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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1930-02-01 · 21 (1.2.1930) · p. Seite 287

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
VI (1929-1930)
Issue
21 (1.2.1930)
Date
1930-02-01
Page
Seite 287 (sequence 5)
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Stuttgart. Amerikas talentiertester Filmscbauspieler, A 1 J o 1 s o n, kommt dieser Tage mit seinem großen Tonfilm „Der Jazzsänger in den Ufa-Palast. Publikum und Presse waren von diesem besten Film des berühmten Schauspielers begeistert. Für unsere Leser dürfte der Film insofern besonders interessant sein, als die Handlung unter den Ostjuden Amerikas spielt und auch die Musik eine Reihe synagogaler Melodien bringt. Das 8-Uhr-Abcndblatt schrieb zur Berliner Aufführung: Es ist ein sehr menschlicher, sehr lebensnaher Film.... wenn Al Jolson mit der wunderbaren Gestaltungskraft, durch die er uns schon im „Singing Fool" hinriß, seine kleinen Lieder vorträgt, und vor allem — das ist die schönste, künstlerisch und menschlich bedeutendste Szene des Films, wpnn erdem sterbenden Vater am ,Versöhnungsfest in der Svnagoge das „Kol Nid re“ singt: auch das kleine scherzende Gespräch, das er mit der Mutter führt, ist von einem beglückenden Zauber. Wir empfehlen unseren Lesern den Besuch dieses glänzenden Filmwerks aufs beste. (Siehe auch Inserat S. 282.) Cannstatt. Der „I s r. F r a u e n v e r e i n“ veranstaltete am 29. Dezember v. Js. eine Chanuka-Feier für die Kinder im Kleinen Kursaal. Fast sämtliche die Schule besuchenden Schüler und Schülerinnen beteiligten sich an den Aufführungen, die durch ihren Lehrer sowie die Damen Carlcbach, Adler, Strauß und Marx geleitet wurden. Es war eine große Freude, die „Kleinen und Großen“ mit so viel ernster Begeisterung und heller Freude spielen zu sehen. Gespielt wurde „Chanuka im Puppen- I ade n“. Hanna Schweizer als „Chanuka", Salo Dulberg als „Schames“, Hans Ostertag als „Reitersmann“, Anneliese Aron als „Struwelpeter“, Sofie Dulberg als graziös tanzendes „Trendelchen“' — sic alle machten ihre Sache ganz vortrefflich. Ilse Berlizheimer, Stuttgart, hatte die Tänze und Reigen einstudiert. Von den Trägern der kleineren Rollen, die auch ausgezeichnet verkörpert wurden, seien noch genannt: Erich Marx. Annclore Rothschild, Ilse Böttigheimer. Minna Kahn. Clara Jorysch, Dora Schwab, Frieda Dulberg, Elsbcth Fleischer und Eva Bartfeld. Cannstatt. Die Scheidestunde des alten Jahres versammelte auch diesmal wieder die Mitglieder des „Synagogenchor -Vereins“ und viele Gäste zur gewohnten Silvester-Feier im Kursaal. Im ersten Teil der Vortragsfolge hörte man das schöne Bruch'schc Chorwerk „Schön Ellen“, das von dem Chor mit frischem Stimmklang vorgetragen wurde. Die Solopartien hatten Frau Hilda Kahn und Dr. E. Sander mit bewährter Könnerschaft übernommen. Die Aufführung selbst stand unter der umsichtigen Leitung des Dirigenten Harold Henning. Im zweiten Teil des Programms sah man eine Revue in sieben Bildern — Titel „Es liegt in der Luft“ — die unter der Regie von Karl Karner stand, während Hubert Esser die Gesamtleitung übernommen hatte. Die Aufführung des lustigen Spiels zeugte von sorgfältigster Einstudierung. Auch die Einzeldarbietungen waren vortrefflich. Karl Karner als „Portier“, Leo Hirsch und Julius Rothschild als „Abteilungsleiter“ — beide verhalten in Gemeinschaft mit der Cannstatter Sauerwasserjunefer (dargestellt von ElseRothsdiild) dem Lokalhumor zu seinem Recht — Else Aron. Ella Pick,- Lili Löwenstein, Max Josef, Fritz Ridiheimer und die jugendlidie Soubrette R ü-1 h S di m i d trugen zum Gelingen der Revue bei und ernteten stürmischen Beifall. Die Grotesktänze von Ilse Berlizheimer verdienen ebenfalls hohes Lob. — Ein flotter Tanz schloß sich an die Aufführungen an. Berlichingen. Am 15. Dezember v. Js. wurde das älteste Mitglied unserer Gemeinde, Karl Metzger, im Alter von 83 Jahren zu Grabe getragen. Eine für ländliche Verhältnisse besonders große Menge gab dem Verstorbenen das letzte Geleite und zeugte so von der großen Wertschätzung, die der strebsame Mann genoß. Sein- Andenken gereicht zum Segen. Bnttenhansen. Am 7. Februar feiert Fräulein Auguste Bär ihren 70. Geburtstag bei bester Gesundheit. Ehrengeschenke für die würdige Greisin nimmt Lehrer Berlinger gern entgegen. Crailsheim. Berthold Rosenfeld ist aus Gesundheitsrücksichten vom Vorsteheramt zurückgetreten. Crailsheim. Am 12. Januar veranstaltete Hauptlehrer Silbermann einen Elternabend, der ausgezeichnet besucht war. Hauptlehrer Silbermann begrüßte die Anwesenden und verbreitete sich dann über „Die Methodik des Religionsunterrichtes“. Besonders betonte der Redner die Notwendigkeit des hebräischen Sprachunterricht, zeigte an selbstangefertigten Anschauungstafeln, wie er den Kindern das Lesen und Sprechen der hebräischen Sprache lehrt und erntete für seine wertvollen Darbietungen lebhaften Beifall. An der Aussprache beteiligten sich Dr. Königsberger, Sam. Friedmann, Bertnöld Stein und Max Stein. Crailsheim. Die am 28. Dezember v. Js. veranstaltete Chanuka-Feier des Vereins - 287 - „Einklang“ nahen unter der Leitung von Hauptlehrer Silbermann einen harmonischen Verlauf. Nach einem von Hedwig Rosenfeld gesprochenen Prolog brachten die Kinder zwei reizende Theaterstücke, ein Chanuka- und ein deutsches Märchenspiel, zur Aufführung und ernteten dafür reichen Beifall. Licsel Schlesinger erwies sich durch ihre Gesangseinlagen wiederum als hervorragende Künstlerin. Den Höhepunkt der Veranstaltung bedeutete für die Kinder das Erscheinen des „Chanuka-Manns“, der schöne Geschenke verteilte. Josef Böhm dankte am Schlüsse allen Mitwirkenden und besonders Hauptlehrer Silbermann für das schöne Fest. Crailsheim. Eine ehrwürdige Greisin, eine Zierde unserer Gemeinde, haben wir zu Grabe getragen: Frau Bertha Landauer hat im Älter von 82 Jahren das Zeitliche gesegnet. Sowohl in der Gemeinde Michelbach an der Lücke, wo sie 50 fahre gelebt hat, als auch hier, hat sie größte Liebe und Verehrung genossen. Sie war Mutter von sieben Kindern, die das Alter ihrer Mutter verschönt haben. Ihr frischer Geist erfaßte bis zuletzt alles Moderne, ohne daß die würdige Greisin den Weg ihres Glaubens und ihrer rituellen Lebensführung verlassen hätte. Ihr Haus war immer eine Zufluchtsstätte für Arme und Sorgenvolle*, und viele derselben werden der stillen Wohltäterin ein treues Gedenken bewahren. Dettensee. Das Ende einer jüdischen Landgemeinde. Vor Monaten berichteten wir über die Verhandlungen betr. Uebergabe der Grundstücke der jüdischen Gemeinde Dettensee an die politische Gemeinde. Diese Verhandlungen sind nun zu Ende geführt. Vor kurzem übergab das letzte männliche Mitglied der BaDkcomnaadite Slegmuid (ßell HECMNOEN y TÜBINGEN , S1QMAJUNQEN In-u-ausL Wertpapiere /_ Zinssätzen / I*dnstrte-Kredite / einst etwa 2001 Seelen starken jüdischen Gemeinde vor dam Amtsgericht Haigerloch das noch vorhandene Grundeigentum und Barvermögen der Gemeinde dem Bürgermeisteramt Dettensee. Bedingung ist, daß dieses für alle Zeiten die Betreuung und Instandhaltung des jüdischen Friedhofs übernimmt. Der-Oberrat der Israel. Religionsgemeinschaft Württembergs hat sich bereit (erklärt, die Innehaltung dieser Verpflichtung zp überwachen. Der Uebeigabevertrag bestimmt ferner, daß die Synagoge innerhalb zweiefr Jahre abgerissen werden muß- Sie ist inwischeö schon einem Dettenseer Bürger zum Abbruch cOerkauft worden. So endet eine jüdische Landgemeinde, die seit 2M Jahrhunderten bestand, ai< einst ein blühendes Gemeindeleben, einen schönen Gottesdienst, eine jüdische Volksschule un^ zeitweise sogar einen eigenen Rabbiner hatte. Sie ist, wie so viele andere, der Landflucht zum Opfer gefallen. ~ Am A i H , Heilbronir. tete der Bund ji seine Chanuka begrüßte die ren-Gruppe. einen Prolog Jüngsten, W e i die Lichter, woi „Moaus zur“ Theaterstück „1 HEILBRONlfj 28. Dezember v. Js^veranstali discher Jugend „M ontefiore“ Feier. Sigmund Stobezki wesenden im Namen der Aelteerauf sprach Ruth Scheuer on Hans Sternheiin; einer der ner Rosenthal, entzündete auf der gemeinsame Gesang von ölgte. Das sich anschließende er Besuch im Karzer“, von Lotte Eugen Kaiser, Heilbronn Ituuw*1 " LADEN SQLMERSTR. t TEL. *0*004 00 ■laktr. 8*i*adihiin»li6rp*r Kock« nad Helsapparate ftaubzaapar and Bokaar Raadfaak-bepfaegageräte Adolf Hörgcr iOUstutr.il - Telefon 330 Sanitäre Anlagen Flasdmerd Musikapparate Schallplattee Radlo*GerSte MUSIK- UND RADIO-HAUS Hob. Barth / >. Treuer lortt - z*L siS State vorrMs i Lebonda Splagal-Karpfaa, Schleien, roratio», Nsouuflsdi* tt SoensdM allar Art Bestelltet: Im. 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