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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1931-09-01 · 11 (1.9.1931) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
VIII (1931-1932)
Issue
11 (1.9.1931)
Date
1931-09-01
Page
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Dem Vorsteheramt gehen 4 Vordrucke für den Haushaltplan 1931 32 und 2 Vordrucke für ein etwaiges Unterstützungsgesuth zu. Hiezu bemerken wir folgendes: J. Was die Aufstellung der Haushaltpläne anlangt, so ist auf größtmöglichste Sparsamkeit, und soweit irgend tunlich, auf Ermäßigung der Gemeindeumlage Bedacht zu nehmen; doch soll entsprechend unserem Erlaß Nr. 123? vom 23. Mai 1930 die Schaffung bzw. die Stärkung des Betriebskapitals nicht aus dem Auge verloren werden. 2. Bei der Ausfüllung des Vordrucks ifir den Haushaltplan ’ ist folgendes zu beachten: a) Auf Seife 2 ist die Ziffer I 4 b) „Ausfall an der Landesumlage“ zu streichen. b) Auf Seite 3 ist am Ende der Ziffer III als neuer Posten einzusetzen: „13. Beitrag zum Betriebskapital“. Soweit ein solcher Beitrag nicht ans laufenden Mitteln, sondern etwa aus Einnahmeresten oder Mehreinnahmen des letzten Rechnungsjahrs gedeckt wird, vermindert sich um ihn der bei der Berechnung des Geldvermögens (vgl. unten Buchstabe c) auf der linken Seite des Vordrucks unter 1 bzw. 2 einzusetzende Betrag. c) Der Vordruck enthält auf Seite 3 unten Raum für die Berechnung des Geldvermögens. Diese Angaben sind genau auszufüllen und zwar nach dem Ergebnis der letzten vor dem laufenden Jahr 1931 32) abgeschlossenen Jahresrechnung. Dies dürfte heuer in der Regel die Jahresrechnung für 1929 sein. Das „reine Geldvermögen“ dieses Jahres ergibt sich durch Abzug der Ausgabereste und Mehrausgaben (rechte Seite des Vordrucks) von den Einnahmeresten und Mehreinnahmen (linke Seite des Vordrucks). Die vorletzte Spalte ist so zu lesen, wie wenn es statt des Worts „ergibt“ heißen würde „ergab“. Hier ist das ebenso berechnete reine Geldvermögen der vorletzten abgeschlossenen Jahresrechnung, also in der Regel wohl das sich aus der Rechnung des Rechnungsjahre? 1928 ergebende Geldvermögen einzusetzen. Durch Vergleich dieses Betrags mit dem Ergebnis der letzten vor dem Voranschlag abgeschlossenen Jahresrechnung ergibt sich dann die Vermögcnszu- oder -abaahme. 3. Der dem Oberrat vorzulegende Haushaltplan muß von sämtlichen Mitgliedern des Vorsteheramts unterzeichnet werden. 4. Gemeinden, die um eine Unterstützung nachsuchen wollen, haben ihren Haushaltplan nebst Unterstfitzungsgesuch unter Benützung des beiliegenden Vordrucks bis spätestens 6. September d. J. einzureichen. Später einlaufende Gesuche können nicht berücksichtigt werden. Im übrigen sind die Haushaltpläne nebst Steuerbeschluß bis spätestens Ende November d. J. in 3 Stücken vorzulegen. Dr. Hirsch. Israelitischer Oberrat. 'Stuttgart, den 20. August 1931. Nr. 2334. An sämtliche Rabbiner, Religionslehrer und Vorsteherämter. Betr. Gemeindercgistraturc-n. Neuere Wahrnehmungen lassen es geboten erscheinen, wiederholt auf die mit unserem Erlaß Nr. 1539 vom 10. November 1923 hervorgehobene Bedeutung peinlicher Ordnung der Geineinderegistraturen und außerdem der sorgfältigen Führung der verschiedenen Register, insbesondere der Gräber, sowie der sicheren und einwandfreien Aufbewahrung der alten Akten hinzuweisen. Die Herren Rabbiner ersuchen wir, nicht nur in ihren Sitzgemeinden, sondern auch in den Gemeinden ihres Bezirks bei Gelegenheit der Turnusreisen einmal iin Jahr sich lavon zu überzeugen, daß in diesen Beziehungen alles Erforderliche geschieht, und über ihre Wahrnehmungen jeweils dem Oberrat zu berichten. Dr. H i r s ch. Ablösung der Neujahrswünsche zu Gunsten des Fürsorgeamles und der hiesigen Israel. Wohlfahrtseinrlchlun^en. Es ist wohl überflüssig, von der Not in unseren verarmten Familien zu sprechen. Unsere Wohlfahrtseinrichtungen sind außerstande, den an sie gestellten-Aufgaben voll zu entsprechen. Es ist eine gute Sitte in Israel, der Armen und Notleidenden. vor der nahenden Festeszeit durch Spenden zu gedenken. Wenn jeder Gemeindegenosse nur eine Mark für Wohlfahrtszwecke opfern wollte, könnte schon unsagbar viel Not gelindert werden. Es ist eine Ehrenpflicht und zugleich ein Dankeszoll für die, welche noch in der glücklichen Lage sind zu geben, ejen Armen zu helfen. Glückwünsche, Beileidsbezeugungen, Danksagungen können nicht edier ajasgedrückt werden als durch Gaben für unsere Wohlfahrtseinrichtungen. Löse jeder seine Glückwünsche zum bevorstehenden Neujahrsfeste durch eine Spende zu Gunsten des Fürsorgeamt^s und der hiesigen jüdischen Wohlfahrtsvereine ab! Besser und schöner können wir nicht glückwünschen und das Neujahrsfest grüßen als dkrrh hochherzige Opfer für die Armen in unserer Gemeinschaft. . Das Stadthibbinat. Dr. Ri e g e r. v. Die Heerschau Gottes. Ein Vorspruch zum Neujahrsfeste. Alljährlich erlebt Israel um die Zeit der höchsten Feiertage ein Wunder im Alltag. Tausende, bis dahin fern und fremd jedem gottesdienstlichen Verlangen, kommen in Israels Gotteshäuser. Sie sprechen Gebete und singen Lieder aus einer anderen Welt, sie üben Sitte und Satzung im Widerspruch mit ihrer Lebenssitte. Und alles das in einer Zeit, in der man Tag für Tag Juden und Judentum in Wort und Tat lästert, in der die Verletzung des toten Juden wie die des lebendigen als Heldentat gilt, in der die Juden ein neues Martyrium durchdulden müssen. Ist es nur starre Konvention, nur träges Beharrungsvermögen, nur gedankenlos geübtes Herkommen, das diese Wendung zum Frommsein. diese Heimkehr zum Judentum alljährlich weckt? Das Wunder im Alltag hat seinen eigenen Sinn. Es ist die O f f e n b u rii n g des stillen Heldentums der Treue, des Heroismus der Anhänglichkeit, die in Israel lebt. Got t hält Heerschau, und Israel spricht: „Ich gehöre zu dir, ich bin dir treu, ein Kind deiner Wahrheit, ein Kämpfer für dein Wort, ein Priester deiner Erkenntnis. Vielleicht fehlt meinem Beten an den heiligen Tagen die rechte innere Glut, vielleicht ist meinem Liede sein heiliger Sinn nicht voll erschlossen. Aber verstunden oder nicht — es ist das Lied meines Gottes, der Hymnus Israels, das Bekenntnis seiner Gemeinde. der Eidschwur der Treue. lu Leid und Streit, in Not und Tod — wir gehören dir an. wir lassen dich nicht!“ Draußen im Leben sind sie Alltagsmenschen. Händler und Handwerker. Kaufleute ind Künstler. Menschen wie andere. In diesen Tagen sind sie Juden. Träger des altpn Adels. Ilitter des heiligen Banners. Kämpfer für Gott, Draußen sind sie Sklaven der Arbeit im Singsang und Gleichklang des Tages — in diesen Tu^en ist das Wunder der Bose von Saron an ihneii Wahrheit geworden, die am Wüstenrunde dorrt als ein Dornengewächs und die dann duften^ sich aufschließt. wenn der Morgentau sie bi-netzt hat. Verdorrte Seelen blühen auf. der Gotteshauch hat sie berührt. Prophetenodem hat sie umweht und der unter der Asche'des Alltags| verborgen glühende Funke ist Flamme geworden. Nein, es ist kein Lippendienst. keii| Fetischismus kein gedankenloses Beten und Singen, däs sie im Goteshaus eint — der Gluthauch der Geschichte. der Blutzwang der Väter u!nd Mütter hat sie ergriffen. Sie kommen, sich selbst zu erlösen. sich zu erbauen, sich Zu weihen und nehmen den Abglanz dieser Stunden wie Sonnenleuchten ins Leben. Sie hüben den Alltugsstaub von den Füllen gestreift und stehen! wie einst Mose auf heiligem Boden. Sie sind nicht mehr die Juden von gestern, die um den Gsosche» gemarktet. um den Pfennig, gefeilscht, sje sind d heilige Volk, die Gemeinde, der Bekenner Heerschar Gottes. " | Das ist das Wunder im Alltag: G o 11 11 e e r s ch a u" und alle kommet die Reihen der Gottesstrei z u o r d n e n. Möge die h e i I i i h n e n allen bringen! id das r. dne halt s i ch in t e r e i li - ge Zeit die ersehnte Heiligung QANZI ZIMMIREINRICHTUNQIN / KLRINMOBKL POLSTBRMOBIL / VORHXNOI / STOPP! USW. blatat In niedrigsten Preislagen bei bekannter Wertarbeit Hans F. W. Brauer, Stuttgart Ntoel u. Kunatgewertee, Oalsburgstr. Sa ce.e.o%a«om

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