Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- VI (1929-1930)
- Issue
- 13 (1.10.1929)
- Date
- 1929-10-01
- Page
- Seite 176 (sequence 4)
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176 - FRITZ BERGER STUTTGART Feinste Herrenfchneiderel MARKTPLATZ 4 SchUlehaus E ng. ~tir Schufstr. - Anruf 290 OO für dan verwöhntesten Geschmack Lager ln doutecfton und onglieohon QuollUlteetofVofi Distribunon (iommittre teil. Er war Präsident des American Iewish Relief Eommittee, welches «zemeinsckiasilich mit anderen Organisationen in iierkialb des J.T,E. 65 -Millionen Dollar für die durch den .'triftf in Rot geratenen Juden in und Palästina aufgebracht bat. 1919 war er Delegierter der amerikanischen Juden bei her Pariser Friedeu-skouserenz und wurde von dem Eomit-- de» Delegation-) Fuives zu einem ihrer Präsidenten gewählt. Tiefe) .stomikee hat cs er reickl, das; die naiionalen, religiösen, kulturellen und svrachlichen Rechte der Juden in Polen, Rumänien, Jugoslawen, Litauen, Letiland, En land, Tschechoslowakei »sw. international gesichert werden. Marsball bat auch die Forderung nach Anerkennung Palästinas als nationale .Heimstätte für das jüdische Volk unterstützt und zur An »almie dieser Forderung persönlich viel beige tragen. Marsball war Präsident oder leitendes Mitglied zahlreicher bedeutender religiöser, kul tiireller und sozialer Organisationen und Fnstiku :,.,ne» Ser Fndeubeir der Bereinigten Slaaie». iRabbiner Zosef Maier Schnaittach- und seine Bibliothek. Don JoliuS Wistmann. Unter der Bibliothek des Rabbiners Fosef u> a i e r ' ..Tchnaitiach", die vom Israeliti i ch e u C fatal im vergangenen Fahre von der israelitischen Gemeinde Freu dental über - ndnimeiwurde, befindet sich ei» äußerst seltenes Puch, denen Titelblatt wir hier im Bilde wieder geben. Es bandelt sich um eine Selichotti Ausgabe in Hebräisch Deutsch, die aus der Druckerei des Mose-.- bei.- Bezalel'stoben aus Prag stammt. Leo vold Zun-, bat in Geigers Wissenschaftlicher Zeit schrisi I^tl in einem Aufsatz „Tie Gersoniden". Näheres über diese bedeutende Druckersamilie ver össeiiltichl. Ter niründer der Druckerei war (her so» bei, 2itlomo »lohen, der im Fahre InlL die erneu Drucke in Prag herausgab. Erst im Fahre l.'>2i! übernahmen seine Söhne die Druckerei und waren von da an bis zum Fahre 1900 die alleinigen Truckherren. Bon der Seli choth Ausgabe befindet sich nach Auskunft eines Kenners jje) jüdischen Buchdrucks außer der des Oberrale Tmr noch ein Exemplar in Deutschland und zwar in der Preußischen Staatsbibliothek zu Berlin. Licht einmal die Jüdische Bibliothek in Berlin, hie eine sehr große Sammlung wertvoller Drucke hat. ist. im Besitz dieses Buches. Fnteressant ist das Borwort, aus dem zu er sehen ist, daß es auch schon zu damaliger Zeit Fiiden gegeben hat, die kein Hebräisch verstanden. So entschloß sich Rabbi Jakob bar Eljabu halevi von Teplitz die Bußgebete, di« wir gerade in diesen Tagen schon zu früher Morgen stunde'' in unfern Gotteshäusern beten, in hebräisch-deutscher Sprache herauszugcben. Nur die Anfänge der einzelnen Gebete sind hebräisch. Sonst ist das ganze Buch in hebräisch-deutsch geschriebeii. Bon den Gersoniden wurde im.Jahre 1589 die Red: des „hohen Rabbi Löw für den großen Sabbath" herausgegeben. Einig« Werke des Rabbi Lö>» 'aus den Prager Druckereien befinden sich in der Bibliothek des Jsr. Lberrats. Auch eine hebräisch-deutsche Gebetssammlung Techinoth erschien bei ihnen. Moses, der Drucker der SelichöHAusgabe, war auch als Schriftsteller be kannt. Tie Familie der Gersoniden war reich und angesehen, so daß schon von ihrem Ahnherrn Salomo »toben gesagt ward, er war „ein vornehmer Priester von den Söhnen der Reichen". Tie Familie errichtete Druckereien auch außerhalb Prag). So gehörte der bekannte Trucker Jsak den Löb und Judels Lohen in Pilmersdorf bei Nürnberg zu den Gersoniden. lieber den früheren Besitzer der Selichoth-Aus»' gäbe, Rabbiner Josef Maier Schnaittach, der bis' zu seinem Tode (31. Mai 1861) in Freudenl a l wohnte, sind folgende Einzelheiten bekannt: Joses Maier, der sich auch noch Schnaittach oder Schnattacher nannte, wurde am 13. September 177-1 als Sohn des Maier Joseph in Furch geboren. Seine Mütter war Eva, des Nathan Schnattacher Tochter aus Schnaittach. Daher nennt sich Maier auch Schnaittacher oder Schnattacher. -Schnaittach, das bei Nürnberg liegt, war im 18. ^Jahrhundert eine bedpitende jüdisch« Gemeinde und'Sitz des Oberrabbinats. Zu dem RäbtzinLt Schnaittach'' gehötten dir Gemeinden Ottetlsoos, Schnaittach, Forth und Hütt^nbachk PkForch ist. nicht' mit Fürch identisch). Die Rabbiner in Fürth warchr «ft auch Oberrabbiner von Schnaih tach und Umgebung. Maier war zweimak kiüderlos verheiratet. Seine erste Frau stammte aus •_ Mergencheim und war eine Tochter de- AHda Levi, seine.zweite Frau eine Tochter des Abrahestss * Hirsch Levi aus Freuüental. Maier war zubrsi RabLi^r^i« Braunsbach und vom Jahre, 1821 an Raumer in Freudental. Als im Jahre' 182ß „das <8chetz im Betreff der öffentlichen» Ber, hältnisse der ^raelitischen Glaubensgenossen S2M temberg?' erschien, wurde Josef Maier <2d tach auf'Grund des Artikels 52 seines Amte/ i Rabbiner enthoben, weil er nicht „die allge- . meinen Borbereitungswissenschaften auf ejner Universität nach erstandener Vorprüfung studiAt hatte". ' Maier war einer der größten Gelehrten ftf|er5 Zeit; es wurden ihm von allen Orten DenD^-F lands Fragen vorgelegt, die er entscheiden soAte * Tie Gutachten sind gesammelt worden und nach' seinem Tode von Samuel Berlfein in Radomhsl' in Truck gegeben worden (Schaalaus ußejchu waus Rib'm Schnaittach, Drohobycz 1891). Seine Bibliothek muß sehr wertvoll gewesen sein/ Lei-, der ist ein großer Teil verloren gegangeik <nst der Vernichtung anheimgefallen. Sie enthält Md viele kabbalistische Werke, denn die KabbälH war eine seiner Hauptbeschäftigungen. Noch heutk erzählen die alten Freudentaler Jude« von dem „Wunderrabbiner", der es verstanden, hätte. Kranke zu heilen und Feuer zu löschend SeM Gutachten sind für die Geschichtsforschung der Juden in Württemberg und Franken sehr cMschlußreich. Das Rabbinat Frmdental ist, stachdech die' .meinde immer kleiner geworden, schvn seitj^ zehnte» aufgelöst. Der letzte ^Roibbintfpo^i dental, der aber seinen Sitz gar nicht idork ist der jetzige Rabbiner von Mergentheim, biner Tr. Moritz Rahn. Der Iewish Agency-Abe Stuttgart. :t . > Tie Gemeindevorsteherämter von StuttgarL^und Cannstatthatten im Einvernehmen ^it Diner Reihe hiesiger jüdischer Vereinigungen ibA Gemeindegenossen zu einer Aussprache über die Iewish Agency eingeladen, die ani SamstE den .21. September, im Oberen Museum stMWtden sollte. Mtuistz^Mat, Dr. H i r sch, dtztz DWDellia unerreichter Auswahl zu vorteilhaften Preisen LORENZ 8TUTTG ART/SSlVKrn“«"! X GUSTAV HEITMANN X Holz- und Kohlenhandlung Seyfferstr. 59 ✓ Tel. 61616 liefert sämtl. Brennstoffe bei prompter Bedienong zu billigst. ' Tagespreisen. - Gedecktes Lager mit Gieiiansdilufi am Westbabnnof Steuerarbeiten Buchprüfungen, BUonzaufstellungen Revisionen, Verträge übernimmt Franz Brobobek & Co., Stuttgart, 10 Beste Bcfercmzeu Neu übernommen! Wiener Kaffee Fttrstenhof Marienstraße 7 - Telephon 71580 HiiiiiiimuiiiiiiiiimiiiiiiiiiniHiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiii Altbekanntes Familien-Kaffee * Eigene Konditorei ff. Petits-fours Pralinen Keks Kleinbackwerk Spezialitäten: Ananas-Kuchen, Sahne-Torten usw. Lieferung frei Haus Berthold Weiß dürften nur dann Ton bleibendem Werte sein, wenn sie einen uns lieben Menschen lebenswahr wiedergeben! - Prüfen V Sie bitte, so gesehen, meine Portraits. Hohe Aooeldtnanil Atelier A. 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