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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1930-04-01 · 1 (1.4.1930) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
VII (1930-1931)
Issue
1 (1.4.1930)
Date
1930-04-01
Page
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Weil und Westheimer übernehmen. Audi Religionsoberlehrer Kuli» wird sich dem Jugendbund zur Verfügung stellen. Schwab. Hall. Am I. April begeht die Firma Julius Kapp Komm.-Ges. ihr 40jähriges Geschäfts iubiiänm. Der Gründer der Firma, Julius Kapp, steht dem Unternehmen heute noch in voller Gesundheit und Rüstigkeit vor. Er feierte in diesem Jahre bereits seinen 65. Geburtstag und kann auf eine über 50jährige Tätigkeit in der Textilbrunche zurückblicken Tübingen. Einen interessanten Beitrag zur Geschichte der Juden in Württemberg bedeuten die vom Verleger der „Tübinger Chronik“, Albert Weil, kürzlich veröffentlichten und ergänzten „I^bens-Erinnerungen“ seines Vaters Leopold Weil (geboren um 21. Dezember 1852 in L.tiupheini, gestorben um 7. Juni 1915 in Ellvcangen). Diese „Erinnerungen“ zeigen an einem Einzelbeispiel. in welcher Weise sich das württembergisdie „Israelitengesetz“ von 1828. das den Juden die Erlernung und Ausübung von Handwerken zur Pflicht machte, auswirkte. In anschaulicher Weise schildert Leopold Weil seine Lehr- und Wunderjahre als Buchdrucker und Setzer, die ihn durch ganz Deutschland und Oesterreich führten: wie er dünn auf Veranlassung des um die Emanzipation der Juden iu Württemberg so hochverdienten Isak Heß. dessen Schw iegersohn er. später w urde, wieder in die württembergischo Heimat zurückkehrte, zuerst in Ehingen, dann in Saulgau als Angestellter tätig war. bis er am I.Jnmiar 1858 die Leitung der ..Buchdruckerei knupert in Ellwuugcn mit Amtsblatt“ übe rnahm. Die weitere Entwicklung des Unternehmens; die zunehmende Ausbreitung des Amtsblattes „Die Jagstzeitung". deren Redakteur, Setzer und Austräger Leopold Weil anfänglich in einer Person war. seinen Einfluß und seine Beliebtheit bei den christlichen Be rufsgenossen des Landes, die ihn sogar in den Vorstand des Wiirtteinbergischen Buchdruckervereins wählten, schildert sein Sohn. Albert Weil, in den „Ergänzungen“ der interessahten Familieuschrift. J. Wochenmark. Ulm. Auf Sonntag, den 25. März, hatte der „Jüdische Jugend.b und" zu einem Vortrag von Fritz S di w a r z s ch i I d - Düsseldorf über „W i r t s ch a f t s k a in p f u n d F. ebensg e s t a 11 ii n g“ ciiigcladen. Es mußte leider festgestellt werden, daß die Gemeinden!itgljeder und aktiven Mitglieder des J. J. B. der Einladung in geringer Zahl Folge geleistet hatten. Jedenfalls hätten die vorzüglichen Ausführungen des Redners, die wir schon an anderer Stelle dieser Nummer ausführlich gewürdigt hüben, einen größeren Hörerkreis verdient. Die sich anschließende rege Diskussion, an der sich auch cjic Jugend stark beteiligte, beschäftigte sich in der Hauptsache mit der Frage der Berufswahl. Dem Referenten wurde lebhafter Beifall gespendet. Anschließend an den Vortrag fand eine ße- - 13 - sprechung des zukünftigen Arbeitsprogramms des Ulmer Jugendbunds statt. Bei dieser Gelegenheit wurde auch ein neuer Ausschuß gebildet, dem angehören: Hermann Hirsch als t. Vorsitzender, Hilde B a ch als Schriftführerin. Rudi Strauß als Rechner und Wanderführer. Die Heimabende wird Rabbiner Dr Cohn leiten. cm <W WM M yüAmtimS „OSE“auf der Hygiene-Ausstellung 1930. Die Zentrale des Verbandes der Gesellschaften für Gesundheitsschutz der Juden „OSE“ hat den Beschluß gefaßt, an der Internationalen Hygiene- Ausstellung, die 1950 in Dresden veranstaltet wird, teilzunehmen. Für die Ausstellung ist dem Verbände „OSE“ ein entsprechender Platz im Staaten haus zur Verfügung gestellt worden. An Hand von Diagrammen, Wandkarten, Modellen usw. werden die Tätigkeit der Gesellschaften „OSE“ in Litauen, Lettland, Rumänien und die Tätigkeit von „TOZ“ in Polen im Laufe der letzten Jahre demonstriert werden. (JTA.). Angestellte und Sabbatruhe. Vor kurzem hat der oberste Spruchsenat für die Arbeitslosenversicherung eine Entscheidung gefällt, in der den Arbeitsämtern die Verpflichtung auferlegt wurde, darauf Bedacht zu nehmen, daß kein Arbeitssuchender einem Gewissenskonflikt ausgesetzt werde. Wenn ein Arbeitnehmer bei der Arbeitsvermittlung geltend mache, er könne die Arbeit am Sonnabend nicht., mit seiner religiösen Ueberzeugung vereinbaren, so müsse das Arbeitsamt ihm eine entsprechende Stellung mit freiem Sabbat beschaffen: ansonsten ist die etwaige Entziehung der Arbeitslosenunterstützung rückgängig zu machen. Neuerdings hat 'jedoch der Spruchsenat eine Entscheidung gefällt, die zwar an der Verpflichtung der Arbeitsämter, sich um Stellen mit freiem Sabbat zu bemühen, nichts ändert, aber klar ausspricht, daß die Verweigerung der Sabbatarbeit nicht als berechtigte Arbeitsverweigerung im Sinne des I 90 des Arbeitslosenversicherungsgesetzes gelten kann. In der Begründung wird u. a. ausgeführt, es sei Aufgabe der religiösen Körperschaften für soziale Fürsorge, die Arbeitslosen durch ihre Arbeitsvermittlung vor Gewissenskonflikten zu bewahren. (JTA.) R.j.F. siegt im „Jiu-Jitsu“. Im Jiu-Jitsu-Klubkampf,der am 10. März in den Spichernsälen stattgefunden hat, siegte die Gruppe des „Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten“ mit 0:4 Punkten gegen die Jiu-Jitsu- Grupe der Berliner Polizei und gewann den Preis des „Berliner Tageblatt“. Die Leistungen der Jiu-Jitsu-Kämpfer des R.j.F. werden von den Sportkritikern der Presse besonders anerkannt. «r Umusine braucht lauf 100 km 0—10 Lit. Benzin u. kdiM dar RM. INI.* Fordern Jsie Angebot und Probefahrt I t voMra STUTTGART KRONINSTR. 3 pfern des R.j.F. zeichneten sich g. Landsberger, Neumann, Aver- (JTA.). l-evyjDorn-Gedächfnisfeier. Die Zeitungen bringen eingehende Schilderung der im Berliner Virchow-Krankenhaus stattgefundenen Gedächtnisfeier für den im Juni vorigen Jahres verstorbenen weltbekannten Röntgenologeij Prof. Dr. Max Levy-Dorn und bemerke^, daß man am Heldengedenktage das Andenken:an Helden und Märtyrer der Wissenschaft geehrt hat. Dieser größte deutsche Röntgenarzt, heißt es in den Würdigungen, ist an den zu Anfang nicht erkannten Gefahren der Röntgenstrahlen gestorben; den Tod jahrlang voraussehend lind sich ihm nach Amputation der Arme und Zerfall der inneren Organe stündlich nähernd, hat dr, ein moderner Sokrates, bis zum letzten Augenblick mit heiterer, gütiger Seele die Wissenschaft und ihren Nachwuchs betreut. Zahlreiche Männer der Wissenschaft hatten sich, ihm zu Ehren, im Festsaal des Virchow-Krankenhauses versammelt. Levy-Dorns Interesse galt bekanntlich auch dem Gesundheitsschutz der Juden: er war Ehrenpräsident des deutschen Landesverbandes „OSE“. (JTA.) Ein Sehwarzbart-Drama. Henry Torres, der berühmte französische Advokat und Schriftsteller, der Verteidiger-des jüdischen Uhrmachers Schwarzbart, der den ukrainischen JHetman Petljura in Paris als Vergeltung tür Pogromtaten in der Urkraine er- FLDGEL PIANOS «IIKtNOIT .18 5 5 CHDRUCKEREI H. JAUCH ■stantluliiie-lndiictai h ectaudntar lutUmi STUTTGART &£n Matal Ir. UM! Bessere abgelegte STIEFEL kauft zu reellen Preisen u. kommt ins Haus Teudisler, Torstr. 11 \ Telephon 25076 Koscher für Pessadi noD'nnsys TOMOR Die MandelmilchsPflanzenbuffer«Margarine mit dar roten Siegel merke Vollkommenster Ersatz für Butter. Für Milch- und Fleischspeisen verwendbar. Hergestellt unter Aufsidit Sr. Ehrwürden Herrn Rabbiner Dr. Wolf, Köln a. Rh. Alleinige Lieferanten! Jürgens - Van den Bergh / Margarine-Verkairfs-Union G.m.b.H. Um vor Nachahmungen sicher zu sein, achte man auf den Namen .TOMOR* sowie auf die Farben der Packung! Kot mit g e I b m Streifen jMENSCHON AUBSTELLUNO IIUII Hotel Blum Oberhof (TUrt). 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