Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- VII (1930-1931)
- Issue
- 8 (16.7.1930)
- Date
- 1930-07-16
- Page
- [Seite] (sequence 5)
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rere jüdische Gemeinden zur Schaffung von Darlehenskassen übergegangen seien, die geeigneten Angehörigen des jüdischen Mittelstands und des Handwerkerstands Kredite zur Gründung oder zur Erhaltung ihrer Existenz zur Verfügung stellen. Die Darlehenskasse der Berliner Ge meinde habe beispielsweise im Laufe von sechs Jahren 2 Millionen Mk. an solchen Krediten ausgegeben. Für den Verband sei von besonderer Wichtigkeit das Zusammenarbeiten mit den Gemeinden und Gemeindeverbänden. Auf den verschiedenen Tagungen des Verbands, namentlich auch auf der Kölner Tagung Vom 23. Mai ds. Js.. habe sich gezeigt, daß die Gemeinden durchweg ein großes Interesse für die Ziele des Centralverbands haben. Zum Schluß ging der Redner auf die besonderen Verhältnisse in Württemberg ein. die ihm insofern neu waren, als hier, im Gegensatz zu den meisten anderen Gegenden des Reichs, die Anzahl der Handwerksgehilfen weit größer ist als die der selbständigen Meister. Er betonte, daß der Verband sich auch der Interessen der Lehrlinge und Gehilfen annimmt, und empfahl den Handwerksgehilfen Württembergs, sich zusammenzuschließen und dem Verband anzugliedern. Der Verband unterhält eine Monatsschrift „Der jüdische Handwerker“, die in Berlin erscheint und alle Fragen des jüdischen Handwerkerstands erörtert. Aus der Diskussion, die Rechtsanwalt Dr. H e i n r i di Wolf als Vorsitzender des Vereins leitete, ergab sich, daß die Vertreter der eingeladenen Behörden und Vereine den Bestrebungen des Verbands wohlwollend gegenüberstehen und daß ihnen besonders der Gedanke der produktiven Förderung und Erhaltung gewerblicher Existenzen sympathisch ist. Es wurde darauf hingewiesen, daß durch die Erfassung aller dem Handwerkerstand angehörigen jüdischen Menschen verhindert wird, daß diese dem Judentum verloren gehen. In seinem Schlußwort berichtete der Redner über den Weltverband, dem der Centralverband angeschlossen ist und dem bisher fast alle Oststaaten sowie die Tschechoslowakei und Palästina angehören. Frankreichs Anschluß ist ip Vorbereitung. - Der Redner dankte für die freundliche Aufnahme seines Referates und bat besonders dife zuständigen Behörden, sich der Interessen der Handwerker nach Kräften anzunehmen. In einer besonderen Besprechung mit den Handwerkern gab Markus den jungen Leuten noch eine Anzahl wertvoller Ratschläge aus seiner reichen Erfahrung. Stuttgart. Am 28. Juni d. J. wurde im Saal der Stuttgart - Loge der „Verein jüdischer Handwerker“ gegründet. Oberlehrer R o t hs ch i 1 d, Eßlingen, behandelte in einem interessanten Referat die Frage des „Zusammenschlusses der jüdischen Handwerker in Württemberg“ und bezeichnete diesen Zusammen- 1 Schluß als ein Erfordernis der Zeit. Nach einer Begrüßung der Gäste durch den provisorischen Ausschuß — vom „Verein zur Forderung des , Handwerks und des Gartenbaues unter den j Israeliten in Württemberg“ waren Dr. HeinJ r i ch Wolf und Sigmund Kallmann, von der Stuttgart-Loge deren Präsident Josef [ Schwarzschild und vom „Jüdischen Jugend-! * ring Stuttgart“ Frl. S o ra ni e r und Dr. Walter Einstein erschienen — schritt man zu einer kurzen Aussprache. Hierauf wurden! die provisorischen Statuten verlesen und besprochen. Oberlehrer Rothschild machte den Vorschlag, (den Gesamtausschuß als provisorischen Ausschuß bis zur nächsten Hauptversammlung zu wählen. Darnach wurden JuliusLandäuer zum Vorsitzenden, Josef Cymbalist zum stellvertretenden Vorsitzenden. Leo Kogan zum | Schriftführer, Joh. Kramaroff zum Kassier I und Michael Spinnadel zum Beisitzer ein-; stimmig gewählt. Der Vorsitzende dankte im Namen des Gesamtausschusses für die IJfahl; es | schloß sich eine rege Debatte an. Nachdem Josef ■ Cymbalist die Schaffung einer Darlehenskasse für Mitglieder des Vereins, die sich selbständig machen wollen, empfohlen hatte, verlas Leo Kogan ein Glückwunschtelegramm vom Vorsitzenden des „Zentralvereins jüdischer Handwerker Deutschlands“ und ein Begrüßungsschreiben von Gustav Silberstein. Damit wurde die Gründungsversammlung geschlossen. Stuttgart. Isr. Landes-Asyl- und Unterstützungs-Vereine. V. Die diesjährige 33. Mitgliederversammlung am 29. Juni gab dem Vorstande Dr. Ludwig Ottenheimer Gelegenheit, vor einer großen Oeffentlichkeit die Zufriedenheit über das neu eingeführte System der Schwesternverwaltung auszusprechen und der Oberin rückhaltloses Lob zu zollen. Besonders bemerkenswerte Ereignisse sind nicht zu verzeichnen. Im Berichtsjahre ist der Tod von drei Pfleglingen zu beklagen, zu deren ehrendem Gedenken sich die Anwesenden von den Sitzen erhoben. Neu aufgenommen wurden 8 Pfleglinge (4 Männer and 4 Frauen), sodaß zurzeit das Altersheim von 30 Pfleglingen (10 Männer und 20 Frauen) bele'gt und dadurch voll besetzt ist. Die Ausgaben haben sich entsprechend der ver- - 89 - mehrten Zahl der Insassen erhöht, die Betriebsrechnung bilanziert mit RM. 54 037.99. Dem Kassier wurde Entlastung erteilt. In der Aussprache wurde von Angehörigen der Insassen die gute Verpflegung im Altersheim gerühmt und mit großer Befriedigung anerkannt, wie wohl sich die alten Leutchen in dem schönen Heime fühlen. Einigen geäußerten Wünschen soll nach Möglichkeit Rechnung getragen werden. Für das aus seinem Amte ausgetretene Ausschußmitglied Otto Hanauer wurde Moritz Gideon, Rexingen. in den Ausschuß gewählt. Es ist für die Württemberg. Judenheit ein beruhigendes Gefühl, daß im Asyl eine Stätte vorhanden ist, an der alte Männer und Frauen ihren Lebensabend in Ruhe und Frieden verbringen können. Aber immer zahlreicher ergehen Gesuche um Aufnahme an den Verein, die aus Platzmangel keine Erfüllung finden können. Diesem Hebel zu steuern ist Pflicht all derer, deren Mittel es erlauben, für Arme und Bedrängte einzutreten. Deshalb möchten wir unseren Bericht nicht schließen ohne den Mahnruf an alle, die offene Herzen und offene Hände haben, zu richten: Gedenkt in Stunden des Leids und der Freude des Altersheims in Sonth c i m. M. O. Stuttgart. Im Rahmen des „Jüdischen Jugendring Stuttgart" veranstaltete die Singgemeinschaft „J u n g i ü di s ch e r Wunderbund“ u. „Karne rüden“ am 29. Juni einen Singnachmittag im Jugendhaus, der unter dem Motto „J ugen dw i I 1 e“ stand. Wir werden auf die Veranstaltung, die einen besseren Besuch verdient hätte, in nächster Nummer nochmals zurückkommen. Stuttgart. Am 6. Juli fand im Freilichttheater im Bopser-Wald das Sommerfest der, Arbeitsgemeinschaft Stuttgarter Jugendbünde statt bei Zut Heise Koffer und ReiseartikeJ Oskar Becker! OFFENpACHER LEDERWAREN Cliarloltaastrasse 2 RetabOhlstrassa 1 b dem sich iuch die hiesige Ortsgruppe clccr ••K am erajen“ mit einem Sprechchor („Erntelied“ von R chard Dehmel) und einer ..Nummer im Welttheater Sarrasani“ beteiligte. — Es war c ine wirklich heitere und jugendfröhliche F, ststimmung, die sich allen Zuschauern rnftteilte. Mit Begeisterung wurden Lieder und Hin Kanon vom „vollbesetzten Haus“ mitgesungenjj Sehr gut gespielt und erfrischend das Mürcheitspiel „Dr. Allwissend“ (nach einem Grimmschen! Märchen). Der Gipfel der Fröhlichkeit wurde yn großen „Welttheater“ des Zirkuddirektors Satrasani erreicht. Einzelheiten lassen sich hier nid t berichten. Im ganzen ein sehr gelungenes Fe it, das mit einem gemeinsamen Zug mit flatternden Wimpeln und Gesang auf dem Schillerplatz endete. Schade, da 1 von unseren Gemeindemitgliedern nur wenige zugegen waren: sie sind um einen herzerfrischenden Nachmittag gekommen. ELK. HEILBRONN Karl Gertler JtnmuHar Kaiserstr. Paul Ulbrich Das Sptzialhaus für Pelze u. Schirme Loktsrstr. 28 - Isisiss 988 Slrtapfe, IlTK WeBwarm eöaMter *. inrnV«!! m fer- IQImarstrai Da* Spezialhaus für Reisekoffer und Lederwaren Jakob Moser! t Fleinerstr. 40/42 t Telefon Nr. 1035 Flaschnerei j i Hotel Sdiün l/IIMi.HM Tlltlll lr. 8X3 Ernst Bader Dekorationsmaler PranlcfurtcrstraMc M Telefon M5 1t Ausführung v. Maler» und flnstridvflrbeiten F8f 4lt BrtK «rcdimncic auf alle LSnlier An» and Verkauf) von ausländischen Banknoten Handels-iLGewei Hcllbronn £6. Knaupp, Hellbronn Paullnanstr. 9 T elefdn 1849 D&8 führende [ Friseur-Geschfift am platze Talefon-Anaehluas In aimtllohen! Kabinen Telefon 133 Heinr. Rendle Claras tr. 17 Telefon 666 Malerarbeiten allerArt in beiter Ausführung Adolf Lördicr j_ Konditorei u. Kaffee W Heübronn a.Neck. Sthulgosae 13 - Telephon 463 Kaffee Knorü Ausführung karlstr. «7 Neu* u. Umbauten TELEFON IMS aller AH ürofwasdierei Conr. 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