Mannheim
Compact Memory

Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1930-09-16 · 12 (16.9.1930) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
VII (1930-1931)
Issue
12 (16.9.1930)
Date
1930-09-16
Page
[Seite] (sequence 4)
Belongs to
journal issue
OCR quality
86% known words query
IRI
…/4904101-5441863-5443151--2746-4906705
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

t» »'pr >zc"<-' gc-woiinen liatic oiiizuliolcn. 'chrittcii die liitliir-trii'-t.uitcii d> r Welt mit Dout'ch- I.iimI »».der Spitze mit ei nein 'ich über Realität!’» hin« eg'elzende» Optiini'inu' /» einer Ration.ili'ieruug. die’ in Handel, Gewerbe lind linlii'trie ungeheure’ M»"c» m>» Mcn'chcnkräfu I, brachgelegl Ii.it. wahrend gleichzeitig der durch die Rationalisier»»,^ geschaffenen Lcber- >»rothikt>o» infolge Aii'f.llcii' iler Kaufkraft der c\i>ten/enlw nr/elte» M»"en dii’ kon-mnente» entzogen w »rde». Ji-dodi. dieser Prozeß iler Rationali'ierung. der »ich dcrge't.dl vollzog, daß -ich die -dm» vorher i». .hli^e, (.loßunlerneliniungon in Handel und Ind i-trie /» (.ebjjden um giganti'chcni Aii'inal! antiT /u'ammen'chw eißuiig gewaltiger Kapital »)»">» zii'Uinnif n'<hlo"cn. hatte eine vernichli’iiiie Wirkung auch auf den ge'aniten Mittelstand. Dieser MitteKtaiul. der tlnrth die Inflation und ihre Folge» ka|>itulnuiRig besonder' ge- 'ihwixht war. vermochte nicht auf dem um den Gi •ßhon/criien begangenen \\ ege /u folgen. zumal diiselbt» Ranke», die diesen Großkonzeriten ihn « ulilk aft zur Xerfügung 'teilten, ja infolge der w irt'chaftlidien \ er« andt'ihaft zur X er ’ugi >>g 'tel:e1i muhte», ihm ihren Rei'tand irr- '»ulen. W.-nn «’ir »»- hiei mit die'en Xorgängcn heil) -ftiun und iji e Xii'wirkiing auf Uli- Juden de’raihteu. find«-» «ir. daß >s eben ilii-'er XHled»#.:»-. i'i. de: : «i: uii'i-re besondere Auf- Ii»-rk'.itnk--it /.-;«• -,den mii'-ei». Die über«iegr::de \ieh: zahl der 'ihmi uir dem Kriege hier eii'ii'-iue» und auch der «ahrend und »ach dem K zuue/ouenen Jude» i-t in kultureller •"id «ar in tu.iteriefler Beziehung <liesem Mittel- 't.i id zuzuieihnun. Jedenfall' mii"!-n «ir als X ,, läufiges l.rgcbni' der oben 'kizzierten Lnt- « »klung b St'tellen. «lall a u dl der j ii d i > ch e M i t t e I ' t |t n d ' «• i II <• r I \ i s t e n z b a ' i s h e r ■=■! b t i worden und der völlige» \ernich- I u»g prei'gegebe'n i't. ««•»» es nicht möglich sei» -ol-’e. der veränderten w irt'chafl'lagerung ent- 'prechend. du-e S,hiebt in den (,>-'»»11« irt- -ih ift'pr izell 'o «•in/uglieele'rn. dal! er ab prodiduiw-i faktor die ihiu-zukommemle Aufgabe e - füllt. >ie »ich hier anfz« ingende Frage. ob in d. r heutigen w irt'chaft'onlnunu eine 'C’lb'tän- )•Miltelkchiiht z« i'che» (irol!unterriehnien I - :1er ol,»arbeite »de» Kbi"«- eine hxistenz- GOTTLOB HÜLLER Hoch- und Tiefbau / Stuttgart Ingenieurbüro Ludwigstr. 104 / Telefon-Anschluß 640 48 49 Ausführung von Hoch- und Tiefbauarbeiten z Eisenbetonarbeiten z Hausentwässerungsanlagen / Umbauten z Reparaturen Kauft bei unseren Inserenten! «tim - 130 - InTeehtiguiig habe, i't zu bejahe» Gerade die .Steigerung: der wirtschaftlichen Zentralisation auf die heutige Höhe hat gezeigt, daß das Bedürfnis des Kunden nach jiersünlicher. individueller Behandlung vom Großbetrieb nur mangelhaft befriedigt werden kann, und erwiesen, daß für den kleineren und mittleren Industriellen und Kaufmann, der sich den Wünsdien seiner Kundschaft weit Ixisser anpassen kann, als der auf Massen- und Serienfabrikation eingestellte Großkaufmann. ein weites Gebiet offen ist. Allein man darf diese Frage nicht nur vom ökonomischen Standpunkt betrachten, sondern es ist erforderlich, sich auch mit den psychologischen Gegebenheiten zu befassen. Wenn wir uns erinnern. welch ein Kulturfaktor in schöpferischer und sammelnder Beziehung dieser jüdische Mittelstand in den Zeiten gewesen ist. in denen seine Fxistenz noch nicht bedroht war. wenn wir das in dieser Schicht vorhandene große Yerantwortungsbewußtsein. den Willen zur Selbstverantwortlichkeit und zur Selbstbehauptung, den starken Drang nach innerer und äußerer Freiheit bedenken, so müssen wir uns sagen, daß die Vernichtung dieses Mittelstandes einen kulturellen Verlust von unschätzbarer Größe bedeuten würde. Diese Frkenntnis aber, le gt uns die Pflicht auf. zu. untersuchen, welche Voraussetzungen erforderlich sind, um diesem Mittelstand die organische Finfiigung in die heutige Wirtschaft zu ermöglichen. Denn es ist selbstverständlich, daß der Neuaufbau unter gegenüber früher durchaus veränderten Verhältnissen vor sich gehen muß. Die erste Voraussetzung für den \\ iederaufbau scheint uns die Frkenntnis zu sein, daß die Hilfe nur aus den eigenen Reihen kommen kann. -Selbsthilfe ist die Parole, die als Leitmotiv allen Bestrebungen vorangesetzt werden muß. \\ ir brauchen nur die organisierte Arbeiterschaft zu betrachten, um zu erkennen, welche Kräfte hierdurch mobil gemacht werden können. Hier haben wir aber schon die zweite Voraussetzung gezeigt, die erforderlich ist. um zu einer Wirkung zu kommen. Nur die organisierte Selbsthilfe vermag die Kräfte zu sammeln, die einen Kampf gegen die organisierte Macht des Kapital' aussichtsreich machen können. Und indem «ir wissen, daß der Kampf sich gegen das 416 Opellahrer! 416 Ausschleifen des Zylinderblocks, einpassen von 4 neuen Kolben samt Bolzen u. Ringen. Neue Kopfdichtung. Einschleifen der Ventile. Füllen von 4 Liter Frischöl mit Montage .. HB. 15.- Umgelter & Magenmüller Reparaturwerkstätte AugustenstraBe 10 in großer Ruswcthl vom einfachsten bis zum feinsten Qenre zu bekannt billigen Preisen Umarbeilen von Hiden, auch wenn eolahe nicht bei an# gekaail sind, prompt and billiget Siepund Weil »Hin, ■MM'. 191 ... II z TOL MS 44/49 HECHINQEN / TÜBINGEN / SIGMARINQEN inn. ausL Wertpapiere z Einlagen zn günst. Zinssätzen / Industrie-Kredite z Hypotheken organisierte Großkapital richtet, wissen wir auch, daß dieser Kampf nur mit der Waffe „K a p i t a 1“ ausgefochten werden kann. Organisation und Kapital, in organische Verbindung gebracht, sind in den Händen dieses intelligenten, befähigten, fleißigen und sparsamen Menschenmaterials, aus depi sich unser Mittelstand rekrutiert, die Faktoren, mit denen er seine verlorene Position wiedererwerben kann. Der Mittelstand muß sich organisieren, um sich aus seinen eigenen Reihen das Kapital zu sammeln, das er im Wirtschaftskampfe gegen das Großkapital gebraucht, und er muß dieses gesammelte Kapital in organisierter Form einsetzen. wenn er es als Machtfaktor verwenden will. Er muß die Form der Kooperation. in kapitalmäßiger und technischer Beziehung. finden, eine Form, die ihm die Möglichkeiten individueller Wirksamkeit bietet, ohne seine Kräfte im Kampf gegeneinander zu zersplittern. Dieser Vorschlag der Kooperation, oder um es schlagwortmäßig auszudrücken, der genossenschaftlichen Selbsthilfe, zeigt den Weg, auf dem ein gesunder, leistungs- und widerstandsfähiger Mittelstand herangebildet werden kann. Fs ist kein unbekannter Weg, der hier beschritten, kein Experiment, das hier versucht werden soll, denn wir haben im Osten und Südosten Europas die besten Beispiele, welche Wirtschaftskräfte hierdurch mobilisiert werden können. In Litauen, Polen, der Tschechoslowakei usw. bestehen weitverzweigte Netze jüdischer Genossenschaftsbanken. die auf das gesamte jüdische Wirtschaftsleben dieser Länder befruchtend und fördernd einwirken. Wenn es uns gelingt, die im jüdischen Mittelstand vorhandenen Mittel, die für den einzelnen Besitzer im Kampfe um seine selbständige Existenz nicht mehr ausreichen, in den Genossenschaftsbanken zu sammeln, und diese Gelder, die in konzentrierter Form eine Kapitalmacht von beträchtlichem Ausmaß bilden, organisch und zweckmäßig dem Mittelstand zur Verfügung zu stellen, dann haben wir die Mög- Frisch etagefrelfcr Neue Salzgurken 1 Stck. 10,3 Stdc. ä „ Gewürzgurken 1 „ 15,3 „42 „ Essiggurken 100 g 20,1 Pfd. 90 Neues Föder-Sauerkraut 1 Pfd. 15, 3 Pfd. 42 Pfg. Neue Bismarckheringe 1 Stück 10, 3 Stück 27 Pfg. Neue Rollmops 1 St 12, 3 St. 35 Pfg. Salzheringe 1 „ 10, 3 St. 27 „ Feinste Bücklinge Neue Hellerlinsen ... 1 Pfd. 40 Pfg. „ Riesenlinsen . . . 1 „ 50 .. ,, Grünkern.1 „ 50 „ „ Grünkerngrütze . 1. „ 50 „ Spezialität: Täglich frisch: Feinster italienischer Salat Feinster Fleischsalat Ui oriultn M i«4. CtakMf »tat 5*/»l«tafl ii kv Rot«str.S4>M, Oibalibirtitr. T4 Telefon 00608 Telefon 73400 •otahöhlstraä« S Telefon 00000 3248

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.