Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- VII (1930-1931)
- Issue
- 19 (1.1.1931)
- Date
- 1931-01-01
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- [Seite] (sequence 1)
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Gemeinde für die ffraelitiftten Gemeinden Wüelte inveegS «>s<t>ll»-lt<b OtWttlh MitCüb S AM. ftalMbtU4i VM AM •itrttOAlriUfc 1.25 JIM Sinjtiiuuuut 2b 9M4<*fa*tg 9»ff6«f-*oa<o: 36268 «<MeW mnIM l»tM Ml. ■. 16. D e r l a a: gfraelttlfche DerlagSaustall G. m. b. S. Serofpk. 233M * ©tattgarf * ftaferaenftr. 13 S«bristleituag: ©ladttabbiuer Dr. Rieger. ©tuttgart, LharloUea-raste 13 ■IlllliPIlIC bi« etnfpalti M SRonpar«iUr)cÜ« 30 9Ui4> «Pfennig ^l»fchiagf«it«» »b Dorzagsplätz« »ach Tarif. Aamilieaa»>«»-»« mb Rein* Äi zeigen bi« Nl«ü»)»il« 20 N«ich<pf«»mg. N«kla»«,«il« 1^0 JIM Bei 9Ut|tr|i(Miia QeriflilifiRfl vn. 3odv0ono 6tott0art# l. 3antsar 1931 3lr. 19 Jugend von einst und heute. Von Rabbiner Dr. Julius Cohn, Ulm. Ist die Jugend von einst anders als die Jugend von heute? Man wird auf diese Frage mit „nein“ und mit „ja“ antworten können. Mit „nein“ insofern. als man sagen kann, daß der Mensch im Innersten seines Wesens konstant bleibt. Man lese die Heilige Schrift, die Büdier Mosis und die Propheten. Was dort gesagt ist, gilt für alle Zeiten und alle Geschlechter. Der Mensch ändert sich in den Grundzügen seines Wesens nicht: sein Lieben und Hassen, sein Wollen und Verlangen, sein Meiden und Fürchten bleibt ewig dasselbe. Andererseits wird man aber den Einfluß nicht leugnen können, den der Fortschritt der Wissenschaften, Umwälzungen im religiösen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Leben der Völker sowie der veränderte Zeitgeist, wenn auch nicht auf das Fühlen und Wollen, so doch auf das Denken und Handeln des einzelnen Menschen ausüben. Das gilt auch und in erhöhtem Maße für die Jugendlichen. Die Jugend unserer Zeit denkt und handelt anders als die Jugend vergangener Epochen. Der blinde Glaube an Autoritäten, das untertänige Hinnehmen ist geschwunden und bei ihr nicht mehr zu erreichen. In dieser Einstellung findet sic sich in Uebereinstimmung mit vielen, die noch unter dem Einfluß alter Anschauungen groß geworden sind. Was aber von diesen älteren Freunden der Jugend vielfach und wohl nicht mit Unrecht gewünscht wird, ist, daß sie ihr Tempo etwas mäßigt. Manche Konflikte, die mitunter tragisch zu nennen sind, würden ihr dadurch erspart bleiben. Sie weiß es ja selbst, daß ihr Drang zur Selbständigkeit oft genug als trotzige Auflehnung, ihre Zurückweisung dessen, was bisher als heilig und unantastbar angesehen wurde, als Pietätlosigkeit empfunden wird. Dieser schmerzliche Gegensatz wird sich vielfach nicht ganz beheben lassen. Er läßt sich jedoch mildern; und dazu kann auch die Jugend beitragen. Ihr möchte ich folgendes sagen: Das Kennzeichen edel gearteter Jugend ist Suchen nach dem Rechten und Guten, und Begeisterung für das als recht und DectBesudi des Qottesdienstes istheUiqe Jtytidu! Wer sie erfüllt, wird nicht nur seine eigene Befriedigung finden, sondern zur Würde des Gottesdienstes beitragen. Wir bitten unsere Mitglieder und alle Gemeindemitglieiier, mit Ihren Angehörigen die Synagoge än Freitagabenden und Sabbathen wie auch an Festtagen zu besuchen. Jüdischen Angestellten möge, soweit es Irgend möglich Ist, Gelegenheit zum Besuch des Gottesdienstes geboten werden. Verein für jüd. Gemeinde-Angelegenhelten (Gemeinde - Verein) Stuttgart. gut Erkannte. Ist es aber nicht so, daß viele sich begeistern, ohne daß das rechte Suchen und Erkennen vorungiegangexi ist. und ist nicht gerade die Beobachtung dieser Tatsachen die Ursache für die ablehnende Haltung, die noch immer in manchen Kreisen gegen die Jugendbewegung festzustellen ist? Wohin es führt, wenn die Jugend in die Arena des öffentlichen Lebens tritt, bevor sie weder den Willen noch die Kraft aufbringt, sich ein eigenes Urteil zu bilden, dafür bildet ein großer Teil der Jugend Deutschlands ein abschreckendes Beispiel. Sie ist sich ihres ungerechten und rohen Handelns nicht bewußt, weil sie sich, ohne eigenes Urteil und von Phrasen verführt, einem blindwütigen Hasse verschrieben hat, den sie als Idealismus empfindet. Der Idealismus der jüdischen Jugend ist nun natürlich ganz anderer Art. Er hat mit Feindseligkeit gegen andere nichts zu schaffen. Er will eine Besserung der jüdischen und allgemein-menschlichen Verhältnisse. Aber auch e r ist vor Irrwegen nicht geschützt, auch e r kann zur Ungerechtigkeit gegen andere führen, wenn auch er sich nur begeistert und nicht zuvor prüft und wägt. Vermeidet er diesen Fehler, dann wird er leichter das richtige Maß für alle Berfliold uerbadt-Vereln Freitag, den 21 Jan. 1931, Stuttgart-Loge, Calwerstraße 33 Hhs., abenda 8'/« Uhr, Freiiocabend-Feier Leitung: Rabbiner Dr. Auerbach * Dienstag, den 13. Jan. 1931, Stuttgart-Loge, Calwerstr. 33 Hhs., abends 8'/«Uhr, spricht Frau Frida Perlen i über „Pazifismus" Wir bitten um zahlreichen Besuch! Dinge finden. Er auch Selbstkritik r wird nicht nur Kritik, sondern üben, und damit wird die Brücke gebaut, d e jung zu alt und alt zu jung führt. Ich glaube, aus persönlicher Erfahrung sagen zu können Jugendbewegung daß die Führer der jüdischen sich in diesem Sinne um die ihrer Leitung an ertrauten Menschen bemühen. Mögen sie eine willige Gefolgschaft finden und ihrer Arbeit ein geicher Erfolg beschieden sein! Spend «S Willi? feich 47 Sehne auch ohne nodern!" Von Adolf Kops Stuttgart — Eine altehrwür lige Sitte bestjüdischer Art hat aufgehört in um erer Gemeinde zu existieren. Wir wollen heut nicht erneut kritisieren, sondern lediglich da on sprechen, was bisher getan worden ist und n ich zu geschehen hat. um einen Ersatz zu schaffei für den teilweisen Ausfall an Thora-Spenden, dfcr bereits mit Beginn der diesjährigen Festtage in Wirksamkeit kam und in den Monaten Septpmber/Oktober rund 50 Prozent lat gegenüber den Thora-Spen- Zeit des Vorjahres. weniger ergeben den in derselben Statistik des kirchlichen Lebens der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württemberg 1929. 1929 Rabbinate und Gemeinden: Bürgerliche Eheschließungen Religiöse Trauungen Sterbeffille Religiöse Beerdigung. " ..f ‘ Geburten [ $ £ •r — 3 Austritte aus dem Judentum rein Israel. Paare gembdit. Paare ZU* samm. außerhalb am außer* Orte f halb am Orte auBerhalb am Orte auBerhalb ehelich unehelich mflnnl.1 ] jtveibl. Ueberti zun Juden! ohne Anschluß an eine andere Religion Oberhaupt Rabbinat Buchau. — — i - i ' 5 2 8 — 2 — i i — — ' » Göppingen. 1 — , i i i 1 4 — 4 — 2 — i i — i 1 . Hall. 2 — 2 — — ( — 14 3 14 5 7 —, 4 3 — i 1 » Heilbronn. 6 — 6 — 6 — 14 V 6 15 — 11 — 5 6 — — . Horb. 1 — — i 2 — 4 10 — 3 — 2 1 — i 1 . Mergentheim .... 3 — 3 — — 1 10 1 11 — 3 — 3! — — - ~ — , Oberdorf. — — — l — ' — 1 1 1 1 1 — — l — — Stadtrabbinat Stuttgart 22 15 37 9 27 18 52 6 48 1 59 i 28 32 2 _ 11 Bezirksrabbinat Stuttgart . . . 4 — | 4 — 1 2 11 1 11 1 6 — 3 3 — ■— — Rabbinat Ulm. 2 1 1 1 3 3 2 3 16 i 1 17 — 6 — 2 4 — — 1929: insgesamt: 41 1 16 56 16 39 26 131 21 139 8 100 i 49 52 2 3 14 S