Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- VII (1930-1931)
- Issue
- 17 (1.12.1930)
- Date
- 1930-12-01
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Oktober 1930, nebst Bericht über die Tnrnnsreisen der Rabbiner and Seelsorge an Strafgefangenen. 9. Endgültige Fassung der Dienstordnung für die Rabbiner und Religionslehrer, i Auflösung des Rabbinatsbezirks Oberdorf and Neuzuteilung seiner Religionsgemeinden zu anderen Rabbinatsbezirken (Verf. I 10). 7. Schalung einer ständigen Religionslehrerstelle für die Religionsgemeinde Edellngen. 8. Haushaltplan der Israelitischen Zentralkasse für das Rechnungsjahr 1930/31. 9. Landessteuerbeschluß für das Rechnungsjahr 1930/31. 10. Bericht des Rechnungsprüfungs-Ausschusses, betr. die Rechnung der Isr. Zentralkasse für das Rechnungsjahr 1927/28. 11. Verfassungsfragen. 12. Aufwandsentschädigung für die Mitglieder der Landesversammlung und des Oberrats (Verf. I 89 Abs. 3 und I 09 Abs. 3). Eine Ergänzung der Tagesordnung bleibt Vorbehalten. Mit der Landesversammlung verbunden wird ein im gleichen Saal, nachm. 3 Uhr, stattfindender Lichtbildervortrag von Dr. Karl Schwarz, Leiter der Kunstsammlung der Jüdischen Gemeinde Berlin, „Jüdische Kunstdenkmäler und Altertümer, ihre Erhaltung und Sammlung.“ Zuhörerkarten, die znm Eintritt auf die Galerie berechtigen, werden beim Sekretariat des Oberrats, Konigstr. 82, I. Stock, vom 1. bis 9. Dezember zwischen 9—12 Uhr und 3—9 Uhr ausgegeben werden. _ Israelitischer Oberrat. Stuttgart, 18. November 1930. Nachstehend geht sämtlichen Rabbinern, Religionslehrern und Vorsteherämtern die Bekanntmachung des Württ. Kultministeriums über die Schulferien im Kalenderjahr 1931 vom 1. November 1930, veröffentlicht im Amtsblatt des Württ. Kultministeriums vom 19. November 1930 Nr. 11 8.200 zu. Dr. Hirsch. Unter Bezugnahme auf 19 Abs. 1 a und Abs. 2 b der Ferienordnung vom 1. November 1929 (AJJ1. 8.211) wird für das Jahr 1931 folgendes bestimmt: 1. Die zusammenhängenden Ferien an Orten mit neunklassigen höheren Schulen (Vollanstalteu) sind: a) Rest der Weihnachtsferien 1. bis 7. Januar je einschließlich (7 Tage); b) Osterferien 1. bis 22. April je einschließlich (22 Tage); r) Sommerferien 27. Juli bis 2. September je einschließlich (38 Tage); d) Weihnachtsferien (1. Hälfte) 24. bis 31. Dezember je einschließlich (8 Tage). 2. Die Zahl der beweglichen Ferientage beträgt demnach an den genannten Orten zehn. 3. Für Groß-Stuttgart werden die beweglichen Ferientage wie folgt festgesetzt: Samstag, 14. Februar, Montag, 10. März, Samstag, 23. Mai, Dienstag, 20. Mai, Mittwoch, 27. Mai, Mittwoch, 14. bis Samstag 17. Oktober je einschließlich, Montag, 23. November. Bazille. Sekretariat des Israelitischen Oberrats. Stuttgart, 18. November 1930. Die Firma J. Kauf f mann in Frankfurt a. M. bietet uns den Teil I des Quellenbuchs zur jüdischen Geschichte und Literatur „Altertum and früheres Mittelalter“ zum Preis von 1.35 RM. anstatt 1A0 RM. an, wenn die Bestellungen durch das Sekretariat des Eine große deutsche jüdische Organisation hat soeben eine Reihe von Aufsätzen über die Stellung der deutschen Juden zu den gegenwärtigen Problemen des Wirtschaftslebens in einem Sammelhefte erscheinen .lassen. Die einzelnen Berichte erschließen wertvolle Einblicke in die wirtschaftliche Betätigung der deutschen Juden. Sie gehen aber sämtlich an dem Grundproblem der jüdischen Gegenwart: der Abwehr der Proletarisierung der deutschen Juden, mit einer auffallenden Nichtachtung vorüber. Die deutschen Juden waren bis vor wenigen Jahren eine ausgesprochen bürgerliche Mittelstandsgemeinschaft. Nicht ihre dünne Oberschicht, sondern ihr Mittelstand war ihr lebensfähigster Teil. Nun ist der deutsche Mittelstand das Opfer der Nachkriegserscheinungen im deutschen Wirtschaftsleben geworden. Er hat das Siechtum und die Verfallserscheinungen der Inflationszeit nicht überstehen können. Mit der Verelendung des deutschen Mittelstandes sind alle Volksteile, die einst zu ihm gehörten, zwangsläufig der fortschreitenden Proletarisierung verfallen. Das ist auch das Schicksal der ehemaligen jüdischen Mittelstandskreise, deren Proletarisierung die ernsteste Tatsache der jüdischen Gegenwart ist. Worin die Gefahr dieser Erscheinung besteht? Nicht etwa in der Herabsetzung des Lebensstandards der deutschen Juden, sondern in ihrer Entfamiliarisierung. in der Entfremdung von Xkt ^Besuch des Gottesdienstes ist heilige Jifiicht! War sie; erfüllt, wird nicht nur seine eigene Befriedigung finden, sondern zur Würde des Gottesdienstes beitragen. Wir bitten unsere Mitglieder und alle Gemeindemitglieder, mit ihren Angehörigen die Synagoge an Freitagabenden und Sabbathen wie auch an Festtagen zu besuchen. Jüdischen Angestellten möge, soweit es irgend möglich ist, Gelegenheit zum Besuch des Gottesdienstes geboten werden. Verein für JOd. Gemeinde-Angelegenhelten (Gemeinde-Verein) Stuttgart. Oberrats gehen. Das Werk liegt nun vollständig in fünf Bändeh vor. Bestellungen sehen wir'amgehend entgegen. Wir verweisen auf unseren Erlaß Nr. 1882 vom 27. September 1928. ihrer bisherigen Einstellung zur Bürgerlichkeit. Der Proletarier ist der Mensch ohne Familiarität. Aber gerade diese Familiarität, dieses Verwachsen- und Verbundensein mit den Gedanken der Familie war das bisherige Kräftereservoir der deutschen Judenheit Die Verarmung des jüdischen Mittelstandes zwingt die verheiratete jüdische Frau zur wirtschaftlichen Mitarbeit. Bis zur Gegenwart hatte sie lediglich die Haushaltungssorgen auf sich zu nehmen. Die: jüdische Mutter war die ideale Trägerin der Familiarität. Sie blieb dem Wirtschaftskampf lern. Dafür war sie in ihrem Dienst für die Familie die Verkörperung des Familiengedankens. Der Typenwandel der modernen jüdischen Frau bedeutet die drohende Katastrophe der jüdischen Familie. Neben der sozialen Umschichtung des jüdischen Mannes, der Verdrängung aus seiner bescheidenen Selbständigkeit in die große Masse der Angestellten, bedeutet die ständig wachsende Zahl der berufstätigen jüdischen Frauen und ihr Ausscheiden aus der Mittelpunktstellung der Familie den kaum noch aufzuhaltenden Zusammenbruch der jüdischen Familie. Denn die bürgerliche Behaglichkeit und familiäre Sicherheit hat in dem Augenblick ihr Ende gefunden, in dem Mann und Frau von früh bis spät außer dem Hause arbeiten und abends ermüdet nach Hause kommen, wo am 1. und 15. jeden Monates den Hausgenossen; die Kündigung ihrer Stellung Die Proletarisierung des Judentums. rasshoff Direkter Import 45jBhrige Erfahrung Erste Bezugsquelle Erste Bezugsquelle Man verlange Preisliste Otto Grasshoff, Tee-Importbaus, eigene Teepackerei — Kaffee-Import-Großrösterei — Stuttgart, Friedrichstr. 58 — Telefon 22516 und 27620