Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- VII (1930-1931)
- Issue
- 7 (1.7.1930)
- Date
- 1930-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
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- 80 Zue (Reise Koffer und Reiseartikel Oskar Becker OFFENBACHER LEDERWAREN Charlottenstrasse 2 Rotebiihlstrasse 1 b Juden sollen draußen bleiben.“ Audi aus anderen nationalsozialistischen Reden ging hervor, daß für den SchächtverboNantrag nicht Interessen des Tierschutzes, sondern lediglich Judenhaß maßgebend war. Max I.ieberinann wieder Akademie- Präsident. Wie der ..Amtliche Preußische Pressedienst:- mitteilt, ist Professor Dr. Max Liebermann auch für die Zeit vom t. Oktober 1936 bis Ende September 19*1 zum Präsidenten der Preußischen Akademie der Künste gewählt worden. Das Statut der Akademie, das vorschreibt, daß ein und dieselbe Persönlichkeit nicht zweimal zum Präsidenten gewählt werden könne, wurde für die Person Liebermanns umgeändert, sodaß er seit einer längeren Reihe von Jahren als Akademie-Präsident fungieren kann. Iso Golland als ..Rigoletto“ in der Staatsoper. Der Sänger Iso Golland, der vor wenigen Jahren mit der „Habimah" nach Berlin kam und hier für die Staatsoper engagiert wurde, hat sich als Sänger und Darsteller in einer Weise be- -währt. daß ihm bei der Neueinstudierung von Verdis Oper ..Rigoletto“ die Titelrolle anvertraut wurde. Die Tagespresse widmet seiner Leistung viel Aufmerksamkeit. Schwere Beschuldigungen gegen das Koburger Herzoghaus. Die Münchener Zeitung „Welt am Sonntag“ bringt unter der Leberschrift „Der Prinz als Straßenräuber“ Enthüllungen über die Rolle, die das koburger Herzoghaus bei den Ausschreitungen spielte, die sich die unter dem Best hl des Kapitäns Erhardt stehenden Hitlerschen Stoßtrupps an der bayerisch-thüring. Grenze im Spätherbst 1923 zuschulden kommen ließen. Diese Freischärler waren rings um Koburg konzentriert. wo unter der Führung des Herzogs Karl Eduard ein unbeschreiblicher Terror geübt wurde. Von hier aus erfolgte eine Reihe schwerer l'eberfälle; darunter auch die berüchtigt gewordenen l eberfälle auf die beiden jüdischen Hofbesitzer Gutmann in Antenhausen, deren Häuser völlig ausgeplündert wurden und die samt ihren Familienangehörigen furchtbar mißhandelt wurden und wie durch ein Wunder dem Tode* entgingen. Diese Verbrechen des räuberischen Leberfalls und schweren Landfriedensbruchs fanden ein Jahr später vor dem Schöffengericht in Bamberg eine völlig unzureichende Sühne, indem der Führer der Bande, ein gewisser Wolfgang Götze, zu drei Jahren Gefängnis verurteilt wurde. „Welt am Sonntag“ teilt weiter mit. daß Wolfgang Götze, der vor dem Baraberger Gericht fast alle Schuld auf sich genommen hatte, das Wiederaufnahmeverfahren betreibt. Götze erklärte zu Protokoll, daß auch der Erbprinz Leopold zu Koburg an dem Raubüberfall auf die wehrlosen jüdischen Familien in Autenhausen beteiligt gewesen sei. Als Götze später flüchten mußte, geschah es mit Hilfe des Herzogs Karl Eduard, der ihn in einem Rundschreiben dem Verwalter seines in Niederösterreich gelegenen Gutes Greinburg empfahl^Aüßerdem finanzierte der Herzog die Flucht. Als später Götze trotzdem verhaftet wurde, schickte der Herzog einen Koburger Rechtsanwalt zu Götze ins Gefängnis und ließ ihn bitten, ja über die Beteiligung seines Sohnes, des Erbprinzen Leopold, an dem Raubüberfall zu schweigen. Nach den Hinrichtungen in Palästina. Die im Gefängnis zu Akko am 17^Juni hingerichteten Araber waren der Hebroner Lastträger Atta Zeer, der wegen Ermordung von Rabbi Kastei und seiner Familie in Hebron zum Tode verurteilt wurde: ferner der Hebroner Chauffeur Mohammed Jan Joun, der die Familie Abuschdid in Hebron abschlachtete, und der Beamte des Gesundheitsdepartements der Regierung in Saffed, Fuad Hedjazi, der des Mordes an dem Lehrer der Safeder Misrachi-Schule Afriat und dessen Familie überführt wurde. Die arabische Executive machte die größten Anstrengungen. um noch in letzter Minute die Begnadigung der Mörder zu erreichen. Die Hauptanstrengungen galten der Rettung von Fuad Hedjazi,. der einer prominenten arabischen Familie in Safed angehört, und dessen Tat als eine der grauenvollsten während der ganzen I Unruhen gilt. Die von Hedjazi grausam zugerichteteTochter von Afriat haLals sie ira Spital vernommen werden konnte, Hedjazi, der in dem gleichen Spital beschäftigt war und das rote Kreuz der Krankenträger trug, als den Mörder bezeichnet. Am Tage der Hinrichtung herrschte gemäß einem Appell der arabischen Executive Arbeitsruhe. In der Jerusalemer Altstadt waren die meisten Laden, auch die den arabischen Läden benachbarten jüdischen Läden, geschlossen. Auf einigen Häusern waren schwarze Fahnen gehißt. Die Polizeiposten waren verstärkt, arabischen Passanten wurden . Stöcke und Knüppel weggenommen. Außer der Schuljungen-Demonstration am Damaskustor waren in Jerusalem keine weiteren Demonstrationsversuche zu verzeichnen. Bei dem in Haifa vorgekommenen Zusammenstoß zwischen arabischen Demonstranten und Polizei wurde der aus Tel Aviv nach Haifa beordert gewesene Polizeiinspektor F. M. Scott durch einen Messerstich in den Kopf leicht verletzt. „Meraat el Shark“ erfährt, die Regierung habe die Auslieferung der Leichen der Hingerichteten an deren Familien verweigert, da sie befürchtet, daß es bei der öffentlich ger Nach iangJShriger klinischer TiligkeU ab /Uiblniarst, mnter anderem JP,» Jahre an der ddrurgbehan nnd gynäkologischen Abteilung des stddi. Kranken- Arnberg (SanUSitrai Dr. Dörfler), snleist en der /. UnivenUMs/raaenklinik München (Geheimtat Prof. Dr. DOdertein) habe i<* mich ab Facharzt für Frauenkrankheiten u. Geburtshilfe in Stuttgart, Ca/verj/r. IS II niedergelassen. Spredizeit: 3—4'jt Uhr, außerdem nach Voranmeldung Ruf nummert 21636 Dr. med. Hans Wanderer planten Beerdigung zu Demonstrationen und erästen Unruhen kommen könnte. Jüdische Familien in Haifa, die in der Nachbarschaft der arabischen Viertel wohnen, zogen sich aus Furcht vor Unruhen in die jüdischen Stadtteile zurück. Die Haifaer arabische Zeitung „El Carmel“ fordert die arabische Executive auf, eine 40 tägige Trauer um die Hingerichteten zu proklamieren und anzuordnen, daß alle Araber schwarze Bänder an ihren Kleidern tragen, ferner den HEILBRONN KAISERSTR. IS 5 FRITZ SEEL FERNSPR. 667 ■ feine Schreiber. Elegante Lederwaren Knnttgew. Qegenstünde SMmtUdie Büro-Artikel ■ Sldicrcr’Mhc Apotheke LUDWIG SÜNDER BcUbronn a.& Herren' Unterwüsche jeder Art Herren-Socken Sport-Strümpfe ln nur guten Qualitäten n billigsten Preisen FERNSPRECHER Nr. 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