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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1931-07-16 · 8 (16.7.1931) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
VIII (1931-1932)
Issue
8 (16.7.1931)
Date
1931-07-16
Page
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- 82 — Qlass <L H}els Stuttgart / Mittnachtbau Saison - Ausverkauf Der Jüdische Frauenbund zum Artikel „Krisen ..." Kino Erwiderung. Hie (.i MH'iiiiie/eitim^ für dir-israelitischen Grrt,eiinleii \\ lirltt-riilier::' vom 16. April >9't brachte eiii.n -rl,r!e<> II-VX,-rteu Aufsatz .de« Stadt rabliinei - Dr. Kiefer ./Krisen ..In diesem Auf »alz interes-iert uns Krauen pan/ besonders. daß er -idi unter vc-r-chirch-nen Gesichtspunkten mit Korden,Upen und. \ ,>r-»hläirrn und in jiosjliver und r:.epati\ er Kritik fa-t ausschließlich an die: I t.men wendet. Der Aufsatz fordert den Wider-I sjmid! der f rauet, heraus. Der Verfasser macht! -ich die >.,die mit der Xus^liließliihkeit seiner! Krndernnpen 'ehr leid,!, aber er läßt dabei pan/ ander Acht. daß eine so xollstandipf Umstellung: eineteileder Hex dlkerunp pur Itiiht denkbar! ist. wenn niiht verlier die \ oraiis-et/unpen für: die (.e-.mitlieit einen Wandel erf.jiren haben. I U.ier fordeit. i-t in dieser Form albsolut Phan-I ia-ie und Utopie. Die moderne Frau auf' das l lauallein be->hr.ii,keu. -ie gewissermaßen ins Hauciii'ihlieHen wollen, würde Nicht nur be-j deuten, ihr eine I lille von BetatipunpspebietenJ nehmen, -ondi rn ewiirde ihr auch erheblichen: -ei li-ihen .siluidi n /ufiipen. In preßen Schichten) uu-erer jndi-ch< n Bevölkerung. auch »len gesam u i, Mittel-tand umf.i—>-nd. stellt die f rau heute!„ I rwerb und Beruf. Die wirtschaftlichen Verhältnis-»- halten' zum preßen Teil diesen Wandel x ern i-<i»ht. aber -ie ni«ht allein. L eber die wirt- -»haltliihe Noiv»eudipkeit hinaus, ist es eine -elb-tver-tandliihe Korch-rung geworden. daß jede- Mäd»hen naih Beendipiinp der Schulzeit einen Beruf erpreift. Und diese Tatsache pibt der |- r.iu »-inen anderen Aufbau der Persönlichkeit. ein -t.ii kere- Gefühl der Selbständipkeit and \ i iantwortlichkeit. Gewiß i-t die Sorpe für Hau- und Familie der natürlichste Teil der I i.iiieiipflidneit. aber -ie füllt nur in seltenen l allen da- Idien der Frau au-. Die proße Leistung der Frauen auf sozialem >!. . te I-t in neuerer /eit. wie wohl auch Rieper anerkennen wird, keine-XXeps zum Schaden der VID> in, inln-it. erheblich gewachsen. Und von liier anvollzieht -ich der Lebergang zu der l.i-i-tuup der I rau im öffentlichen Leben. Man kann über die Au-dehnunp des Wahlrechts ver- -»hiedener Meinung -ein. Aber man wird nicht put da» weiblich»' (,1 schlecht vom Wahlrecht ausschließen können, wenn die zwanzigjährigen Jünglinge wählen und gewählt werden dürfen. Die Frage, ob es zweckmäßig gewesen ist, die bisher ganz unpolitischen Kreise, darunter auch die große Mehrzahl der Frauen, auf einmal aktiv und passiv wahlberechtigt zu machen, steht gar nicht zur Diskussion. Aber es wäre ein Wider- -inn. den Frauen das Mitbestimmungsrecht in der Politik, in Reich und Staat zu geben und sie von der Mitbestimmung innerhalb der religiösen Gemeinschaft auszuschließen, in der es glücklicherweise nicht nur darauf ankommt, daß korrekt verwaltet wird, sondern vor allem darauf, »laß religiü-es Leben und religiöse Erziehung einen Mittelpunkt in der Gemeinde finden. Riepe rs Aufsatz zeugt von einer vollständigen \erkennung der geschichtlichen Entwicklung der Tendenzen und Leistungen der jüdischen Frauenvereine. deren manche Jahrhunderte hindurch bestehen, und des Jüdischen Frauenbundes, dem 60 (*>(> jüdische Frauen in Deutschland angehören. Die katastrophale Futjudnng des Hauses und. wie ich hinzufiipen möchte, der gesamten An- -ihauunp-welt (oder auf schlecht deutsch: Mentalität, nur oder auch nur überwiegend daraus herzuleiten, »laß die Frauen vor lauter ,.Bil- »limps-. ästhetischen und politischen Interessen“ keine /eit mehr für die Erhaltung des Judentumim Hause haben, heißt doch, das ganze!Problem auf eine gar zu einfache Formel bringen und dabei nur das Fragezeichen verschieben. Denn es entsteht die Frage, ob überhaupt und warum dann die moderne jüdische Frau alle diese anderen Interessen den häuslichen jüdischen Interessen voranstellt. Und diese Frage erheischt zu ihrer Beantwortung eine erheblich gründlichere Erörterung der Wandlung in der Stellung der Frauen überhaupt und der gesamten geistesgeschichtlichen Entwicklung seit der Eingliederung der Juden in die allgemeine Kultur. als der Artikel zeigt und voraussetzt und als sie darum hier gegeben werden kann. Es ist auch ein psychologischer Irrtum zu glauben, daß die von allen anderen Interessen mehr oder minder losgelöste und ausschließlich oder überwiegend auf das Haus beschränkte Frau auf ihre Familie einen wirksameren Einfluß haben könnte. Mehr als je gilt jetzt das biblische Wort, daß die Frau dem Manne eine ebenbürtige Genossin und Gehilfin sein soll — und die Frau, die die Interessen des Mannes kennt und teilt, wird das Familienleben und die Familieneinstellung stärker beeinflussen als die. welche nur ..ins Haus gehört“. Das alte Kächensprüchlein ..Dein Haus sei Deine Welt“ hat sich für die jüdische Frau wie für alle denkenden und fühlenden Frauen -»hon längst verwandelt in ..die Welt sei Dein Haus". Denn durch die Frau, wie aus schriftlichen und mündlichen Berichten von Gemeindeverwaltun- Bericht des Israelitischen Fürsorge' amtes über den Nonat Juni 1931. Sprechstunden der Fürsorgerin: Sonntag» Montag, Diens-l tag, Donnerstag, Freitag/ Mittwoch vorm. W-lBi Uhr nachm, von 3—5 Uhr Kleideraasgabe: nur Dienstag nachm, von 3—4 Uhr Das Israelitische Fürsorgeamt hat im Monat Juni 1931 unter Mitwirkung der an geschlossenen Wohltätigkeitsvereine für unten genannte Zwecke folgende Beträge zur Verteilung gebracht. Laufende Unterstützungen .... Mk. 1495.34 Einmalige Unterstützungen.... „ 987.14 Gesundh.- und Erholungsfürsorge . „ 371.40 Jugendfürsorge.„ 258-47 Wanderfürsorge.. 358.54 Der Sprechstundenbesuch umfaßte 254 Beratungen: im Außendienst wurden 72 Besuche bei Familien und Behörden gemacht Spenden erhielt das Fürsorgeamt von: Herrn Willy Elsas; Isr. Verlagsanstalt in Form von Kostennachlaß; Frau Berta Rosenfeld; Sühneamt aus einer Buße; Herrn Rechtsanw. Dr. M. Strauß, aus einer Rechtssache; Herrn Konsul Max Straus, anl. seines 70. Geburtstages; Herrn Alfred Wolf,' Stuttgart, und Herrn Julius Wolf, Zürich, anl. Jahrzeit für ihre Mutter; Herrn Wurm. gen hervorgeht, sind allein Lösungen gefunden worden, für die unendlich vielen und schweren Aufgaben, die aus den schwierigen soziologischen Verhältnissen in den Gemeinden sich ergeben. Hier braucht nur allein an die Folgen des Krieges und der Nachkriegsjahre, an die Frage der gefährdeten Jugend erinnert zu werden und an die der Fürsorge für Kinder und Jugendliche, deren Gesundheit uns ebenso besorgt macht wie die Wahl ihres Berufs. Darum ist die Ansicht durchaus zurückzuweisen. daß die jüdischen Frauenorganisationen ihre Mitglieder nur um ..Strohfeuer sammeln“. Die soziale Arbeit, die den Inhalt der Bestrebungen der meisten dieser Organisationen bildet, kann wohl nicht als Strohfeuer bezeichnet werden. Daneben haben sehr viele Frauenorganisationen, Ortsgruppen, Provinzialverbände usw. des Jüdischen Frauenbundes wiederholt Veranstaltungen getroffen, um jüdisch-religiöse Belehrung und Festigung zu schaffen. Daß dabei die häusliche religiöse Uebung nicht unberücksichtigt bleibt, zeigen z. B. die Sommerschulen des Jüdischen Frauenbundes in Bad Dürkheim und die des Schlesischen Provinzialverbandes 1930. In der ersten war das Thema „Religion und Beruf“ in der zweiten ward eines der Themata „Die jüdischen Feste“. Die Bedeutung der religiösen Form ist rückhaltlos anzuerkennen. Aber aus Riegers Worten spricht eine sehr bedenkliche Ueberschätzung der äußeren Uebung. Kaum etwas ist gefährlicher, als die Selbsttäuschung, daß es nur irgendwelcher Sh WflrtlemlKrt «es Bndes «er juF «nippe« I« „letdMverlM«« «er )■«. JaBeadveretae Ocafstklaads“ An die jüdische Jugend Württembergs im Alter von 9—16 Jahren! Stärker als je zwingt die Not der Zeit die jüdische Jugend zum Zusammenschluß. Der Bund der Junggruppen ist als neutraler Bund am besten in der Lage, die jüdische Jugend in seinen Reihen zu organisieren. Seit mehreren Jahren ist er im jüdischen Gemeindeleben vor allem West-u. Mitteldeutschlands ein belebender Faktor. Leider aber nicht im entsprechenden Maße in Württemberg. Der Gau Württemberg hat sich daher entschlossen. weitere Ortsgruppen ins Leben zu rufen. An Dir, jüd. Jugend Württembergs, liegt es nun. uns zu helfen! Der Bund erzieht seine Menschen auf unpolitischer Grundlage zur Verantwortung u. Entscheidung. Er ist die beste Schule für Deinen späteren Lebensweg. Darum: Tritt in unsere Reihen! C h a s a k! Die Gauleitung des Gaues Württemberg Hans Kirchheimer Näher. Ober d. Bund sowie Gründung von Ortsgruppen d.: Hans Kircfeheimer, Hellbr. a N.tFriedenstr.23L G> Berfbold Anerbadt-Vereln Dienstag, den 21. Juli 1931, Stuttgart-Loge, Calwerstr. 33 Hhs., abends 8'/« Uhr Aussprache - Abend „Was erwartet die Jugend vom modernen Religionsunterricht? * Referent I Lao Hirsch, Cannstatt Korreferent: Lehrer Siaofriad Weil, Esslingen * Dienstag, den 26. Juli, Ort und Zeit wird im Vereinskalender des Tagblatts vom 24. Juli bekanntgegeben, Gemütlicher Abend mit künstlerischen Darbietungen Wir bitten um zahlreiches Erscheinen. Gäste jederzeit erwünscht r .. und abends ins. Cafe Maimann Seidenstr. 6 Ed<sSchioS*tr./Tel.22979 XBBE r Ich Obe meine Praxis jutzt Marlunatr. f B (Wilbulmsbau) aas Dr. mad. POiSCr Facharzt ftr Haut- und Harnleiden Nouor Perarnf S. A. 2*122 ' pf. Sander' jetzt Königstraße 41 v 10—1, 3—6, Sa. 10—2 . 2-3 junge «ottfletrte fisix, ragenetmes, keh«,licht» &eim kei »OfifiäsHirr Strafte«**«- «nut Utrtt AKraSatfer, Ctntieort, Hstzaftzntzs 8B fest. 6«&d«er 2>amem»lat» •er ker Orgel. ratsL esch ventrale» «s Verpachten. Näheres OtgeRzehe 42. l. 3S«omS grOnleiti, perfekt is UsdUches tBlrasrkeiten,finale Sleraserahte „k Scheefktrafchine. gleich erfskre, is ker jüdische, Rüche, tu«« uretümrtr etrKr m Bür» Oker eis tzs,Ht»chter. Offerte, rekele, ratet 3. L. «34 ra kte <Benetnke|eHra(.

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