Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- VIII (1931-1932)
- Issue
- 12 (16.9.1931)
- Date
- 1931-09-16
- Page
- [Seite] (sequence 2)
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— 122 — \ 2)en 7lachmUtags=JCaf(ee im SMofigaden=Cafe, JJice Einkäufe dann im SMofoaden:$einkost, xt££es im SMoßgad&u2Cotel, Stuttgart, Tel. 263 51~54 Heimkehr. Vom Sinne des Versöhnungsiages. V\ : .1: ht.nim*’ i . :•! iLieferung die Page \ |a!r;.c . Izu in \ ersühniing'tage ,, . : : 1 i t k l, : nennt, «o darf man . 7. :i c .1 N, „ja h,«fest als die Zeit der ■ k. i- .!■■!! \ . - r ' t > 111111,1: p'tap. al« den T a g d e r >1 .! m k r h r krun/t'iifmrn. hin kehr. das ■ „, .„ i,i,i Bisherigen. f m kehr.'die Ab i < .< wi-eiicn. Heimkehr. \\ egweisunsr :t Mlneiieii ti.i« i«t die knapp'te Kcnnzcich- •r-nji dieser Srjrcii«t«gi\ Sie «ind für die Seelen. i».eder I I „Illing tiir die Natur, die Auf- ■ -tehinnr'/eil. der Weckruf zu neuem Leben, i Ki' U under. da» der Prophet Jedieskel geschaut. « ie d.i' l elien und der (,ei>I in die I otengc’heine , v>> In und 'ie /um Sein geweckt. wird in ihnen Vi .liniieit." Wir waren |e|>indigtot für Gott, tot lur l'i.iel. fiii die \|e> 'dien und für nnselbst. \ in tmt der Werkruf /um l.ehen. Wir waren! iniuuiidler. luilhu ach. und haben da« /je! - ■;. hi‘. die Richtung \erloren. Nun weckt nn« er l>uf /ur hinkehr, /ifr Umkehr. zur Ileimkeln.; ud am \ ei'iihnun.e'tape lreginnen wir .die ■-ui neuem die Wanderung zum alten Ziele, i >i - Inhalt -d!> r Religion i«t die Sinnset/iing IKi'iiri'. I >ie W i'-c-ii'chaft deutet das Wein Religion den Sinn des Seienden. -!' i. :-.' i't. wer dem w eg/iel getreu. ohne Reliw,r da« W-g/iel mißachtet. Ha« Wandernd i't die Heimkehr zu Gott. Mier die Menschheit pleicht dem Propheten l.iia. der (mit im .Sturmwind, im hrdheben, im heueihranci pe'iicht und nicht pefundeu. für uns pilit es keinen Gott des Gewitters, des Sturme« und de« hrdliehen« mehr, seitdem die Rätsel rinpsum al« nüchterne Wirklichkeiten erkannt •intl. Der Glaube \on pe«tern pilt als der Aberglaube um heute. Aber ebensowenip ist uns der (.ott der I.opik. der kühlen \ernunft. der /.windenden Gotte -beweise. unser Gott. Der Gott, den die Weisheit bc weist, ist ein blutleeres bla««,' Phantom, auspekliipelt. aiispepriibelt. aber nicht erlebt. W ir suchen nicht den Gott, den die WCltw eisheit als Weltprund kündet, den die Natiirerkenntnis als Weltenbaunieister fordert. Wir suchen den lebendigen Gott, der in uns lebt und webt und wirkt, der im Idealismus aufstrahlt. im Gotterlebnis in uns Gestalt annimmt, der die Herzen erschüttert, die Seelen beflügelt, den Willen beseelt. Und da wir ihn suchen, erleben wir. was die Bibel dem Gottsucher verheil!!i ..Du hast ihn pefundeu. wenn du ihn suchst mit panzern Herzen und mit voller Seele (>. Mose 4. W ir schauen das Wunder, das der Dichter unserer Tape in die Worte pefallt: Ich habe Gott pesucht und fand ihn nicht. Ich war in Nacht und bettelte um Licht. Ks packt mich ein heißes Gott verlangen — Jüdischer Frauenbund Stadtverband Stuttgart l’m den Frauen des Mittelstandes Gelegenheit zu gehen, ihre Wintergarderobe, Wäsche und dergleichen selbst anzufertigen, beabsichtigen wir. unter fachmännischer Leitung einen weiteren Nühkurs (J Wochen, 2 mal wöchentlich) zu veranstalten. Auskunft und Anmeldung bei: Frau Bertha Bach, Danneckerstraße 14, Telefon 27282 Frau Lucie Levi, Werastraße Nr. 9, Telefon 24132 Frau Anna Pick, Cannstatt, Bahnhofstr. 4, Telefon 50610 - Berfliold y^F/ üuerliadi'Vereln Frttlag, d«n 18. 8*pt., Stuttgart Log«, Calwarstraft« 33 Hha., abanda ft1« Uhr Freitagabend-Feier Leitung: Rab'blnar Dr. Auerbach Dienstag, den 22. Sapt, Stuttgart - Loga, Catwarstraft# 33 Hha», abanda 81« Uhr, apricht Gustav Seckbach Ober „Mc Ideenwelt Samson Kapkaei Hlrsdis“ Dianatag, dan 28 Sagt., Stuttgart-Loga, Catwar straft# 33 Hhs^ abanda 81.« Uhr, spricht Gemeindepfleger Dr. Martin Cohn Ober „Me wlrtsdMflihkc Krise der denlsdiea lade»" Wir bitten um zahlreiches Erscheinen t Gisste jederzeit willkommen 1 Alleinstehende Dame sucht berufstätige Dame als Angebote et. beten unter H. 100 an di« Temeindezeilung. Seidenstr. 6 Eck» Schio6«tr. /Tel. 229 79 EheanVaynung vermittelt im besten Kreisen eingeführte Dame. Offenen erbeten unter W. S. 713 an die (Kemrlndezrltung. Neben meiner Tätigkeit als Leiter des Instituts für Persönlidikeitsforschung habe idi nunmehr wieder Privatpraxis aufgenommen. Psychotherapie und Atmungstherapie von nervösen und seelischen Leiden Speziain niersuch ring bei Erziehung,-, Berufs, und EhesdtvierigkeUen Reinsburgstraße 34 / Fernsprecher 600 99 Sprechzeit: Montag bis Donnerstag ii—i3 Uhr sonst nach Voranmeldung Dr. med. Helmuth Blersch Nach langjähriger Ausbildung an der Olga- Kinder-Heilanstalt,Stuttgart (ärztliche Direktoren Prof. Ernst Müller, Geh.-Rat Fischer, Dr. Nast-Kolb), an der städt. Frauenklinik (Prof, ßaisch) und an der Orthopäd. Universitäts-Klinik München (Geh.-Rat Prof. Fritz Langel habe ich mich in Stuttgart, Reinsburgstrasse 1,1 als Facharzt für Chirurgie und Orthopädie niedergelassen. Telephon 64949 Sprechstunden: Montag — Freitag 11—12 Ith lauschte auf und hörte: Ich bin hier. Du suchtest mich, schau auf. ich bin bei dir — Und Gott ist mit mir hei,»gegangen. Das war die Quelle unserer Seelenleere: „Wahrlich, weil kein Gott in mir war. hat mich all’ dieses Leid betroffen (5. Mose ,1. 17>.“ Das ist die Seligkeit, die der Versöhnungstug ve rspricht: ..Gottes Nähe ist mein Glück (Psalm ". 28).“ Laß nn« />, dir heim, wir wollen heiinkehren. das alte Ziel ist wieder unser Sehnen (Klagelieder i. JO.“ Das möge die Losung und der Segen des Versiöhnungstages sei»! An unsere Korrespondenten und Leser! Wie immer, 90 sind wir auch im Neuen Jahre bemüht, über alle bemerkenswerten Ereignisse in Stadt und Land in anseren Blättern za beruhten. Wir bitten daher unsere Korrespondenten, anj ständig auf dem Laufenden zu halten und wären auch unseren Lesern dankbar, wenn sie durch Einsendung von Familien- und sonstigen Nachrichten, durch Meinungsduberungen und Anfragen an unserer dem Gemeinwohl dienenden Arbeit si<h beteiligten. Gemeindezeitung für die isr. Gemeinden Württembergs Stuttgart, Kasemenstraße Nr. 13 Wer Fremden Unrecht tut, sündigt gegen Gott. Eine Predigt der Nächstenliebe ans den Tagen des Talmuds. Im zweiten Samuelbuch wird von der Hungersnot in den Tagen des Königs David berichtet. Der König konnte sich das furchtbare UnglUdc, das drei Jahre lang das Volk peinigte, nicht erklären. Er befragte schließlich das Tempelorakel und erhielt die Antwort: „Das Leid ist über euch gekommen, weil ihr den Gibeonitern in den Tagen des Saul unrecht getan.“ Die Gibeoniter gehörten nicht zu den Söhnen Israels, sondern zu den heidnischen Emoritern. Aber Israel hatte ihnen den Eid geleistet sie nicht zu vernichten. Sutil hatte Jedoch bei der Hinrichtung der Priester von Xob sieben Gibeoniter töten lassen. Im Talmud wird diese Erzählung von der Sünde des Suul und ihrer Sühne durch König David Anlaß zu einer Predigt der Nächstenliebe gegen die Fremden. Im 8. Kapital des Midrasch zum 4. Buch Mose steht diese Rede, die in neun Lehrsätzen gipfelt. „Gott sagt: Mir sind die Namen der Fremden so lieb wie der Opferwein des Altars. Wenn jemand aus Israel einem Fremden Eigentum nimmt, ist seine Sünde so schwer, wie wenn er es an einem Israeliten getan hätte. Denn die Fremden gelten soviel wie die Israeliten. Gott liebt sie in hohem Grade. Er hat besonders geboten: Liebt den Fremden! Die Fremden sind voll geachtet, denn überall stellt die Heilige Schrift sie gleichberechtigt neben die Israeliten. Ja. Gott hält sich die Sünder in Israel von sich fern: die Fremden. die um seinetwillen zu ihm kommen, nimmt er an sein Herz. Als die Könige der Erde erfahren hatten, daß Gott befohlen: Wer einen Fremden beraubt, wird ebenso behandelt. als ob er einen Israeliten beraubt hätte, sprachen sie: Wo gibt es einen Gott gleich diesem Gotte, der die liebt, die ihn lieben, und der die Fremden an sein Herz nimmt, die um seinetwillen zu ihm kommen wie die eigenen Kinder? Als das die Könige der Welt hörten, erhoben sie sich von ihren Thronen und ehrten Gott. Sage nicht, daß alle diese Sätze sich nur auf die Fremden beziehen, die sich zum Gotte Israel bekannt und sich ihm angeschlossen haben. Sie gelten vielmehr auch von den Fremden, die das nicht getan haben. Gott läßt es nicht zu, daß ihnen ein Leid geschieht. Die Ehre Gottes also fordert. Fremde vor jedem Unrecht zu schützen, selbst wenn ihr Verhalten der Gerechtigkeit und Menschlichkeit nicht voll entspricht.“