Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- VII (1930-1931)
- Issue
- 4 (18.5.1930)
- Date
- 1930-05-18
- Page
- [Seite] (sequence 7)
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49 daner nach London zu entsenden, die zugunsten der arabisdien Politik in Palästina wirken soll. Der arabisdien Palästina-Delegation, die gegenwärtia in London weilt, wurde eine Resolution übermittelt >» ^er es heißt: Das Heilige Land Palästina wurde der gesamten mohammedanischen Welt gegeben; die indischen Moslems fordern die Zurückziehung der Balfour-Deklaration, die Beendigung des Mandates und die Einsetzung einer unabhängigen Regierung, die nach dem Prinzip des Selbstbestimmungsrechtes aus den ursprünglichen Einwohnern Palästinas sich zusammensetzen solle. Die Heuschreeken-Plage in Palästina. Offiziell wird mitgeteilt, daB die Heuschreckengefahr, von der Palästina seit einigen Wochen bedroht ist sich entschieden verringert hat. In de« letzten zwanzig Tagen sind keine größeren Schwärme mehr in das Land gekommen, auch sind weitere Invasionen von jenseits der Grenze kaum noch zu befürchten. 8000 Menschen sind gegenwärtig in Palästina mit der Heuschreckenbekämpfung beschäftigt Die in den letzten Tagen in das Jericho-Gebiet eingedrungenen Heuschrecken-Schwärme sind zum größten Teil vertilgt worden; die völlige Vertilgung dieser Schwarme wird in wenigen Tagen ourchgeführt sein. Die nach Solowki verbannten Rabbiner f am Verhungern. Aus zuverlässiger Quelle in Rußland traf in Riga die Nachricht ein, daß die nach den Solowki- Inseln verbannten Rabbiner, nämlich Rabbi Lazarow aus Leningrad, der frühere Leiter der Jeschiwah in Newel Rabbi Nemanow und der frühere Leiter der Leningrader jüdischen Gemeinde Rabbi Josnogoroasky unter dem im Konzentrationslager herrschenden harten Regime furchtbar zu leiden haben. Die hochbetagten Rabbiner sind buchstäblich am Verhungern, da sie nicht in der Lage sind, sich mit Koscher-Nahruiig zu versorgen. Ihr physischer Zustand ist ein sehr schlemter, trotzdem werden sie gezwungen, die harte Arbeit der Lagerinsassen zu tun. [!>ie Zukunft der KC-Verbindungen. Die Altherrenschaft der KC (Kartell-Convent-) Verbindungen trat am 27. April in Hamburg zu einer Tagung zusammen, die im wesentlichen der Frage nach innerer Reorganisation des KC galt. Eine bindende Entschließung war nicht vorgesehen, doch verbreitete sich eine sehr anregende Aussprache darüber, wie weit der eigentliche Zweck des Verbandes — die Erziehung seiner Mitglieder zum selbstbewußten Judentum und zur tatkräftigen Abwehr des Hochschulantisemitismus — mit modernen Mitteln erstrebt werden müsse, ohne daß dabei systematisch das Heberlieferte geopfert werden sollte. Der öffentliche Teil der Verhandlungen wurde durch einen Kommers gebildet, der unter Beteiligung zahlreicher jüdischer Hamburger Kreise vor sich ging. Es | waren u. a. erschienen Vertreter des Repräsentantenkollegiums und des Vorstandes der Deutsch-Israelitischen Gemeinde, Vertreter der drei Logen, Vertreter der Deutsch-jüdischen Studeijtengruppe. Auf dem Kommers sprach, nachdem der Vorsitzende der über 100 im Kriege gefallenen KCer gedacht hatte, als Hauptredner Dr. Ludwig Holländer, Vorsitzender des Ge^rhäftsführenden Ausschusses des KC. Er bezeichnete den KC als die erste jüdische Jugendbewegung, deren Wesen nicht darin bestehe, eine Suihme jüdischer Kenntnisse zu vermitteln, sondern den jüdisch bewußten Menschen deutscher Abstammung und deutscher Zukunftsholfnung herjanzubilden. Aus der Vielzahl der übrigen Redner sei noch die Ansprache des Rechtsanwalts Max Mayer-Berlin erwähnt, der hervorhob, daß der Erziehungsgedanke des KC nicht auf der Grundlage der Autoriät beruhe, sondern auf der freiwilligen Manneszucht unter Gleichaltrigen. Das Selbstbewußtsein, das der Verband für den deutschen Juden fordere, sei im tiefsten Grunde das Produkt der Selbsterkenntnis. — Ansprachen wurden ferner von den verschiedenen Vertretern der einzelnen Organisationen gehalten, die sämtlich erklärten, Seite an Seite mit dem KC zu stehen in dem selbstverständlichen Empfinden, dem deutschen Vaterlande unlöslich verknüpft zu sein, entgegen und erst recht zum Trotz allen Feinden und Neidern dieser Empfindung. Eine jüdische Fliegerin bricht Lindberghs Rekord. Die französische Fliegerin Lena Bernstein, eine Jüdin, hat einen neuen Weltrekord für Damen aufgestellt. Sie ist nach einem Fluge von 55 Stunden, 44 Minuten, 55 Sekunden nicht nur Inhaberin des Dauerweltrekords für weibliche Flieger, sondern auch des Weltrekords für Einzelllieger, den bisher Lindbergh innegehabt hat. Die neue Arbeit von „Habimah“. Das hebräische Theater „Habimah“ hat vor einigen Tagen seine Tournee durch Polfn beendet. Es wurde nach vierjähriger Abwesenheit von Polen seitens'der polnischen Judenheit und aller Freunde der Theaterkunst sehr warm begrüßt; das neue Repertoire hatte einen außergewöhnlichen Erfolg. In allen Städten der Polen- - 49 - Tournee bildeten sich Kreise der Freunde von „Habimah“, die sich mit dem deutschen Kreise, dessen Zentrale und Sekretariat in Berlin ist, zu gemeinsamer Arbeit zusammenschloß. „Habimah“ bereitet gegenwärtig in Berlin zwei neue Aufführungen vor: Shakespeares „Was ihr wollt“ und David Bergeisohns „Der Taube“. Die Shakespeare-Uebersetzung stammt von dem hebräischen Dichter Dr. Suhl Tschernichowski, die Regie hat M. Tschechow inne, die Musik ist von Dr. Ernst Toch, die Bühnenausstattung von M. Masjutin. Die Hebertragung des Bergelsohnschen Dramas vom Jiddischen ins Hebräische besorgt Dr. Wojslawski. Die Premieren dieser beiden Stücke werden in Berlin stattfinden. Im Herbst dieses Jahres begibt sich „Habimah“ zurück nach Palästina find wird auf dem Wege dahin wahrscheinlich ' noch Oesterreich, die Ihre Finna für Sanitär u. Heizung Stumpf 6 Malier STUTTGART '. 14 / Tal. IM 512 Tschechoslowakei, Jugoslavien und Rumänien besuchen.! Während ifires Aufenthalts in Berlin bereitet „Habimah“ gemeinsam mit dem Freundeskreis ein großes kulturelles Werk vor, u. a. die Errichtung einef- Theater-Bibliothek in Palästina und die Grundlegung für ein Theater-Museums ULM f MOHRJEN-APOTHBKE °o AUGUST HEISS § S ALLOPATHIE UND HOMÖOPATHIE | O GROSSES SPEZIALITÄTEN.LAGER S 0 o o o FERNSPRECHER Nr. 229« ° Dia modarnata u. raichhaltlgsta Auswahl in Tjjeatepjjni^ugedriglä^ finden 81« In den Verkaufsräumen der Flrnja Emil VOQGl, Ulm C. Sonderkaufs Nachf. Sattlargasse 7, Farnspracher Nr. 2428 XII Will!. Kölle lilrfclrt II Inh«: Ed. Herdegei n PMb Ndutorstr. 21, Tel. 2923 Brennstoffe nur erster Qualltfiten Conditorei und Cafe a. 6Jl. lnb.x T. Detter, lange#». 26 empfiehlt (Ich einem geehrten Publikum iliSiMMIIWWiMMUWMiW« fll|. RUlUII’S Ml HerdbruchantraBe M HEINRICH WALCHER ULM a. D. - Telephon Nr. 3081 Wasch- und Toilette-Artikel alL Art IIHUHHIIIliHHIlHIHIMimiltllllllllllllllillllllllll Brot- und Feiobackerei IN. 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