Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- VIII (1931-1932)
- Issue
- 8 (16.7.1931)
- Date
- 1931-07-16
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/4904101-5442751-5443195--3145-4907154- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
- 83 - formalen Handlungen bedürfe, um dem Hause, insbesondere der Jugend. Religion wieder von neuem nahe zu bringen. Oder sollte Rieger wirklich die Strömlingen innerhalb der Jugend, die sich teils gegen alle formalen Bindungen, gegen alles konventionelle und alles Heberlieferte, teils gegen Religion überhaupt richten, nicht kennen? Und ein Weiteres. Alle unsere Organisationen, insbesondere die l' rauenorganisationen. sind und müssen religiös neutral sein. Heber das Mail der religiösen Formen und über die Notwendigkeit der einen oder der anderen Form besteht vielfach eine tiefgehende Meinungsverschiedenheit zwischen Orthodoxie und Liberalismus, und zwar nicht aus Bequemlichkeit, sondern aus weltanschaulichen und im Gewissen begründeten Gesichtspunkten. Innerhalb des Liberalismus wird mehrfach und mit Nachdruck die Anschauung vertreten, dal! ..Religionsgesetz“ ein in sich w idersprucJisvoller Begriff ist. Das kann nicht die Orillumiue sein, um die moderne Frauen sich su inmein. Zurück zu Religion, zu Familie! Nur von innen heraus, aus dem Bewußtsein des seelischen Bedürfnisses. über nicht mit rein äußeren Mitteln, kann das geschehen. Die Frömmigkeit der israelitischen Frauen in Aegypten bestand auch keineswegs allein in der HebungVder Religionsgesetze. sondern in der religiösen Verantwortlichkeit. die sie für Gegenwart und Zukunft Gott und Menschen gegenüber.empfanden und trugen. - Jüdischer Frauen-Bund, e. V. * Statt einer Kntgegnung auf die hier wörtlich abgedruckte Antikritik des Jüdischen Frauenbundes e. V. drucke ich noch einmal den Teil meines Leitaufsatzes ab, den der Frauenbund angreift. Sein ungebrochener Wahrheitswert wird gerade durch die Polemik des Frauenbundes klar beleuchtet. Die Judenheit braucht eben nicht politische, sondern religiöse Frauen. Ohne die politischen Frauen ist es im Judentum Jahrtausende lang recht gut gegangen. Fs ist aber nicht besser geworden, seitdem wir die Spezies ..politische Frau“ besitzen, jedoch schlechter, seitdem die Zahl der religiösen Frauen abgenommen hat Wenn der Frauenbund diesen Satz in sein Programm aufnimmt, dann ist diese Aussprache nicht ganz wertlos gewesen. Stuttgart. 21. Juni 1931. Stadtrabbiner Dr. Rieger. Auszug aus dem Leitartikel ..Krisen...“ der Gemeindezeitung (s. Jahrgang VIII S. 19): Hnd dieses Judentum ist nicht nur eine schöne Theorie. Es ist sein Stolz und seine Tragik, daß es gelebte Religion sein will. Diese Verlebendigung der Religion ist uns verlorengegangen. Wir haben sie in ihrer Bedeutsamkeit nicht begriffen. So seltsam es klingen mag: es gibt -hier nur einen Weg. den Rückweg zu den Quellen, die Heimkehr zu den Müttern. Wir müssen das Verlorene zurückgewinnen. Hier beginnt die geschichtliche Aufgabe der modernen jüdischen Frau Der Mann mag in vielen Fällen die Mitschuld an der Eutjuciung des Hauses trugen, in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle ist sie von der F rau verschuldet. Sie hat eben so viele Interessen. Bildupgsinteressen. ästhetische und politische, daß sie schließlich keine Zeit mehr für die Erhaltung des Hauses im Judentum erübrigen kann Es fehlt den jüdischen Frauenbünden ein ideales Arbeitsgebiet. Hier ist es offen! F"rauenvereine. Frauenbünde und Schwestern Vereinigungen sollten das jüdische Religionsgesetz in ihren Arbeitsbereich eiubeziehen. Statt der Strohfeuer. am die sie sich drängen, sollten sie das heilige Orifeuer der häuslichen Religiosität schüren und wahren. Schenkt, schafft euren Kindern. eurem Hause das jüdische Erlebnis! Selbst der Meister im Religionsunterricht kann nur Stimmungen wachrufen, die sich schließlich verflüchtigen: er kann im besten Falle Erschütterungen wecken, die schließlich doch verzittern. wenn nicht die Theorie des Unterrichtes durch die Praxis des Hauses gesichert wird. Das aktive und passive Wahlrecht zu der Gemeindestube in Ehren! Man kann zweierlei Meinungen hegen, vielleicht auch die ketzerische, daß es in den Ge meindestuben ohne die Frauen geht. Aber in den Häusern geht es nickt ohne ihre Betätigung. Die Frau hat sich dieser Verpflichtung immer mehr entfremdet und so die katastrophale Entjucfung des Hauses mit verschuldet. Es ist an ihr. eine schwere Versündigung wieder gutzumachen. Der Talmud fragt, wodurch sich eigentlich Israel der Erlösung aus Aegypten würdig erwiesen hat. und gibt darauf vielerlei Antworten." Sicher nicht die schlechteste ist: Um der Tugend der jüdischen F'rauen willen wurde Israel erlöst. Die deutsche Judenheit zeigt alle Verfallserscheinungen. unter denen die ägyptische Judenheit zusammengebrochen. Der Aufbai ist nur möglich. wenn wie damals alle Teile. Männer und Frauen, die Alten und die Jungen an ihm mit w irken. Schöne Redensarten und wortreiche Deklamationen können heute so wenig wie damals helfen. Soll das Judentum siechen und sterben oder gesundem und leben? Die Krisis hat ihren Höhepunkt erreicht. Wir stehen vor einer Katastrophe. Wer es e h r I i ch mit seiner Ge meinschaft meint, der tue seine F h r e n p f I i di t J Saison-Ausverkauf Preise niedriger wie je: Reise-Kleidung Wochenend-Anzüge 19.50 Sport-Anzüge 29 50 Sport-Sakkos - 19.50 Sport-Hosen 7 50! Sport-Pullovers 2 95 Sport-Hemden 2.75 1 Sport-Strümpfe 1.75 | Sport-Schuhe 15.80 | reit me vor Büchsenstraße 12-14 | Das Lehrhaus besucht alte jüdische Gemeinden. Die Leitung des jüdischen Lehrhauses hat auch in diesem Jahre wieder eine Fahrt nach alten jüdischen Gemeinden veranstaltet, die der geistigen Bindung der Juden Stuttgarts mit der ländlichen jüdischen Bevölkerung diehen sollte. Es hatten sich am 21. Juni 60 Mitglieder und Freunde des Lehrhauses eingefunden, die von zwei Autobussen durch das Land gefahren wurden. Zunächst ging der Weg nach der alten Landgemeinde Buttenhausen auf der Alb; die Fuhrt durch das blühende Neckartal war schon ein wirklicher Genuß. Das Vorstejieramt in Buttcnhuiisen bereitete den Lehrhausrhitgliedern einen herzlichen Empfang. Dann begab man sich io die jüdische Volksschule, woselbst Oberlehrer B e r I i n g e r den Besuchern die Sammlungen und die interessanten Wandtafelzeichaungen erläuterte. Hier werden die Kinder wirklich von jüdischem Leben und Geist umgeben. Jeder Besucher nahm von hier viel Erfreuliches mit. Es ist aber traurig, daß diese Schule heute nur noch V« TV J5523? Ihren Bedarf In Photo- Radioand Schallplatton decken Sie am beeten Im Spezialhaus m Stuttgart Wllholm VOriVlfl f Milltlretr. 32 Dae Haue der guten Bedienung und Beratung Frlodrlch Wohlgomuth 3»*cnuus|trat* M, ScL fl20 ZI «enflHext z «Utrrrt Tlgllch frisch«, Kaff«« ». XwftbM Auf w»,fch aich bte JB,t« fr«! l,»tz»U» («litfcrt Bmksckralbebficker m -NOCll weil Mehflufe-Ftnilire unter der Lupe lauen pelnlldut exakte, Arbeiten erkennen. Verlangen Sie bitte Angebot SpaaUl-Aafertigaagen In Jadar gew. Aasfflhraag hmkicfenlMttvraMk Willy Cantz Kerewflithflla ALBERT WEILER. >»«100.3 beim Naokartor - Tele«, «ssas Auto-Reparaturwerkstatt« flr all« lyitflaa Prompte Bedienung z Wagenpflege Oaragen Tanket« He« WERBET für die Gemeinde- Zeitung! iinsec Saison* Ausverkauf eine Sensation-! Damenhüte / MAdchenhüte / Kinderhüte Sport- und Reise-Hüte / Mützen! Sensationell die enorme Auswahl nur hochmoderner Waren Sensationell die nur einen kleinen Bruchteil des Wertes qusmachenden enorm billigen PreiseI Gerade soviel, daß man nicht sagen kann: UmsonstI — Einige Beispiele: 800 garnlarta Daaiaa-HOta, nur hochmod., schöne Stücke der letzten Saison. Reguläre Preise bis M.15.- Jatzt 3 Emheltspr. -.95 2.95 4.95 MOtzan Mk. -.95 1.45 2. 2.45 SM alagaata Damaa-HOta, nur das allerbeste in Slsol, Panama, Pedalin. Reguläre Preise bU M. 35.- J«tzt3 Einheltspr. 8.7513.6016.50 Kappan Mk. 1.45 2.45 3.- 4.75 Auf eAmtllche ganz neue Filz-, Haar- und Fantasie-Uebergange-HOte und Kappen, wahrend doe Ausverkaufs so'/, Rabatt 7IlodeAam!fai&ch,1ttacie$isUaße36 DAS-FÜHRENDE SPEZIALHAUS FÜP ELEGANTE DAMENHÜTE BAUG ESC HAFT HESELSCHWEIIDT u. SCHMITT STUTTGART WILHELMäBAU FERNSPRECHER Nr. 226 28 AUSFÜHRUNG von BAUTEN aller ART JNGEN IEU RBpRO