Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- VII (1930-1931)
- Issue
- 13 (1.10.1930)
- Date
- 1930-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
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149 graph kommen jährlich auf die jüdische Bevölkerung pro Kopf 9 Pfd. Sterling, auf die nichtjüdische Bevölkerung nur 1,750 Pfd. Sterling als Beitrag zu den Staatseinnahmen. Wir begnügen uns mit den vorstehend gegebenen Ziffern, tun zu zeigen, wie aufierordentlich der Aufschwung von Landwirtschaft, Handel und Industrie, von Kultur und Gesundheitswesen ist, den das Land in den letzten zehn Jahren clurchgemacht hat. Schon die Ziffern selbst machen klar, daß dieser Aufschwung der Einwanderung der 100 000 Juden und der von ihnen — privat und durch die öffentliche Tätigkeit der J e - w i s h Agency — ins Land gebrachten Kapitalkraft zu danken ist. Das Land und seine Wirtschaft und seine Kultur werden auch in Zukunft diese günstige Entwicklung fort setze», wenn es den vereinten Kräften der Judenheit gelingen wird, eine immer wachsende Einwanderung ins Land zu bringen und sie auf gesunden wirtschaftlichen Grundlagen im Lande* zu verankern. OUfS tot etHMi M yütodümS Hakenkrenzterror in Berlin. Tatenlustige Hakenkrenzier, die mit einem Autobus der Linie5 ans dem Sportpalast kamen, leisteten sich beim U inst eigen in den Autobus der Linie 4 an der Haltestelle Leipziger Straffe einem unerhörten Eingriff in die persönliche Freiheit: sie bemerkten beim Einsteigen in den Autobus 4 einen jüdisch aussehenden Herrn und erklärten sofort, daß sie „nicht gemeinsam mit einem Juden im Autobus fahren“ würden. Sie vollführten einen wüsten Spektakel. De r Autobusschaffner zeigte sich den Hakenkreuzlern leider willfährig, erklärte, nicht weiterfahren zu können und veranlaffte den Angegriffenen, den Autobus zu verlassen. Erst naaidem er dieser Aufforderung nachgekommen war, fuhr der Autobus weiter. Der skandalöse und empörende Vorfall spielte sich vor einer großen Menschenmenge ab. „Es ist unbegreiflich“, schreibt „Vorwärts“, „w ic* der Schaffner dem Terror der Hakenkreuzler Vorschub leisten konnte. Anstatt sein liausrecht eventuell unter Schutz der Polizei zu wahren und die Goebbelsleute zurechtzuweisen, hat er einem Wehrlosen das Recht genommen, ein öffentliches Verkehrsmittel zu benutzen. Es wird Sache aller anständig denkenden Menschen sein, solche Angriffe auf die persönliche Freiheit gemeinsam zu rüdezuweisen, da noch immer die gewaltige Mehrheit der Berliner Einwohner die öffentlidien Verkehrsmittel benutzen muß — sie können sich nicht, wie Herr Goebbels einen schweren Mercedeswagen leisten.“ Nationalsozialisten in einer Synagoge. In eine kleine Frankfurter Synagoge war während des Gottesdienstes eine Gruppe Nationalsozialisten eingedrungen, die „Heil Hitler“-Rufe ausstieß. Die Rowdys konnten von der herbeigerufenen Polizei nicht mehr erwischt werden. Goebbels droht mit Pogromen. Die Zeitung „Tempo“ veröffentlicht ein Referat über eine im Saal des Berliner Kriegervereinshauses abgehaltene Versammlung von 3000 Nationalsozialisten, zu der nur Mitglieder gegen Ausweis Zutritt hatten. Die Türen wurden während der Reden geschlossen gehalten, die Eingänge wurden scharf kontrolliert. Das Referat stützt sich auf die stenographische Aufnahme eines Versammlungsteilnehmers. Der neu gewählte Abgeordnete Dr. Loepelmann führte u.a. aus: * Für.die Regierung gibt es drei Wege: I. Die Große Koalition. Dieser Plan wird scheitern an der Wirtschaftspartei und dem Landvolk. 2. Militärdiktatur unter Herrn v. Seeckt. 3. Eintritt der Nazis in die Regierung. Aber vorher müssen gewisse Bedingungen erfüllt werden: Nazis erhalten das Reichswehrministerium und das Reichsinnenministerium, Auflösung des Preußischen Landtags.' Absetzung aller marxistischen Beamten,wie z. B. des Berliner Polizeipräsidenten, usw. Nachdem nunmehr 107 Abgeordnete in den Reichstag einziehen, werden Gelder flüssig, da die Abgeordneten einen Teil ihrer Diäten der Parteikasse zuführen. Die Abgeordneten lassen sich von ihrem Dienst beurlauben, um ungestört für die Partei arbeiten zu können. Das System soll und muß uns bezahlen, damit wir es stürzen können. *- . . Dr. Goebbels führte aus: Die ganze ausländische Presse ist schon bei uns angetanzt, um sich ^u erkundigen, was wir nun machen wollen. Unser Ziel ist, die Republik schachmatt zu setzen. Haben wir diese Partie gewonnen, so beginnt die Partie mit der Welt. Eine Revolution braucht in diesem Miststaat nicht erst gemacht zu werden. Wir-sind verfass»ngartreu und bereit, jedenEid zu schwören'. In die Regierung gehen wibpnur durch offene Türen. Bleiben uns die Türen vep- »2ftlos3£n, und“dSTierf es zu länge, dann Schlägen (KeilBcotut! \ FRITZ'SEEL ÄHB8M; j ■ Sthre JUWEI Sllbi f-fTOTZ W ntlütntrJI 4r-B«st«cke Wilhelm Bauer Parfümerie » Toileite - Ariikel Kalseratr. 27 Telephon 510 Liederkranzhaus, Heilbronn Erstklassige Küche - Münchner und Heübronner Biqre - Regie-Weine - Saal für Festlichkeiten - Schoner Wirtschaftsgarten A. S77Ä|JV, Koch, ALLEE 70 CAM. LEHMANN lai—slr M Sonnengasse 4 Optiker Fiscl FACHGESCh für moderne Of und Photo Kaiserstraße 16/ Telefon ier IjÄFT :tlk 480 Möbelfabrik Strienz Ijesudien Sic bäte das Cafe Nägele Bahnhofair. 16 / Telefon 1366 Sldicri * tPsdic Apotheke aDWIG SÜNDER pbrom M.N. ■ fCHOLL Jsl NACHF. M(II«|um 1 Waschuad PutzaiKtal e. »fiel Banschlosserei / Eisenkonstrnkl JtafVenfOrttaiYe Kassetten, Transporte, Reparatu IH(. 1865 SMlnanfiBir* Md. 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