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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1930-03-01 · 23 (1.3.1930) · p. Seite 307

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
VI (1929-1930)
Issue
23 (1.3.1930)
Date
1930-03-01
Page
Seite 307 (sequence 1)
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J. vorgenommenen Wahlen haben die verschiedenen Organe der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs die aus der Beilage ersichtliche Zusammensetzung erhalten. Dr. H i r s ch. I. Präsidium und Schriftführer der Landesversammlung (I 89, 1): Präsident: Rechtsanwalt Dr. Hayum, Tübingen; I. Stellvertreter des Präsidenten: Rechtsanwalt Dr. Henry Lepmau, Stuttgart; 2.Stellvertreter des Präsidenten: Siegfried Kahn, Cannstatt. Schriftführer: Religionsoberlchrer Adler, Cannstatt; 1. Stellvertreter des Schriftführers: Dr. Würzburger, Heilbronn; 2. Stellvertreter des Schriftführers: Max Dreyfus, Lndwigsbnrg. II. Finanzausschuß (7 Mitglieder): Religionsoberlehrer Adler, Cannstatt: Rabbiner Dr. Berlinger, Hall; Rechtsanwalt Dr. Gumbel, Heilbronn: Rechtsanwalt Gnmp, Ulm; Siegfried Kahn, Cannstatt; Ednard Weil, Stuttgart; Rechtsanwalt Dr. Wolf, Stuttgart. III. Beschwerdeausschufi (S 73): Der Präsident der L.V.: Rechtsanwalt Dr. Hayum, Tübingen; 4 weitere Mitglieder: a) Max Dreyfns, Ludwigsburg, b) Siegfried Kahn, Cannstatt, c) Rechtsanwalt Dr. Henry Lepman, Stuttgart, d) Rechtsanwalt Dr. Heinr. Wolf, Stuttgart; Stellvertreter: für a) Rechtsanwalt Dr. Gumbel, Heilbronn, „ b) Dr. med. Würzburger, Heilbronn, „ c) Hermann Kahn, Baisingen, „ d) Leopold Kahn, Stuttgart. IV. Rech n nngsprüfnngsaus sch u ß (f 93): Ordentliche Mitglieder: a) Rechtsanwalt Gnmp, Ulm, b) David Stein, Crailsheim, c) Simon L. Steiner, Lanpheim; Stellvertreter* für a) Rechtsanwalt Dr. Heinr. Wolf, Stuttgart, „ b) Max Dreyfns, Ludwigsburg, „ c) Hermann Kahn, Baisingen. V. Oberrat Präsident und rechtskundiges Mitglied (bis 1932): Ministerialrat Dr. Otto Hirsch, Stuttgart; theologisches Mitglied (bis 1936): Stadtrabbiner Dr. Rieger, Stuttgart; ehrenamtliche Mitglieder (auf die Dauer der Wahlperiode der im Jahre 1929 gewählten Laadesversammlnng): Leopold Levi, zugleich stellvertretender Präsident, Stuttgart, Amtsrichter Dr. jur. Ernst Einstein. Stuttgart« Isidor Flegenheimer, Heilbronn, Moses Herz, Hall, Konsul Max Straus. Stuttgart. VI. Besetzungsausschuß (I 47): Rechtsanwalt Dr. Hayum. als Präsident der L.V„ Tübingen, Ministerialrat Dr. Hirsch, als Präsident des Oberrats, Stuttgart, Rechtsanwalt Dr. Gumbel, als ordentliches Mitglied, Heilbronn, Dr. med. Würzburger, als stellvertretendes Mitglied, Heilbronn. VII. Disziplinargericht I ü r Rabbiner (I 33, 2 a—c): a) Vorsitzender: Landgerichtsdirektor Stern, Stuttgart: b) Mitglieder: Rabbiner Dr. Auerbach, Stuttgart, Rabbiner Dr. Berlinger, Hall, Rechtsanwalt Dr. Gumbel, Heilbronn, Landgerichtsrat Kaulla, Stuttgart, Oberlehrer Rothschild, Eßlingen: ' c) Stadtrabbiner Dr. Rieger, Stuttgart, Ministerialrat Dr. Hirsch, Stuttgart. Leopold Levi, Stuttgart. Vlll. Disziplinargericht für Religio a s I e h r e r (K 61. 1 zu b): a) Vorsitzender: Landgerichtsdirektor Stern. Stuttgart: Dieser Ausgabe liegt eine Eablkarte zwecksUeberweisung der Abonnement« und Zustellungsge« bübr in Höbe von RM. 5. — für die Zeit vom 1. April 1930 bis 31. Mürz 1931 bei. Damit kdne Unterbrechung in der Zustellung der Zeitung eintrith bitten wir unsere vorehelichen Leser um prompte Ueberwe^ung des Betrages, der auch halbjährlich entrichtet werden kann. f Israelltlsifte Verlagsanstalt G.m.b.n. Stuttgart Kasemen^tr. 13 / Postscheckkonto 36258 I, j ' .. b) Mitglieder: Religionsoberlehrer Emanuel Adler. Cahnstatt, Oberlehrer Rothschild, Eßlingen, Rechtsanwalt Dr. Gumbel, Heilbronn, Landgerichtsrat Kaulla, Stuttgart. Rabbiner Dr. Berlinger, Hall: c) wie bei VII r. tUtVocspmcfi zum JUicfynfeste5690 „Denn wenn du stumm bleibst in solcher Zeit, Raum und Rettung wird den Juden von anderer Stelle erstehen (Esther 4, 14).** Dieses Schriftwort, das uns gleichsam als die Losung des Puriinfestes alljährlich aus der Estherrolle entgegentönt, ist der rührende Ausdruck sieghaften Gottvertrauens in höchster Not. Wir glauben an die Stimme der Menschlichkeit, an die Engelsstimmeu des Gewissens, an die Gottesstimme der siegenden Wahrheit, und selbst, wenn sie alle verstummen, so glauben wir doch au den Triumph des Rechtes. Die Alten erzählen die Legende von Mordechai. der tiefniedergeschlagen ob des Israel drohenden Unheils innerlich verzagt. Da tönt helles Lachen zu seinen Ohren. Es ist Mittagszeit: die Schulkinder stürmen aus dem geöffneten Schultore*. Da muß er ein lachendes Büblein fragen: ..Was habt ihr heute gelernt?“ Und der Junge antwortet: „Das Wort Gottes an Jesu ja (8. 10): Fasset nur Rutschlag. er wird doch gebrochen; redet nur Worte, sic haben keinen Bestand — denn mit uns ist Gott!“ Da ist Mordechai getröstet und in sich erhoben. Seit Jahren tönt die Schreckenskunde über die freche Mißachtung der Religion aller Bekenntnisse aus dem Reiche der Sowjets. Die ärgsten Religionsverfolgungen mittelalterlicher Tyrannen werden durch die Brutalität übertroffen, mit der dort jede Religion vergewaltigt wird. Mit dem Stolze* des Hcrostratos. der den Tempel der Diana von E||hesiis zerstört, um sich berühmt zu inadieu. veröffentlicht die russische Presse* das Ergebnis des */welfjährigen Kampfes gegen die Iteligion in K|ußlaiid. Die Regierung hat bisher 7000 Kirchen. iSs nagogen und Moscheen geschlossen. zu einen) leih* zerstört, zu einem anderen in profane Gebäude verwandelt. Aber der Kampf gegeii Gott blieb ohne Erfolg. Seine* Häuser wurd|*n ihm genommen, aber er wunderte in die* Herzen und lebte* dort weiter (Ezechiel 11. 1tz>. Darum ward in den letzte» Monaten voi| den Sowjets zum Huuptsturni gegen Gott geblasen. Allein im November und Dezember IOC1) wurden >40 Kirchen. h> Synagogen und IM Moscheen geschlossen! Der Kampf|gegen die Gotteshäuser war jedoch nur eine Hanjllung in dem Amalekskrieg gegen Gott. Mit einer an Verblendung grenzenden Rücksichtslosigkeit begann man die Zertrümmerung aller Einrichtungen.die mit der Religion in irgend einer ^eziehung standen. Es muß als eine kulturwidrige Ungeheuerlichkeit gekennzeichnet werden, daß {die russische Regierung um I Ja nuur 1930 beschlossen hat. die vor 70 Jahren begründete Gesellschaft zur Förderung der Bildung unter den Juden aufzuheben. In den ärgsten Zeiten ejes Zarismus durfte diese* Gesellschaft für die)Gleichberechtigung der Juden und ihres Bekenntnisses eintreten. Die freien Sowjets glaubten! eine derartige Gesellschaft nicht dulden zu dürfen. Aber darüber hinaus ward von ihnen jcjjle Erteilung religiöser Belehrung I — SCHI EDMAYER STI» «CIETE AUBOH IMUNGEN VprixV 1 1 HsnoteiWsarlk v. J. u. P. SoMedmayar TEILE AHUJNQEN < m-rrn \ i \naMt*aMN / 3 STUTTGART, Naokaratrasse 1«, «oua uirtorvatraaaa F0T FLÜGEL / PIANINOS / HARMONIUM < «« i

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