Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- VII (1930-1931)
- Issue
- 16 (16.11.1930)
- Date
- 1930-11-16
- Page
- [Seite] (sequence 4)
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Bankcommandite Siegrauad Wiil MMHM. BMMt. 1#• &MM / TH. SSS44/4I HECHJNQEN / TÜBINGEN , SIGMARINGEN in-o-ansL Wertpapiere / Einlagen an gOnst. Zinssätzen / Industrie- Kredite / Hypotheken Schmuck /u entfernen. sobald er schmucklos geworden und das Grab verunziert. Mail läßt die Blumen abbliihen. die Kränze verwelken und entfernt nicht einmal ihre Hüllen von den Stätten der Erinnerung. hin ungeschmiiektes Grab ist aber schöner als ein vergessenes, als ein ver- - 186 - wahrlostes und durch welke Reste verunsdiöntes. Es muß jeden Besucher des Friedhofes bitter stimmen, wenn er diese Reste der Zeichen der Liebe auf den Gräbern liegen sieht. Ist das recht? Alle, die ihre Liebe den Toten durch Schmücken der Gräber bezeugen wollten, haben doch auch die Pflicht, dafür zu sorgen, daß die Ruhestätten der Lieben so gepflegt sind, daß sie die Toten nicht besdiümen. Der „gute Ort“ soll auch ein schöner sein. Kommst du an das Grab deiner Lieben, entferne von ihnen alles, was die Grabstätten verunziert! Gedanken zur Erneuerung des Judentums. Von Hans Sternheim. Stuttgart. \\ ir haben in die-en Blättern schon des öfteren zum Ausdruck gebracht, daß. trotz aller Erscheinungen. die auf das Gegenteil hindeuten, das ui, «lerne Judentum sich in einer hntwicklungs- |ib.i'f befindet, die einer Renaissance, einer geistigen und körperlichen Wiedergeburt gleichzusetzen ist. Erst in letzter Nummer wurden in einem Artikel mit der L eberschrift ..D ielleimkehr zum Judentum e“ die Zeugen dieser Neuorientierung aufgezeigt und Feststellungen gemacht, die g«*oignet sind, den trüben Pessimismus unserer Tage als eine nicht unbedingt zu i rihtfertigende Erscheinung zu kennzeichnen und Gegenwart und Zukunft so darzustellen, wie sie auf Grund der gegenwärtigen Verhältnisse beurteilt werden dürfen, als Zeit eines neuen, lebendigen Judentums. Daß das Interesse für jüdische Dinge allein nun nicht genügt, um einen solchen Optimismus zu rechtfertigen. daß die religiöse Tat vielmehr, die G e s t ,i 11 u n g «I e s ganzen Lebens im Geiste der Religion erste und letzte Voraussetzung für wirkliches Judentum ist. darüber (»esteht kein Zweifel. Sinn de- Judentums war doch von jeher nur Streben nach v o 1 1 k o m mener Einheit im kleinen und großen. Durchdringung auch des profanen Alltags mit göttlichem Geiste. Heiligung Gottes durch das ganze Leben, steter, opferbereiter Brückenbau von der Erde zu den göttlichen Welten. Zu den vielen Anzeichen, die für eine hoffnungsvolle jüdische Entwicklung sprechen und die gerade deshalb, weil im Mittelpunkt ihrer Wegrichtung das religiöse Tun und Lassen im Sinne der obigen Voraussetzungen steht, positive Schlüsse ermöglichen, gehört auch das jüdische Buch unserer Tage. Man kann nur immer staunen — und sich darüber freuen — wenn man den dichterischen Entwicklungsgang eines Joseph Roth zum Beispiel, dessen herrliches Neuwerk „Hiob“ wir in letzter Ausgabe besprochen haben, verfolgt. Joseph Roth kommt von der Reportage, von der journalistischen Reproduktion her. und mündet in seinem „Hiob“- Ruche im jüdischen Herzen, mitten in den Gefilden, wo Gottesnähe und gläubige Hoffnung wohnen. E d m o n d Fl eg, Frankreichs bedeutendster jüdischer Dichter, facht mit seinem „Kleinen Propheten“ so viele halb verloschene Feuer zu neuer religiöser Glut an und rührt mit seinem „M o s e s“-Roman an alle, in denen noch letztes Erinnern und verborgenstes GOTTLOB MÜLLER Hoch- und Tiefbau / Stuttgart Ingenieurbüro Ludwigstr. 104 / Telefon-Anschluß 640 48 49 Ausführung von Hoch- und Tlafbauarbeiten / Eisenbetonarbeiten / Hausentwflsserungsanlagen / Umbauten / Reparaturen Dr. Theodor., Syndikus Tel. 22316 - Stuttgart. 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Wie viele Bücher der letzten Jahre könnte man noch anführen, um den Nachweis zn führen, daß auch oder gerade der jüdische Dichter an diesem Erneuerungsprozeß mitarbeiten will! Wer liest, versteht das Neue, das da emporkeimt, zu deuten, und wer um Verantwortung weiß, wird nicht abseits stehen. Ganz außerordentliche Resultate wurden aber auch auf dem Gebiete jüdischer Geschichtsforschung gezeitigt: die Perspektiven, die uns die moderne jüdischhistorische Literatur in den letzten Jahren eröffnet hat. sind im höchsten Maße bedeutungsvoll und besonders heute, in einer Zeit wirtschaftlicher Destruktion und politischer Zerrissenheit, höchster Beachtung wert. Wieviele haben sich schon darüber Gedanken gemacht, warum gerade der Dreyfus-Prozeß zum Beispiel jetzt in den Mittelpunkt dichterischer Gestaltung gerückt ist. Wo ist auch die Ursache dafür zu suchen, daß das „J u d S U ß“-Problem heute wieder durch Buch und Bühne in den Mittelpunkt des Interesses gestellt wurde? Warum schreibt Josef K a s t e i n gerade jetzt eine groß angelegte Biographie Sabbatai Z e w i s *), des falschen Messias im 17. Jahrhundert? Alle diese Fragen werden wohl durch die einzelnen Werke selbst beantwortet. Man muß es nur verstehen, sie richtig zu lesen, d. h„ man muß sich auch für ihre historische Peripherie interessieren und die geschichtlichen Gegebenheiten nicht nur in ihrer historischen Einmaligkeit, gleichsam als jüdischen Entwicklungsabschnitt, sondern a I s G 1 i e d *) Josef Lastet»! Ssbbatal Zewl. Emst Rowohlt Verlag. Berlin. Geh. RM. 8.50. PL0OBL PIANO« IltMNt KT .15 SS pops ts r > . Laßt Blumen sprechen! Blumenhaus Köhler OaSenfcergstrasee Nr. TA - ftmpwrtrr drndt Nr. 01308 Empfehle billige TrauerkrSnze Den eleganten Schirm und Stock finden Sie In reldister Auswahl bei LSd»MNg,Mnk.Hi.nutm FRIEDRICH BISSINGER r. 17 /M.27M1 Feinkost JColoHudwaceH gut und preiswert 15