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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1929-12-01 · 17 (1.12.1929) · p. Seite 239

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
VI (1929-1930)
Issue
17 (1.12.1929)
Date
1929-12-01
Page
Seite 239 (sequence 7)
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- 23) - Im Schlußwort verteidigte Dr. Feldmann leine Stellungnahme, während Dr. -ehr die Beteiligung an der Iewish Agency rundweg ablehnte, aber im Jntetesse de« Friedens zur Annahme der Entschließung riet. Er schloß mit Gabriel Rießer« Worten: Der Sieg der Freiheit und der Menschlichkeit wird unsere Zukunst krönen. Di« Resolution, dir vorgelesen, über die aber nicht abgrstimmt wurde, hat folgenden Wortlaut: „Die Stuttgarter Ortsgruppe des Eentralvereins lehnt in lieber - cinstimmung mit dem Beschluß des Hauptvorstands vom März 1929 eine Beteiligung des L. B. als solchen an der Iewish Agency ab, anerkennt aber, daß cin Eintreten des einzelnen Mitglieds für den jüdischen, wirtschaftlichen, kulturellen und religiäsen Austau Palästinas vereinbar ist mit der satzungsmäßigcn Ausgabe des E. B., die darin besteht, die deutschen Staatsbürger jüdischen Glaubens ohne Unterschied der religiösen und politischen Richtung zu sammeln, um sie in der tatkräftigen Wahrung ihrer staatsbürgerlichen und gesellschaftlichen Gleichstellung, sowie in der unbeirrten Pflege deutscher Gesinnung zu bestärken. Wir all« ohne Unterschied, ob Freund oder Gegner der Iewish Agency erblicken den alleinigen Mittelpunkt unsere» politischen und kulturellen Lebens in Deutschlnad und wir erwarten von den deutschen nichtzkonistischen Mitgliedern und Anhängern der Iewish Agency, daß sie jede Ausnützung der Palästina-Ausb.rus und seiner Organe zu nationaljüdischer Propaganda in Deutschland nachdrücklich bekämpfen. Dem „B. 2l.D." zum Jubiläum. Jubiläumsfeiern veranlassen zum Ausblick aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. WaS bedeuten Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft für den B.A. V.? Vergangenheit, das ist Erinnerung an Zeiten, in denen ehrwürdige Männer wie Oberkirchenrat Tr. Kroner, Rabbiner Dr. Stößel u. a. sich erfolgreich mühten, frommer Sitte, geistiger Arbeit, werktätiger Nächstenliebe eine Stätte zu bauen. Gegenwart, das ist Erfüllung. Tie Jünglinge vor» einst sind herangereist zu Männern, die sich ehrenvoll betätigen im Dienste der Gemeinde, die verdienstvoll in ihren Berufen wirken, die heiligen Güter unserer religiösen Gemeinschaft stets hochhaltend. Zukunft, das ist die Hoffnung, daß die Heranwachsende Jugend sich bewähren möge, wie es die Väter getan, daß der alte Geist sich mit frischsrohem Wagen der Jugend zu segensreichem Tun vereine. So möge der B. A. V. zielbewußt der Zukunft entgegensteuern, erfüllt Jugend heranzubilden alles Gute und Edle, Töchtern unserer Gemei festem 'Zusammenhalt Recht und Frieden. ton z> dem Willen, unsere wackeren Kämpen für jiu treuen Söhnen und aschast, die allezeit in esnstehen für Wahrheit, M O. Einst und Jetzt Ein langjähriges ä) ütglied des B. A. B. sendet uns zum Jubiläum genden Rückblick: Als „I s r a e l. I ü n g der B. Ä.-B. vor 35 : Zähren von dem verewigten Oberkirchenrat Tr. Kroner ins Leben gerufen. Er sah in der bei der schulentlassenen Jugend eine seiner vor nehmsten Aufgaben. Bis er Vaterstelle an diesem öftergisfährdet war. Fir einen neutralen Jugendverein war Stuttzart einst ein schlechter im >B. A. V." des Bereins den nachfolingsverein" wurde Pflege des Judentums ins hohe Alter vertrat Verein, dessen Existenz mismus und der Enerjunger Männer war es Nährboden. Nur dem Opt gie einiger idealgesinnter zu danken, daß die K äsen der Jahre 1900 und 1902 überwunden w irden. Der heutige blühende Stand des B. A.-V beweist aufs beste, daß gerade ein neutraler Jugendverein ein notwendiger Faktor des jüdischen Gemeindelebens ist. Ter nunmehr 35-jälrige hat seine Grundsätze auch nie verlassen und ist sich — allen Bekehrungsversuchen gind Resormbestrebungen zum Trotz — i im Wesentlich, n gleichgeblieben. Nur sein Verhältnis zum sck önen Geschlecht erfuhr nach langem Zögern eine Revision. Die weibliche Jugend spielte aber schi n immer eine gewisse Rolle auch im ,,Jüngli agsverein". Der familiäre Charakter der ges illigen Veranstaltungen brachte das mit sich. Eine legitime Ehe schloß der B. A.-B. erst nach t ollendetem 21. Lebensjahr. Eine Kriegstrauung ohne alle Formalitäten, führte sie dennoch zu eirer glücklichen und dauernden Gemeinschaft. Tic wenigen „Jünglinge", die sich der Heimat er falten konnten, hatten nolens volens den Hagesti lz abgelegt. Die Emanzipation der Frau war ja überall im Vormarsch. Ein gewalttger A ufschwung des Vereins war die Folge dieser Umstellung; er zählte nach dem Kriege 600 Mitglieder. Die Tätigkeit des Vereins ist auch heute fast die gleiche noch wie voi 20 Jahren. Sie bqstand auch damals hau »tsächlich in der Veranstaltung guter Vorträge und Feiern der jüdi- Glass & Wels Stuttgart / Mittna* htbau I Spezialhaus für Herren- und Knabenbekleidan g scheu Feste. Die ‘ lugend beiderlei Geschlechts traf sich auch bei! Zereinsausflügen, von denen der nach Marbach mternommme wohl der ge lungenste war. Tüchtige, arbertsfreudige junge Bereinsleitung immer zur Seite. Ehrenamtlich! haben sie fast jede Woche viele Hunderte von 9 undschreiden abgesertigt. Ihr Eifer verdient, von Chronisten besonders ver merkt zu werden. Außerdem war. man auf größte Sparsamkeit bedacht und auf Vermehrung des Vereinsvermögens. Das „Eigenheim" blieb leider ein schöner T aum. Es ließ sich allerdings bei der guten Stuttgart-Loge auch auShalten. Tie Adresse hat sich mehrmals geändert. Einst hieß sie Kanzleistraße 4; der dienende Hausgeist war ein ehrsamer Scho inermeister „von nebenan". Am heimeligsten war es dort, wenn „Tis kussionsabend" auf »em Programm stand. Hatte man sich gründlich die Meinung gesagt, so begann der gemütliche inoffizielle Teil des Abends: Kommerslieder und Rundgesänge mit improvisierter Klavierbeglei ung (L- Ebstein) erklangen' Wenn gar einmal ein zahlungskräftiges Mitglied ein Füßchen spendiei te, schien die Fröhlichkeit den üblichen Rahmen si rengen zu wollen. Tie bildungsbeflissenen Mitglieder kamen auch auf ihre Rechnung. Spontan bildeten sich Arbeitsgemein schäften. Auch die P flege der Leibesübung wurde nicht vernachlässigt. Auf der Feuerbacher Heide wurde am Sonntag Morgen eifrig geturnt und gesportelt, unter ve:antwottlicher Leitung eines geprüften Turnwart!. An schönen Sommeraben den traf man sich „i n Sünder". Nicht unerwähnt soll bleiben, daß au h die Musik gepflegt wurde. Unter Lipki's Leitu lg spielte das Hausorchester bei der Aufsührun s von Operetten; Meister Tenncnbaum bemüh te sich um den Sängerchor. Wahrer Kameradsch ist und jüdischem Gemei» schastssinn ward so im „Jünglingsverein" eine Stätte bereitet. Das Gedeihen ei ster Linie eine abhängig von den Z des Publikums. Auf Fü> i|es Jugendvereins ist in er »rerfrage, es ist aber auch itströntungen und der Laune eine Zeit hoher Blüte folgte^ Seil aber 70 Jahre bewi h rt HARDT Fluon. FMOeHabrfk » Gegrtadet 1151 STUTTGART » Forststr. No. »1 KARL HARDT let die 1. Fabrik de» Lande*, die »eU HOatoSpqdalMt krennalllde Plano» baut Beste Gem&hr für gute, gediegene H| _ piintflülllllllllUlllllllllllllllllllllKHHIIIIIIIIIHIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHg H | Parfümerie Zechiel IW I Stuttgart, Calwer Str. 45 | W 5 6«tm aitmn Postplati. n*ben Paulanarbraa g 8 Spezialgeschäft fein. Parfümerien Ü m 8 Seifen und Toilette-Artikel j W | Fernsprecher 234 11 1 Stuttgart Karlatrafie 15-17 Fernruf 21308 L»dor waren f. BnSnilltr»Stil Sattlerwaren-Fabrik Prival-AutO-Vermlefnnji Klein- und Großwoge 1 für Hochzeiten» Besud. reisen, Fernfahrten ( Zuverlässiges Personal. — U nun BREUHAUPT MIIIM« mm A. 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