Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- VII (1930-1931)
- Issue
- 4 (18.5.1930)
- Date
- 1930-05-18
- Page
- [Seite] (sequence 5)
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- 47 der im Frieden die Ideen eines gewaltlosen Sozialismus verficht. der alt und jung die Ideale eines Gustav Landauer vermittelt In Bremen wird er Führer der jüdischen Jugend, Gründer des „Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten*4, Mitglied des Beamtenrats der „Kaiser Friedrich- Loge** und auch die „Liberale Vereinigung** sieht ihn ungern scheiden, als er nach Hannover Ubersiedelt. Hier konzentriert sich seine Hanpttätigkeit auf die „Zionloge**. Er zählt zu ihren eifrigsten Mitarbeitern, und heute beklagt sie einen ihrer hoffnungsvollsten Brüder. Durch die Jugendbewegung kam Rudolf Apt zum Wirken, in ihr fand er seine treue Lebensgefährtin und beste Kameradin, seine ganze Lebensweise zeugt von diesem Jugendwollen bis zum letzten Atemzug: ein ganzer Mann, furchtlos und treu. Dabei begabt mit einem sonnigen Wesen, mit einer heute ganz seltenen Kfaft, Freundschaft zu spenden und Freundschaft zu empfangen. Das bewies auch das zahlreiche Trauergefolge, das die große Halle in Bothfeld am 21. April bis auf den letzten Platz füllte, das bewiesen die Abschiedsworte unseres Landrabbiners, seiner Logenbrüder Baurat Rosenfeld und Zacharias-Bremen und des persönlichen Freundes Dr. Schorsch. Aber nicht nur der Mensch der Gemeinschaft ging dahin, nein: der zärtlichste Gatte, der treueste Sohn. Die Worte, die der tiefgebeugte Vater am Grabe sprach, ließen alle den Verlust und die Trauer um diesen herrlichen Menschen in seiner ganzen Schwere fühlen. Die ihm nahestanden, bleiben in tiefster Dankesschuld für alles, was sie aus diesem reichen Leben und Wirken empfingen. Stuttgart. Aus dem ..Staatsanzeiger für Württemberg“ vom 2. Mai entnehmen wir, daß vor einigen Wochen der israelitische Friedhof in Oedheim, OA. Neckarsulm, von Bubenhand geschändet wurde. Es wurden mehrere Grabsteine umgeworfen. Die Kochendorfer Landjägermannschaft hat die Angelegenheit aufgeklärt Darnach haben auswärtige jugendliche Burschen die Tat begangen. Nähere Einzelheiten sind uns noch nicht bekannt, da von der israelitischen Gemeinde selbst eine Mitteilung noch nicht erfolgte. Desgleichen wurden auf dem Friedhof der früheren israelitischen Gemeinde D ü n s b a ch , OA. Gerabronn, vier Grabsteine gewaltsam umgeworfen. Die Angelegenheit wird zurzeit von der Staatsanwaltschaft verfolgt. Verdachtsmomente liegen vor. Die Tat soll mit der lebhaften nationalsozialistischen Agitation im Oberamt Gerabronn in Verbindung stehen. Von der israelitischen Gemeinde Braunsbach wurde eine Belohnung für die Entdeckung der Täter ausgesetzt. Baisingen. Bei der letzten Vorsteherwahl hat der Vorsitzende der letzten Wahlperiode, Louis Marx, sich zur Annahme einer Wiederwahl nicht entschließen können. Da er 27 Jahre als - Mitglied bezw. Vorsitzender des Vorsteheramts für die Gemeinde verdienstvoll gewirkt hatte, beschloß das Vorsteheramt einstimmig, Louis Marx zum Ehrenvorsitzenden zu ernennen und bat ihn, auch fernerhin mit beratender Stimme an den Sitzungen teilzunehmen, damit die Gemeinde seinen Schatz aif Erfahrungen und seinen von tiefer Religiosität Erfüllten Sinn nicht entbehren müsse. In der ihm durch das Vorsteheramt überreichten Ehrenurkunde heißt es ferner, daß sein „ruhig abwägendes Urteil, bei allem Jugendeifer für die heilige Sache des überlieferungstreuen Judentums, ihm in der Gemeinde diesen Ehrenplatz erwirkt habe“. Crailsheim. Am 29. Mai darf Josua Stein seinen 86. Geburtstag begehen. Der ehrwürdige Greis, der eine Zierde unserer Gemeinde ist. erfreut sich noch voller geistiger und körperlicher Frische. Bei sämtlichen Sabbath- und Werktaggottesdiensten ist Josua Stein der erste. Er scheut keine W itterung, wenn es gilt, das Minjan zu erhalten. An allen Fragen der Gemeinde und des politischen Lebens ist der Jubilar stets interessiert und läßt auch noch im hohen Alter seinen verständigen Rat allen zuteil werden. Seine Kinder, seine Gemeinde und alle, die ihn kennen, wünschen ihm von Herzen, daß er noch lange Jahre der Gesamtheit erhalten bleibe. Heilbronn. Am 18. April wurde unter zahlreichem Gefolge Julius Kirchheimer, Inhaber der Firma Gehr. Kirchheimer, zu Grabe fet ragen. Durch seine hohen kaufmännischen ähigkeiten und seinen wirtschaftlichen Weitblick hat er seine Firma zu ihrer heutigen Bedeutung entwickelt. Noch in bester Schaffenskraft wurde er nach einem arbeitsreichen Leben seiner Familie entrissen. Heilbronn. Am 28. April veranstaltete der Bund jüd. Jugend „Montefiore“ eine Gedenkfeier für r ranzRosenzweig, die einen sehr würdigen Verlauf nahm. Der Abend wurde durch den klangschönen vierhändigen Klaviervortrag des „Larghetto“ aus der 2. Symphonie von Beethoven — gespielt von Lotte Wertheimer und Anneliese Mayer — stimmungsvoll eingeleitet. Hierauf rezitierte Paul S ch e ü e r den 73. Psalm, den Martin Buber, dem Wunsche des Verewigten gemäß, an Rosenzweigs Grab gesprochen hatte. Die Gedächtnisrede hielt Dr. Würzburger; der Redner schilderte die Entwicklung Rosenzweigs aus dem philosophischen Mutterboden seines Lehrers Hermann Cohen und legte dar, wie der Schüler das philosophische System Cohens religiös zu vertiefen vermochte. Aufs tiefste erschütterte Rosenzweigs Leidensgeschichte — aber die Darstellung seines Lebens, sein Weg aus dem Indifferentismus zum gläubigen Judentum vermittelte besonders der Jugend starke Eindrücke. Hermann Kern beschloß die Feier durch den erhebenden Vortrag ausgewählter Stellen der Buber-Rosenzweig’schen Bibelübersetzung. Laachheim. David Kaufmann, eines der letzten Mitglieder der einst blühenden Gemeinde Lauchheim, wurde vor kurzem unter großer Beteiligung in dem waldumsäumten Friedhof Aufhausen zur ewigen Ruhe gebettet. Bez.-Rabbiner Dr. Kroner zeichnete in trefflichen Worten das Leben des Dahingeschiedenen. Bei dieser Beerdigung wurde erstmals eine Neuerung erprobt, die sich auch für andere Gemeinden empfehlen dürfte, ein Versenkungsapparat, der von einem einzigen Manne bedient werden kann, während sonst 4—6 Männer erforderlich sind. Die Sicherheit und feierliche Ruhe, mit der der Sarg langsam in die Tiefe sinkt, tragen sicher dem Ernst der Stunde und der Würde der Trauerfeier mehr Rechnung als die Versenkung des Sarges mit Stricken und Seilen. Die Anschaffung des Apparates ist der Und \Sie werden über 3n bt kki kr Duft, verjüng: bas «fol dieses — (Es |ift $einri % in allen und Pi senbung Laopheim hiesigen „F r statt. 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Schirme Lekttnlr. 28 - Ttlafta 888 Strupfe, Das Spezialhaus für Reisekiffer und Lederwaren Jakob Moser j j Flelnerstr. 40/42; j Telefon Nr. 1035 j i Flaschnerei i fchrelbaaascMaea- ■•paratar- WarfcsUltta aller Systaara- M. ZIMMER Badstraßeä TeleL 1087 AF i GOTTL. SCHUS1 Bansdutlierti uid ITlflfe Holx strafte 5—7, Fern ER I-Faftrlk ruf 412 Innenu. Laden-BlnrlcMu^igen SPEZIALITÄT: Liefern n. Verlegen v. Riemen u. Parkettböden, Instandsetzung and abzUshen alter BMen — A i JK l_ N Knaupp, Kellbrlonn Paullnanstr. 5 Telefon 1845 Das führende \ Friseur-Geschäft am Platze Talaton-Anachlut« In sUmtllehan Kablnan Adolf Lördicr Ü1 Konditorei u. Kaffee 8 Heilbronn«. Keck. Tl Sthnlgasse 13 - Telephon 483 Kaff«« Ernst Bader Dekorationsmaler Frank furterrtraMc M Telefon MS ☆ Ausführung v. Maler* und Anstrich-Arbeiten Grübele Optiker blü«9« ProiM LOHTORSTR. «0 Fadualaa. a. »rturrito etaatfaat« TBL. 430 Julius Rüdaauer, KleselmaiKt 1 iSiS*** Telefon 133 Heinr." 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