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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1931-10-16 · 14 (16.10.1931) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
VIII (1931-1932)
Issue
14 (16.10.1931)
Date
1931-10-16
Page
[Seite] (sequence 5)
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reu Kreise schaffend sich betätigen müsse. Auf die theoretischen Fragen, ob die Religion die ausschließlich gestaltenden Kräfte der Zeit sein solle, und ob die Gemeinde dem jungen Menschen die volle Genüge geben werde, ging der Redner des Abends mit einer nochmaligen Skizzierung seines ganzen Programmes ein. Nach allen den allzu sehr grüblerischen Auseinandersetzungen wirkte die Mahnung eines älteren Freundes der Jugend erfrischend, daß die Jugend alle Mittel und Wege in Anspruch nehmen müsse, zur jüdischen Gemeinschaft zu gelangen. Der Vorsitzende dankte dem Vortragenden und den Diskussionsrednern für ihre Ausführungen, die für die E ntwicklung der Problematik der jüdischen Jugend bedeutsame Hinreise geboten. Am Mittwoch, den 7. .Oktober, nahm Dr. Grünew ald an einer Sitzung der J u g e n d u b t e i - I u n g des Vorsteheramts teil, in der er in überaus dankenswerter Weise das Programm seiner Jugendgemeindearbeit in Mannheim ausführlich behandelte. Die Anregungen des Redners verunlußten eine eingehende Aussprache. Aus dm Qememdm 'lüucüetH&ecgs. Stuttgart. Anläßlich des W e I 11 i e'r s ch u t ztages hat die Israelitische Religionsgeineincle am Sabbath der Schöpfung (Bcreschis) am (0. Oktober einen Jugendgottesdienst verunstaltet, welcher der Tierschutzidee gewidmet war. Der Stadtrabbiner schilderte im Anschluß an das Schöpf ungswort „Gott segnete dieTi er e" die Stellung der jüdischen Religion zum Tier, das als Geschöpf Gottes unter der besonderen Obhut der Gottheit steht. Kr berichtete über die Restimmungen der Bibel zum Schutze der Tiere und ging dünn in Auslegung des salomonische» Wortes „Der Gerechte kennt die Seele seines Tieres (Sprüche 12. 10)“ auf die inneren Gründe dieser binlischen Bestimmungen ein. Den sittlichen Wert des Tierschutzes wies er an der Hund der jüdischen Volkssage von der Frwühluug des Mose zum Volksführer und des David zum Volkskönig nach, die wegen ihrer Fürsorge für, die leidenden Tiere von Gott berufen wurden. Kr sprach schließlich von den Verleumdungen der Judengegner, welche grundlos der Bibel und den Juden den rechten Sinn für den Tierschutz absprechen und die von Gott gebotene Schlachtweise als grausam hinstellen, obwohl sie von dem Gotte befohlen worden, der die Tiere liebt und sie schon um Tuge der Schöpfung gesegnet hat. Eine größere Anzahl Mitglieder des W.ü r 11. Tierschutz vereins unter der Führung des Schlachthofdirektors Dr. Kösler war im Gotteshaus erschienen und verweilte noch längere Zeit nach dem Gottesdienste in der Synagoge, um sich über Einzelheiten des Kultus und Ritus unterrichten zu lassen. Stuttgart. Auf Grund einer Eingabe des Württ. Frauentierschutzvereins und einer Gegeneingabe Stadtrabbiners Dr. Rieger wurde im Verwaltung!!- und Wirtschaftsausschuß des Landtags erneut die Frage behandelt, ob das Schächten der Tiere nach jüdischem Ritus verboten oder erschwert und eingeschränkt werden solle. Mini- . sterialdirektor Dr. v. Ostertag betonte, daß das Schächten zweifellos eine Kulthandlung sei und sein Verbot einen Eingriff in die verfassungsrechtlich gewährleistete Religionsfreiheit darstellen würde. Die Regierung könne also den Wünschen der Eingabe keine Folge leisten. Die Anträge Mergenthaler (NS.) auf Ueberweisung der Eingaben zur Berücksichtigung und auf baldige Vorlegung eines SchäditVerbots wurden gegen drei Stimmen (I NS., 1 Bp„ 1 Bbd.) abgefeimt. Stuttgart. Aus der Arbeit des Berthold A u e r b a ch - V e r e i n s. Der B.A.V. eröffnete seine Winterarbeit am 15. September mit einem Vortrag von Siegfried Mandrlbrod über „Juden in der deutschen Wirtschaft“. Nach einer allgemeinen Einleitung, mit welcher der Referent den Weg des Ghettojuden zum Wirtschaftsführer in großen Linie n aufzeigte, machte Siegfried Mandelnrod an Hand des bekannten Buches von Zielenziger in äußerst instruktiver Weise mit prominenten jüdischen Männern der Wirtschaft wie Strausberg, Wilhelm Herz, Ludwig Löwe, Orenstein. Rathenau. Tietz u. a. m. bekannt und stellte dann Zielenzigers Ansichten zur wirtschaftlichen Krise der deutschen Juden dar. Die wertvollen Ausführungen fanden den starken Beifall der zahlreich erschienenen Hörer. Am 22. September referierte Gustav Seckbach über „D ie Ideenwelt Samson Raphael Hirsch s“. Der Redner schilderte zuerst den Lebensweg des großen religiösen Führers und gab dann einen Ueberblidc über die Zeit des Liberalismus und dessen Auswirkungen. Hier setzte, wie Gustav Seckbach ausführte, Hirschs Kampf für die Regeneration des deutschen Judentums ein, hier entspann sich sein Ringen um die universelle wissenschaftliche Erfassung des Begriffs „Judentum“. An ausgewählten Stellen aus Hirschs geistvollen Schriften zur — 155 - jüdischen Symbolik und Philosophie zeigte de r Redner, von welch’ wahrhaft sittlichem Geist Hirsch durchdrungen war, wie er sich ständig mühte, die religiöse Pflichterfüllung als lauterste Quelle menschlicher Harmonie darzustelleii und wie er, fern von dem Verlangen nach klerikaler Diktatur, unermüdlich für seine Freunde einen Platz an der Sonne erkämpfte. Der nach Form und Inhalt ausgezeichnete Vortrag wurde mit hohem Interesse gehört und durch dankbaren Beifall gelohnt. Den letzten Vortrag im September hielt Gemeindepfleger Dr. Martin Cohn über „Die w i r t s ch a f 11 i ch e Krise* d e r d e u t s ch e n Juden.“ Der Referent entwickelte seine Ansichten au Hand des Buches von Dr. Alfred Marcus und bot einen Abriß, der sich mit den wichtigsten Ergebnissen des Buches liefaßte. Dr. Cohn untersuchte die Stellung der deutschen Juden in den einzelnen Wirtschaftszweigen, so ini Metall-, Textil-, Getreidehundel und im Bankwesen. und zeigte*, wie das jüdische Element, trotz seines prozentual immer noch hohen Anteils an diesen Branchen, durch die Entwicklung in den Nuchkriegsjuhren bedeutend an Einfluß verloren hat. Durch ein reiches Zahlenmaterial und viele statistische Angaben allgemeiner Natur veranschaulichte der Redner die Auswirkungen der heutigen strukturell-konjunkturellen Krise auf den jüdischen Bevölkerungsbestandteil und gab so einen wertvollen Beitrug zur Situation des deutschen Judentums. Die Ausführungen Dr. Colins wurden durch lebhaften Beifall bedankt. Stuttgart. B e r t h o I d A u e r b u cfi - V e r e i n. Wir teilen hierdurch mit. daß der für den 20. Oktober progranunäßig vorgesehene Re zitut i i) n s u b r ii (I auf einen späteren Termin verlegt wird. Hierdurch soll den Mitgliedern de« B.A.V. Gelegenheit geboten werden, den am gleichen Abend stattflndenden bedeutsamen Vor trag von Dr. Schmurju Lew in über „S ch i ck s aisfragen der Jude n“ zu besuchen. Auf den Ausspracheabend über „Wirtschaftsformen der Z ii k u n f t“ am 27. Oktober sow ie* auf die um >0. Oktober stuttfindende 12.52 OCR NCR! 12.52 SCHUHHAUS WOLF KOnlgstrafie 3; ♦ F r e i t u g u b e n d - F e ie r machen i w ir c*Ik*iifulls besonders aufmerksam. K u r t L o n d o n . Berlin, der Bundesleiter des Bundes der Jiinggruppen“. w ird am 20. Oktober im Rahmen de r B.A.V.-J u n g g r u p p e n sprechen. Alles Nähere siehe Inserat Sette 1 »2. Wie wir hören, findet ein G a ii f ü h r e r t a g um 1H. Okder Jungr jüdischen Jugend- . der vor} Vertretern, " ' i. Oehringen, Besucht w erbericht,- der Stuttgart, tober hier gruppen im „Verband der vereine Deutschlands“ statt aus Stuttgart. Hcilhronn. Buchau Freiburg. OfTenburg und Konstanz den wird. Die Tagesordnung sieht Ortsgruppen und des Gauleiters, eine Arbeitsgemeinschaft über „Wege zur ]P f u d f i title re i“ (Leitung: II uns K i r cp h e i m e r . Heilbronn), eine Aussprache über die) zukünftige Gau- und Bunelesarbeit u. a. mehr or. Stuttgart. Eine begrüßenswerte Neuerung führt die Ortsgruppe des (,'cnl ra I - V c rci ns ab 19. Oktober ein. indem sie ihr Bibliothekzimmer mit seiner reichhaltigen Bücherei wjührend des Winters jeden Montagabend den jüdische» Angestellten zur Aerfügung stellt. Kosten oder sonstige Verpflichtungen entstehen denselben hierdurch nicht. (Siehe Inserat Seite I52j) Stuttgart. In den in letzter Niiinmi lichten Arbeitsplan des „\ ereias L e h r h a u s“ vom Oktober 1951 bis r veröffentii d i s ch e s Januar 1932 ZCeiBcoHH Karl Gertler IpwlRlItltt BrudcmMin. Kaisers*. Iltbif-Bittckt KUKIVAIEN LZ Strümpfe, TrUMOrtb*e ehnder.. nanu. t«l ata Besucht Heilbronn, / die fleißige Industrle- und Handelsstadt! OtllltelMU UMTStnR« M Volikom.M OoTMlrtk.asC Hygienisch. Wasche, Unterkleidung / Morgenkleider. Kleidsame Sportmoden Elegante Handschuhe Grogwäfdierel Angele iäs liefert erstklassige Wäsche bei sdtonendster Behandlung Telefon 133 HAUQ'S Spezialhaus für Käse - Butter Eier und Aufschnittwaren SQImerstra&e 12 - Fernsprecher 3131 HOTEL fmsmme^ec gaganObar den* Hauptbahnhof Telefon Nr. 4240 II Modarga Framdan- II sJimnae. Eratfciasalga || K0cka.|0roftaearaoan W. 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