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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1930-05-18 · 4 (18.5.1930) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
VII (1930-1931)
Issue
4 (18.5.1930)
Date
1930-05-18
Page
[Seite] (sequence 3)
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- 45 - , Die drei Rand-«?®1«“ Bauernstaaten, in denen die Juden die Vermittlung im wirtsdiaftlidien I^hen /wischen den Nationalitäten aus- ^eübt hatten- Hatte doch in Estland und Lettland die deutsche und in Litauen die polnische Oberschicht der Bevölkerung bis zum Ausbruch der Agrarrevolution die Herrschaft über die Bauernbevölkerung, die in Halbkultur dahinlebte, ausgeübt. Es war für diese Bauern selbst eine Ueberrasdiung, als ihnen nach dem Kriege die Möglichkeit zu einer nationalen Selbständigkeit und zur Aufteilung des Bodens geboten wurde. Für die Juden entstand durch diese Umwälzung eine eigenartige Sachlage. Sie hatten sich bis dähin den Polen und den Deutschen und in dtn letzten 25 Jahren den Russen amalgamiert. Eine Anlehnung an das estnische, lettische oder litauische Volk war ihnen sachlich und sprachlich unmöglich. So blieb ihnen kein anderer Ausweg als die Heimkehr zum Judentum durch die Schaffung einer eigenen jüdischen Umwelt. Die Juden entschlossen sich, da sie nicht Esten, Letten oder Litauer werden konnten, Juden zu sein. So entstand in den drei Randstaaten neben der polnischen, russischen und deutschen Nationalität eine jüdische Nationalität mit einem eigenen jüdischen Schulwerk, dessen Träger die jüdischen Gemeinden wurden. Da Litauen die Unterstützung der Juden im Kampfe um Wilna wünschten, so schuf man in Litauen sogar ein eigenes jüdisches Ministerium, um so die große Wilnaer Judenheit für die litauischen Interessen zu gewinnen. Dieses jüdische Ministerium, das von 1919—1922 bestand, wurde allerdings aufgehoben, im September 1924 der bis dahin bestehende jüdische Nationalrat aufgelöst und 1927 die altrussische Synagogenverfassung wieder eingeführt. Nur das jüdische Schulwesen blieb unangetastet. Aehnlich war die Entwicklung in Estland und Lettland. In Estland bilden die Juden einen Selbstverwaltungskörper mit Steuerrechten: in Lettland haben sie ebenfalls noch ein Recht auf eine gewisse Autonomie. Ihre Schulorganisation ist auch hier ein bedeutsamer Faktor geblieben. In Litauen gibt es zurzeit 80 jüdische Volksschulen. unter denen 60 das Hebräische als Unterrichtssprache benutzen, ferner 12 jüdische Gymnasien (11 mit hebräischer und eines mit jiddischer Unterrichtssprache), sowie drei Lehrerseminare (ein orthodoxes, ein nationales und ein sozialistisches). Nicht weniger umfassend ist das jüdische Schulwerk in Estland und Lettland. So haben die Juden in den Randstaaten eigene bestimmende Kräfte bewiesen, welche die Lebensenergie der dortigen Judengemeinschaften offenbart haben. Es darf daher in gewissem Sinne das Judentum in den drei Randstaaten für die gesamte Judenheit als vorbildlich gelten. An der Aussprache über den Vortrag beteiligten sich Herr S e ck b a ch und Dr. Keldmann. Der Abend darf in allen seinen Teilen als anregend und aufklärend bezeichnet werden. Oberkirdienrat Dr. Theodor Kroner. Ein Gedenkwort zum 12. Mai 1950. Der 12. Mai dieses Jahres war für viele ein Gedenktag besonderer Art. Er ließ das teure Bild unseres hochverehrten Rabbiners Oberkirchenrat Dr. Theodor Kroner vor uns erstehen, des Mannes, der unseren Herzen teuer war und teuer bleibt, der in engster Verbundenheit mit seiner Gemeinde stets teilnahm an aller Freud und aller Leid. Unvergessen sind seine Lehren, unvergessen seine Trostworte, unvergessen sein liebes Lächeln, sein freundlicher Blick. 85 Jahre wäre der Verewigte am 12. Mai geworden. Nicht beglückwünschend können wir uns ihm mehr nahen, ihm nicht Zeichen unserer tiefen Verehrung geben aber in treuer Erinnerung wollen wir seiner gedenken, ihm danken für all seine Liebe und Güte und uns geloben: die Lehren, die er uns gegeben, zu bewahren als kostbares Vermächtnis. Und ein Wort, das er so oft in Stunden der Not zu uns sprach, es soll trostbringend zu allen dringen, die von Kummer und Sorge heimgesucht sind, es soll klingen als sein Gruß an alle, das verheißende Wort: „Gott wird helfen!“ Max Osterberg. OIhS hm ($+m*mhm Stuttgart. Leopold Levi 90 Jahre alt Am 6. Mai vollendete der stellvertretende Vorsitzende des Israelitischen Oberrats, Leopold Levi. sein 60. Lebensjahr. Er hatte sich zwar alle Ehrungen streng verbeten. Aber seine zahlreichen Freunde und Verehrer ließen es sich doch nicht nehmen, den um unsere Gemeinschaft so hochverdienten Mann durch Zeichen der Wertschätzung zu erfreuen. , Leopold Levi ist den Ehrenüberlieferungen seiner frommen Eltern stets treu geblieben. Er darf als ein Vorbild strenger Ehrenhaftigkeit, frommer Bescheidenheit und rastloser Arbeit im Dienste der Gesamtheit gerühmt werden. Seit dem 8. April 1919 ist er Mitglied der ehemaligen Oberkirchenbehörde, des jetzigen Oberrats. Die letzte Landesversammlung hat ihn einstimmig zum stellvertretenden Vorsitzenden des Oberrats berufen. Seit vielen Jahren ist er im Ausschuß des Männervereins „Chewra Kadischa“ tätig. Nach dem Hinscheiden des seligen Kommerzienrat Adolf Wolf wurde er als dessen Nachfolger zum Vorsitzenden des Männervereins gewählt. Aber darüber hinaus gibt es wohl keine jüdische Einrichtung, an der Leopold Levi nicht Bekanntmachung Wir richten Spezialkuren zur gründlichen Regeneration des ganzen Organismus bei Abgearbeiteten und Erholungsbedürftigen zur Wiederherstellung gesunder Nerven und völliger Leistungsfähigkeit des Körpers ein. Die Spezialkuren dauern Jeweils 2 Wochen und kosten: Bai tl|l. 1 Bestrahlung — 12 Bestrahlungen / 25.— »2 . — 24 . Ui 48.— . . 3 — 38 . Ui 78- Einzelbehandlung mit Srztl. Untersuchung und dauernder Srztl. Aufsicht inbegriffen. Eltekum, nur Lange Straß« 61 Wissenschaft!. Radlum-Bestrahlungi-Instltut Sofort ein Abonnement beim Stuttgarter Gasu. 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So ist es zn begreifen, daß Liebe nnd Wertschätzung aller Geil erfreut Mögen dem vorbildlich Hanne noch Jahrzehnte ungetrübten ungebrochener Kraft an der Seite lbürtigen Gattin and im Kreise seihrenden Kinder und Kindeskinder er Gesamtheit beschicden sein! Von den 44 Bewerbern um die Stelle Beamten unserer Gemeindeyerwalzwei derselben in engste Wahl ge- Au 1 ire > Verhandlungen mit dem zunächst genommenen Bewerber sich zeren, vereinigten sich alle Stimm ramts auf Dr. phil Martin Coh en. Dr. Cohn ist am 20. Juni 1897 z| iaar geboren. Mit dem_Reifezeugnis schule in Bochum trat er 1916 in den und war bis zum Schluß des Krieges erauf studierte er in Münster unp e Sprachen. Hebräisch und Philo promovierte er an der Universität Dr. phil.. besuchte dann noch ein Handelshochschule Berlin und belierauf bis zum Jahr 1925 im kauf- Geschäft seines Vaters. I Dr. Cohn in der Leitung des statis der Regierungskommission des tätig. k'ird sein hiesiges Amt am 4. Juni antreten. Er ist vorläufig auf ein igestellt und führt während dieser t ibezeichnung „Stellvertretender Gejdi s Yahl unserer Gemeinde zum Segen GOI Hoch- Ludwlgstr TLOB MÜLLER und Tiefbau / Stuttgart i 104, / Talafon-AnachluB 64048/49 Auaführur g von Hoch- und Tlafbauarbaltan / Eli an batonarbeiten / Haueentwftaaerungaanla )sn / Umbauten / Reparaturen u£a oKimmLcfi Damenmoden — ^ITCoftfecatra^e 13 <tSc£e£on. 627 80 Und zum Wodienend... nadi Bad Liebenzell! _ Sl« Blad h«rBllchst wlllkOMMa«! Herbert H. Jamnlg V aralnlgta Wirtsohaftabatrlab*

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