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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1931-05-01 · 3 (1.5.1931) · p. Seite 31

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
VIII (1931-1932)
Issue
3 (1.5.1931)
Date
1931-05-01
Page
Seite 31 (sequence 3)
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1 f - 31 - Bericht des Israelitischen Fürsorgeamtes über den Monat Marz 1931. Spredistnnden der Fürsorgerin: Sonntag, Montag, Viens-> tag, Donnerstag, Freitag) Mittwoch vorm. 9J4—11)4 Ulir nachm, von 3—5 L'lir K I e i d e r a u s g a h e : nur Dienstag nachm, von 3 4 L'hr F.rbgut iiinl FIigc*nvvc*rt. Blut und (leist sind nicht G<*gc*nsiitz<*. sie sind, geschichtlich geschaut. imteillmrr l.itiheit. Der Frevels dieser Einheit ist eins Dasein des Judentums. Der kluge Ludwig Mond. Von Dr. Leopold Heinemann. Das Isr. Fürsorgeamt hat im Monat M ii r z 1931 unter Mitwirkung der angeschlossenen Wohltätigkeitsvereine für unten genannte Zwecke folgende Beträge zur Verteilung gebracht: Laufende Unterstützungen . . . Mk. 1 588.45 Einmalige Unterstützungen 1090.54 Pessachgaben und Mazzen .... „ I 010.86 Gesundh.- u. Erholungsfürsorge . . „ 81.76 Winterfürsorge. 525.67 Jugendfürsorge. 225.40 Durchreisende. 391.56 Der Sprechstundenbcsuch umfaßte* 267 Beratungen: im Außendienst wurden 52 Besuche bei Familien und Behörden gemacht. Einmalige Spenden erhielt das Fürsorgeamt von: Herrn Rabbiner Dr. Auerbach: Herrn Julius Guggenheimer, Jahrzeitspende: Herrn Louis Hirsch, statt einer Kranzspende für den verst. Herrn Reg-Rat Dr. Niirdlinger; Herren Eugen und Louis Hirsch, zum Andenken an einen verst. Freund: Israel. Verlagsanstalt, in Form von Kostennachlaß: Herrn 8. Münzesheimer, Jahrzeitspende; N. IS.; Herrn Senator Edgar Pick; Herrn Oberrechnungsrat Meyer: Herrn Dr. ß. Rosenberg; Schüler Erich Simon. |>betc‘ii Kliii. dei1 das Herz der Väter zu den Kindern und der Kinder Herz zu dem ihrer \äter lieimfiilireii soll und dadurch die Welt vor ihrer Zerstörung bewahren wird, daß das Erbe der \orzeii. das Blut und der Ceisi der Vorfall reu in den Kindern stets neu aufleben soll, so daß der ererbte Geist seine ewige Verjüngung erfährt. Das Judentum will nicht vergangenheitslos sein, aber noch weniger gegenwurtsfeind. Die Leistung der Norzeit soll im Bewußtsein der Vorzeit. das Erbgut der Vergangenheit soll in der Gegen wartsleist»»g aufleben Das Judentum darf nicht eine romantische* Ruine, nicht ein Petrefakt aus den Gräber» der \orwelt. nicht eine geschichtliche Konstruktion aus den Laboratorien der Vorzeit sein. Es ist lebendige Gegenwart oder mystische Kabel. Das ist der Sinn der alten Weisheit, daß jedes Geschlecht in Israel gleichsam von neuem zum Sinai pilgern muß. um sich dort das Gottesfeuer der Offenbarung von der Höhe zu holen. Jedes Zeitalter muß den Gottcshund von neuem schließen. Dieser Rückschritt in die Vergangenheit ist in Wirklichkeit der Fortschritt in die ewige* Zukunft. In ihm wird das Alte neu. Gegenwartskraft. Zukunftslosung. Das Blut der \orzeit wird so Gegenwart. Im Unterhaltungsblatt der „Vossischen Zeitung“ veröffentlicht Dr. Leopold Heinemann den nachfolgenden Artikel, der eine ebenso interessante wie gemütstiefe Episode aus dem Familienleben der berühmten englischen Familie Mond, der auch der vor einigen Monaten verstorbene Lord M e I ch e 11 angehörte, schildert. Die Schriftleitung. Dr. Ludwig Mond, der Vater des jetzt verstorbenen Chemie-Lords Melchett. war längst einer der reichsten Männer Englands. Aber in der Obersten Gusse in. Kussel stand immer noch hinter dem Ladentisch in dem altmodischen kleinen Tiichludcn sein alte r Vater, Moritz Mond, und verkaufte den Bauern, die zum Markte kamen. Nanking und Kattun und Schirting und was damals so die Bauern brauchten. Immer wieder hatte der Sohn versucht, den mehr als siebzigjährigen \utc*r zu veranlassen, das Geschäft aufzugeben, aber der Alte hing au seinem Geschäft und außerdem war er stolz. Er ..ließ sich nichts schenken“! Der Sohn vermochte* Geld schicken, so viel er wollte*. Jedesmal erhielt er es prompt und von einem nicht gerade zärtlichen Schreiben begleitet zurück. ..l)er alte Moritz Mond hat sich immer ganz gut ernährt und wird sich auf seine* alten Tage nicht nach sagen lassen, daß er sich von seinem Sohn ernähren ließe", schrieb er. Du war also nichts zu machen. Der alte Mann hätte bis an sein Lebensende hinter dem Ladentisch gestanden, wenn nicht eines Tages e ine seltsame Suche passiert wäre. Ein gut gekleideter Fremder betrat den Laden und sagte etwas stockend: ..Oll. ik allen eine serr große Bitte an Ihnen!" Und der alte Mond, der wußte, ..was -sich gehörte*", dienerte und ..war gern zu Diensten". Der Fremde erzählte, er komme aus England, wo nächstens irgendein Jubiläum der Königin gefeiert werde. Zu diesem Feste* sollten große l’riiiikaiifruhruiigen stuttfiiiden. und man wolle die ganze Londoner Hofgesellschaft in historische Kostüme kleiden, so wie sie zur Zeit de r Thronbesteigung der Königin \iktoriu Mode gewesen seien. Unglücklicherweise' aber sei es gar nicht möglich, die Stoffe, die man damals getragen hübe, in FIngland zu erhalten, denn Nanking und Schirting fabrizierte* ja kein Mensch mehr. Du aber habe der Professor Müller, der dem Krön rat der Königin angehörte, dem Privut- (‘ouneil — er war Wilhelm Müllers, des „GriechenmUllers“. Sohn und in Dessau geboren, eine r der berühmtesten Sanskritforscher erzählt, diese Stoße würden noch von den hessischen Bauern getragen, die - - wie auch heute noch die Urväter!nicht bewahrt haben. Nach längeren Krkuudungsrcisen in de r Gegend von Marburg. Treysa und Ziegenhain habe man nun in Flngluncl erfahren, daß die Schwülmer Bauern ihre Stoße bei Herrn Moritz Mond in der Obersten Tennis- Reparaturen und Neubespannungen macht unser Meister gut und schnell Neubesaitungen: Mark 9.80 17.50 . 24.80 Unser guter Hausmarken-Schiager« „TempO mit Darmsaiten kostet nur Mark 32,50 Die Schläger 1931 sollten Sie sich unverbindlich bei uns ansehen I reit mc vor B ö c h s e n s t r a ß e 12—14 in Kassel kauften. Und nun huln den beriehtgebenden F'reniden alle lese so not WC* idigeu Sache man nach Gasse ihn Kasse*! gesandt, um Stoße cinznkuuffii. Der alte Mond schüttelte* den Kopf. Die leuchtete ihm ein. ..Aber" fuhr de r FlrenWc fort ..es gibt da noch eine \ orbedingihig zu erfüllen, bevor ich irgend etwas kaufen jeaun!" Da es sich um eine ..königliche Angelegc|nheit" handle*, müsse Herr Mond sich zu äußerster Verschwiegenheit verpflichten. Das sah der ulte He rr natürlich ein. und er verpflichtete -.teil durch Handschlag, keiner Menschensecle von der Sache zu erzählen. Dann verlangte der Fremde, das er-tcj Stück Nanking zu sehen. Und als er es sah. erlebte der alte Herr Mond eine Szene, die er nie vergessen hat. Der F remde beugte sich über den Stoß, besah lind befühlte ihn. Immer größer vjvurden seine Augen, und dann flüsterte er. so lci|sc. daß es der alte Mond eben grade noch höreirHConnte: ..Aber das ist ja eine unerhörte Kostbarkeit! Unglaublich. unglaublich!" Und dann salh der Fremde den alten Mond ganz zaghaft kn und fragte: ..Zehn Tluiler?" ~L"nd der alte Mond erklärte. daß du- Stück nur sechs Thaler ujid drei Silbergroschen kostete*. Der Fremde fragil* noch innls ..Zehn Tliuler die Elle?" Und wieder erklärte der Alte, daß das ganze Stück, fünfzig Ellen, wenig mehr als die Hälfte wert sei. worauf der F’remele erklärte, er kaufe für die Königin von England ein. und dir lasse sich nichts schenken. Dieser Stoß sei so selten, daß ein Preis von zehn Thulern für die Elle angemessen und nicht überzahlt sei. Und da verkaufte* der alte Mond .16 5 5 f MODESALON Qofe <£ tmst Hermannstr. 16, Telef. 64230 bringt stets das ELEGANTESTE In Nachmittags-, Abendkleidern u. Mänteln Kopfschmerz Zahnschmerzen. Bheunva Sicht. Qrippe. Erkältvavq fci'AltJt Ml-inteoMaa Berfldfsidttiül mm taMmten! Ein Kind sonnige»* Hohen Büro Schoch Spezialunternehmen für Uobnungs-nafiweis Stuttgart HauptatAMarstr.53 TaiafM 70754/55 ALBERT GRÜNIHGER Hoch- und Tiefbau Wilh. Beck Weifcstatte fär rate N al er-Arbeiten Durch Feinheit, Aroma, Ergiebigkeit und) Preiswürdigkeit bezwingt das Sonnenkind Hehz und Gaumen der Stuttgarter Hausfrau. Ihm fuliebe besuchten im Monat März 24 °n Künder) mehr den Hochlandladen als im Vormonat. I Weshalb wollen Sie 'sich -den1 Hochgenuß einer köstlichen Tjasse Hochland-Kaffee noch länger verfagen? Hochland-Kaßee-Mischung schon von M. ^.70 an HOCHLAND SM Königstr. 45 (b. Wilhelmsbau). 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