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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1929-12-01 · 17 (1.12.1929) · p. Seite 234

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
VI (1929-1930)
Issue
17 (1.12.1929)
Date
1929-12-01
Page
Seite 234 (sequence 2)
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Gut u. preiswert kanten Sie slmtllche Lederwaren aad Reisaartikel bei grMter Aesvahl im Sprsial-Oesdiift karHecker NBACMEPl IEOEOWAPEN ■ Charis r. 2 Rc llatp. 1' öffentliche Versammlung des ^Vereins zur Abwehr des Antisemitismus" in Stuttgart. Zu einer »iundgebung gegen den Anttfemiiis Uius und den Nanonalsoftalismus kalte die hie ügc Lnsgrupve des „Vereins zur Abwehr? e s A n I i f c »t i 11 m u *" eingeladen, in der ',in (Geringerer als der um den Verein doch verdiente langjädrige Vorsitzende des Abwehrver ns, Reickisminister a. T. Tr. GotHein, über Ursachen und Wese» des Antisemi ■i-mur neben dem rührigen und verdiensrvot Lener der Stuttgarter Ortsgruppe svrechen itc, der sich das interessante Thema „Ter ^nt-jemiti'smus im Lichte der R e l i u'oii" gewählt hatte. Schon lange vor Beginn der Veriammlung halte sich im großen Saal des Bürgermnseums ein überaus großer Zuhörerkreis ingeiunden, der den Saal und die Galerien füllte, . fiter ihnen eine stattliche Anzahl Nationalsozia Schon wahrend der Referate ertönten wieder >olt Signalpsisfe. die von der Galerie aus ge net waren. Tie würdige und vornehme Art ..-7 beiden Redner des Abends und der sehr i'.oßo Zubörerkreis machten es aber unmöglich. — 234 - daß es während der Borträge zu ernstlichen Störungen kam. Erst als in der Aussprache ein nationalsozialistischer! Jüngling sich den Anord nungen des Bersammlungsleiters nicht fügen wollte und nach dem berüchtigten antisemitischen Pamphlet über die jüdischen Kriegsopfer die Juden gröblich, beleidigte, sah sich der Leiter -er Versammlung, Stadtpfarrer a. D. Lamparter. veranlaßt, dem Redner das Wort zu entziehen, worauf es zu tumultuarischen Szenen kam, welchen die einschreitende Polizei ein schnelles Ende bereitete. Stadtpfarrer a. T. Lamparter begrüßte zuitächst mit herzlichen Worten den ehrwürdigen Haupt redner des Abends, der in geistvollen Darlegungen sein Thema hochinteressant zu gestalten verstand. Er bemerkte einleitend, daß es National- und Stammesgegensätze immer gege den und daß die heidnische Welt von jeher eine tiefe Gegensätzlichkeit gegen die Juden wegen ihres bildlosen Eingottglauben empfunden. Die ritualen abschließenden Gesetze der Juden schu sen zudem eine scharfe Grenzscheide zwischen Inder, und Heiden. Man darf sich also über die Trennungslinieu zwischen beiden in der heidnischen Welt nicht wundern. Tie Deutschen haben aber keinen Grund, sich über diese Gegensätzlichkeiten zu verwundern. Im Jahre 1909 hat Stein- Hausen die Urteile über die Deutschen bei nichtdeutschen Schriftstellern zusammengestellt. Sie offenbaren die tiefe völkische Gehässigkeit, die in Zeiten polittscher Spaltung zu offener Feindseligkeit, ausartet. Tie Deutschen können davon erzählen, bis zu welchem Grade diese Gehässigkeit gegen den deutschen Menschen während des letzten Krieges gesteigert wurde. Ein eigentlicher Antisemitismus entstand erst wählend der Kreuzzüge. Ter Fanatismus dieser religiös überreizten Zeit sah schließlich im Juden den großen Sünder, der für alles Unheil verantwortlich gemacht wurde. Der Judenhaß BcrAold anerftath-Tcrcln Dienstag, den 3. Dezember, Stuttgart-Loge, Calwerstr. 33 Hhs., abends 8 % Uhr, spridit Stadtrabbiner Dl\ RlcgCr über „Die Sabbaih-Idee" * Dienstag, den 10. Dezember, Stuttgart- Loge, Calwerstr. 33 Hhs., abends 8 y4 Uhr „NcaerMhcinmf cb ul IMlwli- UlerarlfdiCBi ficMcf* Ref.: Redakteur Hans Storabolm Um zahlreichen Besuch wird gebeten war aber in diesem Zeitalter noch im wesentlichen religiös motiviert. Zum Verständnis dieser religiösen Begründung der Judenfeindschaft zog der Redner interessante Vergleiche mit den derzeitigen Verhältnissen in Palästina, wobei er hen religiösen Fanatismus der Araber als die ureigentliche Ursache der Ausschreitungen in Palä stina kennzeichnete. Dieser Vergleich gab ihm Anlaß, seiner Meinung über den Zionismus und die gesamte jüdisch-nationale Bewegung Ausdruck zu geben. Der Zionismus sei vielleicht romantisch und idealistisch begründet; aber jede romantische Politik sei zum Scheitern verurteilt; auch sei der Zionismus Wasser auf der Mühle des Anttsemitismus. Als Judenfreund lehne er Zionismus ab. (Lebhaftes Bravo und Hände klatschen.) jMtiiiiiimiMiimiiimiiifiiiiiiiitmiimiiMiiiiiimiiniiiiiiiiiimiiiiiiiiiiMiiiiiiimiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiimiiiiiiiie 1 35-jähriges Jubiläum des Berthold Auerbach-Vereins imiiMimiiimiiiiiHiiiHiiiiiiiiiiiiniiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiMtiiniitiiiiitiiii 5 | I 10-jähriges Jubiläum I des Landesverbands der I jüdisch Jugendvereine Württembergs § Veranstaltungen im Oberen Museum: ü Freitag, den 6. Dezember, abends 8 Uhr, Kleiner Saal Freitagabend-Feier Leitung: Stadtrabbiner Dr. Rieger :X,.r für des .B. A. V.* und des .Verbands der jüdischen Jugend- - Vereine Deutschlands*) . * Sonntag, den 8. Dezember, vorm. 9 Uhr, Kleiner Saal Delegierten-Tagung 11 Uhr: (Großer Saal) Oeff ent liehe Jubiläumsfeier VORTRAGSFOLGE; 1. Polonaise in A-Dur . Chopin Alice Schmuckler-Heß 2. Begrüßung und offizielle Ansprachen 3. Rabbiner Dr. Hahn-Essen Vors. d. „Verbands d. jiid. Jugendvereine Deutschi.• spricht über „Die Lebenswelt des jungen Juden“ 4. Drei Walzer op. 39.Brahms Alice Schmuckler-Hefi - FlOgel: Kaim-Cantator * 1 Uhr: (Kleiner Saal) Gemeinsames Mittagessen für Vereinsdelegierte und die Ausschuftmitgtieder des .B. A. V.* 2230 Uhr: (Kleiner Saal) Fortsetzung der Delegierten-Tagung 8.30 Uhr abends: (Kleiner Saal) Gemütliches Beisammensein mit buntem Programm und TANZ Zu diesen Veranstaltungen laden mir d. Mitglieder d-B.A.V,.d.Jsr. Gemeinde Stuttgart und der Jsr. Gemeinden des Landes herzlich ein. — Eintritt frei!; nuimiiiiimiiiniiiMiiiMiiiiiiitniiiiiiiiiiiiiiiiiiiHtiimiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiimiHiiimiiiuf: j i ÄWiyA BERTHOLD AUERBACH- VEREIN CH ANUKA-FEIER am Sonnabend, den 7. Dezember 1929, abends 8 Uhr, im Oberen Museum, Kanzleistr. 11 Vo rtragsfolge: I. 1. Ouvertüre zu »Figaros Hochzeit*1.W. A. Mozart 2. »Weg der Jugend“, ein Festspruch von Hans Sternheim gesprochen von Meta Strauss 3- „Die Juden" Ein Lustspiel in 1 Aufzug von Gotthold Ephraim Lessing Regie: Fritz Wisten Michel Stid).Hermann Stein Martin Krumm... Theodor Carlebach Ein Reizender.Hermann Stettiner Christoph, dessen Bedienter.Liselotte Wetssbadier Der Baron....Felix Reidiner Ein junges Fraulein, dessen Tochter.Meta Strauss Lisette.Trude Jacobs Zeit: um 1750 II. 4. Ouvertüre zu „Barbier von Sevilla“..Rossini 5. „Tanz in Gold“, Bewegungschor Choreographie: Jlse Berlizbeimer 6. Drei Lieder ...Gustav Mahler Anne Fellheimer ✓ Am Flügel: Alice SdimudUer-Heß 7. „Tanzsonate“ in 3 Sätzen a) Altwien .Johann Strauss b) Tango .Darius Milhaud c) Jazz Getanzt von Jlse Berlizbeimer Orchestraler Teil und Begleitung der Tfinze : Kapelle Willy Stern TANZ TOMBOLA Za dieser Veranstaltung sind dis Mitglieder des B.A.V., der Isr. Gemeinde Stattgart aad der Israel. Gemeinden dea Landes herzlich siegelnden. Zur Deckung der Unkosten wird v.d. Mitgliedern des B.A.V. gegen Vorzeigen d.Mitgl.-Karte ein Beitrag von M. 1.54 erhoben. Eintritt I. Nicfatmltgi. M. 2-54

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