Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- VII (1930-1931)
- Issue
- 22 (16.2.1931)
- Date
- 1931-02-16
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/4904101-5441863-5443175--2889-4906839- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
GeineinbeÄeuung fttr ftie ffrorlttifr&cn «Seineinden Wtiett^tnveegs Bering: •M6U4U6 StgtOotifc idfcrUcb i XM, felbtitttt* 2M XM Israelitische DerlagsaaAalt O. m. b. g>. b*t etaJLtigt Notrparmür^tle 30 Nttchgpst»»ig 1.25 JUt difliriiwir 25 RaiAflpfouüa Berater. Ultt * Stuttgart * Kaseraraftr 13 Ilmichlagiatt», psb DorpigflptLtzt »ach Tarts. 9omUicmaajtigt« vnb fititttj SUjtijm btt JHtiayfUt 30 Nttchgpfomg. Dofttof-Jtimto: 36258 j Schristleitnng: j 9ttRa«t9tUi ÜO JUt •fMsM SSMdtt OB 1. B. 16 Glabtrabbiuer Dr. Rteger. Stuttgart. vii. 3o6roono 6tntt0ort, 16. ScOrttar 1931 | 3fr. LL Amftl. Bekanntmachungen Israelitischer Oberrat. Die Abraham und Henriette Thalheimer- Stiftung ist wieder in der Lage, Ausbildungsbeiträge zu verteilen. Nach der Satzung soll das Reinerträgnis des Stiftungskapitals zur Erziehung und Ausbildung bedürftiger und würdiger israelitischer junger Leute beiderlei Geschlechts dienen, welche entweder selbst württembergisdie Staatsangehörige sind oder deren Eltern seit mindestens zehn Jahren ihren Wohnsitz in Württemberg haben, in erster Linie sollen solche junge Leute berücksichtigt werden, welche ein Handwerk, technisches Gewerbe oder ein Kunstgewerbe erlernen wollen. Bewerbungen sind bis zum 15. März ds. J. bei dem Kurator Regierungsral Dr. iNördlinger, Charlotte n st r. 5, einzureichen. Die Vorsteherämter werden ersucht, vorstehenden Bewerberaufruf am Schwarzen Brett der Synagoge oder in einer sonst geeigneten Weise bekanntzugeben. Dr. H i r s ch. Stuttgart, 4. Februar 1951. Israelitischer Oberral. Mit Zustimmung der Israelitischen Landesversammlung ist nach Anhörung der beteiligten Gemeinden der Rabbinatsbezirk Oberdorf Oberamt Neresheim aufgehoben worden. Von den israelitischen Religionsgemeinden dieses Bezirks sind zugeteilt worden: die Religionsgemeinde O b e r d o r f mit den ihr zugeteilten Israeliten in Aufhausen, Bopfingen und Laachheim sowie die Religionsgemeinae E11 - wangen dem Rabbinatsbezirk Sch wäb. Hall, die Religionsgemeinde Schwäb. Gmünd mit den ihr zugeteilten Israeliten in Aalen und Schorndorf dem Rabbinatsbezirk Göppingen. Stuttgart, den 29. Januar 1911. _ Dr. H i r s ch. SPENDEN Januar 1911: _ Spenden, eingerollten bei der Israel. Gemeindepflege: Klara Edenfeld, anläfil. ihres 80. Geburtstags; Julius Essinger, für Waisenhaus; Adolf Kohn, anl. 25jähr. Geschäftsjnbiläum für Chevra Kadisdha; Helene Levi, Gartenstr.il, anl. ihres 75. Geburtstags; Bernhard Sommer, für Orts armenverein anl. Jahrzeit; Adolf Wolf, Dan Tieckerstr. 22, für Waisenhaus u. Kranken-llnterstutzungsverein, anl. Jahrzeit für Beni Wolf; Dr. Ludwig Zürndorfer, für Waisenhaus u. Ver. f. tägl. Gottesdienst. AnUgllcfa des Aufrufen! zur Thora Reh-Oberlehrer Alex. Adelsheimer; Rel.-Ober lehrer Leo Adler; Adolf Baruch; Max Blum Cohn; Hugo Davidsohn (2mal); Sa muel Ebstein (2mal); Ludwig Epstein; Vorstehei Arthur Essinger; Wilhelm Gran; Grünsteil .* Heinrich Henocfa (2mal); Hermani Hirsdiheimer; ReL-Oberl. Jakob Jafe; Alfrec Kann; Karl Kaufmann (Gaisburgstr.); Svna Kögen Verwalter Bernhard Krämer (Imall; Kur Kramer; Hermann Kramer; Simon Krautkopf o*Xi ■ •^ann Levi (Kanonenwec) Wn/f i"* 6« Montz Ltebüch; Louis Lindner "bert Mayer; Leopold Mayer NL m***' (Tübingerstr.); Rechtsanw. Dr. Sieg Sally Müller; Kurt Reilinger; Samue Reilmger; Isidor Rosenstock; Dr.med. Siegfriec tSST5 Adolf Sichel; Ä Wien f * r,#®! JB,ms Uhlmann; David vai Spenden, eingegangen bei den Vereinen: Israel. Frauen verein : Oir. Arnstein; Frau Lina Gerstle; Em nHel Grünwald; Frau M. Hessenthaler; Fr* Rosa Kahn, Blumenspendeenthebung; Frau Wilhelm Lichter; Frau Paul Mayer, LindenspürstraBe; N. N.; Frau Emma Samson, anl. ihres 81. Geburtstages; Firma Max Osterberg u. Co. Israel. Mä n nerverein für Krankenpflege und Leichenbestattung: Moses Flegenheimer, namens der Hinterbliebenen zum ehrenden Andenken an Herrn Josef Flegenheimer; Frau Emil Gerstle, zum ehrenden Andenken an ihren verewigten Gatten. Isr. Waisen - und Erziehungsanstalt „W ilhelinspflcge": Frau Klara Edenfeld, zum Andenken an ihren verewigten Vater, Herrn Hermann Koch; Frau Maria Levi, Langestr., anl. des Todestags ihres verewigten Gatten. Stadtverband Stuttgart des Jttdischen Frauenbundes (Reisekasse): Dir. Karl Adler; Julius Bauer; Fritz Benario: Otto Erwin El sä Her; Otto Engländer; Dr. med. Arnold Eppinghausen; Julius Essinger; Sigmund Hanauer; Dr.med. Arnold Hauser; Artur Hei denheimer; Helmut Heilbronner; Walter D. Jeitteles; Paul Kahn; Richard Kahn; Adolf Kops: Albert Landauer; Hermann Levi, Buchh.; Paul Lichter; Hermann Löb; N. N.; Dr. med. Richard Ney; James Nürnberg; Dr. Edgar Oppenheimer; Joseph Oppenheimer; Dr. Pich; Ferdinand Rosenberg; Dr. med. Siegfried Sänger: Wilhelm Stettiner; Walther Tiefenthal; Adolf Wolf; Alfred Wolf: Anna Wolf. Bericht de* Israelitischen Fürsorgeamtes Ühar den Monat Januar 1931. Sprechstunden der Fürsorgerin: Sonntag, Montag. Viens-) ... IIU tag, Donnerstag, Freitag | vorm- ***-11* Lhr Mittwoch nachm, von 1—5 Uhr Kleiderauftgabe: Dienstag : nachm, von 1—4 Uhr Das Israel. Fürsorgeamt hat inr Monat Januar 1911 unter Mitwirkung der angeschlossenen Wohltätigkeitsvereine für unten genannte Zwecke folgende Beträge zur Verteilung gebracht: | Laufende Unterstützungen . . . . Mk. 1191.19 Einmalige Unterstützungen .' . -. . „ 1012.51 Gesundheitsu. Erholungsfürsorge . „ 410.45 Jugendfürsorge. „ 118.10 Altersfürsorge . 181.65 Wintertürsorde.„ 111.19 Durchreisende! .. 426.66 Der Sprerllstundenbesuch umfaßte 211 Beratungen; inr Außendienst wurden 24 Besuche bei Familien! und Behörden gemacht. Einmalige Spenden erhielt das Fürsorgeamt von: Herren lugo Dreyfus, Albert Mayer; N. N.: Herrn Saniti tsrat Dr. Ries, anl. des* Ablebens seiner Schwiegermutter: Israel. Verlagsanstalt, in Form von Kostennachlaß: Herrn Direktor Artur Rothschild: durch Herrn Obersekr. Wifimann, für einen Fürsorgefall. •Die bisherige Telephon-Nummer des Israel. Fürsorge-Am les'ist aufgehoben; es ist nunmehr nur unter :28 98 (Isr. Gemeindepflege) zn erreichen. Enthüllte Talmudzitate. W er die judengegnerisdie Presse durchmustert, weiß, daß es kaum eine antisemitische Presseüußeruug gibt, die nicht mit Talmudzitaten aufwartet. welche die sittliche Minderwertigkeit des Judentums dartun sollen. Der Nichtjude muß uiiuehinen. daß jeder Jude ein vollendeter Talinudkeunyr ist daß die Religionslehrbücher der Judeuheit auf talmudische Quellen zürückgehen. daß der Talmud also gleichsam der religiöse Lehrmeister der Juden ist. Es ist aber keine Ueliertreibung, wenn erklärt wird, daß kaum der tausendste Jude eine Zeile im Talmud lese» kann. ja. daß es Hunderttausende von Juden gibt, die überhaupt noch niemals im Leben eine» Talmud gesehen haben. Daß der Glaube a» die Allmacht des Talmuds im Judentum eine» so großen Gläubigenkreis gewonnen hat. geht auf das 1711 veröffentlichte Buch Eisenmengers zurück, der in seinem „Entdeckten Judentum“ aus talmudischeii Zitaten die Minderwertigkeit des Judentums nachweiseil wollte. Die von ihm gesammelte» Stellen aus dem talmudischen Schrifttum sollten sozusagen den Wert von Selbstgestündiiissen und Bekenntnissen der Juden haben. Eisenmengers Zitatenschatz wurde 150 Jahre später durch den getauften Juden Aron (Justus) ßriman vermehrt, der sich die Aufgabe gestellt, das Judentum aus seinen Quellen zu widerlegen. So entstand das angebliche Quellenmaterial des antisemitischen Schrifttums. Der Quellenwert dieser Zitate wird allerdings schon allein durch die Tatsache bedenklich herab gemindert, daß sie zumeist aus dem Zusammenhang gerissene Satzteile darstellen, deren Anfang und Fortsetzung absichtlich fortgelassen worden sind, so daß diese Zitate nur zu oft das Gegenteil von dem besagen, was im Zusammenhang an Ort und Stelle gemeint ist. Vor allem aber ist der zeitgeschichtliche Zusammenhang der Stellen von Eisenmenger und Briiuan vollständig unbeachtet geblieben. Sie werden von beiden ohne weiteres auf die Gegenwart und di» christliche Umwelt bezogen. Es ist scheinbar voh ihnen ganz vergessen worden, daß die angeführten Sätze aus einer Zeit stammen, die über tili).Jahre zurückliegt, und daß sie in einem asiatischen Lande entstanden sind, das zur religiösen und sittlichen Sphäre Europas keinerlei Beziehungen gehabt hat. Ist doch der Talmud und die ihm zugrunde liegende Misdina in der Zeit von 15(1 v. bis 500 n. der üblichen Zeitrechnung in Palästina und Babylonien aus den Diskussionen d ‘r Lehrschulen Uber alle Gebiete des religiösen » id wirtschaftlichen Lebens der Juden entstanden. Aeufierungen aus Kriegs- und Verfolgungszeinen müssen natürlich anders lauten als solche gns friedlichen Tagen. Daß schroffe Abweisnngdn heidnischer Gedankengänge in Ländern entstehen mußten, deren Religion niedrigstes Heidentum war. ist fast selbstverständlich. Es bedeutet aber eine grobe Irreführung, solche Sätze als Angriffe gegen das Christentum auszudeuteh, das in diesen Landesteilen in dieser Zeit noch gär keine Rolle spielte oder im besten Falle vom lieidenturae in gleichem Mäße wie das Judentum umdroht und umkämpft gewesen. Dasselbe gilt i brigens von der in Safed durch Josef Karo (gest 1575) zusammengestellten Kodifikation des ti Imudischen Gesetzes, dem Schuldian Aruch, der in einer heidnisch-mohammedanischen Umgebung! entstand, in der es überhaupt keine Christen gab. Seine Aeufierungen über heidnische Kutte und Kultformen können deshalb keine Bez ehung auf das Christentum haben. Noch zw “ifelhufter erscheint der Zitatenschatz Eisenmeng ers und Brimans, wenn man erfährt, daß er nie it zu wissenschaftlichen Zwecken, sondern aus Judenhaß zusammengestellt worden ist. und daß sich nur zu große Teile dieser Anführungen als gemeine Fälschungen erweisen. Das