Mannheim
Compact Memory

Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1930-06-01 · 5 (1.6.1930) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
VII (1930-1931)
Issue
5 (1.6.1930)
Date
1930-06-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Belongs to
journal issue
OCR quality
87% known words query
IRI
…/4904101-5441863-5443137--2669-4906635
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

scher knltureller Institutionen und des Fonds für deutsche Kric-gswitwc-n und Kriegst*aisen ausgesprochen wird. Unerhörte Vorfälle an der Universität Köln. /» einem außerordentlich peinlichen Zwischenfall kam es bei der Grüftdungsleier der l nitersitiif Köln in Gürzenich. Mehrere Studierende, tor allem Korporntionsstudenten. störten die ausgezeichnete Rede des bekannten Rechtslehrers Prof. Dr. Lehmann über »Recht und Gerechtigkeit" durch fortgesetztes Scharren. Nach Professor Lehmanns Rede wurden bei der Feier von dem Rektor Prof. Planitz die im letzten Jahre ernannten Khrendoktoren der l nitersitiit bekannt gegeben. Fs handelt sich um ßankdirektor Brüning. Generaldirektor Zapf und Alfred Tic-tz. Bei den Namen Zapf und Brüning spendeten die Chargen Beifall, bei dem Namen Tietz aber gab es Scharren und große I nruhe. Infolge der Pein lichkeit des \orfalles terinochte der Rektor tor Beschämung kaum weiter zu reden. Die ..Rheinische Zeitung" bemerkt dazu, daß ein Teil der Studenten stark unter den Nachwirkungen von Alkohol gestanden habe.' Wieder Rektor der Lniversität äußerte, gedenkt er die schärfsten Maßnahmen zu ergreifen, um* die Wiederholung solcher peinlicher Szenen aiit jede » Fall unmöglich zu machen. Paula Ollendorf 70 Jahre. \m Sonntag, den ls. Mai. vollendete Frau Paula Ollendorf in Breslau, die bekannte Führern, der jüdischen Frauenbewegung und der jüdischen sozialen Fürsorge, ihr 7«. Lebensjahr. Frau Ollendorf ge hört zu den Gründern de» Breslauer Israelitischen Mädchen-Heinis, des Kleinkinderheims. des Jüdischen Frauenbundes in Breslau und des Flinsberger kinderlandheims. Nach Einführung des Frauenwnhlrechts in der Breslauer Gemeinde wurde' sic auf der Liste' des liberalen Judentums in die Repräsentanz gewählt und kurze Zeit darauf in den Vorstand der Gemeinde berufen, dem sie noch heute als einziges weibliches Mitglied angehört. Seit der Begründung des „Jüdischen Frauenbundes" in Deutschland gehört sie desse n Hauptvorstand an. seit vielen Jahren als dessen zweite' Vorsitzende. An der Begründung des W eltverbandes jüdischer Frauen hat sie lebhaften Xnteil genommen ynd gehört dessen Präsidium an. Sie steht an der Spitze des Wohlfahrtsamtes der Breslauer Jüdischen Gemeinde. Im Preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden ist sie ein führendes Mitglied des \\ ohllahrtsaiisscliusses. Sie ist auch in der allgemeinen interkonfessionellen Arbeit führend tätig, in kommunalen und politische» Angelegenheiten innerhalb der Demokratischen Partei, die sicein Jahrzehnt hindurch als Stadtverordnete vertrat. Kilt Aufruf des Heine-Bundes. Fine jüdische Buiiigcmcinde zu beleben und die werktätige Lnterstiitzung für seine Bestrebungen zu bewirken, ist das Ziel eines Aufrufs, der sich an diejüdische Ocffcntlichkeit wendet, lu dreijähriger zielbew ußter Arbeit, heißt es darin, hat der IIB. dem jüdischen Buch eine Stillte zu schaffen gewußt. Seine ix Bändesind eine Bibliothek, wie sicder jüdische Büchermarkt noch nicht gekannt hat. Drei weitere Bände werden in diesem Jahre erscheinen: „Propheten und Gottc-smanner" von Marcus Ehrenpreis, dem Verfasser des erfolgreichen Spanienbuchc-s. Ferner als Fortsetzung der bekannten Serie von Darstellungen des jüdischen Anteils an der Kultur Deutschlands und der Welt: „Juden in der deutschen Wirtschaft" von Dr. Kurt Zielenziger. Den Abschluß der Jaliresreihe wird voraussichtlich ein Memoirenwerk bilden. Jüdische Trauer um Frithjoff Nansen. Der allgemeinen Trauer über das Ableben des berühmten Polarforschers Professor Frithjoff Nansen. Obc-rkonimissars des Völkerbundes für das F'liichtlingsweson. schließen sich auch alle jenejüdischen Kre ise an. die mit der Völkerhundsarheit verbunden sind. Das von Nansen zugunsten der Flüchtlingegeleitete Hilfswerk kam auch vielen Tausenden jüdischen Flüchtlingen zugute. In der Zeit der Hungersnot in Rußland im Jahre- 1922 hat das Nansen-Werk auch den russischen Juden Hilfe gebracht. Die „Jüdische M c-lth jlfskonfe-renz" in Paris hat einen Teil ihres Hilfswe rks für die hungernden Juden Rußlands in engstem Kontakt mit der von Nansen geschaffenen Organisation durchgeführt. C'hud Ciadja als Tonfilm. Am 14. Mai wurde im Rahmen einiger Kurztonlilme. die Julius Pinsc-hewer im Berliner Marmorhaus verführte, u. a. ein Tonfilm gezeigt, der das alte Motiv des Pessach-Liedes „C'had Gadjo” benutzt. Die Schicksale des Lämmchens und seiner Vernichter v*erden in Zeichnungen gezeigt. Die Begleitmusik ist nach jüdischen Motiven hergestellt. Den Text des Liedes spricht dazu Irene Triesch. Abermalige Verurteilung Münchmeyers. Der Antisemit Münchmeyer, ehemals Pfarrer auf Borkum, wurde vom Magdeburger Gericht - 60 - wegen Vergehens gegen das Republikschutzgesetz in zwei Fällen in Tateinheit mit öffentlicher Beleidigung der jüdischen Religionsgemeinschaft zu einer Geldstrafe von 1700 Mark, an Stelle einer verwirkten Gefängnisstrafe von drei Monaten, verurteilt. Eine neue antisemitische Verordnung F rirks. Das thüringische Innenministerium hat eine Verordnung an die Stadtverwaltungen erlassen, in der bestimmt wird, daß Gesuche fremdrassiger Ausländer um Naturalisierung grundsätzlich abgelehnt werden müssen. Nur in besonderen Ausnahmefällen sollen derartige Anträge dem Innenminister zur Begutachtung vorgelegt werden. Hierzu wird noch mitgeteilt, daß der Begriff „fremdrassig" von Fall zu Fall entschieden werden soll. Die Verklausulierungen in dieser Verordnung haben, wie man annimmt, den Zweck, nichtjüdischen und nichtdeutschen Ausländern die Tür für die Naturalisierung offen zu halten. Scharfe Kritik am Reichsgericht. In der Justizdebatte des Reichstages übte der sozialdemokratische Abgeordnete Dr. Kurt Rosenfc-ld scharfe Kritik am Reichsgericht und brachte u. a. den folgenden Fall zur Sprache: In einer Sache, bei der es sich um Beschimpfung Rathenaus und der Republik handelte, erklärte der Rc-ichsanwalt. es sei keine Beschimpfung im Sinne des Republikschutzgesetzes, wenn Rathenau als Jude und Verräter bezeichnet wurde, denn Jude sei er gewesen, und für einen Verräter habeder Angeklagte ihn eben gehalten. Bei dem Ausdruck .JSaurepüblik“ sei nicht klar erkennbar, ob die Republik oder der Reichstag gemeint sei. Das Reichsgericht, schloß Rosenfeld, besteht 50 Jahre. Eine Verjüngung ist dringend nötig. Ist die Fürsorge für Juden im Auslande eine gemeinnützige Tat? Leber diese Frage verbreitet sich ein in der Juristischen Wochenschrift vom I. Februar 19*t> ubgedriuktes Erteil des Rc-iciisfinan/hofes vom 26. Februar I92<>. Anlaß dazu bot der von einer jüdischen Organisation erhobene Anspruch auf Befreiung von Körpc-rscbaftstc-iier: das Gesetz billigt die Steuerfreiheit nur solchen Körperschaften zu. die ausschließlich gemeinnützigen oder kirchlichen Zwecken' dienen Die- \ orinstunzen haben die Steuerbefreiung verweigert, weil „ein Ieil der Mittel der deutsche» I.anelesorganisation sutziingsiuäßig iin Ausland zu verwenden sei“. In den Gründen aus denen der Kcichsfinun/linf die dagegen c-rliobc-iu- Hc-chtsliesihwerde verworfen hat heißt es: „Beachtenswert ist der Hinweis der Rechtsbcschwerdc darauf, daß die- Durchführungsverordnung die Anerkennung der Mildtätigkeil von einer Beschränkung der Zwecke auf Inländer oder Volksgenossen iin Ausland abhängig gemacht hat. die Viierkc-nniing der Gemeinnützigkeit dagegen nicht. W e nn die \ orinstanzen meinen, daß das Merkmal einer Beschränkung HEILBRONN S CDIT7 CCCI KAISERSTR. 18 i ■ Mil 1 it 3 Er Er L» FERNSPR. 067 1 S feine Schreibwaren , ■ Elegante Lederwaren J ■ Kunstgew. Gegenstände | ■ Sämtliche Büro-Artikel ■ JUWELIER ffOTZ W Fleinerstr.33 Silber-Bestecke - . ... _ - - - — - - _. -- Tapeten Linoleum, Wandspannstoffe Salubra, Tekko ADOLF FREIHARDT SQImerstr.1 Hallbronn a.N. - Telefon 929 EUGEN MÖHLE iiiiiiiiiiiiiiiiiiniiMiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii HEILBRONN Karlstraße 8 Telefon 1076 Herren-Schneiderei/T uchlager x3ejucAen Sie bitte des Cafe Nägele Bahnhofstr. 16 / Telefon 1666 Sldterer’sdte Apotheke LUDWIG SÜNDER Hdlbronn a. N. lrzactndttei / TerMuMUMHe / saezUiHltai JfCHOLL ■ 1 NACHF. Sdiellengasse 1 Wasch- und Putzmittel &. afifel Bauschlosserei / Eisenkonstruktion ftaffenfc&rciiiVe Kassetten, Transporte, Reparaturen Speiseaufzüge Kunsthandlung Luzian Kreer flllUIIIIIIIIUIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIMIIRH Klrchbrunnonairoßo 20 moderne Einrahmungen, Spiegel O Herren' | Unterwäsche jeder Art j Herren-Sodcen 'Sport-Strümpfe > j ln nur guten Qualltgten! ru billigsten Preisen Cdtopl-fenfliel SOImeritrafte 66 i A. Scheurlen's Buchhandlung iiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiii (Th. Cramer) Iiiiniiiiiiiiiiniiiiinniu Hellbronn a. N. / Kaiserstr. 13/15 ✓ Haus Engelapoth. liefert alle Bücher alle Zeitschriften R OESLEN'S FEINKOST liefert fflr den Uf- Udica Bedarf, festttcke Aallssc nur das Allerbeste I FERNSPRECHER Nr. ISS ALLEE Nr. 19 D» REUTLINGEN Ostfenfftaße 36. Telefon 3433 Xttbifeft Richard Knecht Hotel Kronprinz / Reutlingen CHRL LERCH Fernsprecher 3247 50 Zimmer mit fließendem Wasser - Zimmer. Telefon ■ geb. Garage A. SCHIRM REUTLINGEN Schulstr. 33 (n. d. Oberamt) Tel. 3651/52 Unverblndl. Besichtigung erbet MÖBEL- FABRIK MÖBEL

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.