Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- VII (1930-1931)
- Issue
- 17 (1.12.1930)
- Date
- 1930-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 10)
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„ O RT“ Gesellschaft znr Förderung des Handwerks, der Industrie and der Landwirtschaft unter den Jaden des Ostens Abteilung Deutschland e. V. Am Sonntag, den 14. Dezember, abends 8 Uhr, sprechen im Großen Saal des Hauses des Deutschtums, Karlsplatz Justizrat Dr. Julius Brodniiz - Berlin Vorsitzender des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüd. Glaubens und Dr. Michael Traub-Berlin über jcnlfiiiisAhUul icr jma ln Rb*1u4 »4 Men“ Hierzu sind sämtliche Gemeindegenossen herzlich eingeladen. naiimc an allen vaterländischen Bestrebungen beweise der Jude, daß er wahrhaft national empfindet. Alle jüdischen Parteien können hier wertvoll» Vnfklärungsarbeit leisten urttl viel /nr Bekämpfung der \ornrteile beitragen. lebhafter Beifall dankte dem Redner für seine temperamentvoll vorgetragenen und durch packende Beispiele lebhaft gestalteten Darbietungen. \n der Aussprache nahmen l)r. \l «• r / - h a <b e r. Dr. \ e \ . Stettiner. Krämer. (Hierlehrer Met/ger und Rechtsanw alt M a i n- , < r teil. I.et/terer w ies auf die Gefahren der Isolierung der jüdischen Jugend durch das geplante J ii * e n <1 h e i in hin. dessen Absicht sicher sehr gut. dessen \\ irkung alter bedenklich erscheine. Statt der Absonderung wünscht.er Versöhnung und den Kampf gegen ein neues Ghetto, le seinem Schlußwort erklärte sich auch Dr. 1 reund als Gegner der von vielen Kreisen heute geförderten Isolierung der Juden. Kr erkannte dabei dankbar an. daß V jede deutsche Zionisten im Sinneseiner Darlegungen zur Mitarbeit an de i Abwehr bereit sind. In der Abwehr ist die Mitarbeit aller"Juden geboten. Der Krontbund habe die F.hrenaufgabe. die Knergie der untätigen Kreise zu entfesseln. Nur gemeinsame Vrbeit könne- »las gewellte Ziel erreichen. - 206 - Stuttgart. Am Dienstag, den 2. Dezember, veranstaltet der „R.j. F.“ wieder einen größeren Vortragsabend, zu dem er auch diesmal seine großen Kameradenverbände eingeladen hat. Selbstverständlich sind auch alle Angehörigen der Stuttgarter Gemeinde herzlich eingeladen. Es wird der bekannte Schriftsteller und Vorsitzende des Württ. Goethebundes, Martin Lang, über „Kriegsbücher. Kriegsstücke und Kriegsfilme" sprechen. Karten zu dem Vortrag können für Nichtmitglieder bei dem Vorsitzenden Dr. Merzbacher. Marienstraße 2, bezogen w erden. (S. Inserat Seite 198.) Stuttgart. Der Stadtverband Stuttgart des „Jüdischen Frauenbündes“, Arbeitsgemeinschaft zur politischen Schulung, er. öffnete eine drei Abende umfassende Vortragsreihe mit einer am 19. November abgehaltenen Veranstaltung, bei der Rechtsanw alt Dr. P a u 1 Tänzer über „Aufbau und Arbeit der Gemeindeverwaltung" sprach. Ein sprechendes Zeugnis für den Ernst, mit dem sich die Frauen der öffentlichen Arbeit widmen, ist, daß sie ein solches Thema für ihren ersten Abend wählten. Sie wollen die Struktur des Gemeindelebens kennen lernen, sie suchen gründlichen Einblick zu gewinnen, sie wollen den Boden erforschen. den mitzubebauen sie sich berufen fühlen. Es war ein großes V erdienst des Redners, daß er von vornherein auf einen akademischen Vortrag verzichtete und dem Abend die Form einer zwanglosen Aussprache verlieh. Dies beeinträchtigte in keiner Weise die Gründlichkeit seiner Ausführungen, die. erschöpfend in Voraussetzungen und Folgerungen, alles auf Zusammensetzung und Tätigkeit des Vorsteheramtes sich Beziehende berührten. Das Vorsteheramt hat eine durch Verfassung und Gemeindeordnung gegebene Marschroute. Von besonderer Wichtigkeit ist die Organisation, die allein eine ersprießliche Arbeit ermöglicht. Es bestehen ein sogenannter Kleiner Rat. der vorbereitende Arbeit zu leisten hat. sowie eine Finanzabteilung, ein Steuerbeschwerdeausschuß, eine Friedhof-, Unterrichts-. Gottesdienst-, Bücherei-. Wohlfahrts- und Jugendabteilung, denen Ausgabenbewilligungen nur in kleinstem Maßstabe zustehen, während größere Ausgaben vom Plenum des Vorsteheramtes bewilligt werden müssen. Dr. Tänzer verstand es. seine Darlegungen instruktiv und anregend zu gestalten. Das rege Interesse der Frauen zeigte sich durch eine Reihe sehr geschickter Fragen, die oft zu einem längeren Meinungsaustausch führten. Besonders lebhaft beschäftigte man sich mit der Frage des Schulwesens, wobei leider vom Referenten festgestellt werden mußte, daß in Angelegenheiten des Unterrichts das Vorsteheramt nahezu ohne jeden Einfluß ist. Nicht einmal, um ihm zugehende Beschwerden weiterzuverfolgen, biete sich ihm eine rechtliche Möglichkeit. Es wurde von den Dame i, als durchaus abwegig bezeichnet, daß sie sich lx-schwerdeführend stets an den Rektor der bei K Schule zu wenden hätten. Es sei hierbei au.-drücklich festgestellt, daß die Frage rein theoretisch behandelt wurde und von keiner Seite Grund zu e iner Beschwerdeführung vorliegt. (Wäre es nicht möglich, nachdem ein rechtlich begründetes Eingreifen des Vorsteheramts nicht möglich ist. durch eine Privatvereinbarung zwischen Lehrer und Vorsteheramt eine solche Möglichkeit zu schaffen? Wir glauben, daß dadurch den Lehrern und Eltern in gleicher Weise gedient wäre. D. Beriditerst.) Beim Kapitel Jugendabteilung kam man auch eingehend auf die beabsichtigte Einrichtung eines Jugendheims (es wird hierbei nur an Mieträume gedacht) zu reden. Es fehlte dabei nicht an immerhin berechtigter Mahnung zur Sparsamkeit, doch fand das Jugendheim sehr warme Fürsprecher. Besonderer Wert wurde auch auf die Feststellung gelegt, daß die Frauen keinen Antrag auf Spreai-Erlaubnis bei Beerdigungen gestellt, sondern nur gegen das seinerzeit erlassene Redeverbot protestiert haben. Der Abend stand unter der Leitung von Frau Therese Wolff, die dem Referenten für seine gehaltvollen Ausführungen wärmsten Dank zollte. M. O. ■ Stuttgart. Der Berthold Auerba ch-V e re i n veranstaltet zurzeit eine Reihe religiöser Aussprachen, die Stadtrabbiner Dr. Rieeer mit einem Gespräch über „Religion und Wissenschaft“ einleitete. Er begrenzte sein Thema dahin, daß er die Stellung des Judentums zur Naturwissenschaft behandelte. Dr. Rieger ging davon aus, daß in der Kulturmenschheit fast allgemeingültig der Glaube vorherrscht, es stellten Religion und Naturwissenschaft unvereinbare Gegensätze dar. Diese Anschauung ist um so auffallender, als das Gebiet der Reliion das Reich der inneren Erfahrungen, das Ge iet der Naturwissenschaft das Reich der äußeren Tatsachen ist Der Gegensatz erklärt sich geschichtlich aus der feindseligen Einstellung der Religion zu den Ergebnissen der Naturwissenschaft, die den Bestand der Religion insofern bedrohen, als sie das biblische Weltbild als eine Fehlzeichnung bloßstellen. Die geozentrische Auffassung der Bibel, die in der Erde den Mittelpunkt der Welt und im Menschen den Sinh der Schöpfung erkennt, ist durch das kopernikanische System in das Reich der Sage verwiesen worden. Die Kirche hat aber die Vertreter dieses neuen Weltbildes als Ketzer verfolgt und zum Teil grausam gemordet. Es ist also kein Wunder, daß die Naturwissenschaften in der Kirche ihre Todfeindin gesehen haben. Wie steht das Judentum zu diesem Problem? Die Antwort der Geschichte lautet: In das Judentum ist die Vergötterung des Bibelwortes erst aus nichtjüdischen Kreisen verpflanzt worf Die gute Uhr von E. Kutter im Mittnachtbau V i >- ■ -— Anlage - | > i Elektro- GarSta repariert Werkstatt SArfder NIMrxtr. 2 [m WßKlu) ==cVON —' --LJi 1 J " ■ -. Herrschaltsgärten Ä» TKtUUEB » Gärtner der i*r. Gemeindapflaga - FrledhofstreBe 14 - Telephon 21697 Für Weihnachten N«alt«itaii In Lederhandschuhen Stoffhandschuhen Krawatten Cachenez Strümpfen Socken Hosenträgern gut und preiswert bei Martha Dudt im Mittnachtbau Eingang Kronprlnzstraöe Juwelen Gold-und Sllbcrwarcn in großer Auswahl Bcsfcdl' Anssfaftoatcn in Silber und versilbert W. Blume Bttchseaatraße 2 Ferarul Nr. 22311 Kiemen Grinsen 9reufte ind Gandl BLUMENFISCHER KOMiasaAU tel. aoo za (Inden Sie atets preiswerte Qeaohenkel Inserieren bringt Gewinn! | to Eduard Ltebermano Uetlfart, Holzstra&e 13, Telefon 29622 empfiehlt seine bekannten Qualitäten ln Ia Oduenfldsdi, Kalbu. 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