Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- VII (1930-1931)
- Issue
- 14 (16.10.1930)
- Date
- 1930-10-16
- Page
- [Seite] (sequence 11)
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^»MWWWW palästinensischen Mohammedaner zur vollen Berücksichtigung dieses Vorschlages nicht entschließen. Das Rabbinat von Palästina hat, obwohl es von den Schäden der Kinderehe überzeugt ist, eine Unterstützung der Forderung der jüdischen Vereinigung für Frauenrechte abgelehnt. da die Kinderehen in den sephardischen Gemeinden noch immer volkstümlich sind. Die Sephardim würden einen radikalen Vorstoß gegen die Kinderehe als einen gegen ihre Gemeinden gerichteten feindseligen Akt empfinden. „Verbotene" Tiere. Von Prof. Dr. Adolf Baginsky. Für das Verbot von bestimmten Vögeln mögen vielleicht ursprünglich kultische Motive gewaltet haben, aber interessanterweise haben sich hier in der modernen Medizin Erfahrungen herausgestellt, die wenigstens nach einer Richtung einige Aufklärung über die Schädlichkeiten geben können. Dr. B o r e 11 aus Göppingen (Virchows Archiv LXV, S. 399) beschreibt bei den Raben das Vorkommen von trichinenähnlichen Würmern im Blute, und Virchow fügt dieser Beschreibung die Bemerkung hinzu, daß es sich um eine Filariaform handelt, ähnlich der im Blute des Menschen in den Tropenländern vorkommenden Filaria sanguinis, welche bekanntlich die Ursache von Chylurie und Hämaturie ist. Es wäre nicht ganz ausgeschlossen, hier daran zu denken, daß dem Gesetzgeber insbesondere das Auftreten von Blutharnen bekanntgewesen sei, welches mit dem Genuß der bezeidineten Vögel oder anderer hierher gehöriger in Beziehung gebracht wurde. Aehnliche Befunde sind von Herbst bei Krähen, Dohlen, Hähern, Habichten usw. beobachtet worden. — Was endlich die Fische, Kriechtiere und Mollusken betrifft, so ist die Gefährlichkeit des Genusses von Aalen, Moränen u. a. den Bewohnern der warmen Länder heute noch bekannt. Die krankmachende Wirkung des Genusses von Austern, der Miesmuschel und auch der Krebse, die alle vielfach von menschlichen Dejekta leben, wenn dieselben in die Flußläufe geraten oder in den Meerbuchten sich ansammeln, ist ebenfalls seit langem bekannt, und bis in die jüngste Zeit sind zahlreiche Epidemien derselben beschrieben. Schon Peter Frank (III, 8.179) erwähnt die Giftigkeit mit dem Hinweis auf die Erzeugung von heftigen Juckausschlägen, während in der Neuzeit schwere typhöse Erkrankungen und rasch verlaufende tödliche Vergiftungen zum Vorschein gekommen sind; gelegentlich solcher ist das Gift der Miesmuschel von deutschen Autoren, Schmidtmann, ßrieger, Salkowski, Wolff, nachgewiesen und chemism rein dargestellt worden (Virchows Archiv, Bd. 103, 104, 110, 113). Die Giftigkeit von nicht ganz frischen und verdorbenen Krebsen hat in der jüngsten Zeit immer wieder zu öffentlichen Warnungen seitens der Gesundheitspolizei Anlaß gegeben. So leuchtet denn aus den gegebenen Vorschriften für die Gesunderhaltung der für kriegerische Strapazen vorzubereitenden Volkes überraschende Kenntnis und Weisheit hervor. (Aus „Hygiene und Judentum" |Verlag Sternlicht, Dresden, 1930J). JBüfuteHsdiau. Württ. Landestheater, ln neuer Inszenierung ..Iphigenie auf Tauris“ von Goethe. Eine die Hörer aufs tiefste fesselnde Aufführung, in der Frl. Beilke in der Titelrolle ihr bestes gab, vor allem aber Herr K a y s s 1 e r einen Orest von hoher künstlerischer Gestaltung bot. Der Thoas des Herrn Hess, zwar sehr mannhaft, in seiner Unbeweglichkeit aber doch zu unnatürlich. Sehr gut sprach Herr Junker, den Arkas, Herr Laubenthal als Pylades wirkte recht erfreulich. Die Spielleitung suchte nach einer Brücke zwischen klassischem und modernem Stil, aber nicht mit vollem Gelingen. Das Publikum war tief ergriffen. Wir möchten unseren Lesern dringend empfehlen, sich die Erbauungsstunde. die ein solcher Theaterabend bietet, zu verschaffen, vor allem aber die Jugend zum Besuche zu veranlassen. Ein Abend bei Goethe ist das beste Gegenmittel gegen die oft so ungünstigen Einflüsse unserer luge. Tleue ÜBuchet. Interessante literarische Ausstellung. Die unseren Lesern bestbekannte Schwäbische Bücherstube, Charlottenstr. t, stellt in einem ihrer Schaufenster die Umschlagseiten sämtlicher Uebersetzungen des erfolgreichen Kriegsbuchs „Im Westen nichts Neues“ von Erich Maria Remarque aus. Das Werk ist bis jetzt in 26 Sprachen übersetzt worden und hat eine Gesamtauflage von 2,1 Millionen Exemplaren erreicht Es ist hochinteressant, festzustellen, wie die einzelnen Völker die Titelseite des Buches sowohl nach der typographischen als auch sprachlichen Seite gestaltet haben. Kein Literaturfreund sollte versäumen, sich diese einzigartige Ausstellung anzusehen! Philipp Halsmann: Briefe aus der Haft an eine Freundin. Mit einem Selbstbildnis Halsmanns, J. Engelhorns Nachf. — Broschiert - 163 - 2.90 Mk., Leinen 3.80 Mk. Wer kennt nicht den „Fall Halsmann“, diesen rätselhaftesten aller neueren Kriminalfälle? Seit dem September 1928, als der jüdische Student Philipp Halsmann aus Riga unter dem furchtbaren Verdacht des Vatermordes im Zillertal verhaftet wurde, beschäftigt sich die Oeffentlichkeit immer wieder mit diesem seltsamen Prozeß. Auch die Verurteilung Halsmanns im Januar 1930 hat die Diskussion über Schuld oder Unschuld nicht zum Stillstand gebracht, denn der Schuldspruch stützt sich ja nur auf einen lückenhaften Indizienbeweis; inzwischen hat sich auch der eigenartige Fall ereignet, daß ein Gnadengesuch der Mutter Halsmanns von zehn der zwölf Geschworenen, die den Wahrspruch gefällt hatten, befürwortet wurde. In diesem Füi die Bekanntschc f> essanten Person : besonderem We Urteils. Eine nächster Nähe mann aus der ohne dabei im daß diese Brief i sicht kommen kc sie Dr. Karl Bla di langte die Erla i durch den Hin« wohl das ein Rehabilitie Doch die Bed : nur im Aktuelle a, 'lUtna.2). Millionen können Sie gewinnen durch den Kauf eines Klassenloses bei Carl Joos, ttrtt.LtfUiiinie Ulm >. o. Münsterplatz 38, Telefon 3039 r und Wider der Meinungen ist t mit der ungewöhnlich interichkeit Philipp Halsmanns voa t für die Bildung eines eigenen s liehe Bekanntschaft aus aller-;ewähren die Briefe, die Hals- Jaft an eine Freundin schrieb, ntferntesten daran zu denken, jemals einem Dritten zu Ge unten. Durch einen Zufall fielen ck in die Hand, und dieser er- - bnis zur Veröffentlichung nur eis darauf, daß sie einstweilen i ge Mittel moralischer r u n g sind. utung dieser Briefe liegt nicht Dokumentarischen: sie haben Condlfovei u id Cafd a. Inb-i X. Oette», lange#». 28 empfiehlt ßdy einem geebsten Publikum Adlet*, äLmomaq*, Vhaduee* Automobile dl« d»ntsch»« QuolltSramoik— GotH. Holbein, m ar» Glrote b—fl»i«c. RaparafcmmrfcatStt« «.all« Systeme 6666666666666666 1 lUlllllll&iMI 11 > tenär. M a. Märt < o Ernst Kölle f |> Haiaaa.aa-T«LaoM 9 Ooooooooooooooo# Sedclhof-Garat am Hauptbahnhof, Telefon alias fOr'a Au je 2378 *o Hof-Atelier BRANDT (Langemühle) Werk statte für zeitgemäße Fotografie Uatarkaaft, Pflif,, Raparstar, Z Taakatail« / Madsnat ata«« baba» lebtet JnUasFrej Malermeister PBBA.1«— Fischergasse 27 Fernruf Nr. 3047 bfemil- ■. EnüMlil-Irtrrwiii« Mu»toB«uiM«w v«racklad. S' laaditraad ««kraft ««da M Taste Addis»- «ad Ba<fc—aschla— Back— amackla— ftr all« 4 Spaxi «s JETTER 1 SPX TELEFON 3711 - HKBBBNKBLLKB Spailal-R—«ratanrackjtltt« f. all« 1: dm ttoüM i TH ITR. « wtaea Willy Steiler DonauatraBe 11 KARL SCHMID / ULM Sdireinermi ilster, Herrenkellerstr. 10 f&mti Übernahme g P6fl«Oll«l Billigst« Preise! 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