Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- VI (1929-1930)
- Issue
- 21 (1.2.1930)
- Date
- 1930-02-01
- Page
- Seite 283 (sequence 1)
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GemeindeÄeilung für Sie ffraelitifcften Gemeinden Württemvergs BmaOiiU: StMotl* i«-ü» 5 Ml. WMktU* 2JX AM oi«rl«liLdäich ' .28 Ml, Cia^dnmnur 25 RMchips«,,!, P°A<i>«r «°,i°: 36258 Othbdat ■Mittkk MMtaal. «* 1. a. 16. Seilag: AsrarMche Derlaadaostatt G. m. b. H. Aenrspr. 1329» » (Stuttgart * Xaseraenftr. 13 Schristlrituna: Gtadttabbtuer Dr. Rteaer. Gtattoarl, LbarloUev-raft« 13 X > , e I , e , » ' r i «: di« «willig« 9tonparaU*)«i(t 30 Netchspfrnaig 11 tn(4> ta gleiten |tm{> tBorwaspMM x«t Tarif. Sanilitaoaitigm und Heini 3Cn>«igeti dt« jtlmycil« 20 3ltt4>*pf«onia. SWlomtHil« 150 JEU Sri 98 t >li Sr Ul VI. Jahrgang Stuttgart, 1. Pebruar 1B30 nr. 21 Amtl. Bekanntmachungen Israelitischer Oberrat. Die Abraham und Henriette T h a 1 h e i in e r - Stiftung ist wieder in der Lage, Ausbildungsbeiträge zu verteilen. Nach der Satzung soll das Reinerträgnis des Stiftungskapitals zur Erziehung und Ausbildung bedürftiger und würdiger israelitischer junger Leute beiderlei Geschlechts dienen, welche entweder selbst württembergisdie Staatsangehörige sind oder deren Eltern _ seit mindestens tO Jahren ihren Wohnsitz in Württemberg haben. In erster Linie sollen solche junge Leute berücksichtigt werden, welche ein Handwerk, technisches Gewerbe oder ein Kunstgewerbe erlernen wollen. Bewerbungen sind bis zum 15. Mürz ds. Js. bei dem Unterzeichneten einzureichen. Stuttgart, den 20. Januar 1930. Der Kurator: Regierungsrot Dr. Nördlinger. Charlottenstrafle 5. Arthur Essinger-Stiftung. Aüf 28. März d. J. werden die angefallenen Zinserträgnisse der Arthur Es singe r-St i ft u n g zur beruflichen Ausbildung jüdischer junger Leute württembergischcr Staatsangehörigkeit oder solcher, die in Württemberg wohnhaft sind, unter vorzugsweiser Berücksichtigung derjenigen, die mit Herrn Arthur Essinger oder dessen Ehefrau verwandt sind, verteilt. Bewerbungen sind bis spätestens 13. Februar ds. Js. an Herrn Arthur Essinger. Stuttgart, Sophienstr. 33, einzureichen. Stuttgart, den 26. Januar 1930. Der Verwaltungsrat. Ordentliche Tagung der Israel. Landesversammlung am 26. Jan. Die erste Tagung der am 8. Dezember 1929 gewählten Israelitischen Landesversammlung fand am 26. Januar, 10 Uhr vormittags, im Sitzungssaale des Württembergischen Wirtschaftsministeriums statt. Sie wurde durch ein Gebet des theologischen Mitgliedes des Isr. Oberrates, Stadtrabbiner, Dr. Riege r, Stuttgart, feierlich eröffnet. Hierauf erfolgte die Begrüßung durch den Präsidenten des Isr. Oberrates, Regierungsrat Dr. Nördlinger, durch eine Ansprache, in der er nach einem geschichtlichen Rückblick auf die jetzt beinahe 100 Jahre bestehende Organisation der württembergischen Israelitischen Religionsgemeinschaft besonders ihre Entwicklung während der letzten sechs Jahre nach der Einführung der neuen Verfassung, darstellte. Er verpflichtete hierauf die neu gewählten Abgeordneten Frau Charlotte Rosenbusch, Stuttgart, und die Herren Max Dreyfus, Ludwigsburg. Oberlehrer Th eodor Rothschild, Eßlingen. David Stein, Crailsheim, Simon L. Steiner, Laupheim, und Eduard Weil, Stuttgart, in der satzungsgemäß vorgeschriebenen Form. Nachdem der Alterspräsident der Landesversammlung Dr. G u m p, Ulm, unterstützt von Hermann Kahn, Baisingen, als Schriftführer, die Leitung übernommen hatte, erklärte der Präsident des Oberrates, Regierungsrat Dr. Nördlinger, daß er sich zu seinem aufrichtigen Bedauern aus Gesundheitsrücksichten gezwungen sehe, eine ihm etwa /.»gedachte: Wiederwahl zum Präsidenten ablehnen zu müssen, und er auch aus diesem Grunde das Amt als rechtskundiges Mitglied des Oberrates niederlege. Sein Stellvertreter im Oberrat. Louis H i r s ch, sprach ihm sodann im Namen des Oberrates und der Landesversammlung in tiefergriffenen Worten den Dank für seine bisherige so ausgezeichnete Leitung aus und verlas eine Ehrenurkunde, in der beide Körperschaften dem Scheidenden ihre unauslöschliche Dankbarkeit bekundeten. In schlichten herzlichen Worten dankte Dr. Nördlinger für die ihn überraschende Ehrung. Unter dem Vorsitz des Alterspräsidenten wurde sodann die Wahl des Präsidenten der Isr. Landesversammlung vorgenommen, in der der bisherige l. Stellvertreter Dr. Hayum. Tübingen, elf Stimmen, der bisherige 2. Stellvertreter Dr. Wolf, Stuttgart, sechs Stimmen erhielt. Der neu gewählte Präsident übernahm hierauf die Laitung der Versammlung mit Dankesworten an deren bisherigen Präsidenten Julius R o t h s ch i 1 d. Bei der Wahl der zwei Vizepräsidenten wurden, nachdem Dr. Wolf eine Wahl abgelehnt, Dr. Lepman und Siegfried Kahn, Cannstatt, durch Zuruf gewählt. In gleicher Weise erfolgte die Wahl des Schriftführers Oberlehrer Adler. Cannstatt und der beiden Stellvertreter Dr. Würzburger. Heilbrunn und M. D r e y f u s , Ludwigsburg, Da aus der Mitte der Versammlung der Wunsch laut geworden, daß die Wahl des rechtskundigen Mitgliedes des Oberrates erst nach der Mittagspause erfolgen soll, um den Abgeordneten Gelegenheit zu einer vorbereitenden Aussprache zu geben, wurde zuerst Punkt 12 derTugesordnung: dieVcyabschiedung der Dienstordnung für Rabbiner und Religionslehrer behandelt. Rechtsanwalt Dr. Gunzenhauser, Stuttgart, berichtete als Referent über die Grundsätze des der Landesversammlung vorgelegten Entwurfes. Dr. Gump, Ulm. wies darauf hin. daß die Dienstordnung ein Beschwerderecht der Beamten gegen Entscheidungen des Oberrates nicht enthalte, weil die vorbereitende Kommission der Ansicht gewesen wäre, daß dieses Beschwerderecht erst bei einer gelegentlichen Durchsicht der neuen Verfassung seine Behandlung finden sollte. Grundsätzliche Aeußerungen zur Dienstordnung machten R o t hs ch i 1 d, Rabbiner Dr. Berlinger, Hall, Weil. Siegfried Kahn, Dr. Würzburger, Herz, Hall, worauf Dr. G u m b c 1, Heilbronn vorschlug, den vorgelegten Entwurf en bloc anzunehmen. Diesem Vorschlag» schlossen sich Dr. Gump und Ministerialrat Dr. H i r s ch an. worauf der vorgelegte Entwurf mit 14 gegen 5 Stimmen, mit der besonders erklärten Befugnis des Oberrates angenommen wurde, sprachlich redaktionelle Aenderungcn vornehmen zu dürfen; bei der Drucklegung sollen die der Dienstordnung beigegebenen Erlasse des Oberrates als Anhang gelten. Bericht de^ Israelitischen Fürsorgeamtes übeH* den Monat Oezbr. 1929. Sprechstunden der Fürsorgerin: Mittwoch, P reitag nucjim. von 3—5 Uhr Das Israel. Fürsorgeamt hat im Monat De-j zomber 1929Cunter Mitwirkung der angesthlos- 1 senen \VohltäJigkeitsvereine folgende Tätigkeit entfaltet: ■ Laufende Unturstiit/ungen .... Mk. 759.72 Einmalige Unterstützungen.261.15 i Chanukagaben.. . . .. 151.921 Winterfürsorgi.. .. 704.85! Anstaltsfürsorge.. . .. 160.— j Gesundh.- u. Hrhol.-Fürsorge. 248.90 Durchreisendel. 279.51 An 28 Erwachsene und 11 Kinder wurden insgesamt 164 Kleidungs- und Wäschestücke abgegeben. [ >= An einmaligen Spenden erhielt das Fürsorgeamt Mk. 420.-}- von Frau Kommerzienrat Heilner (C'hanukagabe), Herren Erich Lenk und Dr Richard Lenk Tals Legat der Frau Eugenie Levy. Firma Gebr. Marx. Herrn Max Osterberg, (Ka-i lenderspende)! Herrn Adolf Sichel, Frau Kommerzienrat Ackilf Wolf (f. Durchreisende), Herrn | und Frau Walter L. Wolf (anl. d. Einzugs in ihr j neues Heim), ferner durch Herrn Oberbürger-1 meister Laute iSchlager aus einer Weihnacntsspende aus Ci icago. Zur Wintc rfürsorge ging ein weiterer Beitrag ein von Herrn Dr. Edgar Heilbronner. Zu Chanukt stellten uns die Firmen: Brüder Landauer. Kaufhaus Schocken. Hermann Tietz in liebenswürdiger Weise Kleidungsstücke und Spielzeug zur Verfügung. Wir wurden dadurch instandgesetzt! 20 Kleinkinder zu Chanuku zu beschenken, j Punkt 15 der Tagesordnung: ein Antrag der Gemeinde Sti ttgart. betreffend die Aenderung des Steuermaststabes der Landesuinlage, wurde als Material dem Finanzausschuß übertragen. Das gleiche g ischuh mit einem zweiten Anträge der.Gemeinde Stuttgart, betreffend die Schaffung gehobener Stc Men für konservatorisch gebildete Religionsiehrc r. Steiner. Laupheim. machte bei dieser Ge egenheit darauf aufmerksam, daß auf die musikalische Ausbildung der Lehrer ein erhöhtes Gew cht gelegt werden sollte. Non H 5 b^> %4 Uhr fand die interne Aussprache der I.jtndesvcrsammlung über die Wahlen zum Obertat usw. statt. Zum rechtskundigen Mitglied des (Iberrates w urde mit 15 von 19 abgegebenen Stimmen, darunter eine Stimmenthaltung. Ministewalrat Dr. Hirsch gewählt. Die ehrenamtliche^ Mitglieder des Oberrates F 1 e - genheimetj, Levi, Dr. Gunzenhauser, und Herz wurden sodann durch Zuruf gewählt. In gleicher Wdise erfolgte die Neuwahl des Konsuls Max Straus. Hernach wurde Ministerialrat Dr. Hirsjrh mit 16 Stimmen zum Präsidenten, Dr. Guj, zenhauser mit 18 Stimmen zum Vizeprä^denten des Oberrates gewählt. Nachdem Dr. |I a y u m und Dr. Nördlinger den neuen Präsidenten beglückwünscht, teilte Dr. Gnmbet mit daß Dr. Gunzenhauser erklärt, die a»|f ihn gefallene Wahl in den Oberrat bzw. zum | izepräsidenten nicht anzunehmen. Da der bisherige stellvertretende Präsident nf f SCHIEDMAYER Planofortafabrlk v. J. u. P. SohMmay« STUTTGART, Naokarstraasa 19, Kok* üidoiwinnM FLÜGEL / PIANINOS / HARMONIUM