Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- VI (1929-1930)
- Issue
- 20 (16.1.1930)
- Date
- 1930-01-16
- Page
- Seite 277 (sequence 5)
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«lie Wahl der zuzu/.icliendcn t rauen sich nicht auf die vom Frauenbund vorgesdilagcne Liste zu beschränken hat. Ohne eine längere Aussprache wird ein Antrag Dr. 1egenheimers nach Befürwortung durch den Stadtrabbiner angenommen. clafi von jetzt an vom \ orsteheramt in der G e m e i n d e z e i t u n g die Austritte aus «lern Judentum« veröffentlicht werden. Nach kurzer Debatte über die beschrankten Raum- Verhältnisse im Gemeindehaus wird die Angelegenheit der Beschaffung notwendiger Räumlichkeiten dem Kleinen Rute zur Behandlung übertragen. Dr. Rieger warnt cor kostspieligen I in bauten des Gemeindehauses, die niemals die notwendigen Räumlichkeiten schaffen können. |.;r empfiehlt, auf dem unbebauten Terrain des Gemeindehauses einen Bau zu erstellen, der neben Schul- und Büroräumen einen Betsaal für die strenggläubigen Mitglieder der Gemeinde* enthalten soll: das Vorderhaus könnte dann als Miethaus ausgebaut werden, dessen Lrträgnisse die Kosten des Neubaus decken würden. Karl l.e\i erklärt sich aus finanziellen Gründen gegen diese n Vorschlag. Der Vorsitzende teilt schlielllich mit. dal! er an einem noch zu bestimmenden Werktage der Woche im Gemeindehause zum /weck der Rücksprache in Geineindeangelegenlieiten anwesend sein werde. Line* kurze geschlossene Sitzung folgte auf die öffentliche. Stuttgart. Aus einer wiirtt. Landgemeinde wird uns geschrieben: Fiuzelnc Genieineleinitglieder aus den Gemeinden Mergentheim. Horb und Buchau haben den Antrag an die Landes,ersaminluiig gestellt, die Beiträge zu den Rubbiiiatsbesoldiingeu den Gemeinden, in denen der Rabbiner seinen Sitz hat. ganz zu erlassen und die Rabbiner ausschlielilich aus den Mitteln der l.andesumlage. die alsdann zu erhöhen wäre zu besolden. — Die Frage de r Besoldung der Rabbiner sollte aber auch einmal vom Standpunkt der mittleren und kleinerem Gemeinden besprochen werden. In den Gemeinden, die Sitz der Rabbiner sind, kann der Rabbiner den ganzen Religionsunterricht erteilen, er kann an allen Sabbaten predigen, an allen Tagen Schiurini lernen: er kann — wie z. B. in Horb sämtliche Gottesdienste abhalten: auch vertritt er die Gemeinde nach nullen. W ill ein Gemeindemitglied religiöse Fragen durch den Rabbiner entscheiden lassen, so kann dies ohne Aufwand au /eit und Geld geschehen. Kurz gesagt: der Rabbiner kann seine ganze Kruft in den Dienst der Sitzgemeinde stellen. — In die Bezilksgemeinden kommt der Rabbiner im Laufe eines Jahres ein-, zwei- oder dreimal. Aber auch in dessen Anwesenheit w ird der ganze* Gottesdienst vom Vorbeter abgehalten. Der Rabbiner hält eine Predigt, nach dem Gottesdienst einen Schiur und einmal im Jahre eine gemütliche Besprechung mit den Gemeineleinitgliedern. Ilicmit erledigt sich die Tätigkeit der Rabbiner in den Bezirksgenieinden. Will je einmal ein Genieindemitglied eine religiöse Anfrage an das Rabbinat richten, so ist dies mit viel /eit- und Geldaufwand verknüpft. Lin ganzes oder halbes Jahr lang bekommen die Bezirksgemeinden nach einem Besuche den Rabbiner nicht mehr zu sehen. — In Anbetracht dieser Verhältnisse ist es nicht nrehr als billig, daII die* Gemeinden, in denen der Rabbiner seinen Sitz hat auch den grollten Teil der Ruhhinerhcsoldung aufbringen. — Der Antrag der eingangs genannten Gemeinden hätte zur Folge*, clafi die Gemeinden, in denen der Rabbiner seinen Sitz hat. entlastet, die* übrigen Landgemeinden aber nicht unwesentlich belastet würden. Line Frhühung des Ausgabeetats können aber die kleinen Gemeinden nicht ertragen: denn KM) oder 200 Mk. Mehrausgaben w irken sich in diesen Gemeinden ganz anders aus als in den gröfiereu und meistens über mehr Linnuhiiiequcilcn verfügenden Gemeinden, in denen der. Rabbiner seinen Sitz hat. Alles in allem: Gerecht ist es. wenn die Sitzgemeinden den weitaus grollten Teil der Rabbinerbesoldung aufzubringen haben. Luge recht wäre es. wenn die mittleren und kleineren Gemeinden zur Aufbringung der Rabbinerbesoldii Ilgen wesentlich herangezogen würden. Stuttgart. (' h u ii u k a f e i e r i ui S e h w c* - s t e r u h e i in. das bedeutet ein Familienfest im schönsten Sinne des Wortes. Der Verwaltungsrat bietet es den Schwestern als Zeichen der Anerkennung für treue Hingabe im Dienste selbstloser Menschenliebe, die Schwestern strahlen vor Freude, die von ihnen verehrten Damen und Herren als Gäste in ihrem schönen Heime bcgriillen zu dürfen. Sie. die sonst so viel Leiden sehen müssen, heute erblicken sie nur fröhliche Menschen, heute hören sie nicht klugen, nicht jahiinern. und nur -frohe Laute tönen an ihr Ohr. In Anbetracht des im März stattfindenden 25. Jahr-Jubiläums des Schwestern heims hatte* man den Kreis der zur Chunukufeier Kingeladenen beschränkt; immerhin war es eine stattliche Zahl von Damen und Herren, die sich um die von Rabbiner Dr. Auerbach entzündeten C'hunuka-Lichter gruppierten. Mit herzlichen Worten begrülite hierauf der Vorstand des Heims, Rechtsanwalt Dr. Gunzenhauscr. die Anwesenden, zollte der in ihrer schlichten Tracht überaus schmuck aussehenden Schwesternschar Dank und Anerkennung. Es folgten Gesangs¬ und Musikdarbietungen von hohem künstlerischem Wert durch Frau Dr. Reif, Frau Alice - 277 - S ch ni ii ck I e r - II e fl, Frau I) r. D e s s u u c* r , Herrn R o s e n s t o ck. Besonders reizvoll war es. als das herrliche* Geigenspiel Frau Dr. Dessauers einen kleinen Kanarienvogel zum Wettbewerb reizte und er die Künstlerin mit seinem lustigen Trillern fein ukkompagnicrtc. Das edle* W irken der Schwestern fand in Rabbiner Dr. Auerbach einen l.obredner. dessen Worte von tiefer Verbundenheit und edler Hilfsbereitschaft zeugten. Rechtsanwalt Albert Mainzer dankte als Präsident der Stuttgart-Loge* für die* Einladung zu dem schönen Feste und zog in launiger Weise Vergleiche zwischen dem Heute* und den Tagen, wo er als Kriegsverw undeter aufopfernde Pflege* im Sehwestcrnheim gefunden hat. Der stellvertretende Vorsitzende M a \ W o 1 f fand herzliche* Worte* für die Schwestern, deren segensvolles Wirken weit über den Kreis unserer Gcmeindcmitglic'der Anerkennung finde und in vollem Malle verdiene*. Den Dank für das gezollte Lob gab Oberschwester*Frniizisku mit lieben Worten Ausdruck. Fräulein Murg rot Weil erwies sich als echte* Lady mit ihren englischen Gesängen zur Laute*, und ehe* Sehwesteru Gertrud tiuel Gerda ergötzten ein reh lustigen l.uute-nsung und humoristischen Vortrag. Alle Darbietungen wurden mit lebhaftem Beifall bedankt. Fs erübrigt nun noch zu bemerken, elult die* Sehwesteru vem alle n Seiten mit l.ie*be*sgalre*n re*ieh bedacht wiirelen. Der Abend reihte sich eleu früheren ( lianukafeierii wiinlig au und wird von allen Teilnehmern sicherlich in schönster Erinnerung behalten werden. M. (). Stuttgart. B e i t Ii o I el A u e r h a ch - \ e* r e i n. Die bekannte Geschichtsforschcriii Frau Dr. Sei m a Stern- I ä übler, deren ..Juel Siili"- Biogruphie vor kurzem im Akuilcinic-Vcrlug. Berlin, erschien und von Publikum und Presse* glänze nd beurteilt wurde*, spricht am 21. Januar über ...V s s i m i I a t i o n u ii el F in ii ii z i p a - t i o ii“. Wir haben anlalilieh der Besprechung des im letzten Jahre* von Frau Dr. Selma Stern- Iuuble*r hier gehaltenen Vortrags schon zum Ausdruck gebracht, mit welch ungewöhnlicher Klarheit und gedanklicher Tiefe die* Reduerin ihre* Themen behandelt. Mau darf auch dem kommenden Vortrug mit gröllter Spannung entgegenselien. weshalb wir allen Gemciiidcmitglicdorn den Besuch der Veranstaltung aufs wärmste empfehlen. (Siche Inserat Se ite 27k) Auch auf die an gleicher Stelle bekannt gemachte Ordentliche Gene sei besonders Stuttgart. Ii öffeiitlichten. e I .aiieh'sv erbali Württembergs ein technische s^V tat I Glück w ii tische j überbraehte u* I v e r s a in m lang des B V V. ingcw icsciif unserem in letzter Nummer vere ..Oeffentlichc Jubiläumsfeier des der jüdischen Jugend vereine betreffenden Artikel wurde durch rsehen nicht erwähnt, daliSanitiitsraj Dr. Ries als Vertreter der ..Stuttgart Loge" den jubilierenden Vereinen herzliche Stuttgart. F nes der besten Mitglieder unserer Gemeinschaft konnte am feiern. Komm durch im Aus* (hasse* des KHIingcr W aisenhauses tätig gewesen. Armen weitle gezeichnete c voller geistige Stuttgart, allen Kreisen beliebte* Frau Kommerzienrat N a t h a n (, u n z. I. Januar se inen SO. Geburtstag rzienrat Ganz ist viele Jahre liiu- Fr ist als stiller W ohltütcr ijnserer i bekannt. Möge sich der ausrwiireligc Mann noch viele Jahre r und leiblicher Frische erfreuen! m 15. Januar vollendete die in Unserer Gemeinde geschätzte und Sa ra l.ev i geh. Bach iir erfreulicher Rüstigkeit ihr 70. Lebensjahr. Seit viclcn| Jalwen gehört, sie zu den führenden Frauen des Israelitischen ll* raue'iivereins und hat sieh vor allem durch ihre Betätigung in der Erweisung der letzten Liebesdienste au den V erstorlieiicir hochverdient geunaeht. Mögen der frommen und bescheidenen r rau noch viele glückliche Lebensjahre beschicken sein! Stuttgart. Via 17. Januar begeht Frau I in i I i e I II mann, trcli. I lirsehfeld. I len'teigsi ralle 4”. ihren SO. Gel Air tstag in erfreulicher Rüstigkeit des Geistes und des Körpers, liebend betreut von ihren Kinder». Mögen der Jubilarin, die allen (•i*schehiiisseil -des Inges noch reges Interesse entgegenbrinit. noch viele glückliche Jahre beschiedou sein! Cannstatt. Bei der auf S. De zember v.J. unberauniten Ersatzwahl von drei Gcineinclcvoi*- r m a ii n W ii r z b ii r g e I Aron w iedergew älilt. An Stelle von Max Nat lau. der eine Wiederwahl ablehiite. wurde* Jak >b K a ii f in a ii n gewählt. Vorsitzender de* V oi stelieramts wurde wiederum < Iberlehrer I . Adler, sein Stellvertreter ist Ferdinand VI , v er. steheru wurden Ile und Fuge Cannstatt. v e r e i n Der ..Isr. h eit VV o h I t ä t i g k e i t s - Dezember v.Js. seine* »4t SÜSS. Uorbeugungsmittel gegen Grippe und Ilalserkrankungcn Drogerie E.Uegele, Königstrasse 46 (Man achte genau auf Hausnummer) Homitopathisdie Zentralapotheke Hofrat U. IDayer Cannstatt, Walblingerstr. 7 Einzige rein homOapathlsdie Apotheke Württembergs SEYBOTH FERNSPRECHER Nr. 3801 BÜRO BEDARF SCHREIBMASCHINEN UNTERE MARKTSTRASSE Nr. 2 KUNSTHANDLUNG IIIUIIIIWIHI KIRCHSTRASSE 9 ||||||UIIIIIIII Gustav Tausch vorm A. 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