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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1929-12-16 · 18 (16.12.1929) · p. Seite 255

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
VI (1929-1930)
Issue
18 (16.12.1929)
Date
1929-12-16
Page
Seite 255 (sequence 9)
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durch di« Abschaffung des Schnoderns erfahren werden. Ebstein empfiehlt vom 1. April an statt der bisherigen Mk. 6000 Mk. 12 000 in den Etat für Wohl sahrtszwecke. einzustellen. Auch Tr. Tänzer weist daraus hin. daß nach Paragraph 12 der Bersassung das Bor steheramt berechtigt ist, den Bereinen Beträge bis zum Gesamtbeträge von Mk. 10 000 zu bewilligen. Sein Antrag lautet: das Schnobern ist in der Synagoge vom 1. Januar an abzuschafstn; es bleibt den Bereinen frei, Anträge zum Ersätze ihres Ausfalles infolge der Abschaffung beim Borsteheramt cinzubringen. Ter Stadtrabbiner weist darauf hin, daß dieser Antrag ohne eine Entschließung, wie der Ausfall für die Wohlfahrts- Vereine zu ersetzen ist, unvollkommen ist. Schließlich wird ein gemeinsamer Antrag Dr. Tänzers und Dr. Flegenheimers mit K gegen 3 Stimmen angenommen, daß das Schnobern vom 1. Januar 1930 an abgeschasft wird und ein Formular des Inhalts an den Synagogentüren angeschlagen wird, daß es jedem Gemeindemitglied freisteht, das zur Thora aufgerufen worden ist. «ine entsprechende Spende an die Bereine zu leisten. Ter Bortrag der weiteren Berichte mußte infolge der vorgeschrittenen Zeit vertagt werden. Tie Prüfung der Wählerliste wird dem Borsitzenden und Karl Levi übertragen. An die öffentliche Sitzung schloß sich eine kurze geschlossene Sitzung an. Stuttgart. Berthold Auerbach-Berein. Mit einem Bortrag über „Tie S a b b a t h i d e e" eröffnet« Stadtrabbincr Tr. R i«g e r am 3. Tezember die Reih« der R.stratc über Themen religiösen Inhalts. Ter Redner gab eine interessante Ucbersicht über die Anschauungen vom Ursprung und Sinn des Sab. bathgedankenS und setzte sich in seiner Einleitung mit den Wissenschaftlern auseinander, die die Sabbathidee aus "fremden Quellen ableiten. So meinen Saycc und Jastrow, daß der Sabbath aus der babylonischen Urkultur stamme. Tiefe Anschauung ist aber abzuweisen, da die Babylonier eine 7-Tagc-Woche nicht, dagegen aber eine Reihe sogenannter „höstr Tage" kennen, in der eine 7-Einteilung nachweisbar ist; man kann also bestenfalls nur von einer Aehnlichkeit in der Einteilung sprechen. An diesen „bösen Tagen" „ummulemnu" — herrschte vollkommene Ruhe. Für diesen „bösen" siebten Tag gibt es rin babylonisches Wort „schabbatum"; es stellt aber selbst wieder ein Lehnwort dar, so daß man also weder dem Sinne nach noch sprachwissenschaftlich davon sprechen kann, daß der Sabbath aus babylonischen Quellen ins Judentum gekommen ist. — Rach der Meinung des Arabologen Professor Hommel sollen die Weisheiten des Sinai aus südarabischen Quelle» stamv men. Dieser Gelehrte sieht im Sabbath nichts als die Frier der Mondslation; jedoch enthält das gesamte biblische Schrifttum keine Stelle, von der aus einen CHR.STA1TMANN S NACHf. 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Was ist nun d^ Religio» (latein. mit Gott, stete Zusammenhang ni Wort „b'rith" zeichnet den Sab! düng: der Sabkxjt zwischen Mensch der dem Geistigen ligion „an sich ist der Schöpfer, schen MeisterS; cs Gott den Mensche hat. Tann aber große Adelsdiplom Und deshalb soll aus freiem Wall - zu begehen und Israeliten geschlossen werden könne. Seite wurde die Auffassung vertiert „Sabbath" eine Kontraktion von das heißt sieben Tage — sei. Anschauung wurde vom Referenten als elehnt und chasür seine etgenc ebenso wertvolle Ansicht dargelegt, führte Stadtrabbiner Tr. Rieger unsprachwissenschastlich nicht zu erdas Wort ist urtümlich aus dem ums erwachsen und muß, wie noch e „kodausch" z. B. — aus der abgeleitet werden. Im Hebräischen Feiertag es ist das eigentn festlichen Tag und wird als solches aucht. Am besten wird Sabbath mit tag" übersetzt; ist er doch ein Tag, Tas Wort „Sabbath" ist kein ein aus urjüdischem Boden gestiert. r Sinn dieses heiligen Ruhetages? religio) heißt Bindung, Bcrbindung Bemühung des Mensche» um den it dem Göttlichen. Das hebräische deutet dasselbe. Tie Thora kenn» bjilhtag als das Medium dieser Binh ist notwendig, um die Einheit Hnd Gott zu verwirklichen, ein Tag, gewidmet ist — Stunde» der Re- Zweierlei sagt der Sabbath: Gott in dir lebt ein Teil des schöpstrif ist der Tag, der daran erinnert, daß i in seinem Ebenbilde geschaffen mahnt der Satzstath an das zweite des Menschen: an seine Freiheit, an diesem Tage alles ruhen, um n den Feiertag Gottes gemeinsam n ihn Gott in Andacht zu weihen. und is Ter Sabbath Opfer, das Ernei^c Gebet gefeiert, rituale Einrichtun, nungcn lauten, a als Bußtag, und von Geld und Sabbath ein s i t der Moral „an fid ' Ter Redner |1 darischen Wandlun Ruhetages bei der daran, daß der Tag mit seinen fünfzehn Bischöfe schilderte, wie di wurde , in biblischer Zeit durch das rn der zwölf Schaubrote und das r stier» den Sabbath, der keine darstellt, nicht, wie törichte Mci-. hygienischen Gründen, auch nicht nicht, um unsere Unabhängigkeit darzustellcn. Für uns ist der t l i ch e « Bedürfnis, ein Tag (lut [tkeifte hier die verschiedenen kalen- ,cn des ursprünglich jüdischen siebten anderen Konfessionen. Er erinnerte Klister der christlichen Religion den Jüngern -- wie auch die erste» der Geschichte — gestiert hat und Christen in Rom den Sabbath in6auer vm4 Acnni Irape 1 ertuttgrtrt- # fWorrtatn GulkZigarre» Packunger i zu 10, 25 und 50 Stück Sortimenti klstdien In alias Prelitagen Bitte beachten Sie meine Weihnachtsfenster / Herre MOL ihüte und Mützen ■ t" n Kirchstraße 6 mm C PC beim Marktplatz KAUFT BEI UNSEREN INSERENTEN Gründliche Handeltkurte Steaagraphie, MascHaen- IU<htig-S<h8aa«hreiben) 37J«hrtga Praxi« Handelsschule Pani Vogel Friedrich Telephon Nr. 25997 zwangsläufig auf den dies sol — den Sonntag — verlegten, ei^r Lösung, die für uns untragbar ist. Wie kan»! man nun, so fragte der Redner, angesichts der wirtschaftlichen Entwicklung den Sabbathtag feiern? Tie Beantwortung dieser Frage scheint durch die ökonomisch« Lqgc selbst gegeben zu werden. Hat doch vor allem i( den „Bereinigten Staaten" die „Werk, cnd"-Bewrgst»ig erwachsen aus der Arbeitslosigkeit — einen gewaltigen Aufschwung genommen, nicht zuletzt in einet für die amerikanischen Juden höchst bedeutsamen Weist; Taustnde beschlossen den Sabbath wieder zu sfiern. Rach Ansicht des Redners wird es auch nicht lange dauern, daß auch in unseren Kreisen an zwei Tagen jKr Woche gestiert werden und der Sabbath damit wiedes gehalten werden kann. Ter Schltzß des ausgezeichneten Bortrags gestaltete sich zu einsm warmen Appell für den Sabbathgedanken. Eini Judentum ohne Sabbath ist eine halb« Erscheinung^ wir brauchen den Sabbath, um religiöse Menschen zu werden. Tie Sabbathidee muß in unS gcnteckt werden, und der Mensch soll diesen heiligen Tag mit geistigen Tingen füllen um Mensch mit lhöhcrcn^ Inhalt zu sein. Heute schon muß es Gelöbnis seih: Als jüdischer Mensch will ich am Sab> bath in ein! andere Welt eingehen als in die Welt der werktäligen Arbeit! Aufs wärmste sind deshalb auch die Frfitag Abcndfeiern des B.A.B. zu begrüßen, „geben sie hoch eine Ahnung von der unermeßlichen Idee des Sabbathtages." Mit dicseij Worten schloß Stadlrabbiner Tr. Riegri., sein bedculscjmeS, nach Aufbau, Inhalt und Sprache gleich ausgezeichnetes Referat und wurde von den Zu- Hörern durchs filmischen Beifall bedankt. H. St. Stuttgart. ^Tie orthodoxe Jugendgrupp« „E s r a" veranstaltet am| 29. Tezember im Oberen Museum eine EhanukasFeier mit reichhaltigem Programm, aus die wir besonders Hinweisen. Stuttgart. ^Die hiesige Ortsgruppe des Teutschjüdischeu Wvnderbundas „Kameraden" hatte durch die Ar, beitsgemeinschast Stuttgarter Jugendbünde Getegenheit erhalten, im i Rahmen der Ausstellung „Ernährung und Körperpflege'^ den Bundestagssilm der „Kameraden" zur Ausführung zu bringen. Ter Film zeigte das Leben der jüdischen bündischen Jugend auf Fahrt I^NOf IP1 godlo.es, tosidifiB und prellwert in gOnit. Zahlung« oedln«. Plaeeterkebae Mt Schirm TELEPHON JMM Olgastr. 77 Katalog aal Wnascht Autorisierte Wein sachverständige beurteilen unseren Zellertäler als süffig und elegant ZeUeftfller, rot. Ltr. 0.85 Tischbein, rot naturrein . . . Ltr. 1.00 Hamtjacher, rot. .. Ltr. 1.10 DQrkkeimer, rot. Ltr. 0.95 | Hellrot. Bergwein, naturrein Ltr. 1.15 | Ungsfeiner, rot . .. Ltr. 1.15 Herxheimer, rot . .. Ltr. 1.29 Wachenheimer, rot. ... Ltr 1.25 AUkaJite, rot. ... Ltr. 1.30 .. Ltr. 1.35 | RiojaJ rot ... Ltr. 1.40 I Oriff.jLaffrein-Kretxer, rot. Ltr. 1.95 \ Erlaaj&r Herrachaftswein, rot Ltr 1.80 Banaler Burgunder, rot. . Ltr. 1.65 CUariH echt Ruffino, rot Ltr. 1.80 Flaschenpfand 25 Pfennig extra Karl Gaissmaier Lebensmittel (Sroß-Filialbetrieb

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