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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1930-02-18 · 22 (18.2.1930) · p. Seite 295

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
VI (1929-1930)
Issue
22 (18.2.1930)
Date
1930-02-18
Page
Seite 295 (sequence 3)
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litcratur, vor allein Shakespeare, auf die Bühne zu bringen. Ein hebräisdier ..Hamlet“, „Romeo“ oder „Richard III.“ ist an sich widersinnig, über bei der Art der Künstler, die zur Improvisation und zur Umdichtung durch die Regie neigen, geradezu unmöglich. Ein hebräischer „I* aust“ ist auf der deutschen Bühne untragbar. Vielleicht wäre das hebräische Theater für Aufführungen von Lessings „Nathan“. Otto Ludwigs „Mukka bäer“, Gutzkows „Uriel Acosta". Hebbels „Herodes und Mnriainne“ zuständig. Schon in Shakespeares „Kaufmann von \enedig“ wäre die hebräische Porzia neben den venezianischen Edelleuten beinahe eine Groteske. Für alle Stücke müßte die „Habiniah“ einen wesentlichen Teil ihrer Eigenart, ihre slavisdie Regie und ihre Neigung zur Improvisation aufgeben. Die klassischen Stücke sind ein unantastbares Gut der Cosumtnienschheit. Ein Eingreifen in ihren Text ist eine Vergewaltigung. Aber auch ihre Stilform ist gegeben: das habe n die maunigfuchcu mißglückten Versuche gezeigt, sie in einem modernen Gewände dein Publikum zu bieten. Ein russischer ..Richard“ ist ebenso lächerlich wie ein hebräisches „Gretchen“. Hier gilt es recht zeitig zu warnen, um u i ch t den Spott der S p r u ch b e r e ch t i g t e n z u b e s ch u öre n: Die Sendung der ..llabimuh“ bleibt in erster Reihe das jüdische Volksstück, in zweiterdie biblische Tragödie, und in dritter - in weitem Zwischenraum — die Darstellung jüdischer Stoffe der Weltliteratur. Die ideale Sendung wäre allerdings nicht die Anleihe* von fremden Tischen, sondern die Gestaltung einer eigenen hebräischen Dramendichtung — ein frommer Wunsch und eine fromme* Erwartung! Vielleicht hat Steinberg in der Berliner Aussprache an die Verwirklichung diese r Erwartung gedacht. »HiiimiiiMiinimii Meine Privatsprachslunden finden statt Keplerstrasse 38 täglich nachm. 12llt— 7*/i und 6 -8, Samstag nachmittag 4—7. Sonntag nach Uebereinkunft. Psychotherapie, Heilpädagogik, Hypnose Dr. Dr. Weckerling Facharzt für Nerven- und Gemütsleiden. «iiHmmminiiwimHiHiHiniiiiiiiiuHimiinimmiiimumHnwniiMHiHimmiBiBnfHHtinnMmuH Nach langjähriger Tätigkeit als Assistent am Eppendorfer Krankenhaus Hamburg, bei Prof. Schottmüller (Hl. Medizinische Klinik) und Prof. Heynemann (Universitäts-Frauenklinik) habe ich mich als Facharzt ff. Frauenkrankheiten und Geburtshilfe in STUTTGART, Rsistbargstrszzs 48. pl. niedergelassen. Dr. metL Hellmal Hienlia Sprechzeit: 12—1 Uhr and 3—S Uhr, Tel.61040 r —,M ' .. Nach 7 |8hriger Asslstententfitigkeit bei Prof. Fr. v. Hofmeister (chir. Abt. Kari-Olgakrankenhaus) und bei OMR. Fetzer (WOrtt. Landeshebammen-Schule), die letzten Jahre als Oberarzt bezw. 1. Ass. und 2. Hebammen-Lehrer. habe ich mich in Stuttgart, Landhausstr. 96 pt., als Facharzt für Frauenkrankheiten und Geburtshilfe niedergelassen. Dr. med. Hans Hermann Soergel Tel. 42330 (Sprechstunde) und 40388 (Wohnung) Sprechstunden: tigUch 11 — 12‘'t Uhr, außerdem nach Voranmeldung ., 17 — 18 „ anagenonman Mlttv.«. Samatag - 295 - Zur Wahl von Ministerialrat Dr. Otto Hirsdi Mit der Wühl von Ministerialrut Dr. Otto II i r s ch zum P r ii s i d c* u t c* n des Obepruts der Isr. Religionsgemeinschaft Württembergs wurde ein Mann an die Spitze der w ürttembergischen Judenheit berufen, der sich als wurmherziger Förderer aller jüdischen Interessen größter Wertschätzung erfreut, und der sich als Mitglied der Isr. I.undesv ersummlung um unsere Gemeinschaft schon große* \ erdienste erworben hat. Se it Bestehen des „\ereins Jüdisches l.ehrhaus“ steht Ministerialrut Dr. Hirsch diesem \erein als I. Versitzender vor und hat es in dieser Zeit verstunden, das „Jüdische I.ehrhuus“ zu einer zentralen jüdischen Bildungsstätte* in unserer Gemeinde zu entwickeln. Als Vorsitzender des Stuttgarter ..Arb ci tsu ussdi usscs für d e ii A u f b a u P a I ii s t i u u s“ hat er sich mit hohem Idealismus in sachliche, Weise für den Pulästinugedunken eingesetzt. Aber auch über unsere engere Heimat hinaus wirkt Ministerialrat Dr. Hirsch als. Mitglied de s Hauptvorstunds des ..(1 c* n t r a I v e r c* i n s d c* u t s ch e r Staatsbürger j ü d i s ch e n Glaubens“ und als Mitglied des Stuttgarter ..C.-V."-Vorstands. Unsere jüdischen Vereine schätzen ihn als glänzenden Redner, dessen klares Urteil und vorbildliche Objektivität seinen Ausführungen stets besondere* Bedeutung verleihen. Möge unter seiner Führung sich die Isr. Religionsgemeinschaft Württembergs auch weiterhin zum Segen der Gesamtheit entwickeln! Religiös-liberale Kundgebung in Berlin Anläßlich der in diesen lagen in Berlin stuttfindenden Tagung des Präsidiums des V\ *-lt- ^liiiiHinmiBnBitfifiifttftiiRiintniiiitiiiiiniitiniifimfttHfiiniiiiiiifimuißimiiiiiiRinnüiiiiiiiiiuiii rat besser, g> des Jüdischer Verbundes fü Religiös-liberales Judentum" fun^l am 27. Januai abends eine* große Kundgebung im ehemaligen P ■euflischcn Herrenhause statt. Lauge vor Beginn v uren Parterre und Galerien übers füllt, und so viele* begehrten noch Ei eine Paralle Versammlung uhgehultei mußte. Den Vorstand der Jüdischen Gemeinde Be rlin vertn t sein Vorsitzender Diredor Kureski. Die lih rulen Genieindcältestfu. Repräsentanten. Rabb ner und Landesverbandsvertreter waren fast vollzählig erschienen. Nach Begrüßungswor en des Vorsitzenden. Landgerichts. Einlaß, dal eu w erden richtet besonders an die Vertrete der Jüdischer Gemeinde und des l-andesverba Gemeinden, sowie an die ausländ 3 sehen Toilnetiincr. zeichnete der Vorsitzende* der V freinigung für das liberale Judentum in Deutschland, Rechtsanwalt Heinrich Stern. Ziel und Weg de s Liberalismus: Es gilt die Erhaltung des Judentiin s durch Erhaltung der .Moses am Horeb zum ersten Male erschienenen Glaubeusflammc* der Uuhrheit. als Gefäß für die* einzigartigen Kraft :*. die die Religion birgt. „Di Leber spricht in rerin des VVc l.ily Montagu ■ des Judentiin werden al schlechts. Das im religiösen Frau, ja Frau. Miß M kenntnis kei der jüdischen Frau im liberalem Judentum" deutscher Sprache die Geschäfts/iili- Itvcrbuudes The Houoruhle Miß In dem schweren Existenzkampf muß die Frauenwelt mobilisiert Erzieherin des kommenden Ge Judentum, stets die Rolle* der Frau Lehen erkennend, biete t Raum der gemietet die Gleichberechtigung der »tagen* ist nach ihrem eigenen Bele „Frauenrechtlerin", da sie die--. Verschiedenaftigkeit de r Geschlechter in Artung und Aufgabe voll würdige. Gerade* darum aber tre te* sic* für e ne* Freimachung de r großen Rechte* ein. die die jüdische Frau dem Judentum le ihe n könne zur Fi rderung der Erziehung und damit Zukunft. Bis zu der im Juli lagciilllllllintlUHIIIIIUIIIIIIII IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIIIIUIIIIIIIIIIIIIillllllllllllllllllllllltg Berttiold Auerbsich-Verein Programm 1930 / Jan. bis Juni Februar * Dienstag, den 18.: Vortrag Konsul Max Strans: Modernes französisches Judentum, Insbesondere das Werk Edmond Flegs. ‘Dienstag, den 25.: 2. Heimabend: Biblisches Strafrecht. Leitung: Dr. Fritz Bauer. März * Freitag, den 7.: Freitag-Abend-Feier. Leitung: Dr. Auerbach, * Dienstag, den 11.: Vortrag R.A. Dr.Uhlmann: Jakob Wassermann, der Mensch und das Werk. Donnerstag, den 13.: 8 Uhr im kleinen Saal des Oberen Museums, Kanzlei- und Lindenstr.: Purim-Feier (mit Tanz). * Dienstag, den 18.: 3. Heimabend: Modernes jüdisches Feuilleton. Leitung: Max Gellhorn. Dienstag, den 25.: 81/« Uhr im Festsaal der Handelskammer, Kanzleislr. 35: Vortrag von Direktor Th. Bäuerle Ober: Sinn und Aufgabe der Volksbilduhg. April ‘Dienstag, den 1.: 4. Heimabend. Leitung: Martha Straufl. * Freitag, den 4.: Freitag-Abend-Feier. Leitung: Dr. Auerbach. Dienstag, den 8.: 8llt Uhr im Festsaal der Handelskammer, Kanzleislr. 35 (zusammen mit di i .Kamerade bund*): Vi Die Jugem Sonntag, RolestraBe spätestens Reinsburgs * Dienstag, Tagesfragei * Dienstag, Mllton 8 * Dienstag, d Franz Wert lungsbild d und .Jungjüdischem Wanderrtrag Dr. Martin Buber Ober: und der Zeitgeist, n 13.: 8 Uhr im Hotel Westheimer, Seder-Abend. Anmeldungen bis >. April an ObersekretBr Wikmann, rake 19. i len 15.: 5. Heimabend: Jüdische i. Leitung: Dr. Walter Einstein, i en 22.: 6. Heimabend. Leitung: euer. n 6.: Vortrag Dr. Walter Strauß: ls Roman .Barbara* als Entwickr modernen Jugend. Mai * Dienstag, d (Heilbronn] * Dienstag, und Wohlfall WIßmann. * Dienstag, di M. ö. L., * Freitag, den Dr. Auerbfi Juni * Dienstag, Bernhard Dienstag, d 29.: Vortrag Dr.Lutz Rosengart Henri Bergson. len 13.: 7. Heimabend: Jugend rtsarbeit. Leitung: Obersekretär n 20.: Vortrag Johannes Fischer, Jugend und Politik. 23.: Freitag-Abend-Feier. Leitung: ich. cen 3.: 8. Heimabend. Leitung: Schottenfels. :n 10.: Gemütlicher Abend. Jeden Mittwoch und Donnerstag (bei Eintritt wlrmerer Jahreszeit auch Monts Anmeldungen» Damen an Roth EbileUi, Hlrschstr. 6» Tel- 23099 Herren an M II Die mit * beselchneten Veranstaltungen finden in de» Stuttgart-Loge, Cal wer Strafte SS» Hins., jeweils 81/* Uh s) Tarnen für Damen und Herren, [ton Scheuer, Fangelsbachstrafte 19. Räumen der abends, statt. iiiülllI1llllllllllilllllllllllllllll1llllllllllllllllllllllllllHlllllllllHNHIIHHMmHHIIHimillltHUIIIIMIIII1lllflliUn»BHNIIIWHIIIUlHUI HIIIIliUHtllNItlMlffilWUlHiiMtWfflllHHIfllHWIltlUIIIHIIUlHIIU^ Jüdische junge Leute rönnen noch an gutem bürgerlichen eifaelleu Mittag»- unb Nbenbtisch teilnehmen. Anfragen unter an bie Gemeinbezeitung. Bilanz, Revision Buchfübn ng im Abonnement, Neuanlagen, Steuerberatui ig, Liquidation, Konkursverbütung K. Karre r, Bücherrevisor, Stuttgart Nedcarstrlsse 117 Fernsprecher Nr. 405 35 Teppidte: Eberhard Perser. - Deutsche. - Nur Qualität Könlgstm Stuttgart Marstall. 010202020101000153020202484848235353235323482323485323532348484853535323232323485353234848234823232348534848530223482302020001002323484848

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