Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- VIII (1931-1932)
- Issue
- 5 (1.6.1931)
- Date
- 1931-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
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ken. daß der Abend wenigstens bei den zahlreichen nichtjüdische» liürern einen guten Kindruck (unterließ und uuch den anwesende» Nationalsozialisten zeigte, daß die Argumente jüdischer Abwehr auch dann die gleichen sind, wenn sie im eigenen Lager hcruufheschwnrcn werden. — Dr. Walter K i n s t e i n besonders wies unter stürmischem Beifall den entscheidenden Widerspruch in Licblichs (jedankengebüudc - Forderung zum willeiismüßigen Ilandein und Negierung der Willensfreiheit dessen Unhaltbarkeit schon früher auch au dieser Stelle' durgetan wurde. nach und fand auch für die religiöse und politische Seite des Problems treffende Worte. Weiter sprachen Krau Dr. lionem, Dr. Jacques Wuitz. feldcr. Dr. Willy S ch w a r z . Leopold .Marx und Kubbincr Dr. Buinberger. \ ier weitere Redner konnten nicht mehr zu Wort kommen, du der ..Bund für neues Judentum' den Saal nur bis 21 Uhr gemietet hatte. Warum er über angesichts der Situation den Saal nicht sofort ucitcrmictctc und so dem llauptrcferenten wie l)r. Lieblich die Möglichkeit gab. sich zur Aussprache zu stellen — das bleibt (•eheimnis der \ eruustalter. - Lediglich Dr. Lieblich sprach in aller kürze noch einige Schlußworte, in denen er zum Ausdruck brachte, daß die geistigen Widersacher der Masse von dieser immer ..gehaßt“ würden — was selbstverständlich erregte Protest rufe auslöste—, «laß man sich wieder einmal nicht verstunden hätte usw. Alles in allem: Der ..Bund für neues Judentum" hat unter wenig glücklicher Kahne gekämpft! Die Unhaltbarkeit seiner Problemstellung hat er durch diesen Abend schlagend lM>Hirsen. ||a„s Lternhein,. Aus dm Qememdm 'lüädteHt&ecgs. Stuttgart. Sitzung des Vorstehera m t e s am 2 0. Mai. Die Sitzung wurde durch den Vorsitzenden O s k a r R o t h s ch i I d mit der Mitteilung eines Erlasses des Oberrates wegen der Anstellung eines unständigen Lehrers (ür die Stuttgarter Gemeinde eröffnet. Der Vorsitzende ergänzte diese Mitteilung durch den Bericht einer Rücksprache mit dem Vorsitzenden des Oberrates, der ihm die Zusicherung gegeben, daß der Kandidat dein Vorsteheramt vor seiner Anstellung vorgestellt werden soll, und daß der Kandidat befähigt sein soll, eine Chorstelle zu bekleiden und den Gottesdienst an den hohen Feiertagen wahrzunehmen. Oberrechnungsrat Meyer teilt zum Nachweis der Notwendigkeit einer neuen Lehrkraft eine Statistik der Kinder im religionsschulpflichtigen Alter mit. Aus dieser vorerst noch unvollständigen Aufstellung geht hervor, daß 27 Kinder, Schüler der Wilhelmsrealschule, der Heidehofschule, des Olgastifts, der Waldorfschule, der Charlottenrealschule, der evangelischen Wagenburgschule und mehrerer Privatschulen zurzeit ohne Religionsunterricht sind. Von den Lehrern erteilt der Stadtrabbiner 12 Stunden, Rabbiner Dr. Auerbach 17 Stunden, Religionsoberfehrer Adler 6 Stunden, Religionsoberlehrer Adels- - 55 - hei m e r 2» Stunden, J a f f e 22 Stunden, so daß noch Stunden innerhalb der Pflichtstundenzahl von den Lehrern erteilt werden können. Allerdings müsse* darauf hingewiesen werden, daß es zumeist schultechnisch nicht möglich ist, diesen Unterricht innerhalb der für diesen vorgesehenen Zeit mit den bisherigen Lehrkräften zu erteilen. Demgegenüber bemerkte der Stadtrabbiner, es müsse erstrebt werden, daß der Religionsunterricht tunlichst in den Schulen innerhalb der für den Allgemeinreligionsunterricht bestimmten Unterrichtsstunden gegeben wird. Diese Anordnung erscheint ihm vor allem für die jüngsten Schüler geboten, für die der Schulweg zum Gemeindehaus mit den Gefahren der Großstadt verbunden ist. Ohne eine neue Lehrkraft ist die Durchführung dieser Anordnung unmöglich. Vor allein aber ist eine neue Lehrkraft für die gebotene Neuorganisation des hebräischen Elementarunterrichts unentbehrlich. Die Ausnützung der im Volksschulgesetz vorgesehenen dritten Religionsstunde für das Hebräische sei nicht mehr aufzuschieben. Schließlich sei die Einführung einer jungen Lehrkraft auch deshalb zu empfehlen, weil erfahrungsgemäß die Jugend jugendlichen Lehrern gegenüber im Religionsunterricht besonders aufgeschlossen erscheint. Die geldliche Belastung der Gemeinde darf so bedeutsamen Vorteilen gegenüber keine Rolle spielen. Zur Frage nehmen Weil, Dr. Flege n h e i m e r , E s s i n g e r und Lev! Stellung. Die Mehrzahl von ihnen weist darauf hin, daß mit den vorhandenen Lehrkräften wohl ausgekommen werden kann und es fraglich ist. ob durch eine neue Lehrkraft tatsächlich der Idealzustand herbeigeführt werden kann, daß alle Schüler Religionsunterricht erhalten. Ludwig Stern verlangt den neuen Lehrer besonders für die auch ihm geboten erscheinende Erweiterung des hebräischen Unterrichts. Schließlich billigt die Versammlung grundsätzlich die Anstellung eines unständigen neuen Lehrers. Sie erwartet zuvor noch die Aufstellung eines Organ isationsplanes über die neue Verteilung der einzelnen Unterrichtsbetriebe bei Einführung der weiteren Lehrkraft. Der Vorsitzende teilt eine weitere Zuschrift des Oberrates über die llebernahme einzelner Turnusreisen durch die Rabbiner Dr. Ri eg er und Dr. Auerbach mit: infolge der Erkrankung des Dr. Be ermann und Dr. Re r I i n g e r seien Vertretungen in einzelnen Bezirksgemeinden notwendig geworden. Der Vorsitzende hat bereits e ine grundsätzliche Zustimmung gegeben, wenn durch diese Vertretungen keine Störung des Unterrichts in Stuttgart eintritt und die betreffende» Rabbiner an den in Frage kommenden Sabbathen dienstfrei sind. Der Vorsitzende gibt sodann Bericht über die Jahresversammlungen der jüdischen Wohlfahrtsvereine, an denen er in se iner Eigenschaft offiziell teilgenommen, und über die Sitzung des Fürsorgerates. Seine dort geäußerte Ansicht, daß die Fürsorgerin der Gemeinde oder eine andere vertrauenswürdige Persönlichkeit zur I erhütnng von Doppelbewilligungen von allen Vereinen über die von ihnen gewährten Unterstützungen unterrichtet sein müsse, eine Anschauung, der übrigens fast alle Vertreter der Wohlfahrtsvereine unbedingt beigetreten, hat zu einer Entgegnung des fsr. Frauenvereines geführt, der durch eine solche Mitteilung seine Arlarlanvarkalkang, hekar Blutärack? Unübertroffene Heil wirk uns durch die echten, last geruchlosen „tttorms“ Für Zuckarkraaka alle einschlägigen Nähru. Kräftigungsmittel Spaaial-«Untat. Qaaundhaitataa 1 Wörishofener Kräuterhaus a.». *. h. Stuttgart, a. Bollwerk, Saldeaatr. 1, Tal. M172 Selbständigkeit beeinträchtigt glaubt. Er teilt weiter mit, daß in der Hauptversammlung des L.I.W. über das gegen Essinger beantragte Mißtrauensvotum Sanitätsrats Dr. Weil zi|r Tagesordnung übergegangen worden ist. Dr. FI e g e nheimer nimmt zu dieser Angelegenheit Stellung und erklärt, daß auch er den Eindruck gehabt, als ob bei der Behandlung des-Frl. Weil während ihrer Tätigkeit im Fürsorgeamte bestimmte Vorurteile obgewaltet. Essinger weist diese Behauptung entschieden zurück- Die Tätigkeit von Frl. Weil sei stets anerkannt und gewürdigt worden (was auch aus dem Bericht der -.Gemeindezeitungdeutlich hervorgeht|. Den Bericht der Finanzabteilung erstattet Le v i. Er behandelt mehrere bauliche A usbesserungen an den Gemeindehäusern und an der Orgel und erbittet Zustimmung zu einigen Bewilligungen an Vereine und Organisationen. In diese m Zusammenhänge berichtet Dr. Tänzer,' daß die Verhandlungen über die Mietung von Räumen für das Jugendheim erfolglos goblieben. Im Auftrag der triedhofsabteilung behandelte Weil einen Antrag auf Herabsetzung der Gebühren für Bestattungen. Die Gebühr von 40 Mk. soll noch bei Gemeindemitgliedern erholten werden, _ die bis?(l Mk. jährliche Gemeindesteuern entrichten. Ebenso sollen die Gebührei für die Totenwache herabgesetzt werden. Die Vorschläge finden die Zustimmung der Versammlung. Der Berichterstatter gibt endlich noch Mitteilung über den Abschluß der Erneuerungsarbeiten auf dem alten Ifoppenlaufriedhof.! In den Gemeinden Essen, Dortmund, Nürnberg usw. haben in letzter Zeit Aufklärungsjvorträge in der Synagoge stattgefunden, die nach vorliegenden Berichten einen großen Erfolg {gezeitigt haben. Der Stadtrabbiner berichtet im [Auftrag der Gottesdienstabteilung über eine Aussprache wegen solcher Vorträge mit Vertretern;der hiesigen Abwehrvereine, die sich ausnahmslos für solche Veranstaltungen ausgesprochen hj der Versammlung werden aber so leb denken gegen die Hergabe des Göltest, öffentliche Vorträge geäußert, daß die Frage .vorerst zurückgestellt wird. Schließlich berichtet KieLe über dje letzte Wohlfahrtsratssitzung. Der Vorsitzende macht bei dieser Gelegenheit davon Mitteilung, daß Frl. Fanny Scheuer sich zurzeit eiije Krankenschwesterausbildung aneignet, um na|ch deren Abschluß als Gemeindeschwester hier tätig zu sein. An die öffentliche Sitzung schloß sich eine nichtöffentliche Beratung an. Stuttgart. Beim 10. Jugendnachmittag des C e ntral- \ ereins. der am 2. Mai stattfjand. behandelte Fräulein Dr. J u I i e M e y er ans Nürnberg das Thema „\V e i b 1 i ch e ii n d Tm iinnliche Jugend im öffentlichen jLeben imsios cur haben. In inafte Be hauses für Phofoapparaie Phofobedarf PtaoIoarbeUen [*• * Filiale PrteirldslMfea Ein Kind Höhen: sonniger ff Durch Feinheit, Aroma, Ergiebigkeit und PreiswOrdigkeit bezwingt das Sonnenkind Herz u. Gaumen der Stuttgarter Hausfrau. Auch Sie werden eines Tages „H 0 L A N K A“ Hochland - Kaffee trinken. Warumnichtschor heute? Hochland-Kaffee-Mischung schon vbn Mk. 4-70 an HOCHLAND SfeÄ Könlgstr. 45 (b. wilbeimsbau). Ruf 2oi 58/59 Llafarung jtdas Quantum« f r• I Haut durch; Ellwagan Ginnten für (ebe JBrlffciibttt Mffncb, empfiehlt Sc* »akftr. 100 (k. 0Mlcrliag(t). Aldo Miete / Wastkea a. kkailerea ' Reparatur-Werkstätte Alfred SchOsslar I Lndwtgstr.M / Tclcloi (M4T ALBERT GRUNINGER Hoch- und Tiefbau QEBELSBERGSTR. 19 / STUTTGART / TEL. 70320 Kopfschmerz ZattfuchmarMA. Rheuma dicht. Grippe. Erkälteng tSStaaOMVbclkaMm