Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- VIII (1931-1932)
- Issue
- 17 (1.12.1931)
- Date
- 1931-12-01
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- [Seite] (sequence 5)
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Sapt A.G. »»Textilprodukte Stuttgart-Untertürkheim W. Wolf & Söhne Putzwolle-Fabriken Kunstbaumwolle-F abriken Baumwolle Seide Wolle Kunstseide und deren Abfälle Mechanische Trikotweberei Stuttgart Ludwig Maier D Co. A.G., Böblingen Zu den altangcschencn Firmen der wiirtt. Trikotagcnindustrie zählt auch die obige Finna: sie wurde 1865 von Ludwig M a i e r unter seinem Namen in kleinerem Umfang in Stuttgart gegründet. Unter verschiedenen Wediselfüllen entwickelte sich die firina weiter, und bereits 1878 trat I. y o n S u II in a u n als Teilhaber ein. Von da ab firmierte das Unternehmen : M edi. T r i k o t we be r e i Stuttgart Lud w i g M u i e r & Co. Der Aufschwung' der württ. Trikotugenindustrie erforderte auch bei dieser Firma weitgehende .Mullnahmen, um mit der allgemeinen Umwicklung Schritt zu halten. So wurde 1886 mit dem Fabrikbau in Böblingen begonnen, und darauf die gesamte Fabrikation dorthin verlegt. Kineii ganz besonderen Aufschwung nahm die Firma unter der persönlidien Leitung von Lyon Sullmunn. dessen geschäftlicher Weitblick die Arbeit«- und Absatzgebiete des Unternehmens immer mehr erweiterte. 1006 trat L. Sußmanns Sohn. Hans H. Sullmami. als Teilhaber ein. dessen Tod im Jahre 1925 den Vater seines besten Mitarbeiters, mit dem zusammen er seinem Unternehmen immer mehr den Auslandsmarkt erschloß. beraubte. Lyon Sußinann ist trotz seines hohen Alters heute noch als Vorsitzender des Aufsichtsrats (1922 wurde die Firma in eine A.G. umgewundolt) in dem zu großem Ansehen gelangten Unternehmen tätig. Das technisch hervorragend eingerichtete Werk — ein Sjieziulerzeugiiis ist der ..Haiitana-Büstenhalter" — stellt Trikotunterkleidung aller Art in besserer Ausführung her. Die Beschaffenheit dieser Fabrikate haben in allen Kreisen uneingeschränktes Lob gefunden. Seit-längerer Zeit wurde auch die Herstellung von kunstseidenen Artikeln aufgenommen. Gebrüder Loeb, Stuttgart Mechanische Trikotwarenfabrik Mit zu den bodenständigsten Unternehmen der Trikotwarenfabrikution darf die Firma G e b r ii d e r L o e b gezählt w erden. Bereits 1866 blegunn S. Loeb mit einem hundgetriebenen llundstuhl eine Trikotwareijfabrikation. die sich so gut entwickelte, daß schon acht Jahre später sein Brühtet B. Loeb in das Geschäft eintreten konnte. Seit dieser Zeit führt die Firma die jetzige Bezeichnung. — Das Unternehmen, das Unterkleifier in Trikot herstellte, nahm unter der geschickten fachmännischen Leitung eine stete Weiterentwicklung. 1885 wurde das Grundstück Reinsburgstrufie 96 erworben, auf dem ein für die damaligen Verhältnisse vorbildlicher Fabrikneubau errichtet wurde: dieser wurde aber schon baJd erheblich erweitert, bis 1900 ein großer Neubau erstand, durch dessen Ausrüstung mit (Ihn modernsten Maschinen die Fabrik auf die Höhe dc;r damaligen Zeit gebracht wurde. — 1892 traten Martin Loeb uiicj 1897 Hermann Loeb. beide Söhne des Gründers der Firma, als Mitarbeiter in dieselbe ein und wurden einige Jahre später deren Teilhaber. Nach einem arbeits- und erfolgreichen Leben starb S. Loeb 1905: B. Loeb zog sich hochbetagt 1910 vom Geschäft zurück. Fr starb 1924. — Den jetzigen beiden Teilhabern, die durch den Prokuristen Fdwin Loeb. Sohji um Martin Loeb. und Dipl.-Ing. Helmut lleilbronner, Schwiegersohn voij Hermann Loeb. tatkräftig unterstützt werden, ist es gelungen, dem Unternehmen im Inii. Ausland hohen Buf zu verschaffen. — Gegenstand de r Fabrikation sind Trikotwaren für Sommer und Winter. Unterzeug für Damen. Herren und Kinder in mittlerer und besserer Art. und zefar in Wolle. Halbwolle und Baumwolle. ~ Gebrüder Rothschild, Stuttgart Mechanische Trikotwarenfabrik Julius Schmidt & Cie. A.-G., Stuttgart Mechanische Trikotwarenfabrik Nach der Emanzipation hatten in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts die jüdischen jungen Leute, die sich dem kaufmännischen Beruf widmeten, vielfach das Bestreben und meist auch die Möglichkeit, sich nach gründlicher Ausbildung in einem Handels- oder Industriezentrum selbständig zu machen. — So entschloß sich auch Julius R o t h s ch i I d im April 1884. zunächst in bescheidenem Umfange, ein engros-Gcsdiiift in Trikotwaren zu gründen. Dasselbe erwies sich schon nach einem Jahr so lebensfähig, daß auch sein Bruder Bernhard in das Geschäft eintreten konnte, das von jetzt ab unter der Firma Gebrüder Rothsdiild geführt wurde. — Die Firma ging auch alsbald zur Fabrikation des Spezialartikels gestrickte Westen und der in Stuttgart heimischen Fabrikation von guten und besten Qualitäten Trikotwaren über, und zwar mit so gutem Erfolg, daß im Jahre 1905—04 ein modernes, mit allen Maschinen der Neuzeit ausgestattetes Fabrikgebäude errichtet werden konnte. — Im Jahre 1920 wurde das Geschäft mit Firma den Söhnen und bisherigen Mitarbeitern. Fritz und Oskar Rothschild, Übergaben, die es verstanden haben, für die durch den Krieg verloren gegangenen Absatzgebiete Ersatz zu schaffen und den Absatz so zu steigern, daß an Stelle des bisherigen, zu klein gewordenen Betriebes im Jahre 1927 ein wesentlich größeres Fabrikgebäude bezogen werden mußte. — Trotz der starken Inanspruchnahme ihrer Arbeitskraft, die das stetige Wachsen ihres Geschäftsbetriebes bedingte, haben die Inhaber sich doch stets Zeit genommen für die Interessen der Allgemeinheit, insbesondere für die Angelegenheiten unserer Israel. Religionsgemeinschaft. Als in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts in Stuttgart die Trikotugenfubrikution atiTing. Bedeutung zu erlangen, gründete 1886 Julius Schmidt, der vorher bereits 15 Jahre in der Trikotagcnbrauche gereist hatte, sein Geschäft. Dasselbe bewegte sich anfangs in bescheidenen Grenzen, vergrößerte sich jedoch bald so. daß schon nach wenigen Jahren, nachdem inzwischen der Schwager. Karl Levi. als Teilhaber aufgenommen war, ein Filialbetrieb dazu genommen wurde. I Die starke Entwicklung brachte es mit sich, daß 1906 eine weitere Vergrößerung durch Errichtung eines Fabrikneubaus vorgenonimen werden nullte. Nicht zuletzt war dies darauf zurückzuführen, daß es sich die Firn a zur Aufgabe machte, nur gute, solide Qualitätsware in sorgfältigster Konfektion auf den Markt zu bringen. Fabriziert werden in der Hauptsache alle Sorten Unterzeuge für Damen und Kinder, wie Normal-, und Mukoliemden. Hosen und Jucken. Einsatzhemden Hemdhosen. Prinzeßrücke. Schlupfhosen usw.. und zwar in lu echt ägyptisch Mako. Louisiana- Pflunzenfaser. ferner in reiner Wolle. Halbwolle und Kunstseide. -- 1919 wurden die beiden Sühne des Gründers. Hermann und Walter Schmidt, als Teilhaber aufgenommen, und bald darauf erfolgte die Umwandlung der Firma in eine Aktiengesellschaft. — Wie sehr es die Inhaber ve standen haben, sich durch Lieferung erstklassiger Qualitäten in Abnehmerkreisen einen guten Namen zu erringen und ihren Kundenkreis vor Jahr zu Jahr zu erweitern, geht daraus hervor, daß schon 1928 ein großer Erweiterungsbau notwendig war. bei dem die maschinellen Einrichtungen das .Neueste und Vollendetste auf technischem Gebiet darstellen.