s» Pfluums Bankgriindnngen aufsuugte. E volle Unterstützung hallen beide in 1 Pfeiffer, dem späteren Ehrenbiii Stuttgart Geh. Hofrat Dr. Eduard v. Pfe mehr in der Stille wirkte, dessen sacl diges Urteil aber überaus geschätzt wut der schönsten Höhenstraßen Stuttgarts Andenken an diesen etilen Mensthenfre für den Gewerbe- und Kleinhandelsst Stadt Stuttgart Kreditmöglichkeit zu wurde unter Kilian Steiners Patensth die Stuttgarter Gevverbekus.se gegrüi deren Spitze Steiner seinen f.andstna Ihun G ii n z. stellte, den Gründer der krieg erstandenen Württ. Kriegskrc Kommerzienrat Gunz. Der aus der Wü einsbank hervorgegangene Nathan Gi kannt wegen seiner gründlichen kaiifmü und banktechnischen Kenntnisse, war schützter Lehrherr einer ganzen Genera Kauflcuten. ebenso wie die jüdische firmen von den heran wachsenden Ku jeder Konfession mit Vorliebe zu ihrer düng und zur Vervollständigung ihret tiisse au (gesucht wurden. Erinnert sei . Hausmeister, aus dessen Lehrhaus Wirtschaftsführer hervorgegangen ist. Bei Betrachtung des Anteils der Jude w ürttembergischen Volkswirtschaft ist « eh rlich, das Bank- und Kreditwesen et gehender als die übrigen Zweigö der W zu besprechen, die mehr oder weniger Finanzwesen verknüpft sind. Im Nachfo soll der Einfluß der jüdischen Kaufle Industriellen auf- H u n d e 1 und Ind unseres Landes beleuchtet werden, woh diesem Rahmen unmöglich ist. jeden E namentlich uiifzuführen: vielmehr muß Verfasser in der Hauptsache — ohne Gev Vollständigkeit — auf die Erwähnung de .der einzelnen Fubrikationszwcige und sten Firmen beschränken. Den größten Anteil haben die Judfi Textilindustrie und der zu ihr zt Baum Wollweberei und -Spin W o 11 s p i n n e r e i, B u n t s p i n n e r e n Berlin ine und ne wertd ii a r d ger von iffer. der »verstände. Eine ehrt das und. Um and der schaffen, aft 1882 ulet, an in N a - IN Weltditbauk. rtt. > ertnz. heimischen ein gition von t Bankufleuten Ausbil- Kenntin M a x mancher i an der s erforvas einirtschaft nit dem Igenden ite und u s t r i p ei es in inzelnen sich der cähr für ■ Spitzen 1er altean der hlenden nerei. i, mcdi. jä & 2)as VecUauat xLez X verdienen Coesets und V)ä y vom Spezialhaus G R Nur beete Qualltiten und zu zeltgemlß niedrigsten 1 tr r\ \l Q / KSnlgstraBe Nr. 1 CVC / Eingang Breitei ame ~ sehe EVE rormen reisen. 43 B traße Christoph-Garagen i ALFONS PRINZ Telephon 72774 (durc4 Lüffler) Auto-Pflege Wegen wsechen, sberhmieren, Mo*or reinigen / Auto* Oete, Fette et*. / Sorgflltlge Bedienung »gesichert ' -1 C. 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