Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- VII (1930-1931)
- Issue
- 16 (16.11.1930)
- Date
- 1930-11-16
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Gemeinde Äettmm fO» Sie ffraelitifesen «Seineiuden emiMitic aMhOgtü MM4 6 MC. WWilU U* Mt tkaumrti >.» Mt «iaxluaawt » 9off*«Utoa<o: 362U mmM* IMM «■ I. 16. Derlag: Israelitische DerlagSaaAaÜ G. m. b. S. Uemivr. *339$ * etutiaart * jUferaeafh. 13 Schrtftletlung: Gtadtrabbtaer Dr. Nleger, Gtuttgart, LbarlottenAraAe 13 XililliUdU: Mt rtajpolcig» StaataiatlbxU* 3> 9lsi4«pfataia Hm/iilagfntn «S tDonnaSpM*» m4 CariC gnwüi«ma»)»Car» ui SUxign bi» JtMaxU* 20 N»ich«»s>»>ü» SbtUuuxil» 12« Mt sti an» tla II« vii. 3oQroono 6tnit0ort, lö. 9tot»eusBer 1930 :»r.l6 Amftl. Bekanntmachungen Der Präsident der Israelitischen Landesversammlnng. Tübingen, 11. November 1930. An die Mitglieder der Isr. Landes Versammlung. Die Landesversammlnng wird hiedurch auf Sonntag, 7.Dezember 1930, vorm. 914 Uhr, in das Sitzungszimmer des Württ. Wirtschaftsministeriums, Stuttgart, Lindenstr.4, I. Stock, einberufen. Tagesordnung: 1. Wahl eines neuen zweiten Stellvertreters des Schriftführers. 2. Grgänzungswahl zum Besch werde-Ausschuß. 3. Ergänzungswahl zum Recfanungsprüfungs- Ansschnfi. 4. Bericht des Oberrats für die Zeit vom 1. Januar 1930 bis 31. Oktober 1930, nebst Bericht über die Turnusreisen der Rabbiner und Seelsorge an Strafgefangenen. . 3. Endgültige Fassung der Dienstordnung für die Rabbiner und Religionslehrer. 6. Auflösung des Rabbinatsbezirks Oberdorf und Neuzuteilung seiner Religionsgemeinden zu anderen Rabbinatsbezirken (Verf. f 10). 7. Schaffung einer ständigen Religionslehrerstelle für die Religionsgemeinde Edelfingen. 8. Haushaltplan der Israelitischen Zentralkasse für das Rechnungsjahr 1930/31. 9. Landessteuerbeschluß für das Rechnungsjahr 1930/31. 10. Bericht des Rechnungsprüfungs-Ausschusses, betr. die Rechnung der Isr. Zentralkasse für das Rechnungsjahr 1927/28. 11. Verfassungsfragen. 12. Aufwandsentschädigung für die Mitglieder der Landesversammlnng und des Oberrats (Verf. I 85 Abs. 3 und I 69 Abs. 3). Eine Ergänzung der Tagesordnung bleibt Vorbehalten. Im Rahmen der Tagung der Landesversammlung ist eine Vortrags-Veranstaltung vorgesehen, deren Thema noch mitgeteilt werden wird. Die Beratungsunterlagen werden den Mitgliedern der Landesversammlung rechtzeitig übersandt werden. Indem ich Sie zur Teilnahme an dieser Tagung einlade, bitte ich Sie für den Fall, daß Sie verhindert sein sollten, dies umgehend der Kanzlei des Oberrats, Stuttgart, Königstr. 82, I. Stock, anzuzeigen, damit gemäß I 77 Abs. 4 der Verfassung Ihr Ersatzmann eingeladen werden kann. gez. Dr. H a y u m I. England und Palästina. Wer das jüdische Aufbauwerk in Palästina nur aus den Veröffentlichungen der Jewish Agency kennt, wird es unbegreiflich finden, daß die englische Mandatsregierung eine fast feindselige Haltung gegen das jüdische Palästinawerk einnimmt. Dabei weiß jeder einigermaßen politisch geschulte Mensch, daß die Engländer die Technik der Kolonisation meisterhaft beherrschen und als Wirklichkeitsmenschen jeder Gefühlspolitik innerlich abhold sind. Um so auffallender waren gelegentliche harte Urteile der Mandatsregierung über das jüdische Werk. Da ihnen die Motivierung durch Tatsachen fehlte, blieben sie im wesentlichen unverständlich. Das soeben veröffentlichte englische Weißbuch, in dem die Regierung „aas konstruktive Programm ihrer Palästinapolitik“ bekannt gibt und zugleich die jüdische Arbeit einer nüchternen Kritik unterwirft, bietet eigentlich zum ersten Male Gelegenheit, das Palästinawerk vom anderen Ufer aus in englischem Lichte kennen zu lernen. Die Regierung bemerkt in diesem Weißbuch nicht ohne eine gewisse Bitterkeit, daß sie weder von den Juden noch von den Arabern eine wesentliche Unterstützung in ihrem Bemühen erfahren, die Wunden des durch die Exzesse des letzten Jahres erfolgten Bruches zu heilen. Diese Ereignisse haben die Feindseligkeit zwischen Juden und Arabern verschärft, zugleich aber infolge eines Prcsscfeldzuges, „in dem die wahren Tatsachen verdunkelt und entstellt worden sind, als neues Moment das Mißtrauen gegen die englische Regierung hinzugefügt“ Mit verbissener Energie erklärt das Weißbuch, daß es für die jüdischen Führer ebenso zwecklos ist, die englische Regierung in Fragen der Einwanderung oder der Bodenpolitik beeinflussen zu wollen, wie für die arabischen Führer der Versuch, eine Verfassungsform zu erzwingen, die der Regierung die Ausübung ihrer Mandatspflichten unmöglich macht. Die Regierung wird sich „weder durch Druck noch durch Drohungen“ von ihrer im Mandat vorgeschriebenen Politik den Juden wie den Arabern gegenüber abdrängen lassen. Die Voraussetzung aller ihrer Einwanderungs- Maßnahmen ist. „daß bei Abschätzung der Aufnahmefähigkeit Palästinas sowohl die arabische wie die jüdische Arbeitslosigkeit entscheidend bleiben muß“. Die im 6. Artikel der Mandatsmacht auferlegte Verpflichtung der Erleichterung der jüdischen Einwanderung ist naturgemäß dadurch begrenzt, daß durch die Einwanderung die Stellung der einen wie der anderen Bevölkerungsgruppe nicht beeinträchtigt werden darf. Diese Auffassung ist von seiten des Völkerbundrates ausdrücklich anerkannt worden. Demzufolge wird bündig erklärt, daß zurzeit bei Zugrundelegung der gegenwärtigen arabischen Wirtschaftsmethoden kein Boden für die landwirtschaftliche Ansiedlung neuer Einwanderer verfügbar ist, mit Ausnahme einiger noch unbebauter Terrains, die im Besitze jüdischer Körperschaften sind. Auf Grund von Schätzungen nimmt das Weißbuch an, daß die anbaufähige Fläche Palästinas mit Ausnahme des Beer-Scheba-Distrikts nur 6% Millionen Dunam beträgt, während sie bisher immer auf 10 bis 11 Millionen Dunam geschätzt wurde. Auffallend bleibt bei dieser Berechnung, daß der anbaufähige Teil des Negew (des Distrikts von „Beer-Scheoa") nicht in Rechnung gestellt wird. Es scheint also, daß die Regierung dieses Gebiet als ein fürdie Araber bestimmtes Reservatland betrachtet und ein Prioritätsrecht der landlosen Arbeiter für diese noch verfügbaren Staatsländereien anerkennt. Dabei stellt das Weißbuch fest, daß von den etwa 87 000 ländlichen arabischen Familien in den Dörfern etwa ein Drittel keinen Boden besitzt. Von den durch die Pica (Pulestine Jewish Cölonisation Association) errichteten Kolonien haben die Araber wesentlichen Nutzen gehabt, so daß die Beziehungen zwischen den Kolonisten und ihren arabischen Nachbarn früher ausgezeichnet NEUE AUTOBUSSE dienen dem Touristenverkehr des talestine und Egypt Lloyd, | Jerusalem. so wäre es u( lonien nicht rang gekomr gegen ist es (270 000 Duna langen gekon gewesen sind! „Hätte die Pica' die Politik der Freundschaft pnit den Arabern fortsetzen.dürfet}. bezweifelbbr in der Nähe der Ko cu der beklagenswerten Verbitteen, die nun vorhanden ist..“ Da}- iuf den Gebieten des Nationalfonds ) zu den feindseligen Ausschreilmen. da dieser Boden als ewige! Eigentum des jüdischen Volkes gilt und nur voH Juden bebaut werden darf, so daß er jeder Be Ziehung zu 1er arabischen Bevölkerung ent zogen ist. Bereits im Bericht Sir John Hope Sim so n s wird ctr Einfluß der Histadruth auf du Vuswahl def Einwanderer beklagt. „In de! hl der Fälle hat ein Einwandere! icht, wenn er nicht persona grata ruth ist. Sie basiert auf Gemeinten und dem Ausschluß arabischer ohl diese Grundsätze durch dir e Survey Commission abgelehni Die Histadruth fährt fort, oßzügigkeit der Weltjudenheit eii| wirtschaftliches Experiment vo uber_von fraglichem Wert durdizuführe i.“ Besonders auffallend ist die Stellungnahme de Weißbuches zur illegal e n Einwanderung von Ji den nach Palästina, indem es darauf ninweist daß die jüdische Einwanderung durch die grole Zahl der Touristen, welche ohne großen Mehrz keinerlei Aus bei der Histap schuftssiedlun Arbeiter, obv Joint Palesti! worden sind Kosten der G soziales und großem Inter?sso. Erlaubnis in Palästina verblieben sind, ebenso stark vermeh rt worden sei wie durch die vielen Personen, die sich der Grenzkontrolle entzogen haben. Diese! illegale Einwanderung sei um so bedenklicher, als zurzeit eine ernste arabische Arbeitslosigkeit neben der ebenso fühlbaren jüdischen Arbeitslosigkeit bestehe. Solange die wirtschaftliche Depression der arabischen Bevölkerung zu dinem wesentlichen Teile als eine Folge der übergroßen jüdischen Einwanderung ausgelegt wurden könne, bestehe wenig Hoffnung auf eine Besserung der Beziehungen zwischen Arabern und Juden, von welcher der Friede und Wohlstand Palästinas abhänge. Das Ausmaß dieser Arbeitslosigkeit wird in dem Weißbuch nicht Umrissen. Aus der Aeußerung des Weißbuches ist nur zu entnehmen, daß sie so groß ist, daß!ein Eingreifen der Regierung notwendig erscheint. Nicht gleichgültig ist dabei eine gelegentliche Aeußerung über die Rentabilität der Siedlung im Berichte Jiimpsons. „Es kann nicht zweifelhaft sein, daß die Siedlung die Siedler besonders im Pflanzungsgebiete ernähren werden. Vorläufig sind sid aber -nicht konsolidiert, und es sind - wohl nirgend^ dem Jüdischen Nationalfonds oder dem Keren Hajessod die Investitionen zurückgezahlt worqen.“ Dabei wird erwähnt, daß die jüdischen Siedler in Rußland und die griechiwca 21.De madn sreben Ehrwald M. 145.-, Goldiwil M. 160.-, Churwaiden M. ISO.-, Grindelwald M. ISO.-, Schals M. 2f5.-, Engelbert M. 255.-, Poniresfna M. 2S0.-, Zermatt M. 295.- RelsebUro Homlnger - :