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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1931-11-16 · 16 (16.11.1931) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
VIII (1931-1932)
Issue
16 (16.11.1931)
Date
1931-11-16
Page
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PHOTOGRAPHISCHE BILDKUNST LAZI STUTTGART - DIEMERSHALDE 48 UNIE 10 / HALTESTELLE BUBENBAD , FERNSPR. 20085 Diese Schulungskursewerden jeweils Mittwochs in acht- oder vic-rze'hntügigc-r Folge alle» Kameraden, deren Angehörigen, sowie allen Mitgliedern der Gemeinde Gelegenheit gehen, sich über jüdische Fragen zu orientieren. Ks ist unbedingt notwendig, datl möglichst zahlreich von diesen Schulungskursen Gebrauch gemacht wird, damit der Einzelne in der l äge ist. antisemitischen Lügen und Entstellungen entgegenzutreten. Am 21. November nehmen die Mitglieder des K.j.F. um Gottesdienst in der Synugoge. der de» Gefallenen gew idmet ist. teil. Am 22. November findet eine Gefallenengedenkfeier auf dem Isr. Pragfriedhof statt, zu der alle Kameraden erscheine» mögen. Es sind jedoch insbesondere auch die Angehörigen der Gefallenen und alle Mitglieder der Gemeinde aufs herzlichste e-ingeluden. Am 5. Dezember wird zu Chanukka ein geselliger kumerudschuftsabcnd stattfinden. So vergißt der It.j.F. über der Erfüllung seiner ernsten Pflichten auch nicht das gesellige und heitere kunieradschuftsleheu. (Siehe- Anzeige.) Stuttgart. In Stuttgart besteht schon seit geraumer /eit eine vom Jüdischen Jugendring ins Leben gerufene S p o r t a b t e i I u u g. diesielt aber leider keiner allzu großen Beteiligung erfreut. Einige junge Menschen, die es bisher in anderen Städten fertig brachten, jüdische Sportvereine ins Leben z» rufen und erfolgreich zu führen, hüben es sich nun im Einklang mit dem jüdischen Jugend ring in Stuttgart zur Attfgabe gemacht. seine- Sportabteilung neu aufztibauen, /u diesem /weck findet am Mi. November im Gemeindehaus einevorbereitende Versammlung statt, auf diewir die jüdische Jugend Stuttgarts besonders aufmerksam machen. (Siehe- Anzeige-.) Stuttgart. Am Sonntag, den 22. November, spricht im Baltinen des Vereins Jüdisches Leltr- Itaus der bekannte Offenbacher Babbinc-r I)r. D i e n e in a u » über ..D i e r e I i g i ö s e n S t r ciiii ii n g en d e r G c> g c » vv u r t u u d das J n - d cn t ii m". \\ ir machen auf diese bemerkenswerte Veranstaltung ganz besonders aufmerksam. (Siehe Anzeige.) Stuttgart. Babbiner I)r. M a \ G r ii u e vv a I d- Mautiheim ersucht uns bezüglich seines in unserer Ausgabe vom 16. Oktober gewürdigten, am 6. Oktober im B.AA. gehaltenen Beferats über ..Die jüdische Jugend und die gestaltenden Kräfte de r Zukunft" um Aufnahmefolgender Feststellung: ..In der Diskussion, und zwar im Ziisummculiang mit der Erw c-rbslosenfruge. äußerte ich einem Diskussionsredner gegenüber, daß gegen- - würtig Palästina für dieses Problem keine Lösung sein kann. Alis dem Bericht über die Versammlung könnte der Eindruck entstehen, als hätte ich den Zionismus verneint. Ich lege auf die Feststellung Wert, daß das nicht meine Absicht war und. meiner politischen Leber zeugung gemäß, auch nicht sein kann." Göppingen. Die II e r b s t v tr s a m in lang des W ii r 11. L a n d e s v e r b a ii d e s des J ü d. F raue n b n »des fand ain H. Oktober in Göppingen im Saal des Hotel Dettelbacher statt. Vormittags bei der Gesamteorstunclssit/iiug wurden die Berichte der einzelnen Kommissionen und der »»geschlossenen Vereine gegeben. Reisekasse und Erholungsfürsorge haben durch die zahlreich gesammelten Beträge ihr geplantes größeres Hilfswerk durchführen können. \o» den 2> ungeschlossene» Eruuenvereinen waren die größeren allevertreten und gaben Einblick in ihr Schaffen. Die Aussprachehierauf galt der W’inte r nothälfe*. Wie und auf welchen nachahmenswerten Wegen Gelder' für diesen Fonds zu beschaffen seien, darüber berichteten Frau Lucie Levi, Stuttgart, und Frau T rüde Wolf.. Hc-ilbronn. Musikalische Tec-nachmittage. Abend vertrüge im Huiis. Ablösiingsgutscheiue für kleinste Aufmerksamkeiten und Besuchesind schon mit Erfolg durchgefiilirt worden. Ein Antrag betreffs der Weiterverfolgung des Iiassiven Frauen wähl rechts, den Frau Rosu i a h n. Stuttgart, einbrachte, wurdeungeniiiii men. Nach der Mittagspause versammelte man sich wieder im großen Kreis der Güppinger Frauen. Frau Mathilde Steiner. Göppingen, begrüßte die Anwesenden mit einer Ansprache und der Synagogenchor mit Liedern. Dann berichtete I ran Bergmann. Lauphc-im. i» beseelter Form von den Tugen der Leipziger Sitzung des Bundes Deutscher Frauen vereine-, eieren Themen der Berufsschulung des jungen Mädchens und der Abrüstungskonferenz 1932 gewidmet waren. Nach der Kaffeepause ergriff Frau Bergmann nochmals das Wort und gab Rechenschaft über ihren Besuch der Gesamtvorstandssitzung des innere Gefolgschaft ver- — 175 — Jüdischen f raiienbuiidc-s. Dort galt die- Debatte nach den Berichten und Arbeitsaussprachen dem Kampf gegen den Antisemitismus. Den Versuch einer \ erständigung unternahm ein Zusammensein der fülirencien jüdischen Frauen mit 2> nicht jüdischen Frauen, die alle führend in den heutigen Fruuenorgunisutione» tätig sind. Fräulein Bertha P a p p 0 n h e i in s ergreifende Hymneauf die Mission des jüdischen Geistes gab die Beduc-rin wörtlich wieder: dann im Auszug Dr. Margarete Behrendts geschichtliche* Parallelen. Als denn Frau Bergmann zum Schluß aufrief, die Kleinarbeit der Verständigung anzustreben, das Verantwortungsgefühl für die Gemeinschaft zu stärken, steigerte sic* sich zu Ausführungen, denen keine- Frau ihre ii sagen konnte. Frau Lut-ie Levi. die diese Tagung geleitet hatte, sprach herzliche Dankesworte an die Vorsitzende. au den einladenden Verein sowie an die \ ersammliing und gab der Hoffnung auf eine ertragreiche Winterarbeit Ausdruck. T. Wolf. Heilbronn. Hc-ilbronn. Man schreibt uns: Am 2s. Oktober sprach Kurt London, der ßuuele-sleiter des Bundes der junggruppen im V.J.J.D.. in einer von der Heilbrunner ju»ggrup|>cveranstulteten Versammlung über ...N e u e W ege der j ü d i - s ch e ii Jugend". Nach einer Begrüßung des Ortsgruppenleiters Pa ii I Sch e u e r ergriff Kurt London das Wort. Ausgehend von der trostlosen Lage des deutschen Judentums zeigte er die Umschichtung seine.r Glieder und die Veränderung im Aufbau der Gemeinden, dieerneuerungsbc-diirftig sind. — Auch der Sozialismus bringt nicht die Lösung der Juelenfruge: denn selbst wen» er sich durchsetzt, hat das Judentum bis dahin soviel Menschen verloren, daß es nicht mehr zu erhalten ist. — Der Redner betonte, daß ..Jude sein" Voraussetzung der Haltung des Bundes ist und grenzt scharf ab gegen alle Tendenzbüiide. die nur einem gedruckten Parteiprogramm eine jugendliche- Note geben. Unser Bund der Junggruppen ist heute ein kleiner Kreis, der noch selbständig denkt. Man wirft ihm Indifferenz vor. weil er die jetztigen Parteien im Judentum ablehnt. Er stellt diesen die gesamtjüdische Haltung gegenüber, el. h. das Bekenntnis zum Judentum an sich, ohne Unterschied der Parteien. Die jüdische Jugend sieht die heutige Leberorgunisution ..der deutschen Jueleiitümer". Sie hat den festen Willen, eine neue Gemeinschaft zu gestalten. Der Bund lehnt daher die ..rote Assimilation" ab. die alles Jüdische wegwirft. Er setzt ihr die Erziehung zum Gesunitjiidentum entgegen. Unsere Menschen haben das erkannt und kämpfen für die- Er-^ Ziehung zur jüdischen Einheit und Gemeinschaft. Daher wollen wir eine radikale Aenderiing der Erziehungsmethoden und vollständige Durchführung der Pfudfiiieleridce. Die Pfaelfinelerei ist die Idee vom selbständig denkenden und liandelnden Menschen, ist Mittel zum Zweck der Erziehung des Einzelnen. Daher folgt unsere rseits Ablehnung jeglicher Tcndciizerziehiing. Wir fordern dagegen klare Entscheidung und Eintreten für das Judentum. W ir lehnen daher auch *Gorndorf 'das adalsta Erzeugnis dar | Schuhindustrie I Königstraße 3 [ Dogmen und jegliche Orthodoxie (für alle Parteirithtungc'ii) ab. Unser Bund ist einer-der jüngsten der jüdischen Bünde sowohl an Jahren ähnlich an seiner Idee. Unser Bund hat das \ e-rtrauen zur jüdischen Jugend, daß sie) daran arbeitet, die Gemeinde zur Organisation! für alle zu machen und die jüdische Zukunft bk-sse-r zu gestalten. — .Stürmischer Beifall. — Paul Scheuer dankte dem Redner. Die anschließende'Diskussion war ziemlich rege, aber ergebnislos. Mau hatteden Eindruck, als ob ein Te il der Redner den Referenten falsch verstanden hüttje. — ln seinem Schlußwort sprach Kurt London i och einmal von unserem Bunde als Erzic-hui gsbuntl. dessen Weg von pädagogischen, nicht V »n politischen Gesichtspunkten bestimmt ist unc machte einige Ausführungen über neue Gemeintlearbeit. Er schloß mit einem feurigen Appell an die Zuhörer. die größte Wuhrheit des Jutlentiin s. unser Kampfziel, die ..Zeeloko" nicht außer acht zu lassen. Nachbetrutiuimg: Mag ciuch der Redner bedauerlicherweise etwas zu scharf mit een Diskusionsrednern umgespriitigeu sein, so nahmen sicher die inuisteii der Anwesenden eleu Eindruck mit. daß die jüdische Jugend gewillt ist. ihren Kampf um eine Erneuerung des Juden ums zu führen. Trotz aller Nöte der Zeit wird t nt! muß' ihr dies gelingen. Daß ihr dabei auch k einlictie Aiifetjitungen begegnen, muß sie mit n Kauf nehmen. Niemals aber können dies - ihren Kanipfesw ille» lähmen. - H. K. Hiezu vvird uns weiter geschrieben: Kurt London, dessen routinierte Bedeg wandt lu-it nicht unterschätzt werden soll, mußte) gerade diejenigen enttäuschen, welche den ganz Von ihm beherrschten Bundestag des Bunds der Junggruppen (vom August tls. Js.) nach ausführlichen Berichten interessiert verfolgt haben ujiiil den neuen .Strömungen in der ‘Jugend grundsätzlich bejahend gegenüber stehen. Während |»ü»|lith Kurt London dort auf dem Bundestag sehr treffende Formulierungen fand, erging er sich bei seinem hiesigen Vortrag in breiten, allzu vor allgemeineriideii und teilweise recht schiefen Ausführungen über Gt-mc-iiidc-lwbc-u und Not der Gegenwart und redeteam wesentlichen nahezu vorbei. Er ließ eineklare Deutung dejs Sinns eines jüdischen Pfuelfindertums wie eine tiefergreifende Darlegung der hier gegebenen!Gestaltet iigsmöglichkeiten völlig vermissen. Allerdings hatte ein vor etlichen Monaten gehaltene tl Eltern abend manches von der jüngsten Arbeit der Juiiggruppc-ii mit ihrem Geiste vermittelt. Aber Xetf&cotw ■ 4 Slrflmplc, Mnc ■ M TMMWAMfeC ■ M W1IWBT— Mi9m#CtlCIli€r MruTmn« HAUG’S Spezialhaus fQr Käse - Butter Eier und Aufschnittwaren SOImerstraBe 12 - Fernsprecher 3131 1 Besucht Heilbronn, die fleißige Industrie- und Handelsstadt! Telefon 133 GOTTL. ' SCHUSTER Bauschreinerei und IDObel-Fabrlk Holzstraße 5—7, Fernruf 412 (9. Uitz jr.| Bauschlosserei um i, Ue*er* ü SchauldUten und Trans- T.r^a-7* 1 P*ren,e In lederi ge- Tel. 2476 -= wünschten Ausführung Iniittiiu. Lad«n-Elnrlch*ung«n HOTEL J)*..___|_ SPEZIALITÄT: Liefern u. verlegen v. Riemen u. Parkettböden, Instandseijung und abziehen alter Böden T gegenüber dem Haugtbels Telefon Nr. 4246 Moderne Fremdenzimmer, klassige Küche. Große Gar jrst- Igen

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