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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1931-01-01 · 19 (1.1.1931) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
VII (1930-1931)
Issue
19 (1.1.1931)
Date
1931-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
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239 - In der Diskussion wies Religionsoberlehrer Wochenmark darauf hin. daß die religiöse Erziehung im Geiste des Judentums schon von jeher die jüdischen jungen Menschen zur Selbständigkeit, d. h. ».zur Selbstverantwortung und zur freiwilligen Unterordnung unter eine höhere Autorität geführt hat und daß deshalb der relifi ö s e Faktor in der Erziehung der jüdischen ugend nicht fehlen dürfe. Zum Schluß dankte die Vorsitzende des Frauenverein, Frau Karoline Löwenstein, der Rednerin in herzlichen Worten für ihre lehrreichen Darbietungen. Ulm Die hiesige Presse veröffentlicht folgende von hiesigen jüdischen Verbänden veranlaßten Ausführungen: ..Seit längerer Zeit hält die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei hier fortgesetzt Versammlungen ab, in welchen die Juden in der schamlosesten Weise verunglimpft werden. Diese Hetze wird seit kurzer Zeit von Abgeordneten unter dem Schutze der parlamentarischen Immunität in verstärktem Maße fortgesetzt. Auch werden Plakate angeschlagen und Handzettel verteilt, welche die gleichen verletzenden Angriffe enthalten. Fine Abwehr gegen diese Angriffe in den Versammlungen ist den Juden nicht möglich, weil diese „echt deutsche Partei“ der Erörterung von Angesicht zu Angesicht in ihren Versammlungen ausweicht, indem sie den Juden den Zutritt verbietet. In der letzten Woche wurde zu einer Versammlung eingeladen mit dem Thema: „Die Juden sind unser ■Jnglück“. Wir halten es für unsere Pflicht, gegen diese schamlose, hetzerische Irreführung der öffentlichen Meinung an das Ehrgefühl und die Vernunft aller anständig denkenden Menschen zu appellieren. Ein Unrecht ist es. wenn unehrenhafte oder gar verbrecherische Handlungen einzelner Juden, die auch von uns selbstverständlich aufs schärfste verurteilt werden, zum Angriff gegen die Allgemeinheit der Juden mißbraucht werden. Diese Angriffe gegen die hiesigen jüdischen Mitbürger sind um so weniger angebracht, als diese es von jeher als ihre vornehmste Pflicht angesehen haben; im öffentlichen und im privaten Leben als Bürger der Stadt ihre Aufgabe so gut wie jeder Mitbürger anderen Glaubens zu erfüllen. Die Namen der 22 Gefallenen auf dem Ehrenmal des jüdischen Friedhofs zeigen, daß die Ulmer Juden auch im Weltkrieg ihre Opfer genau wie die Kameraden anderen Glaubens gebracht haben.“ Infolge der durch die Feiertage bedingten Arbeitsruhe mußte der Redaktionsschluß dieser Nummer vorgelegt und eine Anzahl lokaler Berichte aus Stuttgart und den Gemeinden für die nächste Ausgabe zurückgestellt werden. auf die Menschheitskultur unter Berücksichtigung insbesondere der Wirtschaftsethik des Judentums gegeben werden. Hitler-Terror gegen Heine. Vor kurzem sollte in der Aula der Hindenburg-Schule in Düsseldorf der bekannte Heine- Forscher Geheim rat Prof. Dr. Elster auf Einladung des Ausschusses für die Errichtung eines Heine-Denkmals einen Vortrag über Heines Stellung in Dichtung und Geistesleben halten'. Während der Begrüßungsrede des Stadtverordneten Dr. Herold, der den Heine-Forscher im Namen des Oberbürgermeisters begrüßte, war es noch ruhig, aber bald hach den ersten Sätzen des Referenten erfolgteein Zwischenruf, der wohl das Signal zur Sprengung der Veranstaltung bilden sollte. Wie auf Verabredung stürz- »ten plötzlich etwa 20 Burschen hervbr, die die Zuhörer, unter (denen nur vereinzelt jüdische Bürger waren, beschimpften und immer wieder „Deutschland erlwache, Juda verrecke!“ brüllten. Ein Appell des (Gelehrten, ihn erst einmal anzuhören. wurde! verlacht. Auch von der Straße her ertönte dc^r Schlachtgesang der Nationalsozialisten. Erst| ein Ueberfallkommando konnte die Ruhestörer (entfernen. Der nationalsozialistische Terror Wütet nun auch gegen Kunst und Wissenschaft. i iMm a. Q Infrieren bringt Gewinn 1 ~| hinten Büroleim i u gakrlkptctfca Büro-Bedarf N«r»st>r»ch»r 9tr. 3470 Damen* and Herren- Frisier* Salon B. «reiner Steragaasa Nr.22 Telephon Nr. 3478 ssctmni tsr nssnese Ausführung sämt). Tapezierarbeiten / Telefolri 3102 Huber Forstner Pelzhaus Friiz Hilble Spezial-Werkstätte für feine Pelz-Bekleidung Aufbewahrung / Umarbeitung Anfertigung nach Maß Albert Cramer Ulm a. D. FUlzglite 35 - Telefon 39S1 Tadellos« Arbeit] Kflrseste Lieferfrist! Fachkundige Bedlennng! Abholung und Lieferung aat Anruf kostenlos. euwasdierei „Sonnenfroh“ GI8d<lerafn2^ZiiigJerah\34 FERNSPRECHER Nr. 3760 Annahme von Naß-, Trocken-, Mangand BOgelwlsche nach Gewicht bei 2l> Pfd. tepai. Behandlung / Abholung n. Zustellung frei Haus Herrenn. Damenwäsche, Gardinen, 8tlrkwlache ALBERT WIELAND Zimmerei, tnmäm nl Bansdireinerel Lanfengasse 9 » Ulm a. D. * Tel. 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Sic entstand vielleicht darum, weil Steeg sich in früheren Jahren als General- Gouverneur von Algier um die Französiert!ng des jüdischen Elementes bemühte und der Presse Interviews über die Lage der Juden in Nordafrika gab. Bis jetzt war noch kein Jude Ministerpräsident von Frankreich, doch hat es in Frankreich zahlreiche jüdische Ressortminister gegeben, unter ihnen Adolphe Cremicitx, Abraham Schrameck. Hesse. Bokanowski. Milhand und Paul Strauß. Frankreich war das erste Land, in dem Juden Ministerposten bekleideten. Aofklärungsvorträge für nicht jüdische Bevölkerungskreise. Die Fraktion der Jüdischen Volkspartei in der Repräsentantenversammlung brachte den Antrag ein, nach dem Beispiel der Essener Jüdischen Gemeinde, die mit einigen Aufklärungsvorträgen unter Anteilnahme von je 2500 Personen außerordentlich eute Erfolge gehabt hat, für Berlin einen ähnlichen Aulklärungszyklus in ganZ großem Rahmen noch in diesem Winter anzuberaumen. Die Einladungen zu diesen Vorträgen sollen an weiteste nichtjüdische Bevölkerungskreise, u. a. an das „Reichsbanner“ sowie die freien und christlichen Gewerkschaften, gehen, darüber hinaus auch an rechtsstehende Gruppen. Zweck der Vorträge soll sein, darzulegen, daß Geheimlehren im Judentum ebensowenig bestehen wie — nach allgemein ethischen Begriffen — unmoralische Gebote des Talmud. Darüber hinaus könnte ein Grundriß der jüdischen Lehre und ihrer Auswirkungen Blumenspenden für Jede Gelegenheit GEBR. JUNGK OarltabaHbelrltb FOTO ZENTRALE ULM / SäSfS SO DL. MÜNSTERPL. 42 FERNRUF: 3068 FOTO FILM KINO REKLAME SEIFENFABRIK Uta l Donau Rsparatarwarhstatt fflr Ffaaaagaaaa 27 Gute Schuhe billige Preise Schuhhaus Emst Götz Frauenstr. 22 - Telefon 2878 Max Walter Werkstätte für feine Herrenschneiderei Ulm, Lai|istrass822 Neutoretr. 31, Brennstoffe nur erster Qualitäten Wilh. 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