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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1929-09-16 · 12 (16.9.1929) · p. Seite 162

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
VI (1929-1930)
Issue
12 (16.9.1929)
Date
1929-09-16
Page
Seite 162 (sequence 6)
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Bankhaus Pick & Cie. STUTTGART Gegründet 1900, Poststr 6, Telephon 23141-42-43 Etalatca ' MreCUe / HiuikruKi Wertpapiere / TenHOpeasverwaltutea als Lehrer angestellk werde, der eine Universität besucht und sein Staatsexamen mjt Erfolg be standen, der ein grammatikalisch gebildeter Hebräiker und ein gewiegter Talmudist ist." ..In diesem Institute soll jüdischen Jünglingen Gelegenheit geboten werden, sich in der jüdische» Theologie so viele Kenntnisse zu erwerben, als für sie zu ihrem künftigen theologischen Berufe notwendig in: sie können jedoch auch nur nach dem jeweiligen Bedürfnis oder nach Neigung dein Studium der Thora mit ihren trefflichen Kom meinaren sich hingeben, und sind hierzu ausivänige. wie hiesige Jünglinge gleichberechtigt." Tas Lehrhaus sollte demnach die Vorbildung iür das Rabbineramt vermitteln, gleichzeitig aber auch jungen Juden Gelegenheit geben, sich neben ihrer kaufmännischen oder anderen Berufs rrsahrung ein gutes jüdisches Wissen zu erwerben Ter Unterricht so führt Jakob Regensburger weiter aus — sollte unentgeltlich sein; ärmeren Schülern werde, soweit der Platz reiche, freie Wohnung im Ansraltsgebäude gewährt werden. In der Gemeinde bestehe reges Interesse für den Plan. Es seien schon größere Beträge gezeich net worden; der religiöse Sinn der Gemeinde — 162 — - bürge ferner dafür, daß arme Jünglinge unentgeltliche Verköstigung erhalten. Ein geeignetes Gebäude und eine Bibliothek von 400 Bänden habe er, Jakob Regensburger, schon beschafft. Es fehle nur noch das Kapital, von dessen Zinsen die Anstalt unterhalten werden könne. Tarum bitte er das Oberamt um die Erlaubnis, diesen Grundstock durch eine Kollekte aufbringen zu dürfen. Tas Lberamt reichte das Gesuch befürwortend weiter. ''Einige Begleitworte des Begleitschreibens mögen hier angeführt werden: „Es ist nicht zu verkennen, daß, wenn der gegenwärtig fast nur noch in Beachtung der äußeren Förmlichkeiten bestehende Judaismus nicht mehr mit innerer Tiefe behandelt und geübt wird, derselbe . . . in sich selbst zusammenfallen muß, und das beste Mittel, um diesen Zerfall zu verhindern, dürste allerdings das vom Bittsteller angeregte sein." Soweit der Oberamtmann in seinem Begleitschreiben. Tie Regierung in Sigmaringen erwidert unterm l. September 1866, daß sie bei der mangelnden Genauigkeit des Planes noch nicht in der Lage sei, ihre Zustimmung zu einer Kollekte zu geben. Aus wiederholte Eingaben erhält Regensburger dann im Januar 1870 von den Ministerien des Unterrichts und des Innern in Berlin die Erlaubnis zu der geplanten Sammlung, mit der Bedingung jedoch, daß er baldigst einen Grüßidungs- und Lehrplan einreiche. Ter Ausbruch des Deutsch-Französischen Krieges bewirkte einen neuen Aufschub, und erst am 24. Poventber 1872 reichte Regensburger das Statut der zu gründenden Anstalt ein. Danach soll das Institut den Namen „Haus Jakobs" tragen. Es soll in drei Klassen Jünglinge von 13 bjs 19 Jahren unterrichten und zwar in systematischem Religionsunterricht, hebräischem grammatikalischen Sprachunterricht, Uebersetzung des Pentateuchs und der Propheten mit Kommentaren, Mischna, Gemara mit Schulchan Aruch und Jore Tea, Geschichte des Judentums, Altertumskunde, jüdische Literaturgeschichte, Homiletik, Vortrags- und Lehrübungen. Tie Zahl der Schüler soll zunächst auf 20 begrenzt sein und zwar solange, als nur ein Lehrer vorhanden ist. Dieser, der Stiftsrabbiner, soll vorerst ein festes Gehalt von 500 Gulden aus den Zinsen des von Jakob Regensburger gesammelten Stistungskapitals erhalten, ferner freie Wohnung und Heizung und von jedem wohlhabenden Schüler 25 Gulden jährliches Schulgeld und endlich 50 Gulden Mietsertrag vom oberen Stockwerk des Anstaltsgebäudes. Das Haus und die Bibliothek stellte Jakob Regensburgn:. Er und sein Bruder verpflichteten sich, jährlich 2 Klafter Holz zur Beheizung zu spenden. Wenn durch weitere, Stiftungen das Kapital von derzeit 10225 Gulden auf 20000 Gulden steige, so solle ein zweiter Lehrer angestellt, bei weiterem Anwachsen der Mittel die Anstalt auch baulich erweitert werden. Tie Regierung genehmigte daraufhin die Errichtung der Anstalt mit dem Vorbehalt, daß eine ’&rsucfie UDein SlücSl Seitender Ge nt ral - Direk t i o n der PpBaftlftCfc-SQtfdBMtsollBa St«at*-Lott«rle wurde mir eine Staatliche Lotterie-Einnahme übertragen. — Es würde midi freuen, wenn auch Sie in meiner neuen Kollekte Ihr Glück suchen und finden würden. — Mein seit U* Jahren bestehendes Zigarren-Spezial-Geschäft wird unverändert weitergeführt und werde' ich nach wie vor bemüht sein» meine werte Kundschaft bestens und preiswert zu bedienen. —. Freunde und Gönner werden gebeten, mich in meinem neuen Unternehmen zu unterstützen. 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