Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- VII (1930-1931)
- Issue
- 3 (1.5.1930)
- Date
- 1930-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
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Möglichkeit der Selbstverteidigung mul? für Deutschland erhalten bleiben, da es unmöglich ist, unter Wehrhaften der einzige Wehrlose zu bleiben. Lebhafter Beifall dankte dem Redner für seine' von starkem vaterländischen Gefühl getragenen Darlegungen. Der Versuch, die Aussprache auf das politische Gebiet hinüberzuspielen. wurde vom Vorsitzenden abgewehrt. Er schloff die Versammlung mit Dank an den Redner des Abends und mit der Versicherung, daß die jüdischen Frontsoldaten nach wie vor ihre höchste Aufgabe darin erkennen, dem Vaterlande treu zu dienen. Stuttgart. Isr. Kranken - Unterstützungs-Verein E. V. ln der am 22. April stattgefundenen außerordentlichen Generalversammlung gab der einzige Punkt der Tagesordnung. „Genehmigung der Satzung". Veranlassung zu größerer Aussprache, in der sich das Interesse der Anwesenden für die Aufgaben des Vereins in reichem Mäße bekundete. Die im Entwurf vorliegenden Satzungen fanden mit einigen Aenderungen Annahme. Stuttgart. Verein Jüdisches Lchrhaus. Dr. Ernst Simon. Jerusalem, der unseren Lesern als glänzender Redner bekannt ist. wird um 17. Mai über ,.D i e Juden in Palästina und im Orient“ sprechen. Wir machen auf diese Veranstaltung heute schon aufmerksam und verweisen auf das diesbezügliche Inserat in nächster Nummer. Berlichingen. Einen schweren Verlust hat unsere ohnehin kleine Gemeinde durch den Tod eines ihrer trefflichsten Mitglieder. Lazarus Metzger, erlitten. Die Wertschätzung, deren sich der Verstorbene überall erfreuen durfte, kam auch in dem großen Trauergefolge zu besonderem Ausdruck. Lazarus Metzger war langjähriger Vorsteher und Gemeindepfleger in ejer hiesigen israelitischen Gemeinde, die das Andenken an den bewährten Mann stets in Ehren halten wird. Zu seinem Gedächtnis läßt das Isr. Vorsteheramt Berlichingen in der Synagdge 50 Tage lang ein Licht brennen. 1 Buchau. Am 20. April beging Felix Moos seinen 89. Geburtstag bei bester Gesundheit. Die zahlreiche Familie und die ganze Gemeinde nahmen lebhaften Anteil an dem seltenen Feste. Crailsheim. Vor kurzem kamen der „Jüdische Frauen verein“ und „ J U d i s di e Männer verein zusammen, um darüber zu beraten, wie der großen Inanspruchnahme der hiesigen Armenkasse, der eine verhältnismäßig geringe Beteiligung der zahlenden Mitglieder gegenübersteht, zu begegnen sei. Beide Vereine beschlossen, aus ihren Kassen wesentliche Zuschüsse zu gewähren, so daß der Bestand der Armenkasse wieder gesichert ist. Gmünd. Anläßlich seiner letzten Turnusreise hielt Rabbiner Dr. K r o n e r vor zahlreich erschienener Zuhörerschaft einen Vortrag über „Geistige Beziehungen zwischen Arabern und Juden“. Anknüpfend an die tieftraurigen Vorgänge in Palästina schilderte der Vortragende die engen geistigen Beziehungen hochstehender Männer des Mittelalters wie Saadja, Iben Esra, Gabirol, Abarbanel, Alfasi und Maimonides, die in regem Gedankenaustausch sich gegenseitig befruchteten und Werke von unvergänglichem Wert schufen. Er verlas Suren aus dem Koran, die einerseits fanatischen Haß gegen Andersgläubige predigen, andrerseits klar zeigen, daß der Stifter des Islam in regsten Beziehungen zu jüdischen Schriftgelehrten stand. Man hörte das „Allah il Allah“ vom Minaret, die Frauen erfuhren, daß die Namen vieler Gewürze, wie Pfeffer, Zimmt usw., arabischen Ursprungs sind. So wurden im Verlauf des Vortrags die vielen Fäden, die sich zwischen Türken. Arabern, Hellenen und Römern in Dichtung und Philosophie spannen, mit kundiger Hand entwirrt. Der Redner sprach die Hoffnung aus, daß in Zukunft durch hochstehende Männer in beiden Lagern der Fanatismus.zurückgedrängt und durch gegenseitiges Verstehen Frieden im Heiligen Lande einkehren möge. Der Vortrag fesselte die Zuhörer in hohem Maße und wurde durch lebhaften Beifall bedankt. Göppingen. Man schreibt uns: Vor einigen Wochen hatte der „JüdischeJugendbund“ die Gemeinde zu einem Vortrag von F r i t z S ch w u r z s ch i 1 d über „D ie Jugend in der Gemeinde“ eingeladen. Der mäßige Besuch war wiederum ein Beweis dafür, daß der Arbeit des Jugendbundes das nötige Interesse versagt wird, obwohl es ja die Gemeinde in erster Linie als ihre Aufgabe betrachten sollte, die jüdische Jugend zu fördern. Die vorzüglichen Ausführungen des Redners wurden mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Eine fruchtbare Aussprache beschloß den Abend. Hechingen. Auf Einladung der Kultusverwalliefi tung hielt Lehrer Gustav Spier - Haigerloch am Dienstag, den 16. April, einen Vortrag über der ..Die Geschichte der jüdischen Gemeinde Dettensee“. Die Gemeindemitglieder waren fast vollzählig erschienen. Der Vortrag bot eine lückenlose Darstellung der Schicksale der Judenschaft in Dettensee von ihrem ersten Auftreten in den Akten bis zmn Erlöschen der Gemeinde in unseren Tagen. Gegenwärtig leben nur noch zwei jüdische Einwohner, die Ge- - 37 - schwister Hirsch (Bruder und Schwester) in I Verhandlungen w Dettensee. Herrn Hirsch war die Aufgabe zu- I ten Besitztümer gefallen, mit der politischen Gemeinde Dettensee | und Friedhof, zu HEILBRONM •gen der Uebergabe der letzfer Isr. Gemeinde. Synagoge »liegen. Er hat diese Aufgabe Eugen Kaiser, Heilbronn LADEN SÜLMERSTR. I TEL. (07 und 830 ■lektr. BtHeuchtwipskttrper Kock« und Heizapparate Staubsauger uad Bahaar Ruadfeak-tapfaagsgerSte Adolf Hörgcr KUUuutr.il - Telefon 320 Sanitäre Anlagen Flaschnerei KUKZWABEN u Sfraasic, i«. TrttetwaHkc Wenwarca cttcBüer a. 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