Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- VI (1929-1930)
- Issue
- 18 (16.12.1929)
- Date
- 1929-12-16
- Page
- Seite 254 (sequence 8)
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Bankhaus Pick & Cie. STUTTGART Gegründet 1900, Poststr. 6, Telephon 23141-42-43 Batatea / Kredite / Niiukrui» Wertpapiere / leraHtiiTerwiUntei dieses Werk Bestand hak, daß es nicht untergeht, weil damit ein Llück Iudenhrir und Judentum unterginge zum schaden auch aller anderen Teile nicht nur deshalb arbeiten mir mit, sondern weil wir wünschen, daß es sorrgeseyl merde, blühe und gedeche, daß es auch für »ns deutsche Juden ein Ciiofl jüdischer Erneuerung und jüdischer Zu kunsl werde Tenn mir glauben allerdings, daß es eine Einheit des Judentums gibt, die auch das deutsche Judentum umsaßl und daß es nicht wohlgeian ist, diese Einheit zu leugnen, auch nicht von den deutschen Juden, die nicht aus dem Boden der Mitarbeit an Palästina stehen. Aber die Einheit von Judentum und Iudcniieit ist keine homogene, sie ist vielgestaltig, und innerhalb ihrer ist das deutsche Judentum nicht der -stl!e,l teste Teil, und auch die Erhaltung dieses deutschen Judentums in seiner Art ist von Bedeutung für die Zukunft von Judentum und Iudenheit. Tas ist die Auslassung, die ich und meine freunde von diesem sch.veren Problem haben, dessen Lcl'wcre auch diejenigen von Ihnen er kennen müssen, die nicht auf diesem Boden stehen. Tie Zionisten dürfen nicht glauben, daß es nur Mangel an jüdischer Gesinnung, Bequemlid keil, bewußte oder unbeivußte Furcht um die ErNaltung des bürgerlichen Taseins in Teutschland ist. was so viele zu Gegnern der Iewish Agene» und des Palästina Aufbaus macht. Ge miß gibt es auch alle diese Beweggründe, aber es gibt auch ernste, gewissenhafte, vecantmorrungsrolle und sehr jüdische Menschen, die mit iid ringen,- weil sie dieses Werk in der Hand und im Geist von Menschen geleitet sehen, die in anderer. Beziehung ihren Anschauungen nicht entsprechen. Es ist ein Problem, mit dem jeder einzelne ringen muß, wenn er ein wertvoller Mirarbeikec werden soll. Ich halte nichts von denen, die durch bloße UeücrreSung gewonnen werden: wirklich wertvoll sind die, denen diese Probleme Gegenstand innerer .Kämpfe sind. Teutscblum und Judentum lassen sich vereinigen in dem lebendigen Menschen, der sich seiner Verantwortung vor Deutschtum und Judentum bewußt ist. Wenn es gelingt, über die verschie» dene Herkunft, die verschiedenen Vorstellungen histioeg sich zu gemeinschaftlichem Werk die Hände zu reichen, dann ist unendlich viel gewonnen, nicht nur für Palästina, sondern auch für die Welt um uns, als ein Beispiel dafür, daß man verschieden denken und doch gemeinschaftlich handeln kann. Daß es größere Tinge gibt alS die eigene Meinung, nämlich das Werk. Um dieses Werk ist es auch uns zu tun, nicht weil es Palästina heißt, sondern weil es sich um die Erhaltung des Judentums in der Welt handelt. Wenn sich von solchen Gedankengängen auch das Zionisten und Nichtzionisten gemcinschaftliche Lrgai) der Agenci, leiten läßt, woran es in der kurzen Zeit des Bestehens der Agency noch da und dort gefehlt hat, wenn es uns dann gelingt, die noch abseits stehenden Massen der deutschen Juden zu gewinnen, dann wäre außer jenem Beispiel für die anderen und außer der Förderung Palästinas das wichtigste gewonnen: das Bewußtsein und die Förderung der Einheit des Judentums. QitiS hm C^mumhm Stuttgart. Si&ung des Israelitischen Sot< stcheramls am 27. November. Ter größte Teil der Sitzung »var dem Bericht der GotteSdienftabteuung gewidmet, den der Stadtrabbiner erstattete. Er «eilte zunächst die von dieser Abteilung vorgeschlagenen Ausführungsbestimmungen über die beschlossene Anlegung des Tallis beim Morgengottesdieaste mit, die den Mitgliedern bereits zur Kenntnisnahme zugegangen waren. Er empfahl, den Gemcindemitgliedern das Anlegen des Tallis auch während der Thoravorlesung zu gestatten, da diese ihrem eigentlichen Wesen nach zum Mor¬ - 254 - gengotteSdienst zu rechnen sei. Am Montag und Tonnerstag gehöre die Schristvorlesung sicher zum Mor .gengottesdienft. Es sei also berechtigt, sie auch am Sabbathtage als Teil des Morgengottesdienste« ,u betrachten. An der Aussprache über diese Frage beteilig ten sich Friedrich L. Liefe. Karl Levi. Tr. Flegenheimer, Dr. Tänzer, Ebstein und Max Meyer. Als Ergebnis der Aussprache wurden die folgenden Aus führungsbestimmungen angenommen: I. TaS Anlegen des Gebetmantels wird laut Beschluß des Borsteheramtes vom 26. Juni 1929 bei sämtlichen Gottesdiensten der Israelitischen Religionsgemeinde nur während des SchacharisgebetS gestattet: 2. nach Beendigung des Scha charisgebels d. h. nach dem Einheben der Thora ist der Tallis I,bzulegen; 3. der Tallis soll in der bisher hier üblichen Form zusammengelegt getragen werden; I. es ist darauf zu richten, daß nur Gebetmäntel, die der Würde des Gottesdienstes entsprechenangelegt werden: 5. für die zur Thora aufgcruscnen wird der bisherige Brauch beibehalten: es steht also den zur Thora Aus gerufenen frei, den Tallis anzulcgen. Hierauf sprach der Berichterstatter über den geplanten Sammel unterricht für Barmizwohknaben. Rach einer Aussprache, an der sich Tr. Flegenheimcr, Arthur Essinger und Ebstein bc tciligten, wird die Einrichtung eines Sammclunterricbtes für Barmizwohknaben beschlossen. Tiescr Unterricht soll vor allem die religiösen Gebote IMizwauS) und die gst tesdienstlichen Gebete in zwei Wochenstunden am Milt woch und Samstagnachmittag behandeln. Ter Unterricht soll durch die Rabbiner der Gemeinde je halb jährig unentgeltlich erteilt werden. Pier Woche» vor der Barmizwoh Feier hat der Barmizwoh vor dem an dem Einsegnung« Sabbath amtierenden Rabbiner eine Prüfung abzulegen, von deren Erfolg es abhängt, ob der Barmizwoh eingesegnet werden kann. Tie Eltern sind aufzufordern, ihre »naben rechtzeitig zu dem halbjährlich zu erteilenden Unterricht anzumelde». Tie Borbrreitung für das Borlesen aus der Thora soll wie bisher durch die Lehrer erfolgen. Dabei wird noch einmal an den Beschluß vom 26. Juni erinnert, daß die Barmizwohknaben in der Regel an ihrem Barmizwohtage das Zehngebot im hebräischen Urtext anstatt des ThoraabschnittcS vortragen sollen. Es wird dabei in der Aussprache nochmals betont, daß der Konfirmalionsunterricht für die Mädchen in der bisherigen Weise bcibehalten wird. Für die geplante Abschaffung der Thoraspenden (das sogenannte Schnodern) hatte dir Äottesdienstabteilung dem Plenum keinen festen Borschlag unterbreiten wollen. Ter Antrag, des verstorbenen Gemeindevorstehers Wolfs, die Nennung der Spenden aus» zuheben, wird durch einen Antrag Tr. Tänzers ersetzt, die Synagogenspcndtn ganz wegsallen zu lassen und den Ausfall, der durch den Wegfall der Spenden den WohlfahrtSvcrcinen entsteht, au» Steuermitteln zu ersetzen. Ter Antragsteller glaubt, daß die Vereine den neue» Weg der alten Uebung vorziehen werden, da sie mit einem festen Eingang der Zuwendungen statt dem bisher wechselnden fortan rechnen dürsten. Ter Stadtrabbiner schlägt statt dessen die Einrichtung eine« SpendenbuchcS vor. das stets am Tage nach dem betreffenden Gottesdienst dem zur Thora Ausgerusenen vorgelegt -verden soll. Er empfiehlt gleichzeitig, die in den Etat sür WohlsahrtSzwecke eingestellten Mk. 6 000 denjenigen WohlfahrtSvereincn zukommen zu lassen, die durch das Spendenbuch keinen entsprechenden Ersatz sür die entgangenen Spenden erhalten. Dr. Tänzer erinnert daran, daß bereits 1898 ein Antrag Vorgelegen, da« Schnodern durch eine direkte Besteuerung zu ersetzen. Er weist darauf hin, wie unerfreuliche Zustände durch das Schnodern entstanden, das eine schwere Belastung der regelmäßigen Gotteshausbesucher darstellt. In der Aussprache wird der Vorschlag, ein Spendenbuch zu schassen, abgelehnt und dafür empfohlen, den zur Thora Ausgerusenen ein Formular zur Selbstaussüllung am Tage nach dem Sabbath zu überreichen. Liefe weist auf die ernste Schädigung hin, welche die Vereine Die elegante und zweckmässige SCHI-BEKLEIDUNG K . FTBrci I UM SPOBT UMD MOPt reitmever caf£ schwörer ... 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