Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- VI (1929-1930)
- Issue
- 23 (1.3.1930)
- Date
- 1930-03-01
- Page
- Seite 313 (sequence 7)
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Naturrein Wein Literflasdte 2f er SL Mirmer Fern «eifi. Nk. 1.28 27er Hinter HMilrebeveik .. 1.95 28er Ttsdneto rot. 1.00 29er Brlitial Hillerer See.. .. 1.40 29 er Unter Edelrebei.1L8 28er Ortünl Lüreii Kretzer .. 1.95 27er Hinter Birinler.. Ptt. 1.88 Ltterflascbe Pfand für die Literflasd>e 35 Karl ialssmale schm Reichs- und württombergischen Lantlesg**st>tze sei unmöglich. Aber es war alles vergebens. Karl Rudolf, der als Administrator das Todesurteil unterschrieb, sagte damals, es sei ein seltenes Ereignis, daß ..ein Jud für Christenschelmeu die Zeche bezahle". — III. Man liest Dr. Selma Sterns neues Werk nicht ohne tiefe Erschütterung. Mit größtem psychologischen Verständnis wird hier in tiefgründiger wisse nschaftlicher Darstellung eine Persönlichkeit geschildert, die seit zwei Jahrhunderten alle deutschen Stände beschäftigte. Wir erleben diesen Joseph Süß Oppenheimer, wie er sich in geradezu faustischem Machttrieb von seinem natürlichen Fundament löst und wie er sich »ach abenteuerlicher I.ebensfahrt in seine stille heimatliche Klause zurück rettet. Ein Stück jüdischer und deutscher Geschichte*, eine Epoche voll stumpfer Finsternis und gleißender Lichtfülle steigt aus den AktenbUndeln auf und läßt uns erkennen, wie weit, wie steil und der Weg des deutschen Juden war. L in w eit aus natürlichem Recht für sich in Anspruch nahin. mußte* er mit Gut und Blut erkaufen. Was Gott den anderen in die Wiege legte, das legte er Israel auf den W e g. auf daß es erst erkämpft werden müsse*. - Das liest man zwischen den Zeilen diese r genialen Biographie, und noch so vieles mehr. Lnd noch eine Erkenntnis wird uns vermittelt: Der Glaube unserer Väter ist die Quelle unserer Kraft. Daran erinnert auch Oppenheimers Ende, das die selbstbewußte jüdische Verfasserin aus dem .Stundenabschnitt der Geschichte gleichsam in einen höheren und überzeitlichen Geltungsbereich erhoben hat. Frau Dr. Selma Stern hat ein Werk geschaffen, das ein großes Unrecht der Weltgeschichte aufdeckt, ein Buch, das ihr. dem \ erlag und nicht zuletzt der jüdischen Wissenschaft zu hoher Ehre gereicht. aufs neue opferreich Was seine* (KM Auf Stuttgart. Wahl des stellvertretenden Gerne! ndepflegers. Da der derzeitige* Gemeindepfleger. Oberrechnungsrat Meyer, zum Bedauern des Vorsteheramtes erklärt hat. nicht über den »I. März 1931 in dem von ihm mit so vorbildlicher Treue und ausgezeichnetem Erfolge geleiteten Amte verbleiben zu können, sah sich das Vorsteheramt genötigt, rechtzeitig für die Wahl eines geeigneten Nachfolgers Sorge zu tragen. Nach langen und eingehenden Beratungen ist die Wahl auf den derzeitigen I. Sekretär des preußischen Landesverbundes jüdischer Gemeinden, M u x Paul Birnbaum, gefallen. Der vorläufig auf ein Probejahr Gewählte ist am II. September 1903 in Berlin geboren. Nachdem er Ostern 1924 am Königsstädtischen Realgymnasium seiner Vaterstadt aas Abiturientenexamen abgelebt und seine kaufmännische Lehrzeit in der herrostaal G. m. b. H. vollendet, wurde er im Juli 1926 in seine jetzige* ßeamtung gewählt, in der er als stellvertretender Bürovorsteher die Staatsbeihilfen an die preußischen Gemeinden zu bearbeiten hatte. Er ist wiederholt erfolgreich schriftstellerisch hervorgrtreten. So hat er im Jüdischen Jahrbuch für Groß-Berlin 1929 eine Arbeit über den preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden, in *■ den Logenblättern einen Aufsatz über Organisation der Gemeinden und eine Erörterung der Frage: „Ist jüdische Bevölkerungspolitik in Deutschland möglich?" (auch abgedruckt in der ..Ose-Rundschau“ 1930) veröffentlicht. Dem Ge - 313 - wählten geht der Ruf eines tüchtigen und gewandten Beamten voraus. _ Stuttgart. \or einer wie immer zahlreichen Hörerschaft sprach um 18. Februar Konsul Max Straus: über ...M o el e r n e s f r u n z ö s i s ch e* s J ii den! n m . ins b e s o n d e* r c* das Werk E d in o n d Flegs". Der Redner zeichnete mit klaren Worten die momentane Situation des französischen Judentums und beschäftigte sich dann mit den Schriften Edmond Flegs. Auch wer den ..Kleinen Propheten“, die Bekenntnisschrift ..Warum ich Jude bin" und den ausgezeichneten „Moses“ Flegs schon kannte, wurde durch die vom Referenten vermittelte Inhaltsangabe, die geistreiche Interpretation des Textes und die Art, wie Konsul Max Straus Rezitation des Originaltextes mit eigener Kommentierung verband, aufs stärkste gefesselt. — Auch beschäftigte* sich der Redner mit dem an dieser Stelle schon ausführlich gewürdigten Buch „Das unbekannte Heiligtum" von Aime* Pallierc* und zeigte die Polemik auf. die sich an das letzt jährige Auftreten Pallieres als Prediger in der Berliner Westend-Synagoge zwischen George* Goetz und Ella Seeligmann in der „Jüdischen Rundschau" entspann. — Besonders eingehend verweilte der Redner bei Flegs ausgezeichneter, im Philo-Verlag erschienenen Schrift „Warum ich Jude bin" ein Werkaus dem die Renaissance des französischen Judentums spricht und das eine stellenweise von liebenswürdigem Humor getragene Selbstbiogranhie darstellt. Mit ihm entdeckt und formuliert der Verfasser die Theorie des religiösen Liberalismus und rechnet in -überzeugender Weise mit dem Antisemitismus ab. I)er Schwerpunkt de s Buches, das an Flegs noch eingeborenen Enkel gerichtet ist, liegt aber in den kraftvollen Schlußkapiteln, in denen sich Ffeg für das Judentum in allen seinen Erscheinungs- Bankcdmmandite Siegmuid fOeil MMMrt, / TM. MS 44/4« HECHTHQEN / TÜBINGEN z StQMARINQBN In« tuausL Wertpapiere / Einlagen an rtnit ZinssAtz«n / Industrie-Kredite / Hypotheken formen Straus bot genußreich spendeten bc« eisternd einsetzt. Konsul Max einen Höre rn w iederum einen höchst n Abend, was auch in dem ihm geieifall zum Ausdruck kam. H.St. b e i t s I o s »• r als ihr e rstes .* tragödic* „b t e Stuttgart.! Luter der künstlerischen und organisatorischem Leitung des unseren Lesern wohlbekannten j jungen Literaten Alfred Dreifuß hat sah in Stuttgart eine „G r u p p e arbeitsloser Schauspieler" gebildet, die* Stück in Kürze die* Arbeitslosen - inpclb rüder“ von Richard Dusdiinskyt zur Aufführung bringt. Die* Uraufführung dc|% aktuellen Stücks fand vor einigen Monaten int Renaissance-Theater in Berlin stitl und machtef starken Eindruck. Die Tragödie will keine Lösung des Arbeitslosenproblems sein, wohl aber (will sie auf die furchtbare Lage* von lausenden ^deutscher Volksgenossen hinweisen. Die junge pchuiispielergruppe will durch diese* künstlerische Selbsthilfe ihre momentane Lage verbessern sind zum Ausdruck bringen, wie auch unter der (Künstlerschaft schwer um das Existenzmiuimjini gerungen wird. Die Veranstaltung sollte auch in der jüdischen Gemeinde Stuttgart die ihn gebühre nde Beachtung finden. (Siehe* Inserat Sei«* 309.) _ Stuttgart.} W ic* in letzter Nummer schon mitgefeilt, spricht um 9. März Dr. L e o K o h n . London, Sektrelär der hebräischen Universität, über „Das J u die nluni in Englan d“. Dem Red- HEILBRONN Eugen Kaiser, Hellbronn *.n. LADEN SOLMERSTR. I TEL. «07 und «30 Elektr. BaitachhiafskSrptr Kack- «Ml Htfiagy»r«>a Ilaakuagar und Bolmer RuMHaak-lupfanfigarlla Adolf Hörger KOUiutr.it - Telefon 320 Sanitäre Anlagen Flasdmerei Das Haus für Hüte HEILBRONN Sülmerstr. 48/50 R eformhaus Holwein Allee 9 Zweiggeschäft Turmstraße Nr. 14/6 Spczial>Gesd>äft für gesunde Ernährung u. moderne Körperpflege FIIM’PAIASI Da» flkraafa Lickltßltlkaas Hallknaaa mit dem bekannten Ufa - Orchester und der prachtvollen Oskalyd-Orgel Elnzlgss Tonfilm-Theater Hellbronns ANIIKE MOBEI ln versch. Stilarten, viel«« Porzellan, Fayencen, Blldar, eiisar, Zinn, 8oldu. Sllbergegtnstinda, Schmuck, ampflahlt In ralchar Auswahl zu billigsten Pralaan Ernst Dauer, Heilbronn a. N. 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